Zuerst konnte ich mir lautes Lachen nicht verkneifen. Wieso hat einer der beiden BND Agenten aus Bagdad eine private Homepage, wo er über seine Einsätze berichtet, wenn er dann streng geheim vor dem PKGr aussagen und nicht der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen soll? Das gibt es sicher nur beim BND.
Auf der Homepage, von der Spiegel Online auch gleich einen Screenshot mit abbildet, findet sich dann auch seine ganze Familie. Nun aber frage ich mich, warum Matthias Gebauer auf Spiegel Online den BND Agenten Reiner M. öffentlich so bloßgestellt? Reiner und Carola M gibt es in Canberra wirklich nicht besonders viele. Immerhin ist der Spiegel doch so etwas wie die Hauspostille des BND. Wie dem auch sei, nun jedenfalls ist seine Identität jedenfalls kein Geheimnis mehr, also kann Reiner M auch öffentlich aussagen.
Nachtrag 23:56h: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Hier im Gästebuch “Gruß aus Pullach” fand ich die Dienstanweisungen des BND im Original: Handbuch für Geheimagenten. Wie wäre es mit einer Reiner M. und Volker H. Fanpage? Wer hat das Geheimnis verraten? Kottan ermittelt …
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Jetzt fehlt nur noch ein BND Agenten Blog
weil er nicht über seine einsätze berichtet hat
@anonymous
Ne, so direkt hat er natürlich nicht berichtet. Das wäre ja auch noch komischer. Aber wenn im Gästebuch dann schon was von Treffen in Amman steht, dann wirkt das schon ziemlich blöd.
In den USA ist das übrigens so, dass auch geheim ist, ob jemand Agent ist. Ich erinnere mich da an Scooter Libby, dem das Aufdecken, dass Valery Plame CIA Agentin war, ganz schön viel Ärger eingebracht hat.
Reiner M. und Volker H., die streng geheim und Undercover als BND-Agenten arbeiten … Hört sich schon ziemlich lustig an, wenn die volle Identität samt Telefonnummer und Adresse nur einen Mausklick weiter bereit liegt.
sehr lustig, ja. der spiegel recherchiert den namen der agenten und belustigt sich daran dass er über den namen an die anschrift kommt. saulustig. man hätte auch das telefonbuch benutzen können.
Die Enttarnung der Namen bei Spiegel-Online habe ich mit der Frage nach dem “Warum” durchaus kritisch geschildert.
So ich Ewald T. Riethmüller aber richtig interpretiere, kennen schon viele Journalisten seit der Enttarnung der Agenten durch den US-Informanten die Namen. Wenn Volker H. genau wie Reiner M. als Mitarbeiter der deutschen Botschaft im Internet steht, kann man sich die Geheimniskrämerei wirklich sparen. Damit ist es natürlich dann vorbei mit dem Geheimnis.
Allerdings war auch Reiner M. ausgesprochen aktiv im Internet: Homepage, newsgroup Beiträge, Foreneinträge, jede Menge Fotos, Domains inklusive richtiger Adresse und Telefonnummer, Gästebuch mit Grüssen aus Pullach und Treffen in Amman. Ich würde fast sagen wollen, BND Agent Reiner M. scheint ziemlich extrovertiert zu sein.
ihr glaubt dohc nicht wirklich dass ein geheimdienstagent seine privatidentität verstecken muss. er sollte sie nur getrennt von den einsätzen halten. insofern ist die gästebuchsache natürlich nicht in ordnung, aber sonst…
Auch das Posten von privaten Fotos ins Internet ist eher weniger intelligent, genauso wie eine Veröffentlichung auf der Mitarbeiterliste einer deutschen Botschaft, was zwar ins Bild paßt, aber nicht dem Agenten anzulasten ist.
Verstanden habe ich aber noch nicht, warum Matthias Gebauer von Spiegel Online den Agenten enttarnt hat. Ich habe bisher den Spiegel immer als inoffzielles Presseorgan des BND gesehen. Das paßt irgendwie nicht ins Bild.
Einen Vorteil hat die Aufdeckung der Identität natürlich: Reiner M. kann nun ganz öffentlich erzählen, was er in Bagdad gemacht hat, und so Licht in den Vorwurf bringen, die Deutschen hätten den Amis im Irak geholfen beim Krieg führen.
Randnotiz :
Nicht jeder in einer deutschen Auslandvertretung beschäftigte
ist dadurch sofort ein (Geheim-) Agent des BND.
Ich denke, es sollte in den Medien unterschieden werden zwischen
“Agenten” und zum Botschaftsschutz abgestellten Beamten.
