In Bad Reichenhall ist das Dach der Eissporthalle (Link entfernt) , ein architektonisches Meisterwerk der 70er Jahre, zusammengestürzt und hat dabei einige Personen unter sich begraben. Die Opfer und ihre Angehörigen haben mein tiefstes Mitgefühl und Bedauern. Weil das Unglück so absolut unvorhersehbar war, ist die Halle von Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier (Freie Wählergemeinschaft) nicht rechtzeitig vor dem Einbruch des Daches evakuiert worden, das Eishockey-Training in der Halle jedoch wegen Einsturzgefahr abgesagt worden.
Der Einsturz der Halle in Bayern war wohl vor allem deswegen so unvorhersehbar, weil es lediglich die SPD war, die davor gewarnt hatte. Und was die Sozis sagen, das kann ja nicht stimmen.
In einem Referat der Reichenhaller Ortsvereinsvorsitzenden der SPD Bärbel Kofler heißt es:
Bereits im Jahr 2003 habe der Stadtrat beschlossen, die verschiedenen Zukunftsvarianten der Eislauf- und Schwimmhalle von der Verwaltung prüfen zu lassen, doch bis heute seien keine Ergebnisse vorgelegt worden. Der Zustand der Anlage werde aber nicht besser und mit ihrem Antrag möchte die SPD eine Entscheidung herbeiführen. Ansonsten könnte es passieren, daß es zuletzt zu einer „Schließung wegen unterlassener Hilfeleistung“ kommt, meint Bärbel Kofler.
Mich täte nun interessieren, um welche wirtschaftlichen Interessen es dabei ging, dass die Halle nicht schon lange geschlossen war. Wer hatte da welches finanzielle Interesse daran, dass die Eissporthalle nicht geschlossen wurde? Wer hat seine Pflichten verletzt? Dass Korrption dabei eine Rolle gespielt hat, ist hingegen nicht vorstellbar, denn Bayern hat die niedrigste Verbrechensrate der Republik, wie CSU Generalsekretär Markus Söder zu berichten weiß.
Mich wundert eigentlich eher, dass in Bayern so wenig passiert. In jedem Falle ist Bad Reichenhall in Bayern schon jetzt international zu einem Inbegriff der Qualität Made in Bayern geworden. In Anbetracht der Glanzleistung der Bayern bei der Pflege einer Eissporthalle denke ich mit Freuden daran, dass wir aus dieser Bauperiode auch Atomkraftwerke in Betrieb haben, deren Laufzeitverlängerung einige Politiker der CDU Seilschaft Andenpakt wie Christian Wulff oder Roland Koch just zu Weihnachten noch gefordert hatten.
Update 21.07.2006: die Staatsanwaltschaft Traunstein hat nunmehr Ermittlungsverfahren gegen acht Beschuldigte eingeleitet.
Nachtrag 18.11.2008: Das Landgericht Traunstein hat zwei Spezis freigesprochen und einmal 18 Monate auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung in 15 Fällen für angemessen gehalten.
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Nein, es war nicht nur die SPD wie du hier (http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=23235) lesen kannst.
Aber die Schlampereien eines gewissen Personenkreises zum Rundumschlag gegen die CDU zu nutzen, ist typisch für dich.
Und eine Sporthalle in Bad Reichenhall hat wohl nichts mit einem Atomkraftwerk zu tun.
Wahrscheinlich hat dich deine Bayern-Allergie gepackt (oder ist es Neid, wenn man in einem Sanierungsfall wie Berlin wohnt ? ), da fällt die Differenzierung schwer…
Bei Landsleuten kann man sich solche Sprüche eben erlauben (”die Bayern” haben Mist gebaut), bei Ausländern würde man deine Äußerungen ziemlich weit rechts einordnen. So sprechen Rechte z.B. gerne davon “die Polen” würden Autos klauen…
Also ehrlich Marcel.
so zu provozieren ist unter aller……
Wenn die zustände vorher bekannt waren , dann ist das wie überall in der BRD . Da wollte jemand seine Mittel nicht verschwenden oder hat andere Interessen gehabt. ” DAS” ist aber Parteiübergreifend und passiert überall in unserer so über alles geliebten Rep. Also Parteiübergreifend. Benutze so etwas nicht um Parteien blosszustellen. Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen. Traurig genug ist das Geschehen allemal.
