Gerade eben habe ich auf meinem Festnetzanschluss einen Cold Call einer Frau W. erhalten, die angab, für einen Auftraggeber “Bildungsstudie”, zu dem sie nichts genaueres sagen konnte, von einem Callcenter des “Instituts für Informationsaustausch” in der Reichsstrasse in Berlin Charlottenburg aus anzurufen.
Frau W. begründete ihren Telefonterror mit einer Umfrage für eine Bildungsstudie von Berufstätigen im Alter von 25-53 Jahren, die sie mit mir machen wollte. Ihre erste Frage war, wie alt ich bin. Auf meine Frage, wo sie meine Telefonnummer her habe, sagte sie mir, sie wisse das nicht so genau, aber ihre Firma täte Telefonnummern beispielsweise vom Zentralregister der Werbewirtschaft, Mobilfunkunternehmen oder von Gewinnspielanbietern kaufen. Frau W. fragte mich, ob ich denn nicht wüßte, dass Telefonnummern verkauft würden.
Meine Frage, ob ihr Callcenter denn auch eine Internetseite habe, beantwortete Frau W. mit Nein und legte dann unvermittelt auf. Also habe ich selbst mal ein wenig recherchiert. Von einem “Instituts für Informationsaustausch” gibt es unter http://www.kleinanzeigen-landesweit.de/anzeige-227862.html eine Kleinanzeige im Internet, deren Muster von Einleitung und Fragen haargenau auf den Telefonterror zu passen scheint.
Interessanterweise findet sich zu einem “Institut für Informationsaustausch” im Jahr 1998 auch beim Berliner Datenschutzbeauftragten etwas, dass auch ganz gut auf das Muster der in der Kleinanzeige ersichtlichen Fragen zu passen scheint. Im Jahresbericht des Berliner Datenschutzbeauftragten von 1998 findet sich folgende Passage:
Vorgetäuschte Meinungsumfragen
Wir erhielten mehrere Beschwerden gegen ein im Immobiliengeschäft tätiges Unternehmen, das Mitarbeiter beschäftigte, deren Aufgabe es war, in wohlhabenden Wohngegenden lebende Bürgerinnen und Bürger anzurufen und unter dem Vorwand, sie seien für ein “Institut für Informationsaustausch Berlin/Brandenburg” tätig, diese zu ihren Befürchtungen vor finanziellen Einbußen aufgrund der Euro-Einführung sowie deren Einkünften und der familiären Lebenssituation zu befragen. Die Betroffenen machten zahlreiche Angaben in der Annahme, bei der Befragung handele es sich um eine anonymisierte Meinungsumfrage. Erst bei einem zweiten Anruf, bei dem das Unternehmen unter seinem wirklichen Namen auftrat und Beratungsleistungen zu Vermögensfragen anbot, offenbarte sich den Betroffenen, dass die Daten zusammen mit ihrem Namen und Telefonnummer zum Zweck der Kundenakquise aufgezeichnet worden waren.
Nach § 28 Abs.1 Satz 2 BDSG müssen personenbezogene Daten nach Treu und Glauben und auf rechtmäßige Weise erhoben werden. Die Angabe, für ein “Institut für Informationsaustausch” tätig zu sein, sowie die Fragen zur Euro-Angst dienten dazu, die Angerufenen über den Gesprächspartner und den Zweck der Befragung zu täuschen, indem der Eindruck erweckt wurde, mit einem Markt- und Meinungsforschungsinstitut zu sprechen. Diese Datenerhebung verstößt gegen Treu und Glauben und ist damit rechtswidrig.
Bei einer von uns durchgeführten Prüfung in den Betriebsräumen des Unternehmens vergewisserten wir uns davon, dass die bei den Beschwerdeführern erhobenen Daten nicht länger gespeichert wurden, nach dem es zu keinem Beratungsgespräch gekommen war. Der Geschäftsführer des Unternehmens versicherte uns, die aus datenschutzrechtlicher Sicht unzulässige Akquisepraxis eingestellt zu haben. Uns wurden entsprechende schriftliche Anweisungen an die Mitarbeiter des Unternehmens vorgelegt.
Falls jemand in der Folge eines Anrufes zweifelsfrei herausbekommt, woher der Anruf wirklich kam - zum Beispiel durch eine Einladung zu einem Termin oder gar einem wahrgenommenem Termin bei einem Immobilienunternehmen -, freut sich der Berliner Datenschutzbeauftragte sicher über eine Notiz darüber. Ich freue mich übrigens auch über Kommentare weiterer Betroffener der Umfrage “Bildungsstudie” vom “Institut für Informationsaustausch”.
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| Weisswurstmarke |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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[…] Ich frage mich nun, ob sich das “Institut für Informationsaustausch” wohl aufgrund meines Berichtes zum Cold Call umbenannt hat? [Trackback URI] [Permalink] […]
Das ist ja langsam wirklich ein echter Witz.
http://www.play...ann….html
Die Kleinanzeige ist einfach grandios.
Es ist rechtswidrig ok, aber der beste Weg für eine Kundenaquise.
Verletzt wird niemand, die Kunden profitieren höchstens.
Habe heute, d. 12.07.2007 einen Anruf-Versuch vom o.g. “Institut…” vernommen. Erbitte Ihre Info, welche Behörde diese Tel.-Belästigung verfolgt.
