Katze

Mein Parteibuch BlogNo Copyright - Kopieren erlaubt

Ein Internet-Tagebuch mit Katzenbildern

[Mission Statement] [Krieg ist illegal]

[International]   [Headlines]   [Forum]   [Wiki]   [Ticker]   [Mitmachen]

23. Oktober 2006

Gerhard Schröder: Entscheidungen. Mein Leben in der Politik - ein Kommentar von Hans-Joachim Selenz

von @ 13:47. abgelegt unter Bücher, Deutschland, Politik, SPD, Hans-Joachim Selenz, Gerhard Schröder

Ein Grund für mich, in die SPD einzutreten, war nicht zuletzt die Ausstrahlungskraft von Gerhard Schröder. Im Wahlkampf 2005 bin ich dann folgerichtig auch am Tag der offenen Tür ins Bundeskanzleramt gegangen, um Gerhard Schröder einmal live und aus der Nähe zu erleben. Bei der Gelegenheit hat Medienkanzler Gerhard Schröder inmitten eines Pulks von Menschen, die mich an Groupies eines Rockstars erinnerten, mein Parteibuch signiert.

Nachdem Gerhard Schröder den Wahlerfolg der SPD 2005 gegen eine große Koalition eingetauscht hat, bekam mein Bild von Gerhard Schröder Risse. Völlig desillusioniert hat mich dann die Lektüre des ersten Kapitels von Wildwest auf der Chefetage, das auch heute noch kostenlos online lesbar ist. Vom Autor des Buches, Hans-Joachim Selenz, der auch Autor des Schwarzbuches VW ist, gibt es nun auch einen Kommentar zum diese Woche erscheinenden Buch von Gerhard Schröder mit Titel: Entscheidungen. Mein Leben in der Politik, in dem er aus Wildwest auf der Chefetage zitiert:


Selenz` Kommentar 22. Oktober 2006               www.hans-joachim-selenz.de

Schröder-Buch I

Am 23. Oktober 2006 werden erste Kapitel des neuen Schröder-Buches veröffentlicht.     Titel des 512 Seiten starken/dicken Buches:

„Entscheidungen  -  Mein Leben in der Politik“

Man darf gespannt sein, was im Leben des jungen Alt-Kanzlers wichtich waar und watt nich. Erste Auszüge in der morgigen Tagespresse sollen Oskar Lafontaine gewidmet sein.          Frei nach dem Motto „Wie es wirklich war mit Oskar Lafontaine“. Interessante Einblicke in den real existierenden deutschen Politbetrieb erwarten den gespannten Leser!

Drei Wochen vor seinem überraschenden Rücktritt vom Amt des Bundesfinanzministers und Vorsitzenden der SPD am 11. März 1999 traf ich Oskar Lafontaine während des EU-Russland Gipfels am 18. und 19. Februar 1999 in Moskau. Am Rande der „Deutsch-Russischen Konsultationen“ unterhielten wir uns stundenlang über Stahltechnologie, Wissenschaft und Forschung, über sein Verhältnis zu Gerhard Schröder und über den Politbetrieb im Allgemeinen. Ich lernte einen Mann kennen, der nicht nur wusste, wie viele Nullen eine Milliarde hat, was vielen Volksvertretern ein absolutes Rätsel war und - leider - auch heute immer noch ist. Oskar Lafontaine erschien mir resigniert und niedergeschlagen ob der vielen Nullen in seinem Umfeld. Innerlich hatte er sich damals bereits verabschiedet.                   Unser Gespräch über Stahl und über Gerhard Schröder in meinem Buch:

„Wildwest auf der Chefetage - Schröders Kampf um Salzgitter und die Kanzlerschaft“  
Hans-Joachim Selenz - Buch&media GmbH München 2005 ISBN 3-86520-140-7

Kapitel: Letzte Klärungen – Seite 137: „Schlau wie Oskar“:

Doch lesen Sie selbst:

„Am nächsten Tag (dem 19. Februar 1999) gehen die Gespräche weiter. Dabei komme ich mit Oskar Lafontaine ins Gespräch. Er interessiert sich für die Entwicklungen in der Stahlindustrie. Zum Mittagessen fahren wir in ein russisches Lokal in der Nähe der Moskwa.       Oskar Lafontaine bittet mich an seinen Tisch. Er stellt sich schon nach kurzer Zeit als hochintelligenter Gesprächspartner heraus. Er will von mir alles über den Stahl wissen.

