Katze

Mein Parteibuch BlogNo Copyright - Kopieren erlaubt

Ein Internet-Tagebuch mit Katzenbildern

[Mission Statement] [Krieg ist illegal]

[International]   [Headlines]   [Forum]   [Wiki]   [Ticker]   [Mitmachen]

28. Dezember 2006

Anmerkung zu Professor Alexander Schuller und Korruption als gutem Zeichen

von @ 16:09. abgelegt unter Korruption, Kriminalität, Wirtschaft, Hans-Joachim Selenz, Wirtschaftskriminalität, Medienmanipulation, Bandenkriminalität, Autos, Untreue

Professor Alexander Schuller schrieb für die Welt vom vorletzten Mittwoch einen Beitrag mit Titel Der unaufhaltsame Siegeszug der Korruption. Freimütig bekennt Alexander Schuller da im Hausblättchen der Union: “Wir spielen immer öfter mit den kleinen, feinen Gesetzesbrüchen” und dass es ein gutes Zeichen sei, dass die Gesellschaft sich korrumpiere, weil “man” da wieder auf eine Entscheidung hoffen dürfe. Mir drängt sich die Frage auf, wen Alexander Schuller mit “Wir” meint.

Sind “Wir” kleinen Gesetzesbrecher die Masse der ärmeren Schichten der Bevölkerung, die verarmt, weil sie sich rechtskonform verhält, oder sind “Wir” Professoren wie Alexander Schuller und die zigarrenrauchenden Herren in den Führungsetagen? Und wenn Mord und Totschlag wieder en Vogue kommen, ist das dann auch ein gutes Zeichen, weil eine Entscheidung bevorsteht? Geht’s noch? Selten habe ich einen dreisteren Versuch der pseudowissenschaftlichen Rechtfertigung und Verharmlosung für Verbrechen gehört als den von Alexander Schuller.

Professor Bernd Rüthers kommt dem Problem der Korruption in der FAZ unter dem Titel “Gekaufte Betriebsräte verraten die Belegschaft” schon näher, in dem er, wie Mein Parteibuch das schon vor fünf Monaten getan hat, nach der Rolle des Vorstandschefs Ferdinand Piëch bei VW in dieser Zeit fragt.

Warum diese Frage so wichtig ist, legt einmal mehr Hans-Joachim Selenz schlüssig dar. Nachdem Hans-Joachim Selenz vor einigen Wochen mit §007 die Einführung einer RAUB-Steuer gefordert hat, wird unser Gesetzbuch nun weiter geschrieben. In §006 - Sex auf Firmenkosten geht es nicht zuletzt darum, dass ein mit der Bezahlung von Prostituierten für zwei Mio Euro gekaufter halber Aufsichtsrat am Kapitalmarkt gut und gerne zehn Mrd Euro gekostet hätte. Wie groß mag der bei VW angerichtete Schaden sein?

Ich meine, die Politik und die Justiz wären gut beraten, sich endlich öffentlich mit der Frage zu beschäftigen, wie es sein kann, dass unter Führung von Ferdinand Piëch die Gewinne bei Porsche dank bester Kooperationsverträge mit VW sprudelten, bei VW selbst hingegen eher Katzenjammer angesagt war. Ich glaube nämlich nicht, dass die Mehrheit der hart arbeitenden Bevölkerung sich durch Blendgranaten wie wie den Artikel von Professor Alexander Schuller in der Welt davon überzeugen lassen wird, sich mit kleinen feinen Gesetzesbrüchen von Gangstern in weißen Kragen anzufreunden, mit denen Milliarden Euro abgezockt werden und Tausenden von Familien die Existenzgrundlage entzogen wird.

5 Kommentare zum Beitrag “Anmerkung zu Professor Alexander Schuller und Korruption als gutem Zeichen”

  1. wombat sprach

    Wobei dieser Satz etwas hat

    “Was in der DDR kurz und bündig “Vitamin B” hieß, hat vielleicht sogar das System selbst am Überleben gehalten. Gerade der casus DDR zeigt, wie funktional und wie gerecht Korruption sein kann. Sie ist eine Sonde. Sie markiert die Schwachstellen im System, kostenlos und verlässlich.”

  2. Rolf Schälike sprach

    Auch Betrug, Diebstahl und Mord können Marksteine für Schwachstellen sein.

    Es lebt sich lediglich etwas unrentabel, wenn Betrug, Dienstahl und Mord als lobenswerte Ziele gehandhabt werden.

    Dem lieben Gott ist es egal.

  3. wombat sprach

    Korruption ist eines der vielen Probleme, die in einer “Kultur des Schweigens” gedeien können. Wenn bestehende Probleme, wie der CSU-Filz in Bayern oder auch der Gewerkschafts/SPD-Filz bei VW oder im Ruhrgebiet nicht thematisiert werden, platzt die Blase (im günstigsten Fall) eben erst dann, wenn die Aasfresser und Hyänen (also die Medien) darüber herfallen.

  4. Peterle sprach

    Ich möchte hier kontrovers einwerfen dass eine unsichtbare Markierung einer nicht vorhandenen Markierung gleichzusetzen ist und zudem der Ostblock vor allem an Korruption wirtschaftlich zu Grunde gegangen sein dürfte.
    Kann es sein dass Herr Schuller die Korruption der Korruption meint, also eine “untreue Handlung” gegenüber dem Vorgesetzten, die den Schaden seiner “untreuen Handlung” mildert und das Ergebnis wieder dem ursprünglichen Ziel nähert?
    Wenn sowas oft auftritt würde ich das nicht als Markierung von Fehlern im System ansehen sondern als Hinweis, dass das System im Kern schwerwiegende Konstruktionsfehler enthält.

  5. Mobbing-Gegner Blog sprach

    Viagra für die einen, Hartz IV für die anderen!

    Heute war der erste Verhandlungstag gegen Peter Hartz. Andere werden folgen. Auch Klaus Volkert und Hans Jürgen Uhl steht ja noch etwas derartiges bevor.Sollten Sie weiterlsen, könnten Sie den Eindruck bekommen das ich nur neidisch sein. Ja, teilwe…

Kommentieren (Erlaubte Tags)

Mimosen
Mimosen
Copyleft2006 Lurusa Gross

Mirrors

Recherche

Netradio

Aktionen

Parteibuch Forum

Letzte Kommentare

Ältere Beiträge

Archiv

Dezember 2006
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Literaturtip

Tod im Milliardenspiel

Umfrage zu 9/11

Werbung

Information zu
Internetvictims

Kapitel

Sonstiges

Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei

Sponsored Links

RSS-Feeds

Termine

Neu im Parteibuch Wiki

Parteibuch Ticker (Feed)

International (Feed)

Media News Clips

Counter & Stuff

[19 queries. 4.942 seconds. 10 level2 caches. Top ]