Heute bin ich von einer Dame des Instituts für Informationsaustausch angerufen worden. Meine Nachfrage, ob sie mir dann eine Versicherung oder ähnliches verkaufen würden verneinte sie. DIe Daten würden eher in Zeitungen erscheinen. Ich fragte sie dann nach der Webseite. Sie hätten keine. Woraufhin ich mitteilte, daß ich keine Zeit und Lust habe die Fragen zu beantworten.
- aber schon interessant, daß sie offensichtlich wieder unterwegs sind. Eine Beschwerdeadresse würde mich auch interessieren - vielleicht als Ergänzung zu diesem Blog ganz hilfreich.
Hallo zusammen,
eine ganz linke Masche wird da abgezogen.
Erst der Anruf dieses “Instituts”, später Anruf zu einer Terminvereinbarung einer Fa. Gröhler.
Selbst erlebt!
Nicht zusagen! Siehe diese interessante Link hier:
http://www.rbb-...ews6759778.html
Viele Grüße und…
…wachsam sein.
Soeben bekam ich einen Anruf des Instituts, diesmal aus Hessen. Auf meine Frage, ob dies eine vom Lande Hessen beauftragte Umfrage sei antwortete die Dame mit JA.
Auf meine bitte mir doch die Webadresse zu nennen, grummelte sie www.institutfürinformationsaustauschinhessen.de woraufhin ich verwundert sagte dies sei aber eine ungewöhnlich lange URL. Nach einigem hin und her sagte sie mir ich solle doch mal auf http://www.focusfinanz.de/ schauen…. na ja… nicht besonders clever…. nun kann sich jeder sein eigenes Bild machen. ICh jedenfalls halte dies für nicht zulässig.
ich habe am 1. Feb 2008 einen Anruf erhalten von einer Dame, die angab im Auftrage des “Institut für Informationsaustausch in Hessen” eine Umfrage über die Zufriedenheit und Kenntnis des Steuersystems zu machen (’… sind Sie mit der Steuergesetzgebung zufrieden’, ‘… sind Sie mit den Regelungen vertraut’, ‘… Sie zahlen sicherlich mehr als xxx Euro Einkommensteuer’, usw.). Auf die Frage nach einer Website wurde angegeben ‘www.institutfuerinformationsaustauschinhessen.de’, was ich sofort als nicht erreichbare Adresse identifizierte. Die Dame erklärte mir, dass stände aber so auf dem Zettel, den sie vor sich liegen habe.
Auch die Frage ob die Umfrage vom Lande Hessen beauftragt sei (ich wohne in Hessen), antwortete die Dame mit ‘Ja’. Die Frage nach einer alternativen Adresse verneinte sie.
Offensichtlich habe sie dazu gelernt und nennen keine andere URL mehr. Bin mal gespannt, ob da noch mehr kommt…
Das “Institut für Informationsaustausch” aus Hessen ist nach wie vor aktiv, nach gleichem Muster, wie vrws gerade beschrieben hat. Vergleichbare www-Adresse, etwas kürzer und nicht erreichbar.
“Würden Sie, wenn Sie steuerliche Einsparungen erreichen könnten, dieses sofort angehen?”, so der nette Herr … Ja, natürlich … Sieht mir ganz danach aus, daß ich dann in Kürze ein paar schicke Schnäppchen-Immobilien in “Toplage” angeboten bekomme, die sich wunderbar vermieten lassen … oder ähnlich.
… wie gesagt, wachsam bleiben! Nicht drauf reinfallen!
Habe gerade auch so einen Anruf bekommen und der Dame Fragen gestellt. Sie arbeitet seit drei Wochen dort, ist noch in der Probezeit. “In der heutigen Zeit, was will man machen”, sagte sie. Das Institut sitze in Berlin, von da rufe sie auch an, sagte sie. Die Nummer hätte sie von ihrem Boss, dessen Namen sie mir nicht sagen dürfe. Was mit den Daten passiere, die ich ihr gebe, wollte ich wissen. Die würden für diese Umfrage verwendet und ausgewertet. Wer der eigentliche Auftraggeber dieser Umfrage oder Studie ist, wusste sie auch nicht. Ich habe mir ihre Fragen zum Steuersystem gar nicht mehr angehört, sie hat schnell gemerkt, dass ich es bin, der hier Fragen stellt. Sie hat dann aufgelegt.
Die Begriffe Institute oder Akademien sind leider nicht gesetzlich geschützt. Jeder kann sich Institut oder Akademie nennen. Wir sollten ein Institut gegen ColdCalls gründen.
[…] bekommen. Habe alle Fragen abgewimmelt und Gegenfragen gestellt, worauf man auflegte. Dieser Link hier dürfte alle Fragen zu diesem “Institut” […]
Anruf vom “Institut für Informationsaustausch” eben (28.04.08, 18:12) erhalten: Mann fragt nach Alter, Stand, , Anzahl Kinder
Wurde grad eben auch vom “Institut für Informationsaustausch” angerufen, direkt mit meinem Namen angesprochen und die Dame meinte, sie würden eine Studie bei Arbeitnehmern zwischen 25- XY durchführen. Da ich selbst in der Marktforschung (!!) tätig bin und daher ziemlich genau weiß, wie es seriös abläuft bzw. ablaufen kann, hab ich erstmal danach gefragt, wo sie meinen Namen und meine Nr. her haben. Ihre Antwort: ” Der erscheint auf meinem Bildschirm!”
Meine Frage, von woher sie anruft: “Institut für Informationsaustausch in Sachsen.”
Ich musste ihr leider sagen, dass ich noch keine 25 bin (tatsächlich!), daraufhin hatte sich das Ganze erledigt….
Sehr supekt, die ganze Sache.