Ganz besonders interessiert ihn die Leistungsfähigkeit der Dillinger Hütte. Ich beschreibe ihm die Sonderstellung dieses Erzeugers von hochwertigstem Grobblech aus dem Saarland.         Die Firma hat weltweit einen sehr guten Ruf. Aus ihrem Material entstehen hochfeste Rohre, Schiffe und komplexe Industrieanlagen. Auch metallurgische Finessen versteht er nach kurzer technisch-wissenschaftlicher Beschreibung.

Lafontaine ist auch auf chemisch-physikalischem Gebiet informiert. Innerlich ziehe ich den Hut vor diesem Mann und seinem Wissensdurst. Als ich ihm sage, solche Gespräche hätte ich bei Gerhard Schröder vermisst, meint er nur: „Der hat eben andere Interessen.“

Ansonsten höre ich von ihm kein böses Wort über Gerhard. Der wiederum lässt seinen Kollegen und Parteivorsitzenden ostentativ links liegen. Die beiden unterhalten sich nicht miteinander, und das bei einem so wichtigen Termin. Das fällt nicht nur mir auf.“

„Wildwest auf der Chefetage“ - Gerhard Schröders wilder Weg ins Kanzleramt.              

Peine, den 22. Oktober 2006                                       gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

In einem Parteibuch-Beitrag zum Wechsel zur Gasprom wird übrigens die wahre Größe vom Westentaschen-Napoleon Gerhard Schröder (Zitat Selenz) am deutlichsten erkennbar.

Nachtrag 26.10.2006: Hans-Joachim Selenz hat unter dem Stichwort “Ich will da rein” noch einen zweiten Teil seines Kommentars zum Schröder-Buch “Entscheidungen - Mein Leben in der Politik” veröffentlicht, in dem er detailliert seine Sicht der Dinge erklärt, wie Gerhard Schröder Kanzler geworden ist.

11 Kommentare zum Beitrag “Gerhard Schröder: Entscheidungen. Mein Leben in der Politik - ein Kommentar von Hans-Joachim Selenz”

  1. A.S. sprach

    Als hätten wir es dir damals nicht immer wieder gesagt. Aber nööö, du hast dabei geholfen, die Demagogie des Schröder zu pushen. Mit allen Folgen.

  2. Mein Parteibuch sprach

    Schwarz-gelb halte ich gegenüber schwarz-rot wahrlich nicht für eine Verbesserung.