MfG Sven
@Tommy
Das war kein Rundumschlag gegen die CDU, sondern allenfalls einer gegen die sonst ach so überheblichen Bayern. In Berlin ist auch mal die Decke von einem Konzertsaal runtergekommen.
@Sven
Traurig finde ich das vor allem deshalb, weil dieses Unglück alles andere als überraschend kommt. Die SPD hat sich bei diesem Unglück wohl allenfalls vorzuwerfen, nicht schon vorab Strafanzeige gegen den Bürgermeister erstattet zu haben.
Ach *Herr* Bartels, Mensch, wieso müssen Sie eigentlich immer jede kleine Gelegenheit nutzen, um gegen Ihren “Klassenfeind” zu hetzen… was meinen Sie wohl, wie oft und häufig gerade auch unter SPD-Regie geschummelt, gemauschelt und betrogen wurde und wird… wenn Sie sich denn wenigstens in gleicher hämischer Form auch über Ihre eigenen Parteigenossen hermachen würden, aber so ist das doch einfach nur billige politische Hetze…
[Editor: für den Herrn muß Zeit schon sein]
Das Ereignis in Bad Reichenhall ist das Ergebnis davon, wenn den Kommunen per von der Bundespolitik beschlossenen Steuergeschenken an Konzerne (Stichwort Gewerbesteuern, Verlustvortrag etc.) finanziell ausgetrocknet werden, um entsprechende Lobbys zu bedienen. Es hat sich in Bad Reichenhall gezeigt, was im aktuellen System Priorität hat: das Geld vor den Menschen. Die Toten macht das nicht wieder lebendig, aber man sollte sich Gedanken darüber machen, wie das Gemeinwesen erhalten werden soll, wenn ausgerechnet die stärksten Schultern Subventionen kassieren, enorme Freibeträge und Steuerschlupflöcher nutzen und somit die Kommunen und Kreise ausbluten.
MfG
Daniel
@Manni
Hier lief die Mißwirtschaft aber nicht unter der Fahne der SPD ab, sondern unter der Fahne einer Freien Wählergemeinschaft und die CSU hatte es wohl auch nicht so richtig eilig mit der Sanierung der Halle, sonst wär da was passiert.
In Bad Reichenhall herrscht kein Kölscher Klüngel oder Berliner Sumpf, sondern bayrische Amigo-Mißwirtschaft, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie in Gefährlichkeit und Umfang vor allem von der CSU hartnäckig geleugnet wird.
So viel ich auch Mitleid mit den Opfern und ihren Angehörigen empfinde, so sehr meine ich, dass da nun nicht nur der Bürgermeister Wolfgang Heitmeier bestraft gehört, sondern auch das System der verantwortungslosen Amigo-Mißwirtschaft insgesamt bekämpft wird.
Was in Köln heißt: Et hett ja noch imma jut jejange”, und in Berlin mit einem lapidaren “Ach was” weggeschoben wird, heißt in Bayern “Paßt schon”. Mich wundert eigentlich eher, dass da nicht schon viel eher was passiert ist.
Natürlich bin ich parteiisch, Manni, das steht ja ganz oben im Blog schon drin. Deshalb heißt das, wenn beim politischen Gegner was auffliegt, dass ich das immer schon gewußt habe und Konsequenzen fordere, und wenn bei der SPD was auffliegt, dass ich überrascht und entsetzt bin und Konsequenzen fordere. Neben der schönen Meldung zur Katastrophe von Bad Reichenhall gab es gestern übrigens auch noch einen leider nicht ganz so schönen Artikel zu VW im Parteibuch Wiki. Dass Sie mir einseitige “Hetze gegen den Klassenfeind” vorwerfen, obwohl Sie sich nicht mal die Mühe machen, Bildchen zu gucken, haben Sie ja schon beim letzten Beitrag zu Gerhard Schröder durchblicken lassen. Ich erwarte schon ein bißchen Aufmerksamkeit, bevor auf mich eingedroschen wird.
@Daniel
Es wär ja Geld dagewesen, nur hat der Bürgermeister wohl die Prioritäten anders gesetzt. Wenn ich das recht gelesen habe, hat der Bürgermeister lieber eine neue Therme gebaut, als das Dach der Eishalle instandsetzen zu lassen. Wer da an der Therme welche finanziellen Interessen hat, tät mich nun aber mal ganz genau interessieren. Wenn sich nämlich herausstellen sollte, dass der Bürgermeister da selbst direkt oder indirekt irgendwelche Aktien drin hat, dann kommt das dem Vorwurf des Mordes schon sehr nahe.
Naja, daß ich von Ihnen nach all dem, was Sie schon so an Seltsamkeiten von sich gegeben haben, kaum noch erwarte, Kritik an Ihren eigenen Parteikopferten zu lesen, werden Sie zweifellos verstehen - im übrigen habe ich mich ja für den Hinweis auf das Bildchen mit dem kurzen Schröder bedankt.
Und trotzdem, Mißwirtschaft ist leider nicht parteigebunden.
Was meinen Sie wohl, was z.B. in den letzten 25 Jahren in Hamburg unter der SPD an Vettern- und Amigowirtschaft gelaufen ist, da stand die Hamburger SPD der bayerischen CSU kein bißchen nach.
Daß im übrigen die Verantwortlichen für dieses Unglück zu bestrafen sind, da sind wir uns sicherlich einig.
Alldieweil… ich habe wenig Hoffnung anzunehmen, daß hier - wenn überhaupt - mehr als eine warme Bewährungsstrafe herauskommt…
Oh je, Marcel!
Auf Deinen Beitrag fällt mir eigentlich nur Makabres ein, sowas wie:
“Normalerweise sagt man, daß das Hauen und Stechen beginnt, noch bevor die Leiche kalt war, aber in diesem Falle …” oder so ähnlich. Nachdem noch keinerlei wirklich aussagekräftige Unterlagen über die tatsächlichehn Ursachen des Einsturzes vorliegen sondern alle noch herumstreiten, die Schuld dem anderen aufbürden und schon gar keine Details über die tatsächlichen politischen Vorgänge offenliegen sondern nur Aussagen von mehr oder weniger beteiligten, weiß der Marcel Bartels schon alles. Das hat er uns allen voraus.
Wenn ich mir nur ansehe, welch merkwürdige Personen in seelischen Ausnahmezuständen da vor die Kameras gezerrt wurden - nicht in der Lage, vernünftig zu argumentieren, da in tiefer Trauer, dazu keine Ahnung von nichts, aber irgendwas in der Zeitung gelesen und das dann vor der Kamera auch noch falsch oder unvollständig wiedergegeben.
Oder die sogenannten Experten, die jetzt (wie heute morgen in ARD/ZDF) Banalaussagen treffen, warum ein Gäude im allgemeinen zusammenstürzen kann …. Die Journaille blamiert sich gerade - da geht es nur ums Minutenfüllen, wahrscheinlich sind mehr “Journalisten” und Kabelträger vor Ort als Rettungskräfte!
Und auf solche Beispiel von Schmierenjournalismus (nicht nur in den privaten, auch und gerade in den ÖR-Sendern!) BILDest Du Dir eine Meinung, Marcel. Schwer enttäuscht. Das ist einer Deiner peinlicheren Beiträge!
Laß doch die Leute erstmal ihre Angehörigen finden und danach begraben, bevor Du so wild herumspekulierst. Und dann wird die Staatsanwaltschaft den Fall übernehmen - und dann sehen wir weiter.
@8, der bessere journalismus passiert gerade in west virginia
@Max
Informiert über die Katastrophe habe ich mich nicht im Fernsehen, sondern online, beim BR und in Blogs. Zusammengefaß habe ich, was offensichtlich ist, und ich stelle selbstverständlich die Frage, wie es dazu kommen konnte. Wirtschaftliche Interessen gehören selbstverständlich zur Analyse der Ursachen.
Und ich denke auch, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die Fragen zu stellen und auf das schon lange bekannte Problem der wuchernden Verantwortungslosigkeit aufmerksam zu machen, denn bezeichnenderweise interessieren solche Mißstände Staatsanwälte, Medien und viele andere Menschen erst dann, wenn es Tote gab.
und Du meinst allen Ernstes, daß der Online-Journalismus qualitativ besser ist als der andere?
Wo ausgerechnet Du Dich noch letztens über die Qualität der Aussagen von tagesschau.de aufgeregt hast?
Und jetzt plötzlich derartiges Vertrauen in dieses Medium?
Und wieso sollte dann auch noch ausgerechnet der BR DIE kompetente Quelle sein?
Die haben (so hoffe ich mal) auch keinen Reporter unter den Trümmern, genau die sind es ja, die der ARD all den belanglosen Quatsch zuspielen und genau die haben genau dieselben Informationen wie die anderen (vielleicht haben sie den ein oder anderen O-TON-SÜD mehr als die anderen, aber den muten sie nicht mal den eigenen Zusehern zu).
Oder sih es mal so: Der BR ist bekanntlich eine Unterabteilung der CSU!
Der BR berichtet bereits von Anfang an derart gefärbt, daß der derzeitige NICHT-CSU-Bürgermeister von Bad Reichenhall als der Dumme und Generalschuldige hingestellt wird.
In Reichenhall sollte bekanntlich der Wahlkampf bald losgehen, gerade die Berichterstattung des BR hat ihn eröffnet.
Wieso sollte man unter diesen Voraussetzungen alles glauben können, was der BR berichtet?
Und zu den Bloggern: Woher haben die denn ihre Informationen? Nur weil Halbinformationen ein weiteres Mal aufgekocht und durchgekaut werden, gewinnen sie nicht an Gehalt und Wahrheit - eher im Gegenteil.
Zum Beispiel gibt es zwei Aussagen in den Medien über die Gründe zur Absage des Trainings:
“Einsturzgefahr” aber auch “Arbeiten zur Schneeräumung”. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß bei Arbeiten am Dach der Eislaufbetrieb zur Sicherheit gesperrt werden muß - also sind beide Aussagen für mich im Bereich der möglichen Wahrheit.
“denn bezeichnenderweise interessieren solche Mißstände Staatsanwälte, Medien und viele andere Menschen erst dann, wenn es Tote gab.” Das ist tatsächlich eine wichtige Frage, aber es weiß bis heute ja niemand, welcher Mißstand denn vorlag. Die gerne zitierten Gutachten -so zumindest eine Aussage in den Medien- waren einzig und allein über die Renovierung der Schwimmhalle - die ja bis jetzt m.W. gar nicht eingestürzt ist.
–> Soooo “offenbar”, daß man etwas wissen kann, ist gar nichts.
Der momentane Sachstand ist allerhöchstens geeignet, Fragen zu stellen. Zum Antworten geben reicht es hinten und vorne nicht !
Und auch das Aufwerfen von Fragen sollte vielleicht etwas Zeit haben - noch sind die Leichen nicht begraben, einige wohl noch nicht mal aufgefunden …. Und vorher gehen auch keine Sachverständigen und Ermittler ans Werk. Bis dahin ist alles Spekulation - egal obs beim BR oder im Parteibuch steht.
Ich weiß übrigens nicht, welche Baufirmen damals für die heutige Qualität verantwortlich zeichnen, also könnte man schon an der Beitragsüberschrift zweifeln.
Woher unser Aller Informationen auch kommen,
das ist im Zweifelsfalle doch recht egal, solange
alle diese Quellen objektiv berichten.
Umfassen informiert zu sein über öffentlich zugängliche
Quellen ist bei Unglücken sehr gut möglich.
Und die Frage nach Verantwortlichkeiten und Entschädigungen
stellt sich sehr wohl schon von Anbeginn an.
