Nachdem die Ärztegewerkschaft Marburger Bund unter Führung von Frank Ulrich Montgomery mit der Tarifgemeinschaft der Länder für Ärzte in Landeskliniken deutliche Einkommensverbesserungen ausgehandelt hat, stehen nun Tarifverhandlungen mit den Trägern kommunaler Krankenhäuser bevor. Da die Kommunen nach Angaben des Verhandlungsführers der kommunalen Arbeitgeber (VKA), Otto Foit, nicht willens oder in der Lage sind, die Verbesserungen zu übernehmen, sieht die Lage nach einem neuen noch größeren Ärztestreik aus.
Wer mal einen Blick in die Vereinbarung wirft, für die die Klinikärzte nun drei Wocen lang gestreikt haben, der versteht, wie attraktiv der Arztberuf im Deutschland des 21-sten Jahrhunderts ist:
Regelmäßig werden nur lockere 42 Stunden in kurzen Schichten von bis zu 12 Stunden gearbeitet. Mit Bereitschaftsdiensten und Überstunden sollen es dann üblicherweise nicht mehr als 24 Stunden proSchicht und 58 Stunden in der Woche sein. Von der Regelung kann jedoch in der Form abgewichen werden, dass auch bis zu 66 Stunden regelmäßige Wochenarbeitszeit vereinbart werden können. Eine Neuerung ist auch, dass Überstunden künftig bezahlt werden bezahlt werden müssen.
Wenn ich mir die Eckpunkte der ausgehandelten Arbeitsbedingen so durchlese, dann verstehe ich gut, dass die kommunalen Ärzte da auch scharf drauf sind. Nachdem ich mich bereits mit den Klinikärzten solidarisch erklärt habe, wünsche ich nun auch den kommunalen Ärzten viel Erfolg bei ihrem Sklavenaufstand. Ich bin zuversichtlich, dass auch Otto Foit lernen wird, dass Überstunden zu bezahlen sind.
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Die Jungärzte, die häufig arrogant und achtlos mit Gesundheit und Leben der Patienten umgehen, erhalten nun mehr Geld; dafür müssen Krankenschwestern und Pfleger erheblich Einkommenseinbußen hinnehmen.
Dabei zeigt der Streik eines, während der Zeit, in der nicht unnötig operiert wurde, starben deutlich weniger Patienten durch Pfusch der Jungärzte.
Es wird an der Zeit, daß das Bemühungshonorar endlich abgeschafft und Ärzte nach Leistung bezahlt werden!
Solche Statistiken gibt es tatsächlich, dass während eines Ärztestreiks weniger Patienten sterben.
Aber woran liegt das? Vielleicht gab es während des Streiks weniger Patienten? Also nach der Logik könnte man auf Ärzte vollständig verzichten, denn dann gibt es gar keine Patenten - und dementsprechend sterben auch keine Patienten durch Pfusch.
Ehrlich gesagt kann man gar nicht verstehen, dass Ärzte für so niedrige Löhne ihre Arbeitskraft verkaufen. Und die damalige Forderung nach 30% mehr Lohn ist als äußerst moderat zu bewerten. 100% mehr Lohn wären ohne Weiteres vertretbar. Aber man leidet lieber und verzichtet auf seinen Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand.
Es ist politisch gewollt, Ärzte gegen Krankenschwestern auszuspielen. Entsprechend werden ja auch die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gegen die Erwerbslosen ausgespielt. Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen müssten gemeinsam ihre Interessen vertreten - solange sie das nicht tun, werden sie untereinander ausgespielt.
Teile und herrsche!
Einen Arzt habe ich heute zur Gehaltserhöhung glatulieren wollen.
Wir bekommen wahrscheinlich unter dem Strich weniger als früher, war seine Antwort.
Auf die Details kommt es an.
Wieder mal werden alle für doof verkauft.
Aus welchen Quellen werden die Ärtzte denn bezahlt?
Bei uns in der Firma haben sich die Krankenssenbeiträge noch nicht erhöht.
D.h. wir brauchen keinen Druck auf die Mirarbeiter auszuüben und unsere Selbstausbeutung als Kleinstunternehmer nicht zu steigern.
bin nicht so recht richtig hier… aber das ist wieder der Hammer!
http://wiki.mob...ntoninoPatalivo der scan ist bewußt schief gehalten. Ich wünsche dem Kollegen einen langem Atem und viele wachsame Mitarbeiter
[…] Mein Parteibuch grüßt nochmals alle streikenden Ärzte und wünscht viel Erfolg in dem Bemühen, auch für Krankenhäuser in kommunaler Trägerschaft Arbeitsbedingungen zu bekommen, die nicht schlechter sind als die Bedingungen für Ärzte in Krankenhäusern mit Trägern auf Landesebene. [Trackback URI] [Permalink] […]
[…] können sich die Lokführer genau wie der Marburger Bund im letzten Jahr sicher sein, dass all diejenigen, die vom deutschen Modell des Working Poor die Nase genauso […]