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15. Januar 2006

Familienministerin Ursula von der Leyen fordert die Abschaffung von Kita-Gebühren

von @ 13:29. abgelegt unter Große Koalition

Werte Ursula von der Leyen von der CDU, jetzt gilt es den starken Worten starke Taten folgen zu lassen - sehen Sie zu, dass der kostenlose Kita-Besuch Wirklichkeit wird. Knüpfen Sie gemeinsam mit ihrer Parteifreundin Annette Schavan da an, wo unsere letzte Bildungsministerin von der SPD aufgehört hat. Machen Sie keine Politik mit dem Geld der Kommunen, sondern sorgen Sie für eine Finanzierung.

Die SPD hat auf dem Weg zur kostenlosen Kita bereits an der Finanzierung eines kostenlosen Kita-Jahres gearbeitet und die Pläne dahin waren schon recht weit fortgeschritten, wie unsere ehemalige Bildungsministerin Edelgard Bulmahn mir und Alex im Sommer in der Eduard-Möricke-Grundschule hier in Berlin-Neukölln erklärt hat. Dem Verlangen nach kostenlosen Kindergartenplätzen wird sich die SPD ganz sicher nicht, und auch Peer Steinbrück nur schwerlich verschließen können.

Auch wenn ich kein Geheimnis daraus mache, dass ich die Tochter des niedersächsischen Keks-Paten und Ministerpräsidenten Ernst Albrecht nicht besonders mag, so muß ich sie heute mal loben, dafür, dass sie heute die Abschaffung von Kita-Gebühren fordert. Richtig so, denn gerade spätere Problemkinder gehen oft nicht in den Kindergarten.

Dafür kann ich denn sogar darüber hinwegsehen, dass Plagiatsbloggerin Ursula von der Leyen nun lautstark das fordert, was Edelgard Bulmahn schon lange gefordert hat, und nun so tut, als sei es ihre Idee. In der Schule sind diese Kinder dann dem Niveau der Gruppe sehr abträglich. Förderunterricht, Sprachunterricht und Sonderunterricht kommen die Gemeinschaft übrigens letztlich insgesamt auch nicht billiger als der kostenlose Besuch des Kindergartens.

4 Kommentare zum Beitrag “Familienministerin Ursula von der Leyen fordert die Abschaffung von Kita-Gebühren”

  1. Stefan sprach

    ich wusste es schon immer: http://www.spie...,395513,00.html

  2. Mein Parteibuch sprach

    Da waren wir schon mal weiter. Kostenlose Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung, so wie von Edelgard Bulmahn bereits begonnen, muß Ziel der Familienpolitik bleiben.

    Die steuerliche Absetzbarkeit wird die ALG II Empfänger, deren Kinder kostenlose Plätze am dringendsten nötig hätten, nicht dazu bewegen, ihre Problemkinder in den Kindergarten zu schicken.

  3. Zimmer A. sprach

    Hallo,

    Gebührenfreie Kitaplätze, mehr Betreuungsangebote,… ist ja alles schön und gut. Die Minister haben alle gut Reden!
    Aber wie werden die ErzieherInnen und PädagogInnen finanziert, die in diesen Einrichtungen arbeiten sollen. Wenn möglichst mit Fachabitur oder Studium? Wenn überhaupt - da z.Z. fast alle Zeitverträge gekündigt, Gruppen und Kitas geschlossen werden. Die jungen ErzieherInnen (im Saarland) im Sommer auf der Strasse sitzen und die ältere Generation keine Nerven mehr hat, sich um die “Kleinen” zu kümmern, ihnen die Elternarbeit ZU VIEL Arbeit ist (so auf meiner Arbeitsstelle- ich bin die Jüngste (29 Jahre) aus dem Team, alle anderen KollegInnen sind 46 Jahre und aufwärts). Und dann das Problem der Ausbildungsplätze, fast die Hälfte aller Oberstufen der Erzieherschulen im Saarland haben keinen Anerkennungsplatz in diesem Jahr und somit keine abgeschlossene Berufsausbildung (3 Jahre umsonst und keine Vergütung)!
    Kitas müssen eine Mitarbeiterin mit Zusatzausbildung zur Praxisanleitung haben, ansonsten dürfen sie nicht ausbilden oder sie haben die Möglichkeit aber Kirchen und Kommunen streichen die Ausbidlungsplätze für die AnerkennungspraktikantInnen.
    Aber VorpraktikantInnen werden immer gerne genommen, sind ja billige Arbeitskräfte - was dann nach dem Praktikum wird geht keinen was an.
    Vielleicht wird sich mal um dieses Problem gekümmert und nicht herumphantasiert. Die in Berlin sollten mal die Augen aufmachen, was in unserem Land abgeht!!!!

  4. Nadine sprach

    Frau von der Leyen begibt sich nun endlich auch auf den Weg, die frühkindliche Bildung in diesem Land zu unterstützen. Wir sollten uns ein Beispiel an anderen Ländern nehmen, z.B. Frankreich, wo es üblich ist, dass Kinder im Alter von 3-6 Jahren in die école maternelle gehen, weil die vom Staat finanziert wird. Das stellt zum einen nicht nur eine Entlastung der arbeitenden Mutter dar (die Geburtenrate ist die zweithöchste in der EU), sondern fördert auch die Bildung der frühen Kindheit. Gerade letzteres ist für eine Nation mit begrenzten Ressourcen von höchster Bedeutung, denn was haben wir außer Bildung sonst zu bieten, wenn die Rohstoffe ausgeschöpft sind?! PISA hat uns gezeigt, dass gerade die Bildung der Basis von höchster Priorität sein sollte, weshalb auch ein Bildungsauftrag für den Kindergarten unabdingbar ist. Weiterhin ist der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule von größter Wichtigkeit. Gerade in Deutschland, wo die beiden Bereiche Kindergarten und Grundschule immer noch (!) getrennt sind, fehlt es gerade hier an einer Verknüpfung. Auch hier sollten wir uns ein Beispiel an Frankreich nehmen, dessen école maternelle im Bildungsbereich verankert ist und somit strukturell, organisatorisch und sogar pädagogisch-inhaltlich an den nachfolgenden Bereich anschließt (école primaire). Deutschland sollte nicht nur die Kindergartengebühren abschaffen, sondern auch den Kindergarten in das Bildungswesen eingliedern, damit den Kindern endlich eine frühe Bildung von Anfang an gewährleistet werden kann. Es ist toll, dass Frau von Leyen endlich den ersten Schritt macht, um diesem Ziel näher zu kommen!

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