[…] Es gilt jetzt nicht, unbedingt einen Schuldigen, womöglich noch in der Person eines in der Hierarchie kleinen Beamten, zu finden. Es gilt, einen Verursacher für den Tod der Menschen festzustellen. Einen ” Verursacher durch Unterlassen “. Denn nur wenn ein Solcher festgestellt wird und kein Rückzug auf ” höhere Gewalt ” möglich ist, sind die Versicherungen zur Leistung bereit (verpflichtet ?). Bürgermeister Wolfgang Heitmeier schwadroniert in diesem Moment,12.04 Uhr, auf N24 über das Gutachten aus dem Jahre 2002. Dieses habe er allerdings im Moment nicht parat ! Ich bin gespannt. Interressant auch die unterschiedlichen Meinungen woanders. […]
@12: Es ist gerade bei diesem Unglück in beispielhafter Weise nicht möglich, an “Informationen” zu kommen.
Man kommt zwar an überaus viele Aussagen überaus wichtiger(?) Personen, aber die erschreckende Ahnungslosigkeit der befragten Personen übermittelt keinerlei “Information”. So der arme Eishockeytrainer, der außer daß sein Training abgesagt wurde, nichts weiß, aber zu allem gefragt wird.
Die Widersprüchlichkeit der einzelnen Aussagen bringt ebenfalls keinen Informationsgewinn, insbesondere dann nicth, wenn gar nicht klar ist, wer mit welchem fachlichen Hintergrund gerade interviewt wird.
Wenn die Medien “objektiv” wären, würden sie sagen, daß man nichts weiß, stattdessen sind die schuldigen bereits gefunden. In diesem Falls sind die Medien schlichtweg überfordert und stehen in großer Zahl hilflos der eingestürzten Halle gegenüber. Und dann wird eben irgendwas berichtet, jeder Fahrradfahrer oder Dackelbesitzer aus dem weiteren Umkreis erscheint plötzlich befähigt, sachkundig über Interna der Stadtverwaltung / Baufirmen / Rettungskräfte etc. zu plaudern. Ist das das, was Du mit “objektiv” meinst? Ich nenne das zuallererst
“zwanghaft”, es ist darüberhinaus geradezu komisch, wenn Menschen über nichts minutenlang schwadronieren (noch komischer als bei Christiansen!) und ich könnte herzhaft über die herumstapfenden Gestalten in Winterklamotten und Mikrofon lachen, wenn es nicht ein derart tragischer Anlaß wäre.
Mit Journalismus hat das nicht mehr viel zu tun.
@8, Stefan: Ich habe von West Virginia nur oberflächlich mitbekommen, kann also nicht beurteilen, ob da Ironie durchkommt oder nicht.
@12: Und, da gebe ich Dir recht, wenn sich auch die Frage von Anbegin an stellt, sollte einem selbst bei ganz kurzem Hinschauen klar sein, daß die Antwort nicht von Anbeginn klar auf der Hand liegen kann - da sollte man auch gar nicht so tun, als hätte man die einzige Wahrheit bereits gefunden, auch und gerade nicht, wenn man ein Mikrofon in der Hand hat und dafür bezahlt wird, daß man in den zugestandenen 90 Sekunden irgendetwas sagt - und die Menschen an den Bildschirmen von einem irgendetwas wie “Objektivität” erwarten.
@MaxR
Also, das Faktum, dass die Halle zusammengebrochen ist, ist wohl offensichtlich. Und dass es vermeidbar gewesen wäre, dass dabei Menschen gestorben sind, dürfte angesichts der vorher erfolgten Warnungen vor der Einsturzgefahr auch jedem einleuchten. Diese Wahrheit liegt nun wirklich auf der Hand.
Weitergehende Fragen sind da eine Selbstverständlichkeit. Und eine politische Bewertung dessen, dass der Oberbürgermeister, der Jurist von Beruf ist, wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens keine Angaben vor der Presse machen will, darf sicher auch schon vorgenommen werden.
Hallo MaxR,
Das nach so kurzer Zeit informativste sind in aller Regel spontane Äußerungen
von wem auch immer. Das Filtern bleibt zunächst einmal dem Betrachter / Zuhörer überlassen.
Unverfälschte Aussagen unter dem unmittelbaren Eindruck des Geschehens bergen oft genug
Wahrheiten und Erkenntnisse, die später nur sehr schwer zu ermitteln sind.
