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27. August 2006

Sigmar Gabriel im Heise Ticker

von @ 13:03. abgelegt unter Über dieses Blog, Presseschau, Recht und Unrecht, Deutschland, Politik, SPD, Sigmar Gabriel, Forenhaftung, pop ./. www

Während das Land Niedersachsen vor wenigen Jahren noch 35.000 Euro für einen Berater gezahlt hat soll, damit Sigmar Gabriel in die Medien kam oder gut bei den Medien ankam, wer weiß das schon so genau, so bekommt mein Genosse Sigmar, der Bundesumweltminister, dank seiner Berater von der Kanzlei Buse die Publicity inzwischen gratis. Zwar ist eine Würdigung seines Verständnisses für Internetkulter als Popbeauftragter bei Heise Online nicht gerade ein Auftritt bei Sabine Christiansen oder Berlin Mitte, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

In der neuesten Ausgabe der Wochenschau “Was war - was wird” hat es der wohl immer noch amtierende Popbeauftragte Sigmar Gabriel diese Woche dank seiner Abmahnung für mein Parteibuch zum Star geschafft. Endlich wird die Funktion von Sigmar Gabriel als Popbeauftragter anständig gewürdigt und Sigmar Gabriel bekommt in Form des Bukowski-Zitates: “Den Göttern kommt das große Kotzen” die gewünschte Aufmerksamkeit.

Dabei sollten wir eigentlich dankbar dafür sein, dass der Popbeauftragte Sigmar Gabriel auf den Spuren der Experten für Klowand-Kommunkation dafür sorgt, dass das Thema Forenhaftung nun auch breiteren Bevölkerungsschichten erschlossen wird. Vielleicht macht ja Sabine Christiansen mal eine Sendung zum Thema Forenhaftung bei Beiträgen zu VW und Prostitution, da könnte Sigmar Gabriel dann ja auch auftreten.

Ob er zum Thema Forenhaftung irgendwelchen Sachverstand mit in die Diskussion einbringen kann oder nicht, spielt bei Sabine Christiansen sicher doch wie üblich keine Rolle. Und schließlich kann man als abgewählter Ministerpräsident, ehemaliger VW-Aufsichtsrat, mega-erfolgreicher Unternehmer, Umweltminister und Popbeauftragter doch wirklich zu allem eine Meinung haben.

Aussterben dürften bald der Beruf des humoristischen Künstlers in Deutschland. Nicht, weil humorlose Politiker ihnen mit der juristischen Keule kommen, sondern weil die Realität schon lange alles überholt hat, was ein Komödiant oder Künstler sich an absurd überspitzter Übertreibung je ausdenken könnte. Aber das behalte ich wohl lieber für mich, sonst kommt unser Popbeauftragter noch auf die Idee, meine Webseite dem erweiterten Kunstbegriff zuzurechnen und verläßt die Spuren der großen Klowand-Kommunikatoren Deutschlands.

16 Kommentare zum Beitrag “Sigmar Gabriel im Heise Ticker”

  1. Andreas Skowronek sprach

    Marcel, der Genosse Sigmar hat den Genossen Machnig zum Staatsekretär berufen. Machnig, Du weißt doch, das ist der Macher der “Kampa 98″.

    Siggi will seit jeher in die Medien, möchte der Genosse doch auch mal in der Waschmaschine sitzen und sagen dürfen: “Die Richtlinien-Kompetenz ist meine - “L´etat c´est moi”, geht ja nicht.

  2. Andreas Skowronek sprach

    Wegen versehentlicher Absendung nun die Fortsetzung zu # 1:

    Und bestimmt haben der Matthias (Vorname vom Machnig) und der Siggi das Bildchen gesehen, sich kurz angegrinst und dann unisono gesagt: “Das ist. Da machen wir was raus.” Wenn sich schon keine Sau für das Thema “Umwelt” interessiert und wir beiden ja auch nicht so richtig wissen, was wir zu den AKWs so sagen sollen … – so oder so ähnlich könnte es gelaufen sein.

    Vielleicht sogar alles nur inszeniert. Die “Kampa 98″ ist der Ursprung inszenierter Politik-Events.

    Anyhow. Du hältst das aus ;-)

  3. Mein Parteibuch sprach

    Andreas, das ist wirklich eine nette Idee für die Veröffentlichung eines fiktiven Gespräches.

  4. outsmart sprach

    Das war erst der Anfang, Gabriel wird auch schon bald Thema bei der BILD sein - und der Artikel wird dann nicht so harmlos ausfallen wie bei heise.

  5. Andreas Skowronek sprach

    BILD?
    Bei wem der hier Lesenden genießt denn die BILD die Qualität eines Fürsprechers, Kronzeugen oder womöglich die einer seriösen Zeitung?

    Noch nie von Günter Wallraff und dem BildBlog gehört?

  6. Mein Parteibuch sprach

    Andreas, ich meine, es wäre das beste, wenn da eine Zeitung drüber schreiben würde, die zum Niveau von Sigmar Gabriel paßt. Sonst liest er den Artikel womöglich gar nicht und das wär doch schade, weil er dann nicht sagen kann: “Guck ma Mama ich bin inne Zeitung.” Ich meine, in diesem speziellen Fall paßt die BILD-Zeitung ganz gut. ;-)

  7. Rolf Schaelike sprach

    Andreas @5:
    Mit den Argumenten Springer-Presse (Bild) hetzt, die CDU sei eine Partei der Kapitalisten (Ausbeuter), kritrische Menschen seien Agenten des BND und des SPD-Ostbüros etc., konnte die DDR-Staatsfühgrung die Menschen an der Stange halten. Der Spiegel, der stern, die FAZ, die FR waren ebenfalls verboten. Auch die TAZ.