  3. A.S. sprach

    Mag sein, aber ein einfaches Steuerrecht a la Kirchhof, welches der Gerd diffamierte, hätte so mancher Mauschelei den Boden entzogen. Und: sein wir ehrlich - das vermurkste Abgaben- und Steuerrecht Deutschlands nimmt den Kleinen mehr als es ihnen gibt. Das fällt nur nicht so auf, weil niemand mehr weiß, wer an wen bezahlt und welche negativen Wechselwirkungen daraus resultieren. In dieser Gemengelage können Politiker agieren, wie sie agieren und es kommt dann zu Aussagen eines Beck, der sich über Werner Schulz empörte, dass “dieser keine Ahnung von der Komplexität der Materie hätte”. Statt die Materie einfach zu gestalten macht man sie kompliziert, so dass nur noch die Erbauer dieser Melange halbwegs durchsehen und Herrschaftswissen proklamieren können. Nein, nein: die komische “soziale Gerechtigkeit” der SPD ist Teil des Problems. Das wissen auch die Becks und andere, aber es lebt sich so schön damit. Und wie dem notwenidigen Absturz zu begegnen ist, auch darüber äußerte sich Beck folgendermaßen: “Úm dem Konkurs des Staates vorzubeugen wird es notwenig sein, die gut wirtschaftenden und sparsamen Menschen im Fall des Falles an der Sanierung der Staatsfinanzen zu beteiligen”. Und damit meinte der nicht die Reichen, sondern die sparsame Mittelschicht a la Facharbeiter, die sich nicht wehren kann. Nein, das Soziale ist zumeist das eigentlich Asoziale. Das kann man wissen, wenn man will. Dass die CDU mittlerweile auch auf diesem Dampfer fährt, macht die Sache nur noch schlimmer. Und ein Schröder hat das alles gewusst und mitgemacht. Seine Nachfolger auch. Die Denke die dahinter steht ist die des Zwangs, die man vor kurzem erkennen konnte, als es um GEZ ging. Zwang und Abzocke ohne Wehrmöglichkeit. Und der Vergleich mit dem in Zukunft abzuzockenden Steuerbürger der gespart hat offenbart sich auch am Beispiel der GEZ, denn man erwägt eine Haushaltsabgabe, auch wenn man kein Fernseher hat. Das ist Deutschland - und die SPD mittendrin. Die SPD der Arbeiterbildungsvereine ist gestorben, jetzt haben wir die SPD der Nahles und der Dampfplauderer a la Gabriel und Maas. Das ist das Personal, welches Du unterstützt. Ehrliche Typen wie du werden dabei nur benutzt. Das sage ich, der mich von dir eine Menge trennt.

  4. Sascha sprach

    Ob SPD, CDU oder FDP.
    Der Topf ist alt, verschlissen und er leckt. Die Suppe schmeckt schon lange Zeit sehr übel daraus.
    Und nun wird darüber diskutiert, wer die obersten zwei Zentimeter des wässrigen Teils der Suppe am besten umrühren kann ?

  5. Daniel sprach

    Schröder war für die Politik sowas wie eine Art Dieter Bohlen, Verona Feldbusch oder Paris Hilton: viel Blabla und Show um nichts. Dazu hat er die SPD auch noch mit neoliberalem Ungeist verseucht. Für seine Partei war er damit ein Dolchstoß in die Glaubwürdigkeit.

    MfG

    Daniel

  6. Daniel sprach

    @ Sascha:

    Ein Bekannter von mir beschreibt die Wahl inzwischen so: Man setzt Dir einige Haufen Sch***** in unterschiedlichen Farben vor. Du darfst dann entscheiden, welchen davon Du die nächsten 4 Jahre essen willst.

    MfG

    Daniel

  7. Mein Parteibuch sprach

    @A.S.
    Tatsächlich habe ich auch die Neufassung eines funktionierenden Steuerrechts als eine der Hauptaufgaben dieser grossen Koalition angesehen und habe ihr auch schon bei den Koalitionsverhandlungen vorgeworfen, dass dieses gerade unterbleibt.

    Hauptknackpunkt ist aber aus meiner Sicht nicht nur, das Steuerrecht einfacher zu machen, sondern dafür zu sorgen, dass die in weiten Teilen der reicheren Bevölkerung zum Alltag gehörende grassierende Steuerhinterziehung gestoppt wird. Derzeit haben wir einen Standortwettbewerb zwischen den Ländern um die schlechteste Steuerfahndung.

    Um das zu ändern ist es notwendig, die Steuerkompetenzen sauber zwischen Ländern und Bund aufzuteilen, also eine Reform der föderalen Finanzverfassung durchzuführen. Alle Experten des Finanzausschusses wissen, dass dies notwendig ist. Nachdem es diese Reform der föderalen Finanzverfassung gegeben hat, können dann der Bund und jedes Land einzeln jeweils im Alleingang wie beim Ladenschluss eine Vereinfachung beschlissen, die sie für sinnvoll halten.