Was in den 70 er und 80 er Jahren für diese Aufgaben rekrutiert wurde
kam zumeist aus den Polizeien der Länder (nur Freiwillige). (Kabul)
Besonders gefährdete Objekte bekamen Beamte der GSG 9 zugeteilt.
(Beirut)
Diese Abordnungen liefen nur eine begrenzte Zeit und wurden recht
gut “extra” bezahlt.
Die zwei armen nun enttarnten Typen rechne ich eher diesem Aufgabenbereich
zu.
Große “Fehler” hat allenfalls die führende Dienststelle gemacht. ( BKA,BND(?))
Als lediglich mit Schutzaufgaben beauftragter Familienvater ist das Pflegen einer
Homepage m.E. überhaupt nicht vorwerfbar.
@8, lt. allen berichten war das schützen der botschaft nie wirklich aufgabe sondern nur offizielle aufgabe
@oldman
Gegen die Homepage des Mannes habe ich ja gar nichts. Dass sein Name nun dem Beruf “Agent des BND” mit Einsätzen in Bagdad, Amman und Kabul zugeordnet werden konnte, war sicher von dem Mann nicht so beabsichtigt. Nachdem der US-Denunziant bei Panorama ausgepackt hatte, dass zwei BND-Agenten in Bagdad zurückblieben, ist die eher schwache Geheimhaltung dann schnell geknackt gewesen.
Wenn aber ausführliche öffentliche Informationen über den Agenten des BND bekannt sind, dann kann er auch öffentlich vernommen werden und muß nicht im stillen Kämmerlein des PKGr aussagen.
@ 9,
was ist wirklich, was offiziell?
@ 10,
das da etwas nicht im Sinne des Erfinders lief ist offensichtlich.
Aber wo und vor wem bitte sollten die Beamten öffentlich aussagen?
Sie sind weder Beschuldigte noch Zeugen in einem öffentlichen
Prozess.
Oder meinst Du sie sollten irgendwelchen Journalisten Rede und Antwort stehen.
Vor der Parl.Kontr.Komm. müssen sie aussagen. Vor einem eingesetzten
Untersuchungsausschuß kann ihnen die Aussagegenehmigung versagt werden,
(Siehe Fischer und Schily ) sobal es sicherheitsrelevante Bereiche betrifft.
Warten wir es mal ab, es wird mir viel zu heiß gekocht.
Auf jeden Fall ist der SPIEGEL Artikel dazu über weite Strecken,
bes. auf Seite 30 dritter Absatz unsachlich und hat mit ernsthafter Aufklärung
überhaupt nichts zu tun.
Ich bin auf den Untersuchungsausschuß gespannt, wenn die Frage auftaucht,
warum ausgerechnet Beck’s Bier als Durstlöcher herhalten mußte.
Wir sind ja von unseren Parlamentariern einiges gewohnt.
abwarten, abwarten. fraktionen haben untersuchungsauschuss beschlossen. lustig wirds, spassig wirds.
wenn nicht merkel kanzlerin wäre würde ich der regierung jederzeit den sturz wünschen. dummerweise würde das auch merkel demontieren.
@ 7,
Dein dritter Absatz.
Wovon träumst Du ?
Bei einem Einsatz dieser Art bzw. bei einer Übernahme in den
Dienst unterschreibt der Betroffene eine Verpflichtung.
Diese verbietet die Weitergabe aller Erkenntnisse und Informationen auch noch nach Abschluß des Auftrages für diesen Dienst.
Das ist einmal nur kurz gefasst.
Was denkt sich nur der Bürger? Was auch denkt sich nur Renate Kühnast, die eine
lückenlose Aufklärung verlangt und Offenlegung aller Umstände.
Wir Deutschen vertüddeln uns in Nebensächlichkeiten derweil der Rest der
Welt sich vor Lachen die Schuppen aus den Haaren schüttelt.
