Wie die handakte unter Berufung auf Tagesschau.de berichtet, wurden vorgestern im bundesweit größten Fall von Internet-Einwähl-Betrug vom Landgericht Osnabrück (Richter Dieter Temming) zwei von den vier aus aus Paderborn, Essen, Mettmann und Riga (Lettland) Angeklagten, nämlich Jan A. und Ralf K, wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs und Datenveränderung zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Besonders bemerkenswert finde ich diesen Satz:
Die Täter sollen zusammen mit zwei Komplizen über 100.000 Internetnutzer geprellt und einen Gesamtschaden von zwölf Millionen Euro angerichtet haben. Gegen die Komplizen wird weiterverhandelt. Einer der zwei jetzt verurteilten Angeklagten muss 1.400 Euro Strafe zahlen.
Bei zwölf Millionen Euro Umsatz tun 1400 Euro Geldstrafe natürlich genau wie Bewährungsstrafen richtig weh, so dass die anderen beiden Angeklagten Edward B. und Jörg H. jetzt wohl vor Angst in die Hose machen. Zum Glück ist trotz des gegenteiligen Lobbyismus der Telefongesellschaften zwischenzeitlich die Verpflichtung entfallen, Rechnungen für illegale Dialer zu bezahlen, so dass die Dialer-Masche trotz der lächerlichen Strafandrohungen gestoppt werden konnte.
Da Täterschutz in Deutschland vor Opferschutz geht, fehlt in den aktuellen Meldungen leider der Zusammenhang, um welche Bande es eigentlich geht, sodass Warnungen der Öffentlichkeit vor möglichen weiteren Betrügereien der Betrüger nicht möglich sind. Frühere Meldungen zum gleichen Sachverhalt führen jedoch immerhin zu einem Beitrag auf Dialerschutz, der über viele weitere Einzelheiten des Verbrechens informiert.
Wenn nun noch die Verpflichtung von Anschlußinhabern entfällt, die Anwahl von Mehrwertrufnummern wie Telefonsex 0900 und Anrufe zu Call-In Shows 0137 zu bezahlen, sofern er die Freischaltung dieser Nummerngassen nicht ausdrücklich gewünscht hatte, dann wäre ich mit der Politik bezüglich der Mehrwertrufnummernabzocke einigermaßen zufrieden. Dann können Kinder und Jugendliche ihre Eltern durch die Nutzung solcher Dienste nicht mehr ruinieren.
PS: Vorbildlich finde ich übrigens den Einsatz der Staatsanwaltschaft Osnabrück, die trotz der angesichts der Riesenbeute viel zu geringen Strafen nicht locker läßt, Computerkriminalität zu Lasten von Verbrauchern zu verfolgen.
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| Es gibt keine Folter |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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