Aus diesem Grunde werden mit Beteiligten, sollten sie unmittelbar nach einer schwerwiegenden
Straftat angetroffen / festgenommen werden, sogen. “Festlegevernehmungen” durchgeführt.
Dies ist natürlich rechtlich einwandfrei, denn solange ein Täter nicht als Täter verdächtigt wird,
ist zunächst die Belehrung über sein Aussageverweigerungsrecht erfolgt, wenn ihm bedeutet wird,
er brauche, wenn er die Tat begangen hat natürlich nichts sagen, was ihn belastet.
Ganz kurz und in einem ünverfänglichen Vorgespräch.
Ist erst einmal Zeit für Besinnung bei den Verantwortlichen vorhanden, dann käme es nicht zu diesem
Geschwurbele, das vor wenigen Stunden bei dem Bürgermeister festzustellen war.
Pressekonferenz und dann die Fragen der N24 - Reporterin zum 2002 Gutachten.
Uns bleibt aus der Ferne nur Abwarten und Trauer.
@ Daniel .
Genauso. Diesmal decken sich deine Posts genau mit meiner Aussage , nur besser formuliert.
MfG Sven
@ Marcel ,
.
wenn ich deinen Links von oben so folge , drängt sich mir der Verdacht auf , das da jemand sehr oberflächig gehandelt hat. Die Warnung über die Gefahr war ja schon draussen. Scheint so als hätte da jemand nicht weitergedacht und vergessen die Halle sofort und komplett zu schliessen . So dumm kann keiner sein oder? Dem Verein das Training wegen Einsturzgefahr absagen und vergessen die Halle räumen zu lassen ? Da hat jemand schlicht und ergreifend nicht weit genug gedacht……….. . Derjenige muss zur Verantwortung gezogen werden. Sieht nach menschlichem Versagen aus .
MfG Sven
@16:
> Das nach so kurzer Zeit informativste sind in aller Regel spontane Äußerungen von wem auch immer.
D’accord - schon allein, weil sie das einzig verfügbare sind. Aber diese Aussagen sind unter Schock entstanden und dürfen nicht das Maß aller Dinge sein.
Schon allein, daß (@15) das Wort “Einsturzgefahr” plötzlich als Absolutum für den Grund der Trainingsabsage genannt wird, ist bezeichnend: Könnte es nicht sein, daß nach dem eingetretenene Ereignis der möglicherwiese im telefonat gar nicht genannte Grund (wir wissens nicht; und der Trainer hats in den Berichte, die ich gesehen habe, nie gesagt, daß er wegen Einsturzgefahr benachrichtigt wurde) plötzlich im Gehirnm verankert ist?
Ich bin kein Psychologe und kenne den Fachbegriff dafür nicht - aber geben tut es das.
Hier ist gar nichts sicher - außer daß die Halle eingestürzt ist und einige Menschen ums Leben kamen.
> Uns bleibt aus der Ferne nur Abwarten und Trauer.
Genau richtig! Aber Urteile fällen können wir derzeit aus der Ferne nicht - und das ist das, worauf ich hinauswill.
Sowohl die Presse als auch Marcel vorverurteilen recht kräftig - und genau das ist nicht angebracht. -
@Sven:
Ich habe das beschriebene am Beispiel meiner Stadt verfolgen können, welche lange Zeit auf Grund der Gewerbesteuern zu den reichsten Kommunen Deutschlands zählte (DEA, nun Shell, Basell und einiges mehr an Industrie). Dann kam die Eichel-Geschenkereform und seitdem ging es hier stetig abwärts: die Infrastruktur verwahrloste, Arbeitsplätze gingen verloren und der ehemals gesunde Mix der Händler und Dienstleister vor Ort hat sich auf Ramschläden und Altenpflege reduziert.
