Soeben habe ich die Weblogs Rainer sacht und The Alienated Observer auf die Blogroll von Mein Parteibuch aufgenommen.
Im Alienated Observer geht es um Nebensächlichkeiten unserer Demokratie wie zum Beispiel um die korrekte Funktionsweise von Wahlcomputern.
Rainer ist mir aufgefallen, weil er was gesacht hat, was dem Anwalt Joachim Steinhöfel und seinem Mandanten Media Markt nicht so richtig gefallen hat und dafür prompt abgemahnt wurde. Besonders interessant finde ich bei Rainer auch die von ihm neulich aufgeworfene Frage: Was wählen?. Anstatt nur zu wählen, empfehle ich, in eine Partei einzutreten und dort darauf hinzuarbeiten, dass zu den Wahlen wählbare Kandidaten aufgestellt werden.
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| Zwei Promianwälte |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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TAO ist wirklich gut zu lesen - danke für den Tipp (aber warum kann man nur dann Kommentare schreiben, wenn man sich bei Wordpress registriert? das gibt Minuspunkte *g*).
Eine Registrierungsflicht ist ein Mittel gegen Trollerei und hilft ganz nebenbei auch noch, der Spamflut Herr zu werden. Verstehen kann ich das schon, besonders wenn der Betreiber nicht so arg viel Zeit für sein Weblog hat.
Ich setze hier allerdings weiter auf eine sehr offene Plattform und hoffe, den Phänomenen Trollerei und Spam mit unauffälligeren technischen Mitteln als einer Registrierungspflicht oder Captchas beizukommen.
TAO dankt für die Blumen

Mit Captchas habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, aber ich kann die Kommentare wohl öffnen.
Dennoch möchte sie lieber moderieren, weil sich letztens nen spam-script bei mir eingeschossen hat, ohne sich als Benutzer anzumelden…
Mir ist klar, dass dadurch eventuelle Diskussionen arg verlangsamt werden können, aber dafür verspreche auch, nicht zu zensieren.
Was wählen? Die Kandidatenliste der Parteien mit möglichem Einfluß in den Parlamenten ist, man kann das bei rainersacht.de nachvollziehbar nachlesen, recht übersichtlich. Leider ist damit die Frage nicht beantwortet, denn alle Kandidaten fallen aus diversen Gründen als nicht-wählbar heraus. Dein Tipp mit der Parteimitgliedschaft ist sicher gut gemeint, verfehlt hier sein Ziel aber deutlich. Lese ich doch bei Rainer, dass er diesbezüglich zwei der fünf Kandidaten schon hinter sich hat. Den Versuch, die Parteien von innen heraus zu ändern, haben auch schon diverse andere Leute unternommen. Eher aber geht ein Kamel durch das sprichwörtliche Nadelöhr, als dass so ein Versuch gelingt. Die Versuche enden entweder in der stromlinienförmigen Deformation der Reformer oder in der Resignation. Den Kurs der Dickschiffe etablierter Parteien zu ändern, ist m. E. vergebliche Liebesmüh. Den Mitgelidern steht allenfalls eine von den Partei-Oberen und einflußreichen Gruppen geduldete Spielwiese zur Verfügung, auf der Plakate kleben zu Wahlkampfzeiten den innerparteilichen, demokratischen Diskurs ersetzen soll. Was wirklich abgeht sieht man immer bei den Abstimmungen zur Besetzung von Parteiämtern. Die Demokratie, die da herrscht, ist mit der zu DDR-Zeiten weitgehend kompatibel. Preisfrage: Wieviele Gegenkandidaten hatten z. B. Kurt Beck, Mattias Platzek, Gerhard Schröder?
@Q:
Recht gebe ich Dir, dass der Weg, eine Partei von innen heraus zu verändern, lang und beschwerlich ist. Und wenn da ein einzelner an einem Strang in eine Richtung zieht, dann ist eine Bewegung, die eine Partei mit mehr als 500.000 Mitgliedern daraufhin vollführt, nicht bemerkbar.
