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3. Dezember 2006

Berliner Räuberpistole - Ringer Teil I

von @ 7:58. abgelegt unter Berlin, Kriminalität, Ringer

Vor einigen Tagen habe ich eine Geschichte gehört. Die Geschichte um den Boss der Bergtürken in Berlin, die Helfer des Islam, die Bewahrer der Ordnung und Berliner Ringer ist so unglaublich, dass sie nur eine Räuberpistole sein kann. Da ich den Wahrheitsgehalt der Geschichte natürlich nur rudimentär überprüfen kann und die juristische Auslegung der Worte “Eine Zensur findet nicht statt” ohnehin keine klaren Worte zulässt, werde ich nun im Parteibuch zum ersten Mal ein Märchen erzählen. Weil die Räuberpistole ziemlich lang ist, kommt sie obendrein noch als Fortsetzungsgeschichte daher.

In einer lang vergangenen Zeit, da waren starke Männer Sportler, leichte Mädchen mit Herzblut dabei und Bewahrer der Ordnung waren damit beschäftigt, schwere Jungs zu fangen und einzusperren. Zu den starken Männern und den leichten Mädchen kamen sie nur ab und an, um sich zu entspannen. Unter den Sportlern eine besonders lange Tradition weisen die Ringer auf. Das sind starke Männer, die man an jeder Tür eines Lokals gut gebrauchen konnte, um Gäste, die etwas viel getrunken hatten oder sich nicht benehmen wollten, so vor die Tür zu setzen, wie im Sport ein Kontrahent aus dem Ring geworfen wurde. Weil der Schlüssel zu einem Lokal die Tür war, kam es nicht selten vor, dass Ringer von der Tür selbst Bosse eines Lokals wurden.

Dann änderten sich die Zeiten. Kräftige Männer haben der Natur mit chemischen Substanzen nachgeholfen und einige Bosse machten weit mehr Umsatz mit der chemisch aufbereiteten Pflanzenextrakten als die leichten Mädchen verdienten und der Ausschank von geistigen Getränken einbrachte. Wer in seinem Lokal chemisch aufbereitete Pflanzenextrakte verteilte, hatte seinen Goldesel gefunden. Die Sage geht, dass viele Bewahrer der Ordnung fortan nicht mehr für das Fangen von schweren Jungs, sondern für Schutz vor ungebetenen Gästen und das Übersehen der chemisch aufbereiteten Pflanzenextrakte bezahlt wurden.

Außerdem kamen Männer aus dem Osten und aus einem Land, wo die Zedern wachsen, oder vielleicht doch eher auch aus den Bergen im Osten Anadolus, aber wer weiß das schon so genau. Papier war seit jeher geduldig und die Berge im Lande der Helfer des Islam genauso undurchschaubar, wie die Geschichten, die sich die Leute im Schatten der Berge erzählten. Diesen Männern gefielen die vielen Golddukaten, die es mit chemisch aufbereiteten Pflanzenextrakten aus der Heimat in Berliner Lokalen zu verdienen gab. Und sie brauchten auch nicht viele Muskeln, denn sie wussten mit Waffen umzugehen und wussten auch, dass beim Gedanken an Waffen und große Familien so manchem starken Mann die Knie schlotterten. Weil die Bewahrer der Ordnung mit dem Wegschauen recht beschäftigt waren und auch nicht überall für Schutz sorgen konnten, sorgten diese Männer fortan für Sicherheit und verteilten chemisch aufbereitete Pflanzenextrakte. So kam es, dass ein Bergtürke Boss nicht nur von einem Lokal, sondern von einer ganzen Reihe von Lokalen in Berlin wurde.

Die großen Bosse der Bewahrer der Ordnung konnten den Bergtürken, der nette Geschichten von den Helfern des Islam zu erzählen wusste, gut gebrauchen, denn die Aufgabe der Bewahrer der Ordnung war es nunmehr nicht mehr, schwere Jungs zu fangen und einzusperren, sondern im Blätterwald spannende Geschichten von den Helfern des Islam zu erzählen. Und da auch im Osten Anadolus eine fruchtbare Zusammenarbeit stets Geben und Nehmen bedeutet, waren die Bosse der Bewahrer der Ordnung und der Boss der Bergtürken schnell gute Freunde. Und wie das unter guten Freunden so üblich ist, tat einmal der eine Freund dem anderen Freund einen Gefallen, und später dann war es wieder andersherum.

Eines Tages dann verschwand ein Ringer. Die Sage geht um, dass der Ringer dem Boss der Berliner Bergtürken in die Quere gekommen war und der keine Zeit mit den Bewahrern des Rechts verschwendete, sondern es vorzog, selbst mit der Waffe in der Hand kurzen Prozess zu machen. Weil Ringen ein Mannschaftssport ist, ärgerte es andere Ringer, dass einer der ihren nicht mehr da war. So gingen sie, und klagten den Bewahrern der Ordnung, die sie von lange vergangenen Zeiten kannten, ihr Leid um den verschwundenen Ringer.

