Heute können wir in einem Artikel von Verena Köttker auf der Startseite von Bild-Online lesen, dass Stoiber-Gegner Horst Seehofer, der trotz seines nicht wirklich überzeugend geglückten Dementis im ZDF als Nachfolger von Edmund Stoiber gehandelt wird, seine Frau seit Jahren mit einer Geliebten betrügt.
Der zeitliche Zusammenhang des Showdown zwischen Gabriele Pauli und Edmund Stoiber zu der Enthüllung aus dem Privatleben von Horst Seehofer ist mehr als auffällig. Der Verdacht liegt nahe, dass da jemand aus der Politik sein Schmutz-Dossier geöffnet hat und versucht, Horst Seehofer mit intimen Details aus dem Privatleben zu diskreditieren, so dass er den Job als Parteivorsitzender der CSU nicht bekommt. Welcher Politiker könnte das getan haben?
Die Frage ist kaum mehr als Rhetorik, denn wir erinnern uns alle nur zu gut: kurz vor Weihnachten des letzten Jahres hat die Fürther Landrätin Gabriele Pauli den Vorwurf gegen Edmund Stoiber erhoben, er würde in ihrem Privatleben herumschnüffeln lassen. Der Büroleiter von Edmund Stoiber, Michael Höhenberger hat bei Gabriele Pauli gezielt nach Geschichten mit Alkohol und Männern gesucht, und musste, als das öffentlich wurde, seinen Posten räumen. Im Parteibuch habe ich ein fiktives Gespräch veröffentlicht, dass schon aus rechtlichen Gründen natürlich nichts damit zu tun hat.
Sind solche Enthüllungen aus dem Privatleben also wirklich die Art, wie Edmund Stoiber um seinen Job kämpft? Im Frankenblog finden wir dazu ein interessantes Zitat aus dem Spiegel des Jahres 1993, wo Edmund Stoiber schon einmal von einer Enthüllung, dass ein Konkurrent eine Geliebte habe, profitierte und so überhaupt erst Ministerpräsident von Bayern werden konnte:
“…Der frühere CSU-Chef Theo Waigel denkt noch immer mit Wut … zurück, als er … Streibl … ablösen wollte. Plötzlich setzte es Anrufe bei den Chefredaktionen der Münchner Lokalzeitungen, in denen, mit der Bitte um Quellschutz, darauf hingewiesen wurde, dass Waigels Frau krank sei und er seit längerem eine Geliebte habe. Bis heute ist unklar, wer hinter der Verbreitung der Gerüchte steckte. Klar ist, dass Stoiber davon profitierte.”
Konkurrenten über zur richtigen Zeit in die Wege geleitete Enthüllungen aus dem Privatleben niederzumachen, so wie das auch in der Berliner CDU unter Führung von Friedbert Pflüger praktiziert wird, ist die widerlichste und primitivste Art, Politik zu machen.
Und auch sonst sind die Methoden der Stoiberisten auf Horch und Guck gepolt. So hat der Pressesprecher des Stoiber-treuen bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück mich letzte Woche angerufen, um mich zu Radio Transparency auszuhorchen und da dann mit der juristischen Keule zuschlagen zu können.
Ich meine, nun sollten Edmund Stoiber und seine Stoiberisten nicht mehr ehrenvoll aus dem Amt scheiden dürfen, sondern mit Schimpf und Schande davongejagt werden.
Ich habe Vertrauen in CSU-Parteimitglieder und Wähler, dass sie diesen ebenso unappetitlichen wie durchsichtigen Versuch der CSU-Spitze, mit Schmutz zu werfen, in den richtigen Zusammenhang einordnen werden. Wenn Horst Seehofer eine Geliebte hat, freut das seine Frau sicher nicht, aber was hat das mit Politik zu tun?
Für den Fall, dass die Bayern doch blöde genug sind, um sich von so Geschichten beeinflussen lassen, könnte ja jemand schon mal vorsorglich eine Umfrage starten, wie Gabriele Pauli als Spitzenkandidatin für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten abschneiden würde. Wenn die antreten würde, sehe ich nichts, was sie bremsen könnte. Und ich würde ihr viel Erfolg wünschen.
Nachtrag 17:00h: Wie ich gerade gesehen habe, haben auch Udo Vetter vom Lawblog unter dem Titel: Ein Tritt für Diekmann sowie Medienrauschen unter dem Titel Diekmann muß weg! ein paar Worte zum Bild-Artikel von Verena Köttker geschrieben.
Nachtrag 18:15h: Die Springerpresse fragt im Hamburger Abendblatt, wer die Informationen zur Demontage von Horst Seehofer gestreut hat und Dirk Hoeren gibt in der Bild-Zeitung die Antwort, dass es Parteifreunde der CSU waren. Außerdem gibt es in der Bild nun den Hinweis, dass Stoiber 1993 durch eine solche Indiskretion an die Macht gekommen ist. Zusammen mit dem Hinweis, dass die 32 Jahre alte zierliche brünette Juristin, die Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten und angeblich Horst Seehofers Freundin sein soll, ihren Chef bereits informiert habe, dass sie schwanger sei. Jetzt frage ich mich, wer außer dem Bundestagsabgeordneten noch Kenntnis davon gehabt habe, dass er in Kenntnis gesetzt wurde. Und möchte ich noch einmal fragen, woher Verena Köttker wohl die Information hatte, dass der Bundesabgeordnete, der Chef der 32-jährigen Juristin sein soll, davon in Kenntnis gesetzt wurde.
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ich bin eindeutig st.pauli-f… äh … natürlich auch pauli fan!
Hallo,
die Geschmacklosigkeiten, mit denen in Stoibers recht-schaffenem Bayernlande schon einmal politische Konkurrenten aus dem Amt gedrängt wurden, können wohl noch um eine ganze Reihe ergänzt werden: Wie ist seinerzeit die “Amigo-Affäre” ruchbar geworden, über die Stoibers Amtsvorgänger Max Streibl stolperte? Wie hat Strauß-Tochter Monika Hohlmeier ihr Amt verloren?
In Bayern scheint das gängige Praxis zu sein. Das hatte ich schon Ende 2006 in einem Kommentar auf der Internet-Seite des HU-Ortsverbands Marburg www.hu-marburg.de zusammengestellt. Im Moment fällt mir gerade der direkte Link dazu nicht ein.
Ohnehin fällt einem dazu nichts mehr ein!
Ich fürchte aber, dass derartige Praktiken nicht nur bei der CSU oder ihrer Schwester-Partei gang und gäbe sind. Der Frankfurter Publizist Jürgen Roth spricht in seinem Buch “Der Deutschland-Clan” vom “Kompromat”, das in Kreisen der Politik, der Wirtschaft und der Justiz dazu beitrage, ausstiegswillige Seilschaftler bei der Stange zu halten.
Politik ist ein schmutziges Geschäft. Dieser banale Ausspruch vieler desillusionierter Zeitgenossen bewahrheitet sich im Falle Stoibers wieder einmal. Leider!
Angesichts dessen scheint die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die das Ganze ja losgetreten hat, beinahme den Titel Sankt Pauli zu verdienen. Oder war Sankt Pauli irgendsoein veruchtes Viertel im uncrhistlichen Hamburg?
fjh
Ich wuesste nicht, was dagegen spricht, dass die verlogene Doppelmoral eines vermeintlichen Biedermannes offengelegt wird. Niemand hat Seehofer dazu gezwungen, regelmäßig mit seinem angeblich so wunderbaren intaktem Familienleben so prahlen und Stimmung für sich zu machen.
Man kann nicht auf der einen Seite die Presse herbeirufen, wenn es darum geht, sich selbst in ein angenehmes - verlogenes - Licht zu rücken, und dann sich später über die bösen Medien oder politischen Konkurrenten zu beklagen, die dann das Lügengebäude offenlegen.
Und, Bartles, zu Ihrem Statement:
“Wenn Horst Seehofer eine Geliebte hat, freut das seine Frau sicher nicht, aber was hat das mit Politik zu tun? ”
Das hat durchaus etwas mit Politik zu tun, nämlich spätestens dann, wenn jemand wie Seehofer dreist und verlogen in aller Öffentlichkeit seine angeblich heile Familienwelt zum Stimmenfang instrumentalisiert und die Wähler hier dreist und vorsätzlich belügt.
Das ganze wirft ansonsten auch generell ein erhellendes grundsätzliches Licht auf die Moral dieses Politikers.
Stoiber bleibt Na und?!
Das müssen auch in Berlin-Charlottenburg wohnende Leichtmatarosen neidlos anerkennen: Edmund Stoiber kann es. Allen Abgesängen und Totenliedern zum Trotz hat er sich in den letzten Stunden des gestrigen Tages sämtlicher Attacken entledigen können….
@LOL: ich hätte gern den Politiker gewusst, der keinen Dreck am Stecken hat. Und eine Geliebte geht uns Wählter tatsächlich nichts an, weil das allein die Privatsache eben der Leute ist. Wer hält sich bitteschön an die Regeln, für die er plädiert? Selbst Gandhi soll nicht ganz so toll gewesen sein, wie er von Attenborough dargestellt wurde.
Wobei Marcel auch ganz bewusst auf die Frage hinauswollte, wer plötzlich die Meldung lanciert hat… und gewissen Leuten traue ich jede Bösartigkeit zu. Wer von Strauß angelernt wurde, sollte sich mit Bösartigkeiten gut auskennen.
also ehrlich gesagt wird mir durch das ganze seehofer immer symphaticher. ich finde, es ist eigentlich kein skanal. es ist ein impuls an die union zum nachdenken über werte.