Anders sieht das meiner Meinung nach aus, wenn da mehr Leute an einem Strang ziehen. Dann wird selbst eine solch große Partei beweglich. Es ist ja nun auch historisch nicht so, dass die Parteien sich nicht bewegt hätten.
In der Auffassung, dass manche Partei-Oberen und einflußreiche Gruppen es lieber sähen, wenn einfache Mitglieder sich auf das Putzen der Stiefel der Oberen beschränken würden, stimme ich mit Dir gänzlich überein. Allerdings haben Mitglieder auch Rechte und sind nicht verpflichtet, den Oberen nach dem Mund zu reden.
Matthias Platzeck hatte bei seiner Kandidatur zum Parteivorsitzenden keinen Gegenkadidaten und hat, wenn das Parteibuch Wiki zu Matthias Platzeck da richtig liegt, 99,4% der Stimmen bekommen. Ein solches, eigenlich eher für die DDR typische Wahlergebnis, kommt meiner Meinung nach durch das mehrstufige System zustande, so dass auf den Parteitagen nicht die Basis, sondern das mittlere Management der Partei versammelt ist.
Ein wichtiger Beitrag bei einem Engagement innerhalb einer Partei könnte zum Beispiel sein, für eine Kultur zu sorgen, in der bei Wahlen regelmäßig mehrere Kandidaten zur Auswahl stehen und eine konkurrierende Kandidatur, die oft im Gegensatz zur Einigung durch Postengeschacher als Kampfkandidatur geschmäht wird, nicht als Bedrohung für die Einheit der Partei, sondern als Zeichen für gelebte Demokratie verstanden wird.
Letztlich bin auch ich mir bewußt, dass der Beitrag, den ich dazu leisten kann, meine Partei zu verbessern, sehr gering ist. Andererseits sehe ich keine vernünftige Alternative dazu, sich in bestehende Parteien einzubringen und so eine politische Entscheidungen zu beeinflussen. Eine neue Partei zu gründen und mit einer ähnlich starken Markenkraft zu versehen erscheint mir viel aufwändiger als eine bestehende Partei zu verbessern. Letztlich geht es aber immer darum, inhaltliche Arbeit zu leisten, dh konkrete Vorschläge zu machen, was verbessert werden soll.
Mit dem Beitrag Verdichtung eines Nebels zu einem festen Ankerpunkt habe ich übrigens mal versucht, eine Diskussionsgrundlage für einige grundlegende Änderungen zu schaffen. Ich würde mich freuen, wenn sich da jemand an der Diskussion beteiligt und so zur Reife des Vorschlages beiträgt. Wie solch ein Verbesserungsvorschlag dann, wenn er reif ist, in die politische Diskussion eingebracht werden könnte, halte ich für zweitrangig.
>Recht gebe ich Dir, dass der Weg, eine Partei von innen heraus zu verändern, lang und beschwerlich ist. Und wenn da ein einzelner an einem Strang in eine Richtung zieht, dann ist eine Bewegung, die eine Partei mit mehr als 500.000 Mitgliedern daraufhin vollführt, nicht bemerkbar.Anders sieht das meiner Meinung nach aus, wenn da mehr Leute an einem Strang ziehen. Dann wird selbst eine solch große Partei beweglich. Es ist ja nun auch historisch nicht so, dass die Parteien sich nicht bewegt hätten.In der Auffassung, dass manche Partei-Oberen und einflußreiche Gruppen es lieber sähen, wenn einfache Mitglieder sich auf das Putzen der Stiefel der Oberen beschränken würden, stimme ich mit Dir gänzlich überein. Allerdings haben Mitglieder auch Rechte und sind nicht verpflichtet, den Oberen nach dem Mund zu reden.Letztlich bin auch ich mir bewußt, dass der Beitrag, den ich dazu leisten kann, meine Partei zu verbessern, sehr gering ist. Andererseits sehe ich keine vernünftige Alternative dazu, sich in bestehende Parteien einzubringen und so eine politische Entscheidungen zu beeinflussen. Eine neue Partei zu gründen und mit einer ähnlich starken Markenkraft zu versehen erscheint mir viel aufwändiger als eine bestehende Partei zu verbessern. Letztlich geht es aber immer darum, inhaltliche Arbeit zu leisten, dh konkrete Vorschläge zu machen, was verbessert werden soll.
