Kurt Beck möchte ich hiermit zur hier im Neuköllner Estrel geglückten lautlosen 95,1%-igen Wahl als Parteivorsitzender der SPD beglückwünschen.
Und weil sich das so gehört, auch wenn 95.1% fast keine Assoziationen an den Sozialismus mehr aufkommen lassen, habe ich hier noch eine Grußadresse vom Parteibuch formuliert:
Lieber Kurt,
viele Aufgaben warten in diesem ehrenvollen Amt, dass schon so bedeutende Persönlichkeiten wie Rudolf Scharping und Oskar Lafontaine innehatten, auf Dich.
Nachdem Du ja schon den erstaunlichen aber vernünftigen Turn hinbekommen hast, zwar höhere Steuereinnahmen, aber niedrigere Steuersätze zu fordern, wüsche ich mir von Dir als Parteivorsitzender, dass Du nun den Unfug mit den 19% Mehrwertsteuer abbläst.
Des weiteren wünsche ich mir von Dir, lieber Kurt, dass Du als Vorsitzender der Rundfunkkommission der Bundesländer, dass Du die Rundfunkgebührenpflicht für PCs stoppst.
Und, lieber Kurt, was ich gar nicht verstehe, ist, dass Hubertus Heil fordert, reinen Wein einzuschenken. Ich frage mich nun, ob das nun schon ein Zugeständnis an Dich als Vertreter des Weinlandes Rheinland-Pfalz war, oder ob das zu bedeuten hat, dass die Politik in diesem Lande nüchtern nicht zu ertragen ist.
Wie soll die SPD denn so die von Gerhard Schröder so hart erkämpfte Glaubwürdigkeit behalten können?
Naja, Du machst das schon, lieber Kurt.
Besten Gruß vom Parteibuch
Dein Genosse Marcel
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| Achtung und Ehre |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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“zwar höhere Steuereinnahmen, aber niedrigere Steuersätze”
das ist übrigens kein Unsinn sondern die Laffer-kurve
http://de.wikip...ki/Laffer-Kurve
Mit steigenden Steuern sinkt nämlich die Arbeitsmotivation (da man netto weniger bekommt). Wenn jetzt der Grenznutzen der Arbeit unter den der Steuererhöhung fällt werden die Steuereinnahmen negativ. Muss auch so sein, denn bei einem fiktiven Stuersatz von 100% müsste man alles Geld an den Staat abführen. Niemand würde mehr Arbeiten die Steuereinahmen wären 0 Euro.
Bei 0% steuersatz wären die einnahmen auch 0. Ein Steuersatz zwischen 0 und 100% erzeugt hingegen positive Einnahmen.
Tja, diese Binsenweisheit - die wir doch alle eigentlich aus dem täglichen Leben kennen sollten: Größeren Einsatz erbringt nur, wer davon auch größeren Nutzen hat - ist offenkundig bei uns weder in die Hirne unserer Mitbürger noch unserer Politiker vorgedrungen…
Zu bloggnjus (1):
Mit steigenden Steuern sinkt nämlich die Arbeitsmotivation (da man netto weniger bekommt). … Muss auch so sein, denn bei einem fiktiven Steuersatz von 100% müsste man alles Geld an den Staat abführen. Niemand würde mehr Arbeiten, die Steuereinahmen wären 0 Euro.
RS: Ist leider nicht ganz so. Hängt teilweise davon ab, wer die Steuern abführt, der Arbeitsgeber oder der Arbeitnehmer.
Würden - mal angenommen - die Steuern nur über die Mehrwertsteuern abgeführt, dann wäre Nettogehalt gleich Bruttogehalt und die meisten würden sich einbilden, sie zahlen keine Steuern.
Die Preise würden allerdings steigen. Über diese würde man zwar meckern, aber arbeiten und nochmals arbeiten, um nach Jahren endlich glücklich einen Fernseher kaufen zu können.
So denken heute z.B. die meisten, dass der Arbeitgeberanteil des Gehalts nicht zum Bruttogehalt gehört, d.h. dass es Geld des Arbeitgebers ist, und nicht das Geld des Arbeitnehmers.
In einem solchen Fall (Steuern nur über die Mehrwertsteuer) würden die Menschen trotdem arbeiten und das Steueraufkommen wäre nicht gleich Null.
Es gibt noch andere Schemen:
Staatliche Betriebe, bei denen zum Jahrensanfang wieder mit Null Euro geplant wird. Der Überschuss bzw. der Verlust geht vollständig an den Staat. Ist auch eine Form von Steuereinnahmen.
Wie Menschen motiviert werden können, trotz eines geringen Einkommens zu arbeiten, wissen wir auch: Aufbau einer Diktatur.
Dabei müssen die Betriebe nicht unbedingt dem Staat gehören.
1933 - 1945 hat ja auch geklappt und die Menschen waren ganz schön motiviert und haben fleißig gearbeitet. Waren sogar bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen.
Ein Krieg kann als Arbeit gesehen werden mit einer hohen Betriebsunfall-Rate.
In der DDR war bis 1990 die Motivation ebenfalls nicht gleich Null.
Die Nostalgien heute beruhen nicht nur auf Gedächtnisschwund.
@Rolf:
Natürlich waren die Menschen im Dritten Reich motiviert, gerade nach der Weltwirtschaftskrise und der allgemeinen großen Arbeitslosigkeit der Jahre zuvor sind natürlich die Menschen froh gewesen, wieder arbeiten zu können.
Fatalerweise haben viele Menschen seinerzeit geglaubt, es sei Hitlers Verdienst, dass die Wirtschaft wieder “funktionierte” (was so nicht stimmte, denn die Wirtschaft begann sich bereits schon in den Jahren vor der sog. Machtergreifung Hitlers zu erholen, was sich ja auch in den Wahlergebnissen seinerzeit widerspiegelte, denn die Ergebnisse für die Nazis waren seinerzeit bereits rückläufig), und dieses Märchen einer damals “gesunden” Wirtschaft hat sich ja auch bis heute in vielen Köpfen gehalten, denn gesund im Sinne einer effizienten Güterproduktion war diese Wirtschaft keinewegs, die Produktion wurde zügig auf Kriegswirtschaft umgestellt und entsprechend herrschte bald “Vollbeschäftigung”, und es gibt verschiedene Historiker, die die Ansicht vertreten, dass - hätte Hitler keinen Krieg vom Zaun gebrochen - das Wirtschaftssystem der Nazis ansonsten ohnehin nach einigen Jahren kollabiert wäre und die Wirtschaft der Nazizeit gewissermaßen systemimmanent auf Expansion und Raub ausgerichtet worden sei. Nicht unbeträchtliche Arbeitsleistungen wurden dann ja auch alsbald von Sklavenheeren verrichtet, und was die Arbeitsbedingungen des dt. Volkes betrifft, kann man sicherlich auch kaum behaupten, dass diese Wirtschaft einen gesunden allgemeinen Wohlstand geschaffen hätte, letztlich lief es auf totale Ausbeutung hinaus - insofern ist es m.E. außerordentlich zynisch zu behaupten, die Menschen seien von 1933-1945 “ganz schön motiviert” gewesen.
Ja, natürlich, wenn Dir jemand eine Pistole an den Kopf hält, dann arbeitest Du natürlich.
Aber zugleich gibt es - systembedingt - in einem solchen System keinen freien Wettbewerb mehr, denn freier Wettbewerb setzt den freien Wettkampf von Ideen und Konzepten voraus, und in einem Land, in dem nicht frei diskutiert und gesprochen werden darf, sterben schon bald der kreative Austausch sowie der freie Fluß der Ideen und Gedanken, die Willensbildung erfolgt dann nicht mehr unten nach oben, sondern von oben nach unten.
So hat ja beispielsweise das Naziregime aus rein ideologischen verbohrten Motiven manche vielversprechenden Forschungsbereiche lahmgelegt, die Physik und die Konzepte eines Albert Einstein beispielsweise wurden seinerzeit als “jüdische Wissenschaft” abqualifiziert und nicht gestützt.
Ein solches System ist immer nur so “gut”, wie der oberste Taktgeber, und wenn in solchen Systemen die Führung versagt, versagt letztlich das ganze System, da ja alles auf die Umsetzung des Willens der Führung ausgerichtet ist und abweichende Konzepte und Meinungen nicht geduldet werden.
Das ist in einem freien Markt eben anders, dort bewegen sich idealerweise freie Wirtschaftssubjekte, die fortlaufend mit unterschiedlichen Konzepten und Ideen gegeneinander im Wettbewerb antreten, so dass eine fortlaufende Verbesserung und Befruchtung stattfindet.
Was ansonsten die nostaligischen Anwandlungen hinsichtlich der DDR betrifft:
Selbstverständlich empfinden viele Menschen hinsichtlich ihres früheren Lebens Nostalgie, das hat wenig mit tatsächlichen Vor- oder Nachteilen zu tun, ebenso wie im deutschen Westen auch ältere Bürger ihre Vergangenheit - die doch teilweise nicht gar so toll war - gerne verklären, das hat nichts mit dem System zu tun, sondern ist ein natürlicher Vorgang des Älterwerdens.
Im übrigen hat die Wirtschaft der DDR ja hinlänglich ihre Ineffizenz mehr als deutlich vorgeführt, denn der Zusammenbruch der DDR ist ja nun keine Halluzination gewesen…
Dass Menschen trotzdem stolz auf ihre persönliche Arbeitsleistung sind - geschenkt, das ist doch nur natürlich und verständlich.
Ändert aber nichts an der generellen Ineffizienz der meisten DDR-Betriebe.
Zitat:
schon so bedeutende Persönlichkeiten wie Rudolf Scharping und Oskar Lafontaine innehatten, auf Dich.
Ja, Scharping war sicherlich eine bedeutende Persönlichkeit “g”
Der Mann hat Millionen an Steuergeldern verplempert.