@hanneken
Eine Geliebte geht den Wähler nichts an? Erzähl das mal einem gewissen Herrn Clinton auf der anderen Seite des großen Teichs
Und ich persönlich bin auch kein CSU Fan, aber jemand der seiner Frau die Treue bis zum Tod schwor,
) und diesen Schwur dann bricht…
(ich nehm mal an Herr Seehofer ist verheiratet
Naja was meinst du was er dann mit den Wählern macht? Denen gibt er “Wahlversprechen”, die ja
per Definition bis ca 10 Sekunden nach der Stimmenauszählung halten.
Aber das es keine Politiker ohne Dreck am Stecken mehr geben soll finde ich mal interessant.
Los ihr Schnüffler zerrt mal Angela Merkels “Dunkles Geheimnis” ans Tageslicht…
Würde mich echt interessieren was die so für Dreck am Stecken hat.
Schwarze Kassen? Versorgungsvertrag bei Gasprom? Oder nen jungen juristischen Liebhaber, der ein Kind von ihr hat?
Es dürfte zumindest erheiternd werden
nimms nicht persönlich, aber das ist doch eine milchmädchenrechnung, dass einer, der sich da und da so und so verhält, wird sich auch da und da so und so verhlaten. ich meine es wirklich nicht persönlich, aber genau diese “konservative” haltung bremst doch ganz deutschland. diese “meme”, kultur-denkmuster findet man dann überlall. menschen sind doch keine maschinen, sie lassen kein programm ablaufen, unabhängig von der situation. ich finde, wir sollten diese kollektivmoral ablegen. aber ich nehme an, dass du das sagst, weil du eine frau bist. und dann ist es wiederum ein andere konflikt, keine tagespolitische angelegenheit.
Ach, was sich hier wieder mal für ein naives Geschwätz findet: Einer von den Vorschreibern hat hier an Clinton erinnert.
Offenbar hast Du die Brisanz des Falls Clinton seinerzeit nicht verstanden.
Es ging nämlich damals eben nicht nur darum, dass er sich von seiner kleinen Praktikantin oral hat befriedigen lassen, nein, es ging darum, dass der Präsident der USA bereit gewesen ist, einen Meineid abzulegen.
Und so wenig es mich interessiert, mit wem Clinton oder Seehofer im Bett liegen, so sehr interessiert es mich hingegen dann doch, ob ein Staatschef willens und bereit ist, die Gesetze - die für uns alle gelten - zu brechen.
Oder im Fall Seehofer konsequent die Öffentlichkeit zu belügen.
Wer für eine Partei wie die CSU als Bundesminister oder gar als Vorsitzender tätig sein will, muß seine privaten Aktionen sehr wohl am Leitbild seiner CSU messen lassen. Natürlich steht es wenigen (seiner Familie?) zu, den Menschen Seehofer ob seiner Affäre zu verurteilen. Aber wer Ehe, Familie, Treue, Verläßlichkit, Vertrauen als Fundament unserer Gesellschaft ansieht und verkauft (und das ist es u.a., was die Existenzberechtigung einer CSU ausmacht und sie von den libertären Sozen/Grünen/FDPlern unterscheidet), der kann nicht sein Privatleben so führen wie es Herr S. tut.
Seehofer ist für mich als Führungsfigur des CSU komplett diskreditiert. Die, die ihm so scheinheilig applaudieren, sind nicht das Tafelsilber der CSU, sondern eher aus den Reihen der politischen Gegener oder Wechselwähler. Auf die kann eine Partei nicht bauen.
Hallo zusammen, ich bin Christ und ich denke, gerade das, was Jeszs uns sagt, ist in dieser Situation, zumal in einer “C”-Partei, das Wichtigste. Zunächst gilt das 6.Gebot: Du sollst nicht Ehebrechen (2.Mose 20, 14). Völlig klar und eindeutig. Das Gebot wurde veletzt. Jesus hat es noch verschärft: schaut mal in Matthäus 5, 27-30. Aber seht auch immer dabei, dass Gott uns unvoreingenommen liebt. Trotz unserer Sünden ist Er in Jesus zu uns auf die Welt gekommen. Und wenn schon unser unbeschreiblich wunderbare Herr uns so sehr liebt, ja sollten nicht dann erst recht wir sündhaften Menschen unsere Mitsünder auch lieben? Also: alle von uns haben “Dreck am Stecken”, kein Mensch ist ohne Sünde. Wir alle sollten die Sünde sehen und schauen, dass nicht wir selbst uns von Satan verführen lassen und zu unseren Sünden auch noch eine solche hinzupacken, wie sie Horst Seehofer und auch seine Geliebte begangen haben. Auch hier laßt uns wieder schauen, wie Jesus mit einem Ehebrecher umgeht, hier mit einer Ehebrecherin: schaut mal in Johannes 8, 1-11. Jesus sagt ausdrücklich zu der Ehebrecherin (Bibelausgabe Gute Nachricht): “Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr”. Das sagt unser Herr. Wenn unser wunderbarer Herr die Sünde vergibt, dann sollten auch wir Horst Seehofer eine neue Chance geben. Ich bete zu Gott, dass Karin Seehofer ihrem Mann verzeiht und vergibt. Jesus hat ihm seine Sünde schon vergeben. Daran sollten wir uns anschließen.