Die Freunde bei den Bewahrern der Ordnung hätten gern versucht, herauszufinden, was mit dem verschwundenen Ringer geschehen war. Dem Boss der Bergtürken gefiel es gar nicht, dass die Ringer wissen wollten, was mit ihrem nach ihrem verschwundenen Kameraden geschehen war. Da gute Freunde sich helfen, fanden auch die Bosse der Bewahrer der Ordnung keinen Gefallen an der Idee, nach dem verschwundenen Ringer zu suchen und herauszufinden, was mit ihm geschehen war. Schliesslich können die Bewahrer der Ordnung ja nicht auch noch nach verschwundenen Ringern suchen, wo sie so viel damit zu tun haben, im Blätterwald spannende Geschichten von den Helfern des Islam zu erzählen. Und so durften sich einige Bewahrer der Ordnung um den verschwundenen Ringer nicht weiter kümmern, auch wenn der eine oder andere Bewahrer der Ordnung das vielleicht gern getan hätte.

Fortan zankten sich die Ringer mit den Bossen der Bewahrer der Ordnung und dem Boss der Bergtürken in Berlin und versuchten selbst, herauszufinden, was mit ihrem verschwundenen Kollegen geschehen war. Und dann geschahen bemerkenswerte Dinge.

Hier ist der erste Teil der Räuberpistole zu Ende. Wer sich gefühlsmäßig auf den zweiten Teil schon mal einstimmen möchte, darf gerne mal einen Blick rüber zu den Gerichtsreportagen bei Berlinkriminell werfen. Ich habe Berlinkriminell soeben unter Lokaltermin auf die Parteibuch-Blogroll aufgenommen.

4 Kommentare zum Beitrag “Berliner Räuberpistole - Ringer Teil I”

  1. ter sprach

    Nette Geschichte – an der Gefährlichkeit der beiden Clans (E und A) gibt es ja wohl keinen Zweifel. Bezogen auf den konkreten Fall kann man deshalb die Berichterstattung durchaus als (ungewollte) Lobby- Arbeit für einen Gangster- Chef bezeichnen.

    Aber mal ABSTRAKT – da missachten Fachgerichte eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes . Nicht nur das LG Berlin oder das Kammergericht, sondern auch die Oberlandesgerichte Dresden und Düsseldorf.

    Begründet wird diese Missachtung mit der These – „das BVerfG wildert in der Zuständigkeit der Fachgerichte.“

    Es geht nicht darum wie lange die U-Haft dauern darf – nicht um den konkreten Fall – es geht um Fachgerichte, die glauben, dass ihnen das Verfassungsgericht nichts zu sagen hat und nichts sagen darf.

    Die U-Haft soll den Strafprozess oder das Ermittlungsverfahren sichern, um Flucht- und Verdunklungsgefahr zu verhindern. Sie ist kein Mittel um Druck auf die Angeklagten auszuüben. Die Justiz hat sich so zu organisieren, dass Verfahren – schnell und zügig – durchgeführt werden.

    Es geht in der Presseberichterstattung um Druck auf die Fachgerichte – solches auch zu tun und sich nicht hinter ihrer Allmacht – in ständiger Verlängerung der U-Haft zu verschanzen.

    Bei einem Gangster-Boss mag dieses Verhalten der Fachgerichte ja noch verständlich sein – betroffen sind aber auch eine Vielzahl von Personen, denen vorgeworfen wird, straffällig geworden zu sein. Die verlassen den Gerichtssaal mit einem Urteil, dass sich nicht an ihre Tat oder ihre Schuld orientiert – sondern an der bisher verbüßten Untersuchungshaft.

    Nicht die Tat oder die Schuld ist der Maßstab der Strafe – sondern die U-Haft-Dauer, die häufig die Justiz zu vertreten hat.

    Nur - diese “normalen Angeklagten” können sich in der Regel keine Staranwälte leisten, die solches erkennen und durchfechten.

    Sie verschanzen sich in Ihrem Artikel nur hinter den Weiterungen der OK. Sprechen Sie mal mit Anwälten, die den normalen “Kriminellen” vertreten.

  2. sonetta sprach

    Was ist ein normaler Krimminelle?

  3. Kai sprach

    @ 2 Ein “normaler Krimineller” ist ein Krimineller, der nicht zur Organisierten Kriminalität gehört.

  4. Mein-Parteibuch.com » Wie kann Deutschland den Afghanistan-Krieg gewinnen? sprach

    […] Heroin in die USA oder auf die Absatzmärkte deutscher Großstädte wie Hamburg oder nach Berlin […]

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