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2. März 2006

Friedbert Pflüger ist in Britz nicht willkommen

von @ 12:40. abgelegt unter Neukölln, Berlin, Deutschland, Politik, Friedbert Pflüger, Abgeordnetenhauswahl 2006

Friedbert PflügerEinen kurze Meldung habe ich noch im Nachgang zur Abteilungssitzung vorgestern. Da habe ich mit etwas Verspätung erfahren, dass der Spitzenkandidat der CDU Berlin, der Hannoveraner Friedbert Pflüger, bei den Abgeordnetenhauswahlen im September gegen meine Kommilitonin Petra Hildebrandt im Wahlkreis 03 (Britz) antreten will.

Petra Hildebrandt hat alles, was wir hier in Neukölln von einer Politikerin erwarten: sie ist hier in Neukölln zu Hause und hat ihr Abitur hier in Neukölln am Albert-Einstein-Gymnasium gemacht, sie ist klug und hat hier in Berlin an der TU Betriebswirtschaftslehre studiert und sie engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt politisch mit der SPD in Neukölln. Dass sie dann auch noch gut aussieht, kann man ihr sicherlich nicht vorwerfen.

Schwer zu verstehen ist, was Friedbert Pflüger hier nach Neukölln verschlagen hat. Nachdem sich im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2005 bereits mit Eberhard Diepgen in Neukölln bereits ein Vertrauter des Strippenziehers Klaus-Rüdiger Landowsky eine Schlappe abgeholt hat, kommt jetzt also mit dem erklärten Berlin-Gegner Friedbert Pflüger der nächste Import nach Neukölln. Auch wenn die Fäden der üblichen Strippenzieher zu Friedbert Pflüger noch nicht zu erkennen sind, werde ich das Gefühl nicht los, hinter Friedbert Pflüger sähe ich Fäden im Schatten von Klaus-Rüdiger Landowsky, der sich gerade mit vielen Parteifreunden von der CDU in Moabit vor Gericht verantworten muß, weil ihm zur Last gelegt wird, dass er ein paar Hundert Millionen Euro an Parteigenossen verschoben hat.

Aber schließlich geht es der CDU Berlin ja auch gar nicht darum, die Abgeordnetenhauswahl 2006 zu gewinnen, sondern sie mit Friedbert Pflüger, der nach der Wahl nicht Oppositionsführer der CDU in Berlin werden und sich stattdessen weiterhin als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium ausruhen möchte, mit Anstand zu verlieren.

Das Ziel der CDU in Berlin ist es, dass Image der asozialen Verbrecherpartei loszuwerden, wo im Abgeordnetenhaus Mitbürger als Ratten beschimpft werden. So besteht die Aufgabe von Friedbert Pflüger allein darin, zu lächeln, die Niederlage einzustecken, und zu zeigen, dass nicht alle Politiker der CDU in Berlin kriminell sind. Dass die CDU in Berlin dafür jemanden aus Hannover holt, der zwar nicht kriminell ist, aber seine Frau wegen einer Affäre mit seiner über 20 Jahre jüngeren Sekretärin sitzen gelassen hat, spricht Bände.

Seine Beziehung zum Wahlkreis Britz erklärt Friedbert Pflüger so: Ich freue mich, in Neukölln anzutreten - für welchen Wahlkreis, ist mir egal. Kein Wunder, dass Friedbert Pflüger hier in Neukölln so unbeliebt ist, dass er selbst in der Britzer CDU nicht willkommen ist. Nun darf Friedbert Pflüger erst einmal in einer Kampfabstimmung die Kandidatin der CDU-Britz, Sabine Toepfer-Kataw, wegboxen, bevor er dann als Spitzenkandidat der CDU die Wahl gegen Klaus Wowereit verliert.

16 Kommentare zum Beitrag “Friedbert Pflüger ist in Britz nicht willkommen”

  1. hundeblick sprach

    Zugereiste sind nicht willkommen, Empörung über aussereheliche Affären… bei Euch geht’s ja zu wie in Bayern.

    Nur das Bier ist nicht so gut.

  2. Stefan sprach

    “Schwer zu verstehen ist, was Friedbert Pflüger hier nach Neukölln verschlagen hat.”
    ne frechheit, nichtwahr? lasst ihr nach neu-köln nur türken einwandern?

  3. Mein Parteibuch sprach

    @hundeblick
    Die Idee finde ich klasse, schicken wir den Friedbert Pflüger am besten gleich weiter nach Bayern, damit er dann als Ministerpräsident von Bayern kandidiert. Die Bayern würden sich sicher freuen.

    Über den außerehelichen Verkehr des Moralapostel’s Friedbert Pflüger bin ich übrigens nicht empört, ich meine bloß, dass das perfekt zum Gesamtbild der Persönlichkeit paßt. Das moralisch zu beurteilen überlasse ich lieber den Wählern und Wählerinnen.

    @stefan
    Ich bin doch nicht fremdenfeindlich. Ich würde mich freuen, Friedbert Pflüger als meinen Nachbarn hier in Neukölln begrüßen zu dürfen. Schade, dass es Friedbert Pflüger mit seiner Kandidatur in Neukölln dann doch nicht so ernst ist, dass er dafür nach Neukölln ziehen würde.

  4. Horst der Weise sprach

    Ich kannte da mal einen der wurde “aus Hannover nach Berlin” geholt und hat nicht weniger als drei Frauen für jeweils “eine jüngere sitzen lassen”. Der wurde hier aber komischerweise nie beschimpft.

  5. Daniel sprach

    Wenn ich mich recht erinnere, ist Pflüger auch mal wieder eine kleiner rechter Weikersheimer wie unser Bundespropaganda… äh.. Bundesinnenminister Schäuble und PI- und Vers 1-Schreiberling Andreas Schneider. Wen wundert’s, dass mit solch verqueren Gestalten kein vernünftiger Mensch etwas zu tun haben will? Und die Gesinnungs- und Meinungsinzucht kocht das Ganze dann immer schön hoch…

    MfG

    Daniel

  6. Ramirez sprach

    Das hätte Pflüger wissen müssen: Berlin ist tiefste Provinz. Nicht nur, dass da Kandidaten gefeiert werden, die sich zeit ihres Lebens nicht aus dem Dunst ihres Viertels herausbewegt haben, wahrscheinlich gibt es da auch noch Inzest.

  7. Manni sprach

    @*Herr* Bartels:
    Sie wollen allen Ernstes dem Herrn Pflüger zum Vorwurf machen, daß er ein etwas interessanteres Liebesleben hat?
    Wie kommt es eigentlich, daß Sie diese moralischen Maßstäbe nicht dann konsequenterweise auch auf Schröder, Fischer und andere “Familienmenschen” der rotgrünen Versagerbande anlegen?
    Insbesondere Schröder, der nun bekanntermaßen seine vorherigen Frauen betrogen hat… Oh, da fällt mir ein, vor einigen Wochen haben Sie sich auch den lächerlichen Vorwurf von Frau Neu-Schröder-Köpf zu eigen gemacht, Frau Merkel sei ungeeignet, weil sie keine eigenen Kinder habe…Ihnen ist schon bekannt, daß Ihr Moralvorbild Schröder auch keine eigenen Kinder hat?

    [Editor: Herr Bartels, bitte]

  8. Mein Parteibuch sprach

    Och, unser Spitzenkandidat Klaus Wowereit hat auch keine Kinder. Am “Liebesleben” von Friedbert Pflüger möchte ich lieber nicht teilhaben. Mich stören auch die Verhältnisse, in denen Friedbert Pflüger lebt, nicht. Ich amüsiere mich lediglich über den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit des “Christdemokraten” Pflüger. Im Gegensatz zur Britzer CDU stört es mich auch nicht, dass Friedbert Pflüger in Britz antritt. Im Gegenteil, ich bin mir ziemlich sicher, dass solange die CDU nicht in der Lage ist, einen heimischen Kandidaten aufzustellen, sie hier in Neukölln keine Chance haben wird. Lustig werden bestimmt die Diskussionsrunden, wannimmer Firedbert Pflüger sich durch tiefste Unwissenheit und mangelnde Ortskenntnis outet.

  9. Manni sprach

    Nun gehen Sie doch mal zur Abwechslung auf die Frage ein, weshalb Sie Pflüger diesbzgl. moralische Verfehlungen vorwerfen, jedoch bzgl. Schröder und Konsorten von Ihnen nichts zu vernehmen war und ist.

  10. Manni sprach

    Ach, und was Ihren Hinweis auf Wowereit betrifft:
    Vor einigen Wochen noch haben Sie sich hier öffentlich über Westerwelles Homosexualität lustig gemacht. Warum sind Sie nur immer so durchsichtig einseitig?

  11. Mein Parteibuch sprach

    In diesem Beitrag geht es um den Moralapostel Friedbert Pflüger. Warum sollte ich mich da zu Gerhard Schröder äußern? Dass ich mich über die Homosexualität von Guido Westerwelle lustig gemacht habe, ist schlicht gelogen. Ich habe mich zwar schon öfter über Guido Westerwelle lsutig gemacht, aber noch nie über seine Homosexualität. Ganz im Gegenteil, dass er schwul ist, macht ihn schon beinahe sympatisch.

  12. Manni sprach

    Sie nannten ihn Schwesterwelle. Welchen Spitznamen haben Sie für Wowereit?

  13. Mein Parteibuch sprach

    @Manni
    Nein, ich habe den Guido Westerwelle so nicht genannt. Ganz im Gegenteil, schauen Sie mal, was ich in meinem ersten Posting über die FDP geschrieben habe.

  14. Mein Parteibuch » Die Welt hat den Berliner Wahlkampf eröffnet sprach

    […] Immerhin fällt Stefan Schulz die schwere Aufgabe zu, etwas nettes über den in Neukölln nicht willkommenen Spitzenkanditen der Berliner CDU, den Hannoveraner Friedbert Pflüger, zu schreiben, der gerade in das Büro der Verlierer von Eberhard Diepgen eingezogen ist. Weil Friedbert Pflüger kein Berliner ist, kann er leicht davon sprechen, dass die sprachliche Qualifikation von Migranten verbessert werden muß, denn er braucht sich nicht damit zu belasten, dass es stets die CDU war, die sich dagegen ausgesprochen hat, dafür Geld auszugeben. Insgesamt bleibt der Versuch der Wahlkampfhilfe für die CDU durch den Axel-Springer-Verlag ähnlich durchsichtig wie der Versuch der BZ, im Vorwahlkampf zur Bundestagswahl Stimmung für Eberhard Diepgen zu machen. […]

  15. Mein Parteibuch » Wahlprognose zur Abgeordnetenhauswahl 2006 in Berlin sprach

    […] Die ganze miese Stimmungsmache, die die Springerpresse im Bundestagswahlkampf gegen unseren regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit gemacht hat, war also für die Katz’ und scheint nun gar eher nach hinten loszugehen. Damit steht die CDU sogar im Vergleich zur Abgeordnetenhauswahl 2001 noch schlechter da, obwohl vor fünf Jahren der Bankenskandal des CDU-Paten Klaus-Rüdiger Landowsky noch frisch in Erinnerung war. Ich möchte das so interpretieren, dass die Wähler gesehen haben, es war nicht so schlimm wie damals vermutet, sondern noch viel schlimmer. Folgerichtig hat sich dann auch in der Berliner CDU niemand gefunden, der die Wahlschlappe 2006 verantworten möchte, so dass die Berliner CDU den unpopulären Hannoveraner Friedbert Pflüger, der sich wirklich für nichts zu schade zu sein scheint, als Notnagel geholt hat. […]

  16. Frindt sprach

    Sehr geehrter Herr Pflüger,
    nicht einmal mein Parteibuch
    ist in der CDU willkommen.

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