,,Se paty is gudd” in Damaskus. Ob unser Genosse Altkanzler Gerhard Schröder gestern nach Syrien gereist ist, um beim syrischen Staatschef Bashar al-Assad ein bisschen mit seinen Englischkenntnissen zu prahlen, die er gerade im von Hans-Joachim Selenz rezensierten Buch “Mein Leben in der Politik” zum Besten gegeben hat, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Natürlich habe ich keine Ahnung, was Genosse Gerd gestern in Syrien gemacht hat. Die deutsche Presse hat dazu auch nichts geschrieben. Was also hat Gerd Schröder gestern in Syrien gemacht? In der knappen Mitteilung der syrischen Nachrichtenagentur SANA steht auch nicht viel genaues drin. So bleibt mir nicht viel anderes, als wenigstens Fragen zu stellen, die mir durch den Kopf gehen.
Hat der Besuch von Gerhard Schröder in Syrien vielleicht weniger mit wirtschaftlichen Beziehungen als mit Mord am Ex-Premier des Libanon, Rafiq al-Hariri, zu tun? Schließlich ließ doch unser Berliner Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis gerade erst wieder über den Stern kolportieren, dass er der Meinung ist, Bashar el-Assad sei in das Attentat auf den libanesischen Ex-Premier Hariri verstrickt. Frank-Walter Steinmeier hat doch letzten Sommer seinen Besuch in Syrien auch in letzter Minute abgesagt. Oder wolte Gerhard Schröder vielleicht wissen, warum der neue UN-Sonderermittler Serge Brammertz sich der Meinung von Detlev Mehlis bisher nicht so richtig angeschlossen hat?
So recht verständlich ist das alles nicht. Wenn Bashar el-Assad in den Mord an Rafiq el-Hariri verstrickt ist, warum besucht Gerhard Schröder ihn dann? Wenn er nicht in den Mord an Rafiq el-Hariri verstrickt ist, warum beschuldigte ihn George W. Bush dann so schnell des Mordes? Und wer könnte es denn dann gewesen sein? Und muss dann nicht auch noch einmal Israels Weg in den Juli-Krieg 2006 genauer beleuchtet werden?
Und was wären die Konsequenzen für das internationale Ansehen der israelischen Regierung, falls sich herausstellen sollte, dass Jürgen Cain Külbel mit seiner Sichtweise zur Aktvität des israelischen Geheimdienstes im Libanon gar nicht so falsch liegt?
Müsste dann nicht erstmal ein westlicher Politiker nach Damaskus reisen, um auszuloten, wie die Chancen stehen, dass eine Entschuldigung angenommen wird? Ich hätte da mal ein paar Fragen an den Bundes-Gerd …
Nachtrag 15.01.2007: Inzwischen gibt es auf Sana unter dem Titel “Schroeder Says that the Attempts to Isolate Syria Hinder the Peace Process” eine interessante syrische Darstellung der Inhalte der Gespräche von Schröder und Assad.
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So schlimm kann das gar nicht sein mit Syrien, wenn unsere US-Freunde den Herrn Zammar dahinschicken…
Schön zu sehen das ich nicht der einzige bin, der um diese Uhrzeit auf ist.
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Das ist aber schade, dass Schröder, den ich 1998 gewählt habe, jetzt nicht in Russland ist, um seinem Busenfreund Putin Gesellschaft zu leisten, wo doch die EU geschlossen gegen seine Gewaltanwendung mit dem Öl ist…
Also, die Gewaltanwendung mit dem Öl, die könntest Du mal näher erklären.
Mir erscheint der Gedankengang naheliegender, dass Putin durch die Erhöhung der Gas- und Ölpreise für Belarus - möglicherweise ohne besondere Absicht oder gar absichtlich - dafür sorgt, dass mit Lukashenko einer der übelsten Staatschefs von Europa von der Macht vertrieben wird.
Ich meine, westliche Politiker sollten Putin tatsächlich dazu raten, hart zu bleiben und ihn bei der Durchsetzung der Preiserhöhungen unterstützen.
Ach Bartels, was Sie hier immer noch für einen Blödsinn verbreiten.
Putin ist für Sie wohl noch immer ein - Zitat Ihres Vorbildes Schröder - “lupenreiner Demokrat”, der sich jetzt auch noch um die Demokratisierung Weißrußlands verdient macht?
Ha, das Putin mag vielleicht gegen Lukashenko sein, aber er wird wohl seinen eigenen Amigo installieren wollen…
@Lol
Welche Motive Vladimir Putin haben könnte, Lukashenko abzusägen habe ich bisher nicht erörtert. Dass er Demokratisierung von Belarus vorantreiben will, halte ich für sehr unwahrscheinlich.
@Tony
Falls Putin die Preiserhöhungen überhaupt nur veranstaltet, um Luka abzusägen, dann kommen wir damit der Sache sicher schon näher. In Anbetracht der Person Lukashenko kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass Putins Amigo dort kein Fortschritt wäre. Der Versuch Putin’s, Luka über Preiserhöhungen loszuwerden, wäre demnach unterstützenswert, auch wenn Putin vermutlich ganz andere Motive hat.
@Marcel 7#
Wahrscheinlicher ist für mich, dass Putin mit Lukatschenko gemeinsames Spiel betreiben.
Lukatschneko hat am Ansehen im Westen nichts zu verlieren. Das ist für Putin günstig.
Also kann Putin seine Politik mit Hilfe von Lukatschenko durchsetzen.
Lukatschenko möchte hohe Transitkosten. So steht es zumindest in den Zeitungen.
Ist doch ein guter Grund, die Preise dem Westen gegenüber zu erhöhen. Putin ist machtlos. Was kann der Arme tun. Muss sogar auf eigene Gewinne verzichten durch Drosselung der Erdöl-Auspumperei.
Gewinner wird konkret Lukatschenko werden. Zahlen tut der Westen.
Erreichen wird das Putin mittels Ölhahn.
Gegenwärtig ist der Westen noch nicht so weit, die Irak-Logik gegen Lukatszhcenko anzuwenden.
Auch in Russland wird das nicht nur von einigen Leuten so gesehen.
Schröder. Ein Politiker wie aus dem Bastelbuch. Genau die Sorte Politiker die wir eben verdient haben. Heucheln, die Taschen füllen und anschließend einen satten Haufen auf den Wähler.
Was er in Syrien gemacht hat?
Er hat den Ehrendoktor für dies und das bekommen. Schicker hut. Und so ein Dr.H.C. macht sich gut auf der vesitenkarte, Damit kann man locker noch ein paar Vorstandsposten bei diversen Diktatoren einsammeln.
Wie sagte das schon der Dicke aus Oggersheim. Wichtig ist was Hinten bei rauskommt.