    Die Bild wird von Millionen gelesen, bestimmt auch von Gabriel.

    Soll diesen Millionen, einschliesslich Gabriel, verboten werden, hier zu posten?

    Wallraff versuchte mit schlechten Mitteln ein gutes Ziel zu erreichen. So etwas funktioniert nicht. Nicht umsonst gibt es den Verdacht, dass Wallraff Mittel der DDR-Staatssicherheit war. Richter Buske hat mit sehr fragwürdigen Begründungen verboten zu behaupten, Wallraff war Stasi-IM. Den Wallraff-Anwalt Helmuth Jipp kenne ich persönlich sehr gut.
    Hat mich in zwei Sachen bei Buske “vertreten” und himmelhoch verloren, weil er keine Lust hatte nachzuweisen, dass meine Internet-Veröffentlichung eine wahre Tatsachenbehauptung war.
    Trotzdem bin ich Helmuth Jipp und meinem Kläger dankbar. Ansonsten würde auch ich auf Buskes Demagogie reinfallen und denken, ihm käme es auf die materielle Wahrheoit an.

  8. outsmart sprach

    @Andreas

    Die Realität ist nunmal, BILD ist in der Lage Politiker “zu vernichten”

  9. Rolf Schaelike sprach

    @Andreas 8
    Die Realität ist nunmal, BILD ist in der Lage Politiker “zu vernichten”
    Allerdings nur, wenn es dazu einen Grund gibt.
    Wallraff hat BILD gestärkt mit seinen falschen Methoden.
    Die Auflage ist nicht gefallen. BILD hat gelernt.

    Es gibt viele Möglichkeiten, Politiker zu “vernichten”.
    Es stellt sich die Frage, wie verhält man sich gegenüber diesen potentiellen “Vernichtern”.
    Diese zu vernichten versuchen, führt, sollte die Vernichtung der BILD Erfolg bringen, zum Aufstieg neuer “Vernichter” von Politikern.
    BILD ist nicht Ursache.

  10. wirtschaftsweiser_ch sprach

    in der politik ist nichts umsonst… frag mal den hunzinger. ;o)

  11. Eddy sprach

    [zitat]
    Aussterben dürften bald der Beruf des humoristischen Künstlers in Deutschland. Nicht, weil humorlose Politiker ihnen mit der juristischen Keule kommen, sondern weil die Realität schon lange alles überholt hat, was ein Komödiant oder Künstler sich an absurd überspitzter Übertreibung je ausdenken könnte.
    [zitat]
    Gut erkannt. Früher gern erlebte Kabarettisten wie Volker Pispers, Richard Rogler oder Mathias Richling sind für mich heute als solche kaum noch wahrnehmbar. Schmerzlich. Angesichts einstiger Sketche und aktueller Realitäten kommen sie den reaktionärsten/ volksfeindlichsten Gehirnen unserer Politikerkaste beinahe als Tip-Geber daher. Satirisch ist daran schon lange nichts mehr. IMHO natürlich.

  12. stefan sprach

    http://www.lawb...iheit-geht-vor/

  13. macdet sprach

    @ Politiker “zu vernichten”
    Bitte liebe BILD, versuch es doch auch mal mit den Managern die mich und Rainer Beutler einfach platt gemacht haben.

    Liebe Bild Google ist bereits auch unserer Seite. Was haben die Suchbegriffe “SPD Mobbing” und “Mobbing Gewerkschaft” oder “Autostadt Personalabteilung” gemeinsam –>

    alles führen zur Wahrheit und zu den Seiten des Mobbing-Gegners.

    Erster Teil der Mission erfüllt!

  14. Netzstreife : Recht und Gerechtigkeit sprach
  15. Mein Parteibuch » Noch mehr Fanpost von der Kanzlei Buse Heberer Fromm sprach

    […] Was die kleine PR-Agentur am Rande unserer Stadt macht, das macht sie gründlich. Die Kanzlei Buse Heberer Fromm ist nicht weniger gründlich. Immerhin hat es die Kanzlei Buse Heberer Fromm mit ihrer Abmahnung von Mein Parteibuch bereits geschafft, ihren Mandanten Sigmar Gabriel in zahlreichen gut besuchten und gern gelesenen Weblogs, im Heise-Ticker und im Kölner Stadt-Anzeiger zu plazieren. […]

  16. Mein Parteibuch » Sigmar Gabriel und Mein Parteibuch im Kölner Stadt-Anzeiger sprach

    […] Nachdem die Geschichte bereits am Wochenende durch den Heise-Ticker gelaufen ist, hat Sigmar Gabriel es mit seinem Besuch in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt nun auch zu zusätzlicher Medienpräsenz in den Printmedien geschafft. Ganz nebenbei habe ich so erfahren, dass Sigmar Gabriel sich bei seiner juristischen PR-Aktion möglicherweise Kurt Beck zum Vorbild genommen, denn der hat das Satire-Magazin Titanic mit einem einseitigen Vergnügen, äh einer einstweiligen Verfügung, belegt, weil ihm der Titel der Juli-Ausgabe nicht gefallen hat. […]

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