    Trotzdem ist es politisch nicht einmal in einer großen Koalition durchsetzbar und wurde deshalb auf 2008 verschoben, was praktisch heissen dürfte, dass die Steuerreform der Wahlkampfschlager 2009 wird, falls es nicht wieder vorgezogene Neuwahlen gibt.

    Kirchhof halte ich indes nach wie vor für indiskutabel. Das hätte nur dazu geführt, dass die Reichen aufgrund der mangelnden Steuerfahndung nach wie vor gar nichts zahlen, für die weniger gut verdienenden die Steuerausnahmen gestrichen würden und nach kurzer Zeit die Sätze aufgrund der “extrem schwierigen” Haushaltssituation wieder das alte Niveau erreicht hätten.

    @Sascha
    Irgendjemand muss sich mal daran machen, diesen grossen Einmer voll Mist zu leeren. Wenn das nicht in einem Zug geht, dann eben Löffel für Löffel und immer fein umrühren, damit der Mist nicht fest wird. So funktioniert Politik.

    @Daniel
    Wem nicht passt, was auf den Wahlzetteln angeboten wird, der sollte ungültig wählen, um so seiner Meinung Ausdruck zu verleihen. Tatsächlich wählt nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung vorsätzlich ungültig. Es scheint nicht viele zu geben, die so denken, wie dein Bekannter, und denen es dann auch wichtig genug ist, trotzdem zu Wahl zu gehen.

  8. Rolf Schälike sprach

    Es sind alles sinnlose Diskussionen.
    Wen man wählt, ist fast egal.

    Politiker bewerben sich um ihre Arbeitsplätze. Die Entscheidungskriterien für die Arbeitsplatz-Besetzung sind etwas anders als in den Betrieben. Die Wähler entscheiden über die Besetzung des Arbeitsplatzues. Nicht mehr und nicht weniger.

    Es gibt wirklich für jeden Besseres zu tun als darüber zu diskutieren, worauf man keinen Einfluss hat.

    Wahlen, Demos, Volksbefragungen. Lobbyarbeit etc. sind nur scheinbar wirkungsvoll.

    Verweigerung, ziviler Ungehorsam, aktive Tätigkeit, da wo es Spaß macht, Übernahme von Verantwortung vor Ort bzw. auf dem eigenen Fachgebiet sind wirksamer.

  9. Kai sprach

    Es wird die Meinung vertreten, dass Schröder “keine Ahnung von den einfachsten gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen hatte“.

  10. Rolf Schälike sprach

    Darf man bei Schröder davon ausgehen, dass alle Texte aus seiner Hand stammen?

    Haben vielleicht andere mitgeschrieben?

    Ist er dann verantwortlich für alles, was in seinem Buch steht?

    Bestimmt nicht aus Versehen schreibt der von Kai empfohlene Autor: “Ich tue mal so, als könne man Schröder glauben.”

  11. Harun sprach

    ich sags nur das buch
    mein leben in der politik
    ist das beste hab mir schon gleichen woche geholt :D

Kommentieren (Erlaubte Tags)

Gehe über Leichen
Gehe über Leichen
Copyleft2006 Lurusa Gross

Mirrors

Recherche

Netradio

Aktionen

Parteibuch Forum

Letzte Kommentare

Ältere Beiträge

Archiv

Oktober 2006
M D M D F S S
« Sep   Nov »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Literaturtip

Tod im Milliardenspiel

Umfrage zu 9/11

Werbung

Information zu
Internetvictims

Kapitel

Sonstiges

Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei

Sponsored Links

RSS-Feeds

Termine

Neu im Parteibuch Wiki

Parteibuch Ticker (Feed)

International (Feed)

Media News Clips

Counter & Stuff

[22 queries. 3.401 seconds. 10 level2 caches. Top ]