Neuer Versuch:
[Recht gebe ich Dir, dass der Weg, eine Partei von innen heraus zu verändern, lang und beschwerlich ist. Und wenn da ein einzelner an einem Strang in eine Richtung zieht, dann ist eine Bewegung, die eine Partei mit mehr als 500.000 Mitgliedern daraufhin vollführt, nicht bemerkbar.]
Der Weg ist nicht nur beschwerlich, man wird nie auch nur ansatzweise in die Nähe des Ziels kommen.
[Anders sieht das meiner Meinung nach aus, wenn da mehr Leute an einem Strang ziehen. Dann wird selbst eine solch große Partei beweglich. Es ist ja nun auch historisch nicht so, dass die Parteien sich nicht bewegt hätten.]
Natürlich haben sich die Parteien über die Jahre verändert. Nur hat die Richtung ganz und gar nichts mit dem zu tun, was man gemeinhin als Weiterentwicklung ansehen kann. Nehmen wir die SPD. Die hat sich einen Schröder, einen Clement und ähnlich skrupelose Typen angetan, hat sich durch die zur x-beliebigen Ausgabe einer austauschbaren, neoliberalen Durchschnittpartei wandeln lassen, in der der Wille zur Macht sehr ausgeprägt, die Vertretung der Interessen des Volkes aber marginalisiert ist. 120 Jahre Geschichte der Sozialdemokratie wurden beseite gewischt, nur damit der Aufsteiger Schröder sich bei den Großen wie zu Hause fühlen konnte und Clement mit der Titulierung der Armen als Parasiten Volksverhetzung betreiben konnte. Die SPD hat im Versuch die beste CDU aller Zeiten zu sein, einen saudreckigen Job gemacht, deren negative Ergebnisse sie zwar massiv verdrängt, die sich aber letztlich nicht leugnen lassen. Es spricht derzeit nichts dafür, dass sich diese Partei besinnt.
[In der Auffassung, dass manche Partei-Oberen und einflußreiche Gruppen es lieber sähen, wenn einfache Mitglieder sich auf das Putzen der Stiefel der Oberen beschränken würden, stimme ich mit Dir gänzlich überein. Allerdings haben Mitglieder auch Rechte und sind nicht verpflichtet, den Oberen nach dem Mund zu reden.]
Ich weiß, aber die Realität ist auch so, dass es eine Parteitagsregie gibt, in der den Frontleuten das Podium, das Mikro und die Redezeit gewährt, die Presseerklärung gewidmet wird, während die Erneuerungswilligen, so sie denn überhaupt bis da kommen, als Randfiguren auftauchen, deren einzige Gelegenheit auf Aufmerksamkeit der Verriß vom Podium und der instruierten Presse ist. Und letztlich erweisen sich selbst unabhängige Palamentarier als reines Stimmvieh. Jedenfals dem Verhalten nach, was bei mir arge Zweifel daran bewirkt, dass die das Volk vertreten. Sofern da überhaupt die Ratio herrscht, muss das eine sein, die vom Blick auf die eigene Gedlbörse bestimmt ist.
[Letztlich bin auch ich mir bewußt, dass der Beitrag, den ich dazu leisten kann, meine Partei zu verbessern, sehr gering ist. Andererseits sehe ich keine vernünftige Alternative dazu, sich in bestehende Parteien einzubringen und so eine politische Entscheidungen zu beeinflussen. Eine neue Partei zu gründen und mit einer ähnlich starken Markenkraft zu versehen erscheint mir viel aufwändiger als eine bestehende Partei zu verbessern. Letztlich geht es aber immer darum, inhaltliche Arbeit zu leisten, dh konkrete Vorschläge zu machen, was verbessert werden soll.]
Du bist mind 2 Jahrzehnte jünger als ich. Die Hoffnung, dass in diesem Land etwa mit und in den Parteien zu ändern ist, habe ich schon lange nicht mehr. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer.