Die Rechtsblogger von politically incorrect haben sich gestern ausführlich über die Integrationspolitik des Bezirks Neukölln ausgelassen. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit war der französische Integrationsminister Azouz Begag soeben in Neukölln, um zu sehen, was die französische Regierung von Neukölln lernen kann.
In Neukölln gibt es ähnlich viele Ausländer, wie in den französischen Vorstädten, wo Jugendliche tagelang Bambule gemacht haben und Autos angezündet haben und trotzdem gibt es in Neukölln keine Jugendgewalt dieser Art. Der Bezirk Neukölln setzt unter Leitung von Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) zurecht auf ein eigentlich alternativloses Nachbarschaftskonzept bestehend aus einer engen Verzahnung zwischen Polizei, Schulleitung, Elternbeirat und Behörden.
Miriam Lau hat ihren Artikel in der Welt über den Besuch von Azouz Begag in Neukölln spöttisch “Chinesisch für Muslime” genannt, echauffiert sich darüber, dass an Neuköllner Schulen viel Geld für Fremdsprachen ausgegeben wird, und verdeutlicht ihre Meinung am Ende des Artikels:
Da klang es etwas steril, als der Geschäftsführer des mit 1,5 Millionen Euro bezuschußten ebenfalls in Neukölln ansässigen Arabischen Kulturinstituts erklärte, die Frage sei, “ob man eine identitätsbewahrende Integration will oder eine integrationsfördernde Identität.”
Und sicher haben die Blogger von PI recht damit, dass es hier in Neukölln Probleme mit Gewalt und Kriminalität gibt, wie der Polizei verhindert Massenschlägerei genannte Artikel von Hans H. Nibbrig in der Welt vom folgenden Tag verdeutlicht, wo die Polizei nur mit Mühe eine Massenschlägerei unter 200 jungen türkischen und arabischen Männern verhindern konnte. Wenn die PI Blogger den Polizisten Andreas Retschlag zitieren, dass “Wir es hier mit Jugendlichen zu tun haben, die nicht gerade ein inniges Verhältnis zur Polizei pflegen und es mitunter mühsam sei, die notwendigen Informationen zu erhalten”, dann verschweigen die Blogger von PI, dass die Polizei zwar Mitarbeiter mit Arabischkenntnissen sucht, es aber trotzdem geschafft hat, die Schlägerei zu verhindern.
Wie sieht die Alternative aus?
Die Lösung der PI Blogger sieht so aus, dass Neukölln zu den Bereichen gehört, die man bevorzugt weiträumig umfährt. Eine Alternative zur Neuköllner Integrationspolitik oder einen anderen Ansatz zur Lösung der Probleme haben weder die Blogger von PI noch Miriam Lau aufzeigen können. Vandalismus hält sich in Neukölln durchaus im Rahmen dessen, was auch in anderen Bezirken üblich ist. Insofern kann Frankreich durchaus von Neukölln lernen.
Aber auch Deutschland kann von Frankreich lernen. Frankreich hat es nämlich geschafft, dass Muslime nicht gegen Karikaturen demonstrieren, sondern nicht zuletzt für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf die Straße gehen.
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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[…] Ich meine, Heinz Buschkowsky beweißt da insgesamt wesentlich mehr Realitätssinn als Özcan Mutlu, der anscheinend nicht verstanden hat, dass Neukölln nicht Kreuzberg ist. Während Kreuzberg in den letzten Jahrzehnten vom Senat mit viel Geld für soziale Projekten sehr erfolgreich gepeppelt wurde, hat mein Viertel erst in diesem Jahr ein Quartiersmanagement bekommen. […]