Alles in allem erachte ich den Einfluss von Wirtschaftslobbyisten auf die Politik als fatal für das wohl unseres Landes und seiner Bevölkerung. Einen Skandal vom Ausmaß eines Abramoff hatten wir zwar noch nicht, aber die zahlreichen Nebenbeschäftigungen der Abgeordneten und die Affäre Hunziker, Scharping & Co. dürften nur die Spitze des Eisbergs gewesen sein. Besonders unverfroren an der ersten Regierung Schröder betrachte ich, dass mit Werner Müller ein Lobbyist Wirtschaftsminister wurde, die Fusion Eon/Ruhrgas genehmigte, sich vom Acker machte und seitdem bei der RAG sein Salär bezieht. Aber Schröder ist ja offensichtlich auch keinen Deut besser und von Merkel, Koch & Konsorten erwarte ich auch keinesfalls Besserung, eher das Gegenteil. Man sehe sich nur die engen Bande von Dieter Hundt und Merkel an…
MfG
Daniel
[…] Soeben erreicht mich eine E-Mail, in der ich mal wieder gebeten werde, Mein Parteibuch zu zensieren. Auch wenn ich Linkverbote wie die Raab’schen Maschen-Draht-Zäune des Informationszeitalters für eine Seuche halte, und nicht glaube, dass Linkverbote wie das der Parteifreunde der Websozis rechtlich haltbar sind, bin ich jedoch heute so nett, und komme der freundlich vorgetragenen Bitte nach, den Link zum Artikel Einsturz einer Eissporthalle in Bad Reichenhall - Hintergrundwissen, aus meinem Artikel Bad Reichenhall: Qualität Made in Bayern zu entfernen. […]
Dieses, ich schau nicht - dann bin ich unschuldig ist keine CSU-Spezialität.
Findet sich allenthalben. Und wehe einer der Fussabtreter in der Hiarachie wagt es so etwas öffentlich zu machen. Abmahnung, Entlassung wegen fehlender Loyalität sind da nur die mildesten Folgen.
Wäre die Halle privat betrieben worden, dann hätte der Mitarbeiter, der die maroden Zustände der Halle gegenüber einem Kunden benannt hat, noch eine Klage wegen Geschäftsschädigung bekommen.
In diesem Fall wird es eher so sein, dass der Bürgermeister ihn wohl öffentlich rügen wird, weil er nicht gleich die Stadtspitze über die marode Halle informiert hat.
Und nur wenige Tage nach Bad Reichenhall bringt Berlin Pläne die Einsicht in staatliche Akten nur noch gegen Bezahlung (15-500 Euronen) erlaubt. Wäre ja noch schöner, wenn jeder verarmte Blogger verantwortungslose Polis enttarnen könnte.
@Pete
Du sprichst mir aus der Seele. Da nennst Du einige der wichtigsten Punkte, die mich so unglaublich wütend machen. Und anstelle zu warten, bis die beteiligten “Fussabtreter in der Hierarchie” ermittelt sind, habe ich mit Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier von der Freien Wählergemeinschaft jemanden von oben deutlich als - zumindest politisch Verantwortlichen - benannt.
Ich halte diese Zustände eben nicht für eine Ausnahme, sondern für den Regelfall. Die CSU habe ich besonders erwähnt, weil sie die Mißstände besonders hartnäckig und erfolgreich verdeckt, die Menschen mit Statistiken zupflastert, wie schön Bayern ist, und geradezu so tut, als würde es solche Mißstände wie es sie überall sonst gibt, ausgerechnet in Bayern nicht geben. Und weil es solche Mißstände nicht gibt, braucht natürlich auch nichts zur Bekämpfung der Mißstände getan werden.
Gibt es zu den Gebührenplänen für Akteneinsicht nähere Informationen? Die sind mir neu.
Heute steht bei Spiegel Online:
Die SPD-Stadträtin und Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler hatte in einer Pressemeldung, die bis kurz nach dem Unfall auf der örtlichen SPD-Homepage zu finden gewesen sei, bereits vor Monaten eine Entscheidung über die Zukunft der Anlage angemahnt. “Ansonsten könnte es passieren, dass es zuletzt zu einer Schließung wegen unterlassener Hilfeleistung kommt”, wird die Abgeordnete zitiert. Ihr Büro dementierte diese Äußerung.
@Heiko
Genau diese Äußerung von Bärbel Kofler auf der Webseite der SPD Kreisverband Berchtesgadener Land habe ich oben bei mir im Artikel zitiert verlinkt. Der ist jetzt tatsächlich weg. Jetzt bin ich aber sehr neugierig, warum das Büro von Bärbel Kofler diesen Text, der doch öffentlich im Internet zu finden war, angeblich dementiert. Mal schauen, ob ich da noch eine Kopie im Cache finde. Wer auch immer dem Link gefolgt ist, möge mir bitte eine Kopie des Caches zusenden, falls er ihn hat.
[…] Heiko Hebig hat mich gerade darauf hingewiesen, dass von der Seite des SPD Kreisverbandes Berchtesgadener Land ein brisantes Dokument gelöscht wurde, dass ich leider nicht mehr im Cache habe. Dieses Dokument könnte ein wichtiges Beweisstück in einem späteren Gerichtsverfahren um den Einsturz der Eissporthalle von Bad Reichenhall sein, da es belegt, dass der schlechte Zustand der Halle schon seit langer Zeit bekannt war. Auch Spiegel Online zitiert aus diesem Dokument, muß es also kennen, falls Spiegel Online die Information nicht von meiner Webseite geklaut hat oder eine inzwischen anscheinend auch geänderte Webseite des bayrischen Rundfunks, von der ich die Information hatte, rechtzeitig gesehen hat. […]
Ich finde das Verhalten des vorauseilenden Gehorsams der lokalen SPD äußerst bedenklich.
Bei N24 hat man folgendes geschrieben:” Die SPD-Fraktion im Bad Reichenhaller Stadtrat hatte vor Monaten auf eine Entscheidung zur Sanierung der Eislauf- und Schwimmhalle gedrängt und im Mai 2005 im Stadtrat beantragt, die Verwaltung möge ein Sanierungskonzept erstellen. In einer Pressemitteilung der SPD wird die SPD-Ortsvorsitzende und jetzige Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler mit der Aussage zitiert, der Zustand der Anlage werde nicht besser und mit ihrem Antrag wolle die SPD eine Entscheidung herbeiführen. Ansonsten könnte es passieren, dass es zuletzt zu einer “Schließung wegen unterlassener Hilfeleistung” kommt, wird Kofler zitiert.”
Wie das Büro der Abgeordneten auf Anfrage der Netzeitung klarstellte, sei es dabei nicht um baurechtliche Aspekte gegangen. Die Abgeordnete habe darauf hinweisen wollen, dass der Schwimmhalle eine Schließung aus ökonomischen Gründen drohen könnte und das Angebot für die Bürger erhalten bleiben müsse. Sicherheitsbedenken seien nicht der Hintergrund für die geforderte Sanierung gewesen. Für eine Gefährdung des Bauwerks habe Kofler keine Anhaltspunkte gehabt.
Offensichtlich hatte man zum damaligen Zeitpunkt weder die Wahrheit vertuschen (durch Löschung der fraglichen Website) noch alles dementieren wollen, da man sich bei der “Richtigstellung” ja gerade auf den Internetartikel/Presseartikel bezogen hat.
Der N24 Artikel ist unter der Website “http://www.n24.de/politik/inland/index.php/n2006010414512500002″ nachlesbar. Ich gehe davon aus, dass N24 kein so gestörtes Verhältnis zur Wahrheit hat, wie die fraglichen SPD Verantwortlichen.
@Stroinerle
Dazu, dass die Seite mit den Pressemitteilungen der SPD Bad Reichenhall verschwunden ist, habe ich einen eigenen Artikel geschrieben. Hier habe ich die SPD eben noch gelobt, und dann so was. Yahoo hat die Seite mit den Pressemitteilungen bisher noch im Cache.
[…] Wenn die Ethik in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens nachläßt, Korruption und öffentliche Lügen international zum Alltag wie das tägliche Brot gehört, dann ist es wohl realitätsfremd, anzunehmen, Wissenschaftler würden ehrenvoll arbeiten. Weinen sollten wir, dass Lug und Betrug auch in Wissenschaft und Forschung alltäglich geworden ist. Zur Schadenfreude gibt es in einem Land mit einer sinkenden saisonbereinigten Arbeitslosigkeit, wo jüngst in Bad Reichenhall eine Eishalle eingestüzt ist, sicher keinen Anlaß. […]