[…] Ich kann es noch nicht so ganz glauben, aber auf den ersten Blick sieht es so aus, also ob Spiegel Online einen Schritt zu weit gegangen ist. In dem Artikel James Bond in Jeans und Weste beschreibt Redakteur Matthias Gebauer die beiden Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes “Reiner M.” und “Volker H.”, die während des Irak-Krieges in Bagdad blieben. Dazu stellt Spiegel Online eine Fotogalerie, auf der sich auch ein Screenshot der Homepage von “Reiner M.” befindet (siehe Foto). Darauf steht deutlich und gut erkennbar “Canberra - unsere neue Heimat”. Den Blogs Fefe, Mein Parteibuch, Spindoktor und Publicvoid reichten diese Angaben, um mehr herauszufinden: Eine Google-Suche nach diesem Begriff bringt genau einen Treffer: www.mahlstedt.de. Die Seite ist laut Checkdomain angemeldet auf “Reiner M., Gerlachstr. 33, D-14480 Potsdam, Germany” (das ist eine alte Adresse, M. wohnt ja inzwischen in Canberra). Im Google-Cache fanden die Blogger die im Artikel erwähnten “Grüße aus Pullach”. Über www.archive.org fanden sie auch das Archiv der Seite, aus dem Gebauer in seinem Artikel reichlich zitiert. […]
[…] Unachtsamkeiten in Artikeln sind wir ja eher von der Bild gewohnt. Dort werden Namen abgekürzt, an anderer Stelle im Text oder in Fotos aber ausgeschrieben. Das Spiegel Online (SpOn)aber solch eine Unachtsamkeit wiederfährt ist erschreckend. Da ist der Fall der beiden BND Agenten, die für die Amerikaner im Irak - Krieg Ziele ausspioniert haben sollen. Die beiden wurden im Bericht des Nachrichtenmagazins nur als “Reiner M.” und “Volker H.” tituliert. Doch in dem SpOn Bericht wurde in der Bilderstrecke auch ein Screenshot von der privaten Homepage des Geheimagenten M. gezeigt, mit dem deutlichen Schriftzug “Canberra - unsere neue Heimat”. Einige Blogger ( der und der und der) fanden dadurch diese private Seite und natürlich auch die Adresse des Agenten. Eine alte zwar, doch mit nicht sonderlichen Geheimdienstkenntnissen liesse sich diese Spur auch weiterverfolgen. […]
Der SPIEGEL und “inoffzielles Presseorgan des BND”?
Lieber Herr Bartels, ich glaube da wervechseln Sie aber etwas. Seit es den Focus gibt, hat man sich in München die Dienstwege etwas verkürzt, und den SPIEGEL den transatlantischen Kollegen überlassen. Herr Gebauer gibt sich doch alle Mühe, die Rot-Grünen Antikriegsdenkmäler postum zu zerstören. Die Demontage des Herrn Steinmeier mit der Identifizierung von Lösegeld (was ja eigentlich nie gezahlt wurde), das ist nun wieder eine rein innerdeutsche Angelegenheit
Sie müssen sich dabei nur immer die Hauptfrage der Verschwörungstheoretiker stellen, und die lautet:
“Wer profitiert am meisten von …?”
Die “BND-Affaire” (BND steht dabei für “Blöde nichtsnutzige Deutsche”, die den US-Truppen dazu verholfen haben ihre schönen präzisen Bomben genau dahin zu werfen, wo Saddam gerade NICHT war) liegt dabei komplett in Herrn Gebauers Ressort.
Lieber Anonümohus, ich habe mir Ihre Kritik zu Herzen genommen und die Beiträge zum BND und zum Spiegel im Parteibuch Lexikon aktualisiert.
[…] Die beiden lustigen Agenten des BND, die in Bagdad im Einsatz waren, sollen nun laut Leipziger Volkszeitung, dem Hausblatt von Angela Merkel, (via tagesschau.de) von den US-amerikanischen Geheimdiensten beim Telefonieren nach Hause belauscht worden sein, für die sie gearbeitet haben sollen. Das war für die Amis der CIA oder DIA wohl aus Gewohnheit bequemer als die Webseite der Agenten im Internet aufzurufen. […]
[…] Wieder einmal sind die lustigen Spione des BND in Bagdad der Angriffspunkt der amerikanische Quellen. Nachdem es nicht gereicht hat, auszuplaudern, dass die deutschen Geheimdienstmitarbeiter in Bagdad irgendwie für die USA gearbeitet haben, wird nun noch einmal nachgelegt. […]
[…] Scheibchenweise kommt nun ans Licht, wie wir uns die Arbeit der beiden lustigen Spione des BND in Bagdad vorzustellen haben. Die New York Times hat nach der Behauptung vom Verrat des Verteidigungsplanes von Saddam Hussein nun noch einmal nachgelegt und erklärt, ein Verbindungsoffizier des BND hätte direkt beim Stab des Kommandierenden der US-Streitkräfte General Tommy Franks gearbeitet, Spionageaufträge für die beiden fröhlichen Mitarbeiter des BND in Bagdad entgegengenommen und die Ergebnisse der Spionageaufträge dann an den Stab von General Franks gegeben. […]
[…] schwer nachzuvollziehen. Schließlich ist die Tätigkeit von Christoph Klonowksi, wie das bei BND-Agenten so üblich ist, alles andere als geheim. Bei Google findet man zur Suchphrase “Christoph […]