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26. August 2006

Sigmar Gabriel auf den Spuren der Experten für Klowand-Kommunikation

von @ 19:19. abgelegt unter Humor, Deutschland, Politik, SPD, Sigmar Gabriel, pop ./. www
Ich will auch zu den Bloggern, Herr von Matt
Quelle: Jens Scholz

Ob ein voller Terminkalender oder Griesgram die Ursache dafür ist, dass Sigmar Gabriel mir auf meine E-Mail, die ich ihm als Reaktion auf seine Abmahnung geschickt habe, bisher immer noch nicht geantwortet hat, vermag ich nicht zu beurteilen.

Während Sigmar Gabriel selbst sich nach der Abmahnung durch seine Anwältin humorlos in Schweigen hüllt, habe ich jedoch bereits einige kreative Rückmeldungen aus der Blogosphäre bekommen. Eine Suche nach Sigmar Gabriel bei Technorati fördert viele lustige Beiträge zu Tage, die zeigen, dass Blogger sich auf Späße verstehen.

Besonders gut gefallen hat mir die Kreativität von Jens Scholz, der das streitgegenständliche Bild genommen hat, und die abgemahnte Bildunterschrift “Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz” durch “Ich will auch zu den Bloggern, Herr von Matt” ersetzt hat (siehe Bild links). Wer sich mit Jean Remy von Matt, Jürgen Martens, Euroweb und den Klowänden des Internets bisher nicht so gut auskennt, findet bei Julio Lambing eine recht lange aber hochinteressante Abhandlung dazu, was die humorlose Abmahnung von Sigmar Gabriel mit Klowand-Komunikation zu tun hat.

Aber auch die Juristen unter den Bloggern zeigen sich von ihrer humorvollen Seite. Der ausführliche Artikel »Satire« Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz, den Ewald T Riethmüller gestern im R-Archiv veröffentlicht hat, hat sicher auch so manchem Juristen zum Schmunzeln gebracht. Und der Artikel zu Sigmar Gabriel im Lawblog zeugt genauso von Humor wie der Artikel zur Abmahnung von Sigmar Gabriel im Rebellmarkt.

Felix hingegen meint, der Sigmar Gabriel treibt den Preis für Satire in die Höhe, und was der Baseblogger, in dessen 20stem Post das abgemahnte Bild immer noch online ist, im Beitrag Abwägen schreibt, trau ich mich gar nicht wiederzugeben.

Gibt es eigentlich irgenwo einen auf die Bedürfnisse von Politikern abgestimmten VHS-Kurs Humor für Anfänger?

14 Kommentare zum Beitrag “Sigmar Gabriel auf den Spuren der Experten für Klowand-Kommunikation”

  1. Rolf Schaelike sprach

    Gabriel ist ein Machtmensch.
    Mit Dir, Marcel, wird er nur kommununizieren, wenn er meint, Du hast Macht.
    Ansonsten entsendet er seine Vasallen. Im konkreten Fall seine Anwaeltin, deren Interessen - Geld verdienen und Karriere - er als Machtmensch selbstverstaendlich beruecksichtigt.

  2. RobT sprach

    Ich hatte mal gehört, daß bei Abmahnungen immer erst die eigenen Mittel genutzt werden müssen. Daß sich im gesamten Umweltministerium nicht ein Volljurist finden sollte, ist unwahrscheinlich. Oder muß ich hier zwischen dem Privatmann Gabriel und der öffentlichen Person des Ministers unterscheiden? Welche von beiden wurde beleidigt? Ich denke, der Ministerpräsident Gabriel…

  3. Kai sprach

    @ 2 Sehr guter Gedanke. Jedoch ist der juristische Sachverstand in den Ministerien möglicherweise nicht immer in vollem Umfang gewährleistet. Wie die Situation im Umweltministerium aussieht, kann ich nicht beurteilen. Man kann nur hoffen, dass die Juristen im Umweltministerium mehr vom Internet verstehen als diejenigen im Gesundheitsministerium, die davon ausgehen, dass durch einen Hyperlink ein Vertrag zu Stande kommt. Also unter dem Gesichtspunkt des juristischen Sachverstandes war es möglicherweise ganz sinnvoll, auf die bekannte Anwaltskanzlei zurückzugreifen.

  4. Rolf Schaelike sprach

    Zu Kai @3
    Das Ganze beweist doch nur, dass Politiker mit ihren Methoden das Internet vereinnahmen möchten.
    Denen entgleist die Macht.
    Hoffentlich drehen die nicht weltvernichtend durch.

  5. Dark Passion sprach

    @RobT:
    Das stimmt. Wenn eine Firma, oder wie in diesem Falle ein Ministerium über eigene Justiziare oder eine eigene Rechtsabteilung verfügt, oder die betreffende Person gar selber Jurist ist, dürfen die eigentlich keine “Fremd-Hilfe” von Außen in Anspruch nehmen (hat glaube ich auch das hessische (?) Landgericht bestätigt.

  6. Hartmut Pilch sprach

    @ 5
    Wahrscheinlich darf er schon eine fremde Kanzlei in Anspruch nehmen. Nur kann er sich dann vom Abgemahnten, falls der dem Streit durch Abgabe einer Unterlassungserklärung ausweicht, möglicherweise nicht auch noch das Anwaltshonorar für die Abmahnung bezahlen lassen.

    Aber in diesem Falle lohnt es sich wahrscheinlich wirklich, sich auf einen Rechtsstreit einzulassen. Ich wäre jedenfalls mit einer Spende von 100 eur dabei.

  7. Arno Nym sprach

    Sigmar Gabriel mimt in der Abmahnung den Privatier Gabriel, dessen Persönlichkeitsrecht verletzt wurde. Würde er das Ministerium das nutzen, seine privaten Rechtsangelegenheiten zu besorgen, wäre das eine Verschwendung von Steuergeldern.

    Das Urteil des AG Frankfurt besagt, dass er, wenn er selbst Abmahnanwalt wäre, die Abmanung ohne Berechnung von Gebühren selbst hätte schreiben müssen. Hier im Weblog gibt es einen Eintrag zum entsprechenden Urteil des AG Frankfurt, dass die Knazlei Sewoma in eigener Sache gegen Syndikus/Gravenreuth erstritten hat. Sewoma hat übrigens auch den Parteibuchblogger Marcel erfolgreich gegen die Klage von Schoggo-TV aus Mannheim verteidigt.

  8. Andreas Skowronek sprach

    zu @ 4 von Rolf Schaelike

    Das Ganze beweist doch nur, dass Politiker mit ihren Methoden das Internet vereinnahmen möchten.

    Na, na, na – jetzt aber mal nicht übertreiben. So ein Bildchen ist noch lange kein politisches Traktat, das die politische Stellung des Herrn Minister in irgendeiner Weise anfechten könnte.

    Die These von einer den Politikern “entgleitenden Macht” (Du schriebst “entgleist”, aber ich vermute mal, dass Du “entgleitet” meintest) muss erst noch bewiesen werden.

    Wir wissen ja noch nicht mal, ob S.G. ganz bewusst Klein-Bloggersdorf bebachten lässt oder, ob ihm lediglich ein Tipp zugegangen ist.

  9. Rolf Schaelike sprach

    Zu Andreas @8:
    “Entgleiten” bedeutet: andere erhalten die Macht.
    “Entgleisen” bedeutet: es wird eine Katasprophe geben bzw. diese gibt es schon.
    Das letztere habe ich bewusst gemeint.
    Die Politspielchen, zu denen “Entgleitungen” gehren, interessieten mich relativ wenig.

  10. Mein Parteibuch » Sigmar Gabriel im Heise Ticker sprach

    […] Dabei sollten wir eigentlich dankbar dafür sein, dass der Popbeauftragte Sigmar Gabriel auf den Spuren der Experten für Klowand-Kommunkation dafür sorgt, dass das Thema Forenhaftung nun auch breiteren Bevölkerungsschichten erschlossen wird. Vielleicht macht ja Sabine Christiansen mal eine Sendung zum Thema Forenhaftung bei Beiträgen zu VW und Prostitution, da könnte Sigmar Gabriel dann ja auch auftreten. […]

  11. Baseblog - Deftig Deutsch - Deutschland aus der Ferne - Sinn und Satire von Baseface alias der Fahnen-Hund » Fat Siggy reloaded sprach

    […] (Bild: Der mächtige Laylow in seiner Wut das eines meiner Bilder auf 20.000 Euro geschätzt wurde) This entry is filed under Palaver(t) , Satire(t) , Politik(t) , Nachtreten(t) , Vorsorge(t) , Visionen(t) , NRW(t) , Laylow pixelt(t) , Lebenshilfe(t) . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site. Leave a Reply […]

  12. srbBLOG » Blog Archiv » Sigmar Gabriel sprach

    […] Die Vorgeschichte bei Marcel dürfte ja jedem bekannt sein (grins), genauso die Antwort von Marcel. […]

  13. caligula sprach

    Der will doch nur
    Kanzler werden!

  14. mein-parteibuch.com » Statt Siggy Pop steht morgen die MLP AG auf dem Programm sprach

    […] Wie Marcel Bartels in seinem Blog mitteilt, hat der SPD-Popbeauftragte Sigmar Gabriel seine Berufung gegen das Urteil des AG Hamburg wegen der Abmahnkosten für ein Satirebildchen zurückgezogen. Der diesbezüglich für den morgigen Freitag, den 31.08.2007, beim LG Hamburg angesetzte Termin fällt deshalb ins Wasser. Stattdessen findet morgen in der Hamburger Dunkelkammer eine andere Party statt, denn um 10:30h wird dort über den Widerspruch gegen eine einstweilige Verfügung verhandelt, mit der den Finanzparasiten zwei Beiträge zur Wieslocher MLP AG verboten wurden. […]

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