Zuerst mal möchte ich den Opfern des Amoklaufs von Emsdetten baldige Genesung wünschen und den Angehörigen und Freunden von Bastian mein Beileid aussprechen. Der Suizid von Bastian macht auch mich tief betroffen. Er macht mich aber nicht nur tief betroffen, sondern auch unglaublich wütend.
Keine Angst, ich werde keinen Suizid begehen und Gewalt verabscheue ich. Sollte ich doch einmal an einem Baum hängen, von einer Brücke fallen, spurlos in einem Salt Pit verschwinden, im Hausflur erschossen werden oder beim Essen zufällig eine Thallium-Vergiftung erleiden, dann sollte man davon ausgehen, dass es Mord war.
Aber ich will hier nicht über mich und mein Weltbild schreiben, oder mich beklagen, dass ich pfundweise Seife in meine Schreibe einbauen muss, um nicht für jeden Artikel unerbetene Fanpost zu bekommen, sondern den Gesichtspunkt des Mobbing als eine der möglichen Ursachen des Amoklaufs von Emsdetten beleuchten und in die politische Diskussion einbringen. Ich hoffe, eine schonungslose Beleuchtung der Ursachen dieser Tat, kann den einen oder anderen ähnlich sinnlosen Suizid in Zukunft verhindern.
Hätte nur einer derjenigen, deren Job es ist, so etwas zu verhindern, seine Arbeit anständig gemacht, wäre uns das Blutbad vermutlich erspart geblieben. Um zu verstehen, wo der Ansatzpunkt dafür gewesen wäre, müssen wir uns die Ursachen für die Tat anschauen.
Ausgangspunkt soll dazu ein Zitat des Kriminalpsychologen Prof Adolf Gallwitz aus einem Interview sein, dass bei Tagesschau.de unter dem Titel “Schule kann die Hölle sein” veröffentlicht wurde und kurz darauf zugunsten der politisch genehmen Anti-Killerspiel-Propaganda ganz schnell in den Tiefen der Tagesschau-Seite verschwand:
Schule kann die Hölle sein. Sie ist ein wichtiger Lebensabschnitt, für den man sein ganzes Leben verantwortlich machen kann. Für Versagen und natürlich auch für Glück. Es ist ein Ort in einer wichtigen Zeit, in der man sich täglich auseinandersetzen muss mit Aggression, Kränkung, Lob, Tadel und auch Mobbing. Man steckt in dieser Zeit unheimlich viel ein, das man auch als Menschenrechtsverletzung bezeichnen könnte.
Dass Mobbing ein wichtiger Aspekt bei der Ursachensuche der Tat ist, geht unmitelbar aus dem Abschiedsbrief von Bastian aka ResistantX hervor, auch wenn der Täter dort das Wort Mobbing nicht erwähnt. Da heisst es aber unter anderem:
Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin.
…
Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte.
…
Ihr habt euch über mich lustig gemacht…
…
Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind.
Dass sich Starke über Schwache lustig machen, ist typisch für Mobbing. Wenn Mobbing nur hartnäckig und ausdauernd genug betrieben wird, dann bleiben psychische Erkrankungen aufgrund großer seelischer Schmerzen nicht aus. Detlev Lengsfeld betitelt seine Mobbing Gegner Seite passend mit: Zuerst war der Schrei. Das Trauma des stechenden seelischen Schmerzes kann leicht in Hass umschlagen und führt bei nicht wenigen der Millionen von Mobbing betroffenen - nicht nur in Japan - zum Suizid.
Die nächste schlimme Erfahrung, die nicht wenige Mobbing-Opfer machen müssen, ist, dass Mobbing-Opfer oft keinerlei wirksame Hilfe erwarten können. Mobbing-Opfer Rainer Beutler kann ein Lied davon singen, wo jemand als Mobbing-Opfer überall jahrelang vergeblich um Hilfe bitten kann.
Als erste Ansprechpartner für Mobbing-Probleme in der Schule werden Lehrer und Schulleitung genannt. Hätte Bastian sich an diese Religionslehrerin wenden sollen? Wie gut sein Vertrauensverhältnis zur Schulleitung war, davon kann sich jeder selbst ein Bild machen, der seinen ungekürzten Abschiedsbrief aufmerksam liest.
Dann gibt es da noch psychologische Hilfe bei Mobbing. Auch die hat Bastian aka ResistantX, wie hier belegt ist, gesucht. Geholfen werden konnte ihm dort indes nicht. Gegen die körperliche Gewalt, wie sie da beschrieben wird, wäre sicherlich auch die Polizei ein möglicher Ansprechpartner, wenn sie denn wirklich Vertrauen erweckt. Wer den Abschiedsbrief von Bastian liest, wird feststellen, wieviel Vertrauen er der Polizei entgegengegebracht hat. Wer bei keinmensch.de liest, dass dort anscheinend jemand von der Kripo angerufen hat und mit einer hanebüchenen Berufung auf das Urheberrecht verlangt hat, dass der Abschiedsbrief aus dem Netz genommen wird, der kann sich selbst überlegen, inwieweit das Misstrauen von Bastian gegenüber der Polizei wohl gerechtfertigt war. Die Justiz in ihrer ganzen Kompetenz hat Bastian in seiner Betrachtung gleich ganz vernachlässigt.
Stattdessen ist Bastian auf das Massaker an der Columbine High in den USA aufmerksam geworden. Auch hier ist Mobbing unverkennbarer Bestandteil der Vorgeschichte der Tat, denn da gab es die Jungen von “Trench Coat Mafia”, die von “Jocks” schikaniert wurden. Bastian hat dazu ein inzwischen leider der in westlichen Ländern allgegenwärtigen Zensur zum Opfer gefallenes Video “Stop Jocks” gemacht, das mit den Worten “Stop Bullying” - also “Schluss mit dem Mobbing” - endete.
Vermutlich stammt aus seiner intensiven Beschäftigung mit dem Amoklauf an der Columbine High auch sein Wissen um die häufig völlig verzerrte Darstellung der Wirklichkeit in den Medien, die er in seinem Abschiedsbrief wie folgt beschreibt:
Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das sie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde.
Und tatsächlich hat Bastian richtig vorausgeahnt, dass auch die von der Politik geleiteten Medien in Deutschland nichts unversucht lassen werden, um die Bevölkerung über die Ursachen seines Suizides zu täuschen. Die Verbreitung der Tatsachen im Internet ist vermutlich der einzige Grund dafür, dass platte Propaganda-Lügen von Nazis oder gefährlichen Killerspielen, mit der Duckmäuser mit Rabattclubkarte und dummdreiste Politiker Volksverblödung betreiben, diesmal nicht so recht verfangen wollen.
Den Politikern, die so ein dummes Zeug schwätzen, möchte ich sagen, dass ich von ihnen erwarte, dass sie aufhören ihre Politik auf Angst, Neid und Panikmache aufzubauen. Hört auf damit, mit Angst vor Killerspielen, Angst vor Rechtsradikalen, Angst vor Islamisten, Angst vor Linksradikalen, Angst vor Schmarotzern, Angst vor Andersdenkenden, Angst vor Chinesen und vor den Menschen der ganzen Welt versuchen glauben zu machen, dass sie die Einschränkungen ihrer Bürgerrechte hinnehmen sollen, die ihr durchsetzen wollt, um Eure Straftaten besser vertuschen zu können. Was ich meine, was sich in Deutschland ändern müsste, habe ich hier schon mal aufgeschrieben. Warum antwortet darauf kein Politiker? Stattdessen werde ich verklagt. Ich habe trotzdem keine Angst vor Euch. Und nun?
Denjenigen, die den Schmerz des Mobbing erleiden, möchte ich sagen, dass es sich lohnt, das Leben nicht wegzuwerfen. Habt keine Angst. Der Schmerz des Mobbing vergeht irgendwann, auch wenn er oft tiefe Narben hinterlässt. Danach beginnt oft ein weigehend angstfreies Leben, wo ihr über diejenigen, die mit kleinen Sticheleien bloß ihre eigene Kleingeistigkeit zeigen, nur noch lachen könnt.
Und wenn unsere Demokratie kaputt ist, dann sollten wir uns daran machen, sie zu reparieren. Und die “fetten Politiker, die dumme Sprüche klopfen”, von denen ResistantX in seinem Abschiedsbrief spricht, die kann man auch mit dem Wahlzettel und einer spitzen Feder zum Teufel jagen, ohne dabei Gewalt gegen sich oder andere anzuwenden.
Ich glaube fest daran, dass es letztendlich so etwas wie Gerechtigkeit gibt. Rainer Beutler hat, obgleich oft der Verzweiflung nah, nach Jahren doch noch eine Entschädigung erhalten und der ehemalige VW-Betriebsratchef Klaus Volkert, den Rainer Beutler vor gut drei Jahren vergeblich um Hilfe gegen das Mobbing gebeten hat, wurde gestern ins Gefängnis gesteckt.
So, jetzt darf hier gerne darüber diskutiert werden, ob oder inwieweit ich mit meiner Betrachtung richtig liege.
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| Utopie |
Ich muss sagen, dass das Feld an Einflüssen, die zu der Tat führten unglaublich riesig ist und weite kreise Zieht. Grade Politik, Bildungspolitik vor allem, da diese die Schulen, Schüler und Lehrkörper prägt.
Ich finde, dass einige Punkte in ihrem Artikel sehr zutreffend sind.
Solche Extremfälle wie Erfurt und Emsdetten zeigen, dass einfach etwas falsch läuft in unserem Land und wie ähnliche Vorfälle zeigen auch in anderen Ländern (bestes Beispiel USA). Die Politiker versuchen in den Zeiten nach diesen Taten - wie “ResistantX” in seinem Abschlussbrief zutreffend formuliert immer gut auszusehen und sich mit Beileidsbekundungen und inhaltslosen Floskeln sympathisch zu machen. Die meissten nutzen die Gelegenheit kurzerhand ein paar überstürzte und in keinster weise durchdachte Gesetzentwürfe auf den Weg zu schicken um sich hinterher wieder ihrem vollen Terminplan zu widmen in dem es meisst auch nur darum geht wieder irgend ein Flickwerk-Gesetzt im Bundestag zu verabschieden.
Ich will die Politik nicht dafür verantworlich machen was passiert ist, sie trägt nur einen erheblichen Teil dazu bei, die Medien tun einen weiteren Teil und unsere schon verkorkste Gesellschaft den rest und verkorkst sich selber noch mehr….die berühmte Spirale nach unten
seit ich mal eine hausdurchsuchung wegen einer nichtigkeit (eine raubkopie) hatte, mein pc beschlagnahmt wurde, alles durchgewühlt wurde, habe ich angst vor jede behörde.
[…] Sich näher mit dem traurigen Umständen und dem was der Auslöser für Bastian B war zu beschäftigen, wird zeitweise schwierig. Die digitalen Spuren von ResistantX aka Bastian B. sind sehr aktiv dabei zu verschwinden. Bei Bartels “Mein Parteibuch” kann man den Abschiedsbrief lesen. Lest ihn euch einfach mal durch, er spiegelt tiefsten Hass wieder. Es wird sehr schnell klar, das das eigentliche Opfer zum Täter geworden ist. In “Mein Parteibuch” wird dies auch noch näher und tiefgründiger beleuchtet, siehe hier. […]
Behörden Mitarbeiter sind wie Raubtiere, du darfst keine Angst zeigen, ansonsten Greifen die Bestien erbarmungslos an.
Ich glaube, der Versager wollte seine Schwächen vertuschen. Siehe Texte in seinem Tagebuch “ich habe noch nie ein Mädchen geküsst”, “scheisse, ich bin nicht schwul”. Er kann sich umbringen, Aber muss man dann gleich fremde Menschen verletzen?
klasse Beitrag! Vielen Dank dafür.
Genau so sieht es aus.
Ich muß jetzt auch mal meinen Senf dazu abgeben:
Das mit den Killerspielen halte ich auch für kompletten Blödsinn. Bin inzwischen 30 und hab mit 15 auch schon auf schlechten Spielkonsolen irgendwelche bösen Aliens bekämpft, die mich töten wollten.
Und natürlich lief auch in der Schule nie alles rund und wie jeder weiss können Kinder grenzenlos gemein sein. Wer hat das denn nicht erlebt?
Aber ich bin nie auf die Idee gekommen, anderes Leben zu vernichten um der Welt einen Spiegel vorzuhalten.
Das wär damals auch schon gegangen. Zum Beispiel Papas Auto klauen und Vollgas am Samstag Vormittag durch die volle Fussgängerzone fahren - mindestens 40 Tote.
Aber wie gesagt gab es nie einen wirklichen Grund, so was zu tun und das Leben vieler anderer und mein eigenes zu zerstören.
Es gibt Millionen Wege, mein Leben und das Leben vieler anderer zu verbessern. Aber das hab ich mit 18 auch nicht unbedingt so gesehen.
Jedenfalls bin ich überzeugt, daß Bastian in ein paar Jahren ein wirklich guter Mensch geworden wäre, weil er extrem viel über das Leben an sich und unsere Gesellschaft mit ihren teilweise falschen Zielen nachgedacht hat.
Er hätte nur einfach n bißchen älter werden müssen, dann hätte er das meiner Meinung nach alles wieder anders gesehen. Und daß es nicht dazu kam liegt meiner Meinung nach hauptsächlich an seinen Eltern.
Aber da wird natürlich als letztes gesucht.
N Postbote und ne Hausfrau führen zusammen mit Kind und 1600 Euro netto wahrscheinlich ne erstklassige Ehe ohne Streit und voller Zufriedenheit. Wunderbar.
Bin mal gespannt, wann endlich mal die richtigen Gründe für so was trauriges gefunden werden.
Also ich muss mal so sagen, spiel auch viel counter strike aber wenn ich dran denken müsste einen MENSCHEN zu TÖTEN bekomme ich häftigste Gänsehaut! Ich verstehe diese Leute nicht die mit Waffen rumrennnen können und einfach sinnlos durch die gegend Ballern und andere Leute die denene nihcts getahn haben abzuschiesen bzw. anzuschiesen! Für mich habe die alle nur nen Gestörtes Verhältnis!!
[…] In den Blogs wird auch berichtet, dass Sebastian B. sich schon vor längerer Zeit in Foren Hilfe holen wollte. Auch seine Homepage zeigte seine psychische Verwirrung. […]
[…] *[medienrauschen] - Abknallen, zersägen, zerfleddern: Der WDR läuft Amok! * [Eye of the Khaos] Der Pflichtpost * [unfehlbar!net(t)] Warum es nicht Aufgabe der Polizei ist, virtuelle Spuren von Amokläufern zu beseitigen * [Deutscher eSport Bund] Eine Million Spieler sind betroffen… * [Reflexionsschicht] Nach dem Amoklauf: verbieten statt nachdenken * [Mein Parteibuch] Mobbingfall Emsdetten - vom Opfer zum Täter * [law blog] Passwort der Polizei * [Telepolis] “Ich will R.A.C.H.E” * [Spiegel Online] Suche nach “Emsdetten” * [Golem.de] Amoklauf in Emsdetten facht Gewaltspiel-Debatte neu an * [sueddeutsche.de] Amoklauf im Münsterland * [Kotaku] German School Violence Blamed on Video Games * [Technorati] Blog Post Suche nach “emsdetten” […]
+++++ !ACHTUNG BOTSCHAFT! +++++
ich weiss garnicht was Ihr alle habt!
er hat doch niemanden ausser sich umgebracht!
also maximale aufmerksamkeit, ohne morde. das was er vorher geplant hatte!
natürlich finde ich es absolut unkorrekt, dass er andere menschen verletzt hat. aber sonst würde sein todesbericht irgendwo auf der rückseite, unter “gemischtes” stehen. und dann hätte sich keine menschenseele darum gekümmert.
nun schauen alle auf seine probleme, und verstehen ein stück mehr, dass unsere gesellschaft längst keine gesellschaft mehr ist, sondern ein jungle, in dem nur noch das nackte überleben zählt!
ich habe sehr viel respekt vor diesem jungen, weil er wieder mal klargemacht hat was so unendlich falsch auf dieser welt läuft.
worauf läuft das alles in ein paar jahren hinaus? richtig!
WWIII
ich sach nur .. Verbietet Brot!
.. und wennst magst, baller ich dich gern auch mit material zum Robert Steinhäuser-Fall zu. Hab annudazumal ein Fachreferat zum Thema gehalten - da ist VERDAMMT viel hängen geblieben.
[…] .. ich sag hier nicht mehr, sondern verweise auf einen exzellenten Eintrag in Mein Parteibuch. […]
wenn das weiter geht, ist das mit der wahl auch bald nimmer möglich .. dann “unmanipulierbarer” wahlcomputer (siehe heise-news + aktuelle ausgabe der ct).
cu, w0lf.
ich will nicht spammen, aber: allmählich seh ich nicht mehr viele alternativen… außer auswandern, z.b.
cu, w0lf.
Das Forum keinmensch.de wurde auch off genommen, werde es mal bei mir reinsetzen o.O
PS: Gut geschrieben.
@fwolf: du bist nicht alleine, auswandern wird immer reizvoller…
Wir haben scheinbar nichts gelernt. Nichts von Littleton, nichts von Erfurt. Es hat sich absolut nichts getan.
[…] Habe noch eine gute Schilderung dazu bei Gulli gefunden und noch einen Hilferuf, auf die nötigen Quellen bin ich bei mein-parteibuch.de gestoßen. Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht “das wird schon”, aber das wird es nicht. […]
[…] Er suchte scheinbar schon früh Hilfe in einem Forum, das da keiner was gemerkt hat kann mir nun echt niemand mehr etwas sagen und schon wieder versucht die Polizei die ganzen Sachen vom Netz zu nehmen . Erster aufgriff des Themas in diesem Blog ist hier. Wer sich das ganze dennoch durchlesen mag, habe es hier mal zitiert, der eigentliche Forenlink ist keinmensch.de/2004/ , lesen jetzt noch möglich über google-cache. Auf die Seite aufmerksam gemacht wurde ich bei mein-parteibuch.de. […]
[…] Zwischenzeitlich versucht sich die Polizei von Nordrhein-Westfalen in Zensurmaßnahmen im China-Stil und führt dabei unter anderem so unsinnige Begründungen wie die “Urheberrechte Verstorbener” an. Das Vorgehen mit einschüchternden Anrufen bei Website-Betreibern halte ich für wenig zielführend und schädigt eher den Ruf der Polizei. Sollte es darum gehen, in diesem Fall den Werther-Effekt zu verhindern, so sollte dies offen kommuniziert werden. Eine offene Diskussion über die Beweggründe sollte jedoch nicht unterbunden werden. Themen wie z.B. Mobbing in Schulen gehören endlich auf den Tisch gelegt und bekämpft, bevor der nächste Jugendliche ausrastet. Jeden, der einer solchen Diskussion aus dem Weg geht oder sie zu verhindern versucht, trifft eine Mitschuld am nächsten Blutbad. […]
[…] Da gibts einen ehemaligen Schüler, der gefrustet war, vielleicht gehänselt wurde und sich u.a. in Computerspiele versucht hat zu retten. Obendrein war er ein Waffennarr, trug schwarze Kleidung und hörte vielleicht auch noch härtere Musik. Alles schlimm? Eigentlich nicht - solche gibt es zu Hauf. Deswegen laufen die aber nicht alle Amok oder spielen das alles im Gedanken durch. […]
Amoklauf in Emsdetten - Spiele und Internet schuld?
Der tragische Amoklauf in einer Schule in Emsdetten regt erneut eine Diskussion über ein mögliches Verbot von Computerspielen an. Aber ist dies wirklich ein Weg? Stehen nicht andere Dinge weiter im Vordergrund? Mich beschäftigt hier eher Fragen wie:…
Sehr guter Bericht, wenn so schlau mal die Verantwortlichen währen.
Aber 1 kl. Fehler sind in dem Bericht und eine Ergänzung wäre wichtig.
Er hat sehr wohl des öfteren von Mobbing geredet. In seinem Video-Mix über das US Massacker erscheint u.a. die Worte STOPPT MOBBING.
Ebenso sollte von den Gemeinheiten seiner Mitschüler gesprochen werden. Wenn man den Blog liest, und liest das er u.a. ein Brandzeichen mit einem glühenden Schlüssel verpasst bekommen hat, kann man sehr gut verstehen das man wenn man hilflos ist eine Wut bekommt.
Ich selber habe das auch erlebt ( ich bin jetzt 34 ). Auch meine Schulzeit war die Hölle. Wenn man Ausländer anmacht ist man ein Nazi, aber wenn man Behinderte ärgert ist man cool ( ich bin geh und Sprachbehindert ). Ich selber habe damals (da gab es noch keine Killerspiele) auch oft drüber Nachgedacht, und auch Vorbereitungen getroffen, nur es am Ende durchzuführen dazu war ich zu Feige.
Ich finde das Jugendstrafrecht muss geändert werden. Wir brauchen mehr Opferschutz als Täterschutz.
Ich hatte oft Angst zur Schule zu gehen, konnt nicht schlafen, und die Spätfolgen verfolgen mich bis heute.
Er schreibt ja auch “diese ganz harten die nur auf die schwächeren….”
Auch das ist ein Zeichen von Gruppen Mobbing.
Hier sind auch Lehrer gefragt. Das sind Paralelen zum 3. Reich. Ob man nun auf Juden oder auf Schwächere geht. Hier muss direkte Hilfe an Schulen angeboten werden.
Aber die Lehrer haben heutzutage ja auch Angst. Denn die Täter kommen ja immer wieder, dank unseres jugendstrafrechts, davon. Teilweise ist deren Strafe geringer als der Krankenhausaufenthalt des Opfers.
Bernd schrieb: Aber die Lehrer haben heutzutage ja auch Angst.
Nun ja, dies und eine gesunde Ignoranz ist dabei. Ich stimme ResistantX insofern zu, daß man als Aussenseiter von den Lehrern nicht bemerkt wird. Auch eine kleine “Frotzelei” kann dann als persönlicher Angriff gewertet werden. Schule bedeutet in dem Fall Stress pur.
Irgendwo hab ich gestern noch gehört, daß die Bundesregierung nach dem “Steinhäuser-Amoklauf” eigentlich dafür sorgen wollte, daß es mehr Schulpsychologen geben soll (”mmkay”) aber Fakt ist, daß momentan auf 12.000 Kids ein Psychologe kommt.
Zuletzt noch: Wer nimmt Leute in nem Forum schon wirklich ernst? Es gibt genug Trolle, denen man nicht glauben kann.
irgendwo hab ich auch gelesen, dass die Regierung nach Robert S. den Realschulabschluß für Gymnasiasten auch in den neuen Bundesländern, speziell Thüringen einführen wollte.
Naja, viel ist daraus ja nicht geworden.
Und Schulpsychologen helfen eh nix, wenn die Gesamtsituation so kacke ist, dass es erst einen Amoklauf braucht, damit die Leute wach werden. X-(
cu, w0lf.
Ich kann
gar nicht so viel Fressen wie ich kotzen möchte!
Wulff und Stoiber wollen Killerspiele verbieten.
Na wenigstens ist uns der Humor nicht abhanden gekommen:
Counter-Strike Szene-irritiert über Amoklauf von Sebastian B.
Marcel Bartels von mein…
Und die “fetten Politiker”[…], die kann man auch mit dem Wahlzettel und einer spitzen Feder zum Teufel jagen, […].
Blöd nur das die sich ja grade wunderbar sicher mit dem Hersteller von Wahlcomputern arangieren damit die ihre Stimmen nicht verlieren und wir sie nicht “zum Teufel jagen” können
http://www.ccc....on-funzt-wieder
Sorry, bei allem Verständnis für Bastian: Lest bitte seinen Brief aufmerksam. Er stellt sich ein Leben vor, in dem alle komplett frei sind und in Anarchie leben (Selbst die Schulpflicht ist für ihn reine Schikane, dabei können wir alle doch wohl dankbar dafür sein).
So eine Gesellschaft wäre in Wahrheit ein Horror für jeden, sie wäre definitiv eben nicht friedlich und harmonisch. Trotz aller Misstände, ich weiß unseren Staat zu schätzen! Ich möchte nicht in einer Gesellschaft ohne Regeln und Gesetze leben.
Von seinen abstrusen Ideen (”Gebt doch einfach jedem eine Waffe”) möchte ich gar nicht reden.
Es mag sein, dass Bastian durch die Hölle gehen musste (bisher kennen wir jedoch nur seine Version der Geschichte, was sagen denn die “Mobber” dazu? Viele glauben ihm aufgrund eigener Mobbingerfahrungen, genaues zu diesem Fall weiß aber keiner!)
Trotzdem, das gibt ihm kein Recht, den Tod anderer Menschen in Kauf zu nehmen!Die Krönung ist, er schreibt ja selber, dass die meisten Täter gar nicht mehr auf der Schule seien, er weiß eigentlich, das seine Gewalt keine Berechtigung hat.
Sein ganzer Brief trieft vor Selbstmitleid und stellt die Zusammenstellung aller gängigen Stammtischparolen dar: Böse Gesellschaft, gierige Politiker und am Schluss noch Türken, die nur unsere Sozialsysteme ausbeuten würden und die er am liebsten vergasen möchte.
Pfui, ist das unappetitlich. So jemanden hätte ich auch in der Schule gemieden, ganz ehrlich.
Ich warne davor, diesen Menschen zum Märtyrer zu machen. Ja, es gibt große Fehlentwicklungen in diesem Land und an unseren Schulen.
Da können wir alle Bastian verstehen. Trotzdem - Unrecht darf nicht mit Unrecht beantwortet werden.
@tommy: genau so sieht es aus…. Klasse Beitrag.
Sich seinem Schicksal zu ergeben ist einfach. Aber jeder kann es selbst in die Hand nehmen.
Meine Schulzeit war auch schrecklich, aber ich bin auch kein Amok-Läufer geworden….
@thommy
du hast recht, anarchie würde auch bastian nicht gefallen, denn dann wären die, die er verurteilt ja am zuge und das noch extremer.
allerdings müssen gesetze für alle gelten. und es gibt immer mehr die gegen gesetzte verstossen können ohne gr. strafen zu bekommen. gerade in letter zeit sind doch dutzende fälle bekannt geworden, politik, vorstand etc. und keiner hat eine wirkliche strafe bekommen.
Die Gesellschaft muss sozialer werden, gemeinschaftlicher etc..
@thommy
du schreibst es gibt ihm nicht das recht den tod der anderen in kauf zu nehmen.
1. hat er niemenden getötet, das war auch nicht seine absicht wenn man den brief liest, er wollte nur einen denkzettel verpassen. und auch ausgerüstet war er zum töten nicht wie die polizei ja erklärte anhand seiner waffen.
2. was gibt den mobbern das recht den tot von anderen in kauf zu nehmen, denn lese dir mal die mobbing internet seiten durch. lese wieviel selbstmorde es wegen mobbing gibt. das sind wesentlich mehr als durch amokläufe.
3. ich denke das seine version stimmt. nicht nur weil ich es selbst durchgemacht habe. sondern weil ich auch beiträge aus normalen foren (z.b. pc hilfe) von ihm gefunden habe. er ist immer sehr freundlich gewesen, hat sich bedankt etc. dann der brief. auch wieder ein danke an seine freunde und eine entschuldigung. Und dann der Selbstmord. Das machen nur gute Menschen, Böse Menschen sind viel zu kalt, und feige.
@thommy
“Türken, die nur unsere Sozialsysteme ausbeuten”
richtig lesen, er schreibt dazu das er damit diese Kleingangster meint. Und sei mal Ehrlich, diese Kleingangster die auf Gangsterrapper machen sind nun mal nur eine bestimmte Gruppe. Und dazu gehören keine Schweden oder Afrikaner. Auch das schreibt er.
Er hat nur Probleme sich richtig auszudrücken, deshalb muss man genau lesen.
Und das mit dem Ausbeuten da ist doch was dran. Schaue dir das Verhalten an oder als Beispiel der Ehrenmord. Da wird die eigene Schwester gekillt weil sie wie eine deutsche lebt. Wieso sind die denn hier wenn ihnen die lebensweise nicht gefällt? Da bleibt doch nur der Soziale Grund.
@ich
ich ja auch nicht, aber ich hatte gott sei dank eine gute freundin die mir halt gegeben hat. wenn du niemanden hast….mann kan sich da nicht hinein versetzen, aber man macht nicht ohne grund selbstmord.
Ich muss ja mal sagen ,dass ich es echt gut finde, das man hier über dern fallmal reden kann…
Ich Schülerin, spiele auch CS uhhh, habe schon viel versucht im net zu diesem tehma zu lesen, aber unsere nette politik und innerer sicherheit verbietet alles undlösch wie sonst wer.
Was ich auch erstaunlich finde, ich finde wenig Schüler, die sagen könne, das bei ihenn in der schule über diesen fall geredet wurde, oder für schüler ein ansprechpartner gestellt wurde…
ICh meien wenn sich die erwachsenen… und erzieher nicht mal um ihr schützlinge kümmern , ist es kein wunder wenn es zu so was kommt…
ich selber bin nicht beroffen, da ich mit meinem leben zufriden bin, da an unserer schule…also in meiner altersstufe keiner wegn klamotten ausgelacht wird…ein wunder…
Immer heißt es deutschland wäre sozial, zu wem denn?
@nilly
sehr gesunde einstellung.
sprech es doch mal in der schule an, in gemeinschaftskunde (oder wie das heute heisst)
sowas ist doch wert mal ausdiskoutiert zu werden.
lest dazu auch mal die beiträge von www.schnittberichte.com auch sehr interesant.
mich regt die ganze einseitigkeit total auf, deshalb auch die vielen einträge.
@31:
Ein Problem ist durchaus, dass Mobbing nicht als Körperverletzung klassfiziert wird. Ich hatte hier oder in einem anderen Kommentar meine Erlebnisse mit Mobbing beschrieben und dass es aufhörte, nachdem der Anführer einer Truppe dieser Vollspacken in meinen Fingern war und er blau anlief, als ich seine Kehle zudrückte und ihn anschließend wie ein Stück Dreck auf den Aphalt klatschte. Leider ist es häufig so, dass diejenigen, die sich physisch wehren, damit die verwöhnten Gören mal Grenzen kennenlernen und aufhören, dann noch zusätzlich Probleme von Schulleitung oder Lehrerschaft bekommen, während diejenigen, die mit Worten und Schikanen tagtäglich in den Seelen ihrer Opfer Blutbäder anrichten, ungeschoren davonkommen. Nur physische Gewalt ist unerwünscht, psychische Gewalt wird ignoriert. Daher ist mein - wenn auch vielleicht harter - Tipp an Mobbing-Opfer: Wehren! Wo es niemand sieht, der einen bestrafen könnte und so massiv, dass die Meute es mit der Angst bekommt. Eine gebrochene Nase, eine anderweitig demolierte Visage oder ein paar gebrochene Knochen beschleunigen bei mobbenden Subjekten offenbar den Erkenntnisprozeß. Solche Leute lernen erst, wenn es weh tut - traurig, aber wahr.
MfG
Daniel
Das hat bei meiner Tochter nicht funktioniert, die Aufsicht hat nur ein “durchgeknalltes” Mädchen gesehen , welches gleichzeitig versucht hat auf fünf Andere einzuschlagen und geschrieen hat:”lasst mich doch endlich in Ruhe!”
Die monatelangen Sprechchöre..M. ist ne Assoschlampe, Lumpenmarie etc . haben sie nicht zur Kenntnis genommen.
Sie war in dem Moment Täter und wurde vom Schulleiter abgestraft. Zu Wort kommen durfte sie dabei leider nicht
Auch wir Eltern wurden belächelt…Da kann man irgendwann nur aufgeben und vielleicht durchdrehen?
@36:
Das ist der Punkt: Solange keine physische Gewalt eingesetzt wird, greifen Schulleitung und Lehrerschaft nicht ein. Deshalb bleibt IMHO nur die Option, einen *richtigen* Schlag gegen so eine Meute in einem unbeobachteten Moment zu richten. Wichtig ist, dass es ordentlich blutet, dann machen sich alle in die Hosen und ziehen ab.
MfG
Daniel
Meiner Meinung nach ist eine Mobbing-Situation aus dem Brief nur schwer herauszulesen.
Was deutlich wird, das ist die leichte und geradezu zornig gesteigerte Kränkbarkeit des Amokläufers.
Das *kann* auf vorheriges Mobbing zurückzuführen sein. Es *kann* aber auch mit seinem eigenen Verhalten, z.B. Rückzug und Feindseligkeit zu tun haben. Um sich isoliert und gekränkt zu fühlen, benötigt ein psychisch labiler Mensch wie der Amokläufer nicht unbedingt echtes Mobbing.
Dennoch: Er war vereinzelt, isoliert und beklagte dies überdeutlich, ja sogar absurd laut. So schreibt er, sinngemäß, dass ein schönes Haus und eine tolle Frau ja völlig unnütz seien, wenn niemand etwas mit einem zu tun haben möchte.
Er schreibt, dass er seit “10 Jahren”, also schon seit dem Alter von 8 Jahren das starke Gefühl eines Außenseiters hatte, unter dem er litt.
Ich vermute, dieses Gefühl “niemand-will-mit-mir-zu-tun-haben”, das ist einer der inneren Hauptfaktoren, die hinter dem Amoklauf stehen.
Irgendwie frage ich mich, wer dort alles versagt hat. Sicher auch der Amokläufer selbst. Ich weiß auch nicht, wie offen, liebevoll und herzlich die Verhältnisse in seiner Familie waren. Aber ein Blick darauf könnte sich ggf. lohnen. Tja, und natürlich: Die Situation an seiner Schule, in seiner Klasse. Und das, was danach kam.
Es ist für mich jedenfalls erschütternd zu sehen, was a) fehlende soziale Einbindung und b) fehlende Anerkennung aus einem Menschen machen können.
Insofern finde ich es besonders ärgerlich, wenn Innenpolitiker zuallererst nach einem Verbot von Ego-Shooter-Spielen rufen.
Das ist ja nun wirklich ziemlich daneben.
Innenpolitiker ohne Gehirn und Sinn für Zusammenhänge sollten vielleicht besser auf den Beruf eines Postboten oder Taxifahres umsatteln. Da richten sie wenigstens keinen Schaden an.
[…] Darauf weist Marcel Bartels in seinem Weblog mein-parteibuch.de hin. Tatsächlich finden sich u.a. im Abschiedsbrief des Amokläufers Sebastian Bosse zahlreiche Stellen, in denen er sich als (gedemütigtes) Opfer von mobbenden Mitschülern beschreibt. Offen bleibt, wie sehr er selbst dazu beigetragen hat. Wer in der Lage ist, später auf Kinder zu schießen, hat charakterliche “Defizite”, die andere wohl mit gutem Grund Abstand halten ließen. […]
danke für diesen bericht und für die veröffentlichung des briefes. ohne dich und den brief wär mir wohl auch einiges entgangen hinsichtlich auf die gründe der tat. ich denke ebenfalls das man gegen die zensierung etwas machen sollte weil ich glaube das wenn man die wahren gründe kennt und nicht die gründe die die politik ans volk lassen will, das man dann viel besser in der lage ist solche dinge in zukunft zu vermeiden.
danke, jojo
Es ist das Waffengesetz das viel sclimmeres verhindert hat. Und das ist gut so. Solche taten kann man erst beseitigen wenn die Gesellschaft sich ändert. Verbote wie auch immer werden dies nicht ändern.
Ich habe 16 Jahre als Hausmeister in einer Schule, die in Wirklichkeit in zwei Schulen aufgeteilt war, gearbeitet. Nach 16 Jahren wurden die beiden Schulen fusioniert und meine Stelle als Hausmeister fiel weg. Was ich ein Jahr vor der Entlassung durchgestanden habe, war die Hölle. Mobbing im höchsten Grade. Ein Lehrer sagte mir zum Schluss, Paul wir wissen nicht mehr wohin mit dir. Die Folgen kann sich ja jeder ausdenken, Selbstmordversuch der gescheitert ist, Psychiatrie und heute lebe ich von einer kleinen Frührente. Von meinem Nachbarn musste ich erfahren, dass einer meiner Arbeitskollegen noch zu ihm gesagt hat, sie seien mich billig quitt geworden. Ihr müsst verstehen, dass ich Menschen wie Sebastian B. gut verstehen kann, seine Taten trotzdem nicht gutheisse, aber Schlussfolgernd sagen muss, in welcher Welt leben wir ??????? Wie will man als Mobbing Opfer mit 45 Jahren nochmals eine Stelle finden. Eines kann ich nur sagen, es gibt nichts Schlimmeres, denn Mobbing tötet. Das seelische Leiden bei Sebastien B. war so gross, dass er keinen anderen Ausweg mehr sah. Die Spiele haben ihm dann noch den letzten Antrieb gegeben um sich zu rächen.
[…] Hinweis: Herr Marcel Bartels veröffentlichte auf Mein Parteibuch den Abschiedsbrief des Amokläufers von Emsdetten sowie unter dem Titel Mobbingfall Emsdetten - vom Opfer zum Täter einige interessante persönliche Anmerkungen zum Thema. […]
Vielen Dank für diesen Artikel und alle Kommentare. Das lese ich allemal lieber als Nachrichten in unseren Medien, die mir wichtige Informationen vorenthalten.
Sebastian B. ist das extreme Spiegelbild der Außgestoßenen unserer Gesellschaft, in der nur noch das Geleckte, Schöne, Markengeile zählt. Seine Kritik daran ist überdeutlich. Es ist die frühe, explosive Kritik eines Teiles unserer Bevölkerung, der in den nächsten Jahren die Mehrheit darstellen wird. Eliten lassen keinen Platz für den Unterdurchschnitt, nur Winner zählen. TV-Medien führen uns vor (Nachmittags) und zeigen, wie wir zu leben hätten. In ihnen sieht Sebastian B. mit die Hauptschuldigen für seine Situation. Ich kann mir vorstellen, wie das Spiegelbild heutiger Medien auf Schulhöfen agiert: für einen empfindsamen Heranwachsenden die Hölle. Wir alle können die archaische Gewalt, die Anarchie von Schulhöfen wahrscheinlich nicht annähernd nachempfinden.
Ich denke, dass die Schuld nicht bei Computerspielen gesucht werden kann (sie sind u.a. auch eine Möglichkeit, Aggressionen los zu werden), sondern in unserer unmenschlichen Gesellschaft, deren kalte Herzen durch kalte Medien noch kälter gemacht werden. Auch das ZDF reiht sich ein in diese Gefrierhäuser: jeden Tag steht dort inzwischen ein Krimi auf dem Programm. Habe ich denen gesagt, haben wir denen gesagt, dass wir das wollen? Krimis könnten mit dem gleichen Recht für Mordtaten etc. verantwortlich gemacht werden. Kluge Soziologen werden den Herren Politiker schon begründen, warum das oder das ihnen Genehme verboten werden sollte.
Klassische Medien denken immer noch, sie könnten uns diktieren, was wir zu denken hätten. Sebastian B. hat eine extreme, unnötige und hoffnungslose Antwort gegeben. Wie könnten wir das ändern?
Irgendwo habe ich gelesen, dass in einer Schule ein Netzwerk von älteren, erfahreneren Schülern aufgebaut wurde, das den Schwächeren hilft. Mit großem Erfolg. Warum erfahren wir nicht mehr über positive Dinge, warum melden uns Medien immer nur das glänzend Schöne und das Hässliche, warum gibt es keine Platz dazwischen? Junge Menschen müssen verzweifeln an diesem Irrsinn!
Hmm. Ich hab gerade per RSS erfahren, daß in Berlin wohl ein Amoklauf verhindert wurde und irgendwo in Baden-Württemberg wurde auch ein Junge in Gewahrsam genommen, der wohl nen Mitschüler gefragt hat, ob dieser nicht bei nem Amoklauf mitmachen will.
Also meiner Meinung nach sind die Medien (allem voran die Werbung) wirklich an vielem Schuld, denn die bestimmen/beeinflussen schließlich welche Denkmuster in den Köpfen ablaufen. Die Leute werden auf Konsum getrimmt, damit der gewaltige, kontinuierliche, pyramidenförmige Geldfluss von unten nach oben weitergehen kann. Es wird den Leuten eingeredet, sie (und ihr leben) wären unvollkommen, klein und schwächlich und dem wäre nur mit Produkt XY abzuhelfen. Die “Gläubigen” dieser Konsumreligion mobben schließlich noch die “Ungläubigen” (”Du hast ja gar keine Markenklamotten, Du Verlierer!”), Aussteiger und Andersdenkenden und verteidigen somit freiwillig das System deren Opfer sie eigentlich sind.
@firtzz:
Krimis sind übrigens IMHO klassisches Morphium für die Massen, denn darin wird schließlich der Übeltäter am Schluss immer gefasst und bestraft. Wer tagtäglich mit Unrecht konfrontiert ist, das im echten Leben leider meistens nicht geahndet wird, kann sich Abends nach dem Genuss eines Krimis dann doch noch beruhigt Schlafen legen und am nächsten Tag wieder produktiv werden. Die Herzschmerz-Veranstaltungen im Ersten sind im Grunde das gleiche Medikament, anderer Wirkstoff.
@ Eine Meinung:
Werbung: sehr gut beschrieben, fühle ich auch so. Ich sehe jedoch Fernsehsender und bestimmte Magazine weitaus mehr in der schuld als Werbung (das wäre aber eine lange Diskussion). Beide bedingen ja einander. Die Aussage eines TV Produzenten für seine Inhalte: unsere Aufgabe ist es, die Menschen von TV Spot zu TV Spot zu schleppen. Dort wo Werbung übertrieben positiv und strahlend ist, bricht das Fernsehprogramm in intimste, widerlichste Details unseres Lebens ein. Alles ist nur noch ganz toll oder ganz dreckig. Und in diesem irrlichternden Granatfeuer wachsen unsere Kinder auf. Vermeintlich kann jeder Superstar werden, tatsächlich sind alle Superloser. Es ist kein Platz mehr für Zwischentöne, für Sanftheit, Verständnis, Hilfe und Gerechtigkeit.
Krimis: eine Seite der Medaille perfekt beschrieben. Die andere Seite erläutert Mörder detailliert mit ihren verrückten und/oder nachvollziehbaren Motivationslagen (ich bewundere Krimischreiber, wo kriegen die das alles noch her?). Das kann schwachen, unselbstständigen, noch nicht gefestigten Personen wiederum als Vorlage für eigene Inszenierungen dienen. Ihre positiv beschriebene Funktion (alles wird gut) ist natürlich auch da, da haben Sie Recht. Wie es individuell ausbalanciert wird, wer weiß das schon?
Kinder spielen doch diesen Trash (ich meine damit nicht primär Krimis) aus dem TV nach, ihr Verhalten wird dem der Vorbilder immer ähnlicher. “Schämen sich die TV Fernsehsender eigentlich nicht für diesen geballten Schwachsinn.” Originalzitat Werner Schneyer aus einem Phoenix Interview vor 2 Wochen (Gratulation: es gibt auch gute TV Sender, nicht alles ist schlecht).
Schade, als Lebender hätte er selbst die Dinge verändern können, doch nun fehlt im dazu jede Möglichkeit. Sein Tod wird im Endeffekt nichts an der Situation ändern, denn die Politik kann diese sozialen Probleme, die in unserer Gesellschaft auftauchen, nicht lösen, wie auch, bitte?
Könnten nicht wir alle anfangen, die Probleme zu lösen, z.B. genau hier auf dieser Seite? Das Internet wurde vom Kampfschreiber der BLÖD Zeitung ja wieder verteufelt - einfach nur lächerlich. Alle Dinge im Leben haben ihre negative und ihre positive Seite, es kommt darauf an, was man daraus macht, was wir daraus machen! Wir könnten eine Internet Seite starten, in dem jeder von uns einen Ausgestoßenen adoptiert, mit ihm redet, ihn/sie begleitet. Mich fröstelt, wenn ich bedenke, wie einsam Bastian B war. Von der Politik ist außer Sonntagsreden nichts zu erwarten, da haben Sie Recht.
Danke an firtzz für die Beiträge zur Macht der Medien, trefflich formuliert.
Ich war schon immer ein Fernsehfreak, aber mittlerweile bin ich kurz vor dem totalen Boykott, und bediene mich nur selektiv, streng nach Programm, ja, es gibt sie noch, die Ausnahmesendungen. Haben die Medienschaffenden denn kein Interesse an Qualität?
Fernsehen ist geistiger Müll - geworden. Als ich vor ein paar Jahren in USA morgens an einem kleinen TVGerät in der Küche miterleben musste, wie in einer Talkshow Bruder und Schwester auftraten, sie arbeitet für ihn als Hure und er steigt mit ihr in die Kiste, da war ich erst mal baff und habe noch im Stillen gedacht, gottseidank gibt es das bei uns nicht. Noch nicht. Aber Coca Cola hat die Welt erobert. Und mittlerweile gehts bei uns im Nachmittagsprogramm zur Hausaufgabenzeit genauso ab. Wenn das die modernen Vorbilder und Lebensentwürfe sind, gepaart mit täglichen Bildern der Gewalt, die nur noch wirken, wenn sie “richtig reinknallen”, dazu News Sender ohne Ende, und wenn der Rest nur noch mit Telenovelas zulullt und alle schön ruhigstellt, oder mit Televotings abzockt, dann ist eine echte Chance vertan.
Ich glaube, die meisten (jugendlichen) Amokläufer haben eines gemeinsam: Sie sind nicht eingebunden, sind Aussenseiter und bezeichnen sich selbst auch so. Insofern kann man verstehen das sie sich in Parallelwelten zurückziehen, wo sie ihren Frust mal so richtig ablassen können. Dort lernt man aber auch schnell, wie man mit Problemen umgeht (überwiegend mit Gewalt), und das sorgt dann dafür, dass man sich mit seinen umfangreichen Erfahrungen aus der Parallelwelt in der realen Welt auch ein bisschen so verhält und eher reduziert kommuniziert.
Was ist die Folge? Man wird als komisch wahrgenommen und wird noch mehr zum Aussenseiter. Und damit beginnt die Spirale, mit der man immer mehr ins Abseits gerät.
Wie kommt man da raus? Durch andere. Durch Eltern, die auch mal unbequem werden müssen, um ihr Kind da rauszuholen. Durch Eltern, die sich die Mühe machen, da mal durchzublicken. Und durch Lehrer, Freunde, Mitschüler, die mal die Realitäten geraderücken.
Und was ist mit der “bösen Welt” um uns herum? Im Grunde genommen sind wir doch nur moderne Neandethaler, die gern mit der Keule dem Nächsten die Frau rauben würden. Und die Welt ist im Grunde immer noch so, wie sie entstanden ist. Nicht perfekt, am Anfang sehr brutal, der Größere frisst den Kleinen usw. Durch die große Menge an Menschen sind wir aber mehr und mehr gezwungen, uns anzupassen, bessere Regeln zu finden. Die sind immer noch nicht perfekt.
Vor ein paar Hundert Jahren hätten wir uns aber nicht getraut, uns zu verweigern und auf die scheiss Welt zu schimpfen. Das wäre unsere sicherer Tod gewesen, weil wir einfach verhungert wären.
Das ist heute nicht mehr so. Heute werden wir durch soziale Netze abgefangen und überleben, auch wenn wir dabei vielleicht nicht glücklich sind. Aber wir überleben. Das ist ein erster Gewinn. Zum glücklich sein muss man aber eine Menge mehr tun. Und man muss auch irgendwie die Regeln des Lebens akzeptieren. Auch wenn sie nicht perfekt sind. Ausweichen ist leicht, aber nicht die Lösung (der Neandertaler wäre verhungert).
Und auch wenn die Mitschüler auf dem Konsum-Trip sind, und das Leben dadurch schwer machen: Man ist doch nicht der einzige, der da nicht mitmachen will oder? Oder will man nicht doch irgendwie gern da mitmachen, um
cool zu sein?
Geld ist nicht alles (auch wenn’s im Fernsehen so aussieht). Ein Freund von mir sagte: Unter jedem Dach ein Ach. Un die “Bild” schreibt dazu: “Multimllionär beging Selbstmord, weil Lieblings-Porsche im Teich versank”.
Denn Sinn des Lebens muss deshalb jeder und auch Bastian selbst suchen. Und welchen Sinn hat das Leben überhaupt? Darwin würde sagen: “Um zu überleben und das Leben an seine Nachkommen weiterzugeben”. Das ist eigentlich alles. Wer glücklich sein will, deshalb mehr schaffen, muss auch selbst etwas schaffen, worüber er sich freut. Da reicht es nicht, sich zurück zu lehnen und zu sagen: Die Welt ist schlecht. Wer soll genau soll denn wo an welcher Stelle etwas ändern, damit es mir besser geht?
Manche sagen, dass Glück eine Lebenseinstellung ist. das kann ich so unterschreiben. Wer immer nur wartet, dass andere ihm etwas Gutes tun, der muss oft lange warten. Wenn ich selbst an mir und meine Umwelt arbeite, kann ich das im meinem Sinne beeinflussen, habe also bessere Chancen.
Fazit: Die Welt ist per Definition nicht sozial. Sich auszuklammern und alles und auch die Politik Scheisse zu finden hat nur Nachteile und bringt nichts. Der Neandertaler hat nicht aufgegeben, um zu überleben. Und das sollten wir auch so tun.
@Daniel
Gewalt erzeugt nur Gegengewalt, vorallem wenn man alleine ist und die Mobber zu vielen. Hinzu kommt das die sich dann ja auch Rächen, ganz zu schweigen das viele ja auch nicht Stark genug sind nur einen Mobber fertig zu machen. Und in BAstians Fall war es ja auch körperliche Gewalt (Prügel, Der glühende Fahrradschlüssel, Kopf ins Clo stecken und zum lecken zwingen ). Wenn die Sachen die man im Netz findet nur Ansatzweise wahr sind, ist es Schrecklich.
Mich wundert nicht das er inzwischen zum Held mutiert und es viele Gedenkvideos gibt.
Das einzige was ich bei seinen Ansichten zu krass finde ist das mit der Anarchie, gewisse Regeln muss es geben, denn sonst sind genau die an der Macht die er verflucht, die Starken.
Allerdings wird es Zeit das die Politik die wirklichen Uhrsachen bekäpft, statt dessen begeht sie Zensur in dem sämtliche Spuren vernichtet werden und keiner sich seine eigene Meinung bilden kann.
Bald brennen wohl auch wieder Bücher wenn wir nicht endlich aufwachen.
Es entsteht merklich eine 2 Klassen-Gesellschaft in jeder Richtung. Die die Geld haben können sich mehr erlauben.
Es gibt keine Gleichheit mehr und die Freiheit verringert sich Tag für Tag!
@fritz
sehr gute Idee, nur auch sehr gefährlich
bei unseren gesetzen. STell dir doch mal vor, du hättest Sebastian adoptiert, hättest mit ihm gemailt und versucht ihn zu helfen.
Ich wette du hättest jetzt eine Anzeige als Mitwisser am Hals!
Krimis: Ich weis gar nicht ob ich das schon hier schrieb, aber doppelt schadet ja nix. Im Grunde musst du alles verbieten. Die Autobahn Steinewerfer hatten sich auf “Cobra” bezogen. Ebenso kann man diese Serie sowie Autorennen und Autorennspiele als Uhrsache für schnelles fahren sehen.
Boxen für die Lust anderen weh zu tun.
Heavy Matel schürt gewalt, Rapp führt zu Gewalt, Rock natürlich auch etc. Also nur noch Liebes Schlager.
und natürlich den neuen James Bond verbieten, denn dort ist Mord, Gewalt, Zerstörung, Verschwörung und Sex an der Tagesordnung (den aber die lieben Politiker seltsammerweise mögen - netter Wiederspruch)
Aber auch hier zeigt sich der egoissmuss dieser Fraktion, was sie selber mögen ist o.k.!!!
@Peter
Sehr witzig & treffend formuliert, das dACH habe ich so nie gelesen!
Folgendes Zitat von Norbert Elias möchte ich Dir entgegenhalten:
“Wir leben am Ende des Zeitalters der Barbaren”.
So empfinde ich vieles und wir zementieren es in der egoistischen Rückschau: nichts ist änderbar daran, wir kämpfen, hauen und stechen. So bleibt es für alle Zeiten. Wer sagt uns das? Wäre gegenseitige Hilfe und Altruismus nicht die Lösung? Ich selbst erlebe es im Internet Tag für Tag. Ich denke, dass es unser Zusammenleben radikal ändern wird. So wie wir jetzt reden und denken, tun es immer mehr. Wir alle bekommen eine Stimme. Nur ein kleines Beispiel: im Netz kann ich die dümmsten Fragen stellen, ohne ausgelacht zu werden. Und wikipedia ist ein Beispiel, dass alle Menschen etwas beitragen, kreativ sein wollen. Medien werden uns nicht ändern, aber das, was Arno Schmidt 1950 vorausgeahnt hat: wie unvergleich chancenreich wäre es doch, wenn man alle Gehirne der Welt zusammenschließen könnte. Nichts anderes ist das Internet heute – mit Chancen, die weit über bisheriges egoistisches, kapitalistisches Denken hinausgeht.
@bernd
ich gehe in meiner optimistischen Denkweise davon aus, dass es dann gar nicht so weit gekommen wäre. Wobei immer noch die große Frage bleibt, ob man Pubertierende überhaupt erreichen kann. In Communities, in denen ich zu Hause bin, ist z.B. die übergreifende Generationengesprächigkeit Realität. Dies wird in den modernen Simulationen von World of Warcraft z.B. auch praktiziert. Ich habe keine Zeit dafür, weiß aber z.B., dass 16-jährige dort Gildenleiter sind und z.B. eine Gruppe von unterschiedlichsten Menschen aller Altersklassen zusammenbringen und motivieren müssen. Keine Schule leistet etwas Vergleichbares, niemand gibt ihnen mehr Motivation und Belohnung. Spiele sind nichts anderes als die fehlende Begeisterung eines Bildungssystems, das Wissen eintrichtert statt vermittelt, wie man unabhängig, selbstständig und frei wird.
James Bond: ich kann dieses Mega-Getue nicht mehr ertragen. Immer weniger Menschen können es. Jeder müsste doch diesen gigantischen Vermarktungsschwachsinn durchschauen!
@ Bernd:
Exakt, man vergleiche mal die Anzahl der Gewalttaten in Heavy Metal-Läden und in Pop- und HipHopläden. Dann müßte vor allem HipHop sofort verboten werden. Dagegen einzuwenden hätte ich nichts angesichts dieser Kombination von Urlauten und der Verherrlichung der Asozialen und Kriminellen in deren Texten.
MfG
Daniel
Ich kann es so immer noch nicht fassen was die Median der Menschheit presentieren!
Mehr Infos: http://www.mein...wiki/ResistantX
[Editor: Da der ursprünglich von Akreso gepostete URL Linkspam war, habe ich den Link sinnvoll ersetzt.]
@firtzz
“Wir leben am Ende des Zeitalters der Barbaren” kann und die Idee des Altruismus kann ich voll akzeptieren. Wir sind schon ein gutes Stückchen weiter als die Barbaren.
Nur: Der Wunsch allein schafft keine neue Welt. Ich erlebe auch in meinem Umfeld viele Menschen, die nach einer höheren Autorität fragen, die alles besser machen soll, so dass das Leben einfacher wird: Also Gott, die Regierung oder Mama oder Papa.
Nun befinden wir uns in einer Evolution vom Neandertaler zum zivilsierten Menschen. Wir sind also auf einem WEG (bevor wir vielleicht nach Hans Moravec irgendwann einmal der nächsten Entwicklungsform abgelöst werden).
Es sind also alle auf dem Weg: Die Kirche entwickelt sich über die Jahrhunderte, Staatsformen entwickeln sich, scheitern, werden verbessert, scheitern, werden verbessert usw. Auch die Eltern kommen als Baby auf die Welt und entwickeln sich zu mehr oder weniger verantwortungsvollen Menschen.
Also wer soll denn jetzt alles richten? Natürlich hätte ich es auch gern, dass Papa kommt und alles gut macht. Und wenn er es nicht so macht, wie ich es haben möchte, ist alles Scheisse und diese Welt ist nichts für mich und ich verachte sie.
Das ist doch schön einfach, so eine Anspruchshaltung. Aber so kommen wir doch keinen Schritt weiter.
Wir müssen selbst dafür kämpfen, dass die Welt besser wird. Sie ist nun einmal heute so wie sie ist, ob ich das nun gut finde oder nicht. Und dass muss ich als erstes akzeptieren.
Aber wenn ich möchte, dass unser unvollkommender Demokratischer Staat etwas verbessert, dann muss ich mich einbringen und mit legalen Mitteln veruchen, etwas zu verändern. Nach dem Stand von heute ist die Demokratie die fortschrittlichste Regierungsform der Geschichte, auch wenn sie ihre Grenzen hat und noch lange nicht alle Probleme dieser Welt löst. Wenn ich aber mit Gewalt-Mitteln etwas verändern will, produziere ich Rückschritte zurück zum Neandertaler, obwohl ich doch eigentlich eine bessere Welt erzielen möchte.
Natürlich ist es naiv zu glauben, ein einzelnes Individuum von 6 Milliarden Menschen würde es mit einer wie auch immer gearteten Aktion schaffen, die Welt grundlegend zu verändern. Also muss ich im Kleinen arbeiten und kleine Schritte versuchen: In der Familie, im direkten Umfeld, bei Freunden, bei Amnesty, vielleicht auch im Ortsverein einer Partei und vielleicht später einmal…. wer weiss?
Der Kern unserer Probleme in der Gesellschaft ist meines Erachtens die Bildzeitungs-Mentalität: Die Welt ist Scheisse und gefällt mir nicht, und ich suche mir da oben jetzt jemanden, den ich dafür verantwortlich machen kann. Und wenn Ihr nicht so wollt wie ich, dann verpasse ich Euch eins!
Sag mal, hast Du es bald mit Deiner Scheiss-Werbung, Gregor B., *******str. **, 88074 Meckenbeuren? Sag doch gleich: “Ich hab nichts zu sagen, springe nur gerade auf den Zug auf und will nur meine URL bewerben, besucht meine Website, blablabla”
MfG
Daniel
[…] Ich möchte heute von einem Ereignis berichten, das ich schon vor dem Amoklauf von Emsdetten erlebt habe, aber damals keine Zeit zum Schreiben fand. Wie bekannt ist, litt Sebastian B. aka ResistantX nicht nur unter Mobbing, sondern auch unter der Gewalt, die seine Mitschüler ihm antaten. So soll ihm ein Grüppchen zum Beispiel einen glühend heißen Schlüssel auf die Hand gedrückt haben. Dies ist eine Form der Gewalt, die man zu meiner Schulzeit mit der Einweisung der Täter in ein Heim oder in die Psychiatrie beantwortet hätte, da offenbar massiv schädliche Neigungen vorliegen. Heute ist aber ein Problem auch, dass die Täter ihre Opfer massiv einschüchtern und mit Folgetaten drohen, wenn das Opfer sich an Vertrauenspersonen oder die Polizei wenden sollten. Zu der physischen Gewalt kommt psychische Gewalt in Form von Bedrohung, Nötigung und Erpressung. […]
@Peter,
ich kann Deine Ausführungen nur voll unterstreichen. Sehr treffend formuliert und der Bild-Punkt am Ende:
PERFEKT! Genau daran liegt so vieles begründet. Wir müssen endlich aus diesere Umklammerung aufwachen und wieder selbst denken & handeln! Das Internet bietet uns mehr Möglichkeiten als wir glauben.
@Daniel
Ich habe mich im über ResistantX.de erreichbaren Forum registriert. Auch wenn ich die Form, dreimal den gleichen Kommentar hier reinzuposten, nicht besonders gut finde, so begrüsse ich die Initiative des Forenbetreibers. Die Art, in der Du hier darauf reagiert hast, empfinde ich als unangemessen und denke, sie hat auch etwas mit “Bullying” zu tun.
In dem Forum scheinen sich übrigens ganz nette Leute versammelt zu haben.
@ Marcel:
Ich kenne das aus verschiedenen Communities, dass es immer mehr Leute gibt, die solche Linkspammerei betreiben, daher die gereizte Reaktion. Jedoch denke ich, dass der Zugang zum Forum zum Lesen auch ohne Registrierung möglich sein sollte, damit dort *jedermann* mitlesen kann und auch die Suchmaschinen es leichter haben, zu entsprechenden Themen Inhalte / Diskussionen finden. Und die Werbung und der Spenden-Button am Ende sind sicher auch nur aus Zufall oder reiner Nächstenliebe dort eingefügt worden. Mir entsteht eher der Eindruck, dass da jemand zwecks persönlicher bereicherung auf einen fahrenden Zug aufgesprungen ist…
MfG
Daniel
@Marcel,@Daniel,
ich kann beide Positionen verstehen. Ich habe mich auch angemeldet und merke, dass sich dort wirklich Betroffene zu Wort melden. Wenn der Betreiber etwas verdienen sollte damit, so what! Wir alle müssen doch verdienen und erkennen irgendwann, dass vor dem Vermögen das Dienen steht. Eines der meist verwendeten Argumente gegen etwas: der will verdienen! Ist es wirklich schlimm? Müssten wir nicht alle das verdienen, was uns zusteht? Und ist Vermögen nicht eine Ansammlung aus vielen Elementen: Geld, Liebe, Zuwendung, Hilfe, Können u.v.m.
@Daniel
nicht nur Heavy Metal
gehe mal in einen Schulen Club als Hetro, du wirst nicht dumm angemacht (ich verteile dort oft flyer) aber gehe mal als Schuler in einen HipHop Laden….oder überhaupt in eine Grossraum Disco. Dort sind jeden Abend mehrere Schlägerreien, in Typischen Rock läden dafür nie!
Man verdient nicht wirklich was mit solchen Seiten. Ich selber habe 7. Und da der Traffic ja ziemlich gross sein wird sind die Kosten auch gross. Vondaher ist es ok, zumindest besser als wenn es kostenpflichtig wäre.
Mich wundert sowieso wie diese Seite sich finanziert, und da sbei den wirklich guten Beiträgen des Autors!
@Bernd:
Schau Dir mal den Wikipedia-Eintrag zu HipHop an, da die Sektion “Kritik”:
Heutiger Hip-Hop jedoch sei eher reaktionär, gewaltverherrlichend, frauenfeindlich, homophob, sexistisch, und fördere dadurch unter anderem die Jugendkriminalität, Aggressivität, Passivität und generelle Gewaltbereitschaft. Statt der Verbesserung der sozialen Lage der eigenen Community strebe der gegenwärtige Hiphopkünstler keine weiteren Ziele mehr an als ein gefülltes Bankkonto und Platzierungen in Charts, sowie ein möglichst “Gangster”-mäßiges Image (Kleidung, Auftreten, Äußerungen). Weiterhin wird kritisiert, dass auch in der Hip-Hop-Musik und deren Videos der Konsum von Drogen verherrlicht wird. Auch wird den Musikern vorgeworfen, nicht auf ihre Vorbildfunktion zu achten und daher den Jugendlichen die Realität zu verblenden.
Ich denke, das trifft es. Da kann man von einer “Kultur” kaum noch sprechen. Offenbar ist das nur noch ein Sammelbecken für Deppen, Asoziale und Kriminelle…
Ich habe selber mal einige Monate am Wochenende neben der Schule für eine Großraum-Disco in Köln gearbeitet und weiß, wie es da zugeht. Und auch da sind es die gleichen, wegen denen Polizei und Krankenwagen gerufen werden mußten: vorrangig Türken, insbesondere wenn sie nicht reinkamen. Das werten die dann als “Angriff auf ihre Ehre” und sinnen bescheuerte Rachepläne aus, in denen sie entweder die Türsteher verkloppen (lassen), über eine Mauer in den offenen Biergarten des Ladens kletterten (wobei sie natürlich erwischt wurden) usw. Beispiele: ein einzelner Gast, der rauskam, wurde von 5-6 Leuten dieser Spezies gepackt, auf eine Motorhaube geschmissen und dort übelst zu Brei geschlagen, was die Türsteher meist nicht interessiert, solange es nicht drinnen ist. Ein anderer machte die Freundin eines Deutschen an, als dieser sich das verbat, bekam er einen abgebrochenen Flaschenhals in den Unterarm nahe der Pulsadern gerammt. Ein anderer ankommender Gast wurde von einigen diese Leute gepackt, zu Boden geworfen, anschließend trat und Sprang man auf seinen Kopf. In allen Fällen: Krankenwagen und Polizei für die Opfer, die Täter feige geflohen. Und am Wochenende drauf hing das gleiche Gesindel dort wieder ab und meinte wohl, man würde sie dann reinlassen…
MfG
Daniel
[…] Wie die oben genannten Links zeigen, hat Bastian B. schon im Juni 2004 um Hilfe ersucht, nachdem er grundlos, wie er sagte, in seiner Schule geschlagen worden war und weil er sitzengeblieben war seine Freunde verloren hatte. Er hatte nicht vor, damit allein zu bleiben, er unternahm etwas, um seine Situation zu verändern. woran liegt es, dass es letztlich nichts genutzt hat? Ist es einer Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft geschuldet? Bastian B. war am Ende ein junger Mann, der zu einem brutalen Täter wurde, der offenbar kein Mitleid kannte. Für ihn war dies eine Reaktion auf eine mitleidlose Umwelt, wie Marcel Bartels in diesem Blogeintrag darstellt. Für mich ergibt sich daraus die Notwendigkeit, dass wir uns einmal mit unseren Schulen genauer auseinandersetzen, und nicht nur im Hinblick auf die Pisa-Studie und möglichst große Effizienz. Wir müssen uns darüber klar werden, wie wir unsere Kinder in den Schulen behandeln, und wie sie sich selbst behandeln. Dem darf man nicht tatenlos zuschauen. […]
Ehrlich gesagt kotzt mich die ganze scheisse auch nur noch an blabal die pc spiele sind schuld und blabla ey wenn die opfer nich aufpassen in der schule wirste gemobbt ja die lehrer stehen daneben einfach nur zu geil dann gehste zunem lehrer kriegste vorwurf kleines baby bla und sollst zurüpckschlagne das se am boden leigen dann machste aber das dann verweiss verweiss es is einfach nur noch arm was hier abgeht ich wollt auch mal sogern vater werden aber in so einer abgefuckten welt alta ey da verzicht ich bald mir is die lsut auf alles vergangen und dann vertuschen se wieder alles und halten zusammen aber sinds nur andere die scheisse bauen passiert nie was sind die engel einfach nur noch arm was hier abgezogen wird wir sind alle opfer von politikern etc das einzige was die wollen is doch geh arbeiten hier und da setz kinder in die welt und gut is oder was einfach arm-.- ey mich regt das einfach nur noch auf Ich kann Bastian B. Da Ziemlich gut verstehen und wenn man ausrastet hat das nix mit pc games zu tun sonder das diese welt so assy is man wird fertiggemacht immer man sieht keinen sinn mehr am leben so geht smir auch schonlange-..- ich hab auf nix mehr bock irgendwer müsste gegen die ganzen assys echtmal was unternehmen ey so kanns doch nich weitergehen und dann suchen se sich als opfer natürlich die ach so schlimmen pc spiele aus anstatt mal nachzudenken was wirklich daran schuld is scheiss leben einfach einfach sinnlos mehr kann man dazu nich mehr sagen!
Also ich kenn selber so eine Verzweiflung, wenn man nur von allen verarscht wird und all das, doch ich hab die Zeit überstanden und nun wahre Freunde gefunden, die mich so lieben wie ich bin. Das hätte auch Bastian erleben können wenn er nicht diese absolut schreckliche Tat begangen hätte. Ich denke jeder Mensch denkt in seinem Leben mehr oder weniger schwerwiegend über den Tod nach und darüber was das Leben für einen Sinn hat, ob es überhaupt einen hat, aber manchmal muss man sich selber auch zeit geben diesen Sinn zu finden, doch wenn man so in seinen Hass verbohrt ist wie Bastian es meiner Meinung nach war, ist das oft schwer.
Zu den Ego-Shooter Spielen wie Counter Strike und andere möchte ich noch sagen, dass ich selbst auch manchmal so etwas spiele und merke wie viel gewaltbereiter ich davon werde, dass ich viel schneller mit schlägen drohe usw. Ich weiß auch von einigen Freunden und Bekannten, dass sie diese Spiele regelmäßig und sehr viel spielen und merke wie aggressiv auch sie sind und mache mir manchmal wenn ich morgens zur Schule gehe Sorgen darüber was wohl geschehen mag, denn im Scherz erzähjlen sie alle wer auf welchem Platz ihrer Todesliste steht, und wie ein guter Freund immer sagte, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit. Ich möchte diesen Menschen gern helfen diese Verzweiflung zu überwinden, doch ich weiß nciht wie, ich denke so geht es den meisten Menschen die so ein verhalten mitbekommen. Auch als Elternteil würde ich es sehr schwer finden etwas zui tun, denn -auch das denmke ich kennen wiur alle- will man im alter so ab 16 meist nichts mehr mit seinen eltern zu tun haben bzw. kapselt man sich ab und wie sollen die Eltern dfann an einen ran kommen? Indem sie einen zu einer Therapie zwingen oder gart in die Psychiatrie stecken? Das bringt gar nichts wenn der Betreffende das nicht will und generell: Wenn sich jemand wirklich umbringen will kann nichts und niemand in der Welt das verhindern. Meine Mutter hat in der Psychiatrie gearbeitet und sagt das immer, die meisten die immer davon reden, machen es nciht, die die nicht davon reden, die sind es die wirklich suizidgefährdet sind. DOch das bedeuztet nicht, dass die die nur davon reden weniger verzweifelt sind, denn wie weit muss ein mensch sein um so verzweifelt zu sein mit Suizid zu drohen? Es ist ein hilfeschrei, einer den wir immer beachten sollten und versuchen sollten zu helfen. Vielleicht würde das etwas an unserer Gesellschaft ändern, denn ich denke das Hauptproblem ist diue zunehmende Annonymiosierung hier in unserm schönen Land. Viele psychische Erkrankungen sind erst in der Zeit der Industrialisierung entstanden. Klar, wie soll man auch mit traumatischen Erlebnissen fertig werden, wenn die Freunde/ Eltern/ Verwandten alle keine Zeit haben (haben wollen) oder nur vor dem Fernseher sitzen oder am Computer? Ich denke dass das auch dazu beigetragen, was Bastian getan hat, denn wenn man niemanden zum reden hat, wen soll man dann auch um hilfe bitten? Wenn man sich nicht mal bei jemandem “ausweinen” kasnn, wie soll man denjenigen dann bitten mit einem eine Lösung zu suchen???
Also ich kann den Jungen gut verstehn, besonders weil auch in so einer ähnlichen Situation war wie er. Man fühlt sich auf Deutsch gesagt einfach scheiße-richtig scheiße sogar, weil man von seine Mitschülern das Gefühl bekommt, dass sie einen alle hassen. Sie schicken einen imma weg und machen einen vor der ganzen klasse runter und finden das auch noch toll und kommen sich dabei richtig cool vor. wenn man sich mal richtig gedanken macht,über das was er geschrieben hat, kann man ihn auch verstehn. MAN MUSS IHN VERSTEHN!!! es war zwar vieles übertrieben aber bastian tun mir voll hamma leid, weil er sone fiesen klassenkameraden hatte. Man hat keinen mit dem man reden kann und frisst alles in sich rein… Ich versteh auch das er nicht mehr leben wollte.
Ich wurde jahre lang gemobbt und das nicht nur von Mitschuelern, sondern auch von meinem Lehrer, es fing in der Grundschule an und das 5 jahre durchgehend, und da wollen SIE mir sagen, dass dieser Schmerz vorbei geht? Ich bin nun erwachsen und halte mich von der Gesellschaft fern, ich bin nicht mal faehig arbeiten zu gehen in der Gesellschaft. Diese Menschen haben mein GANZES Leben zerstoert und da kommen SIE mir damit das dies VERGEHT? Das ist einfach nur laecherlich…ich verabscheue Menschen heutzutage. Ausserdem haette ich wie Basti gehandelt, sein Amoklauf war berechtigt, ihr habt selbst schuld das es sowiet gekommen ist. Und was die tolle Polizei mit den Eltern + Bruder von Basti gemacht haben - ist auch nicht gerecht. Sie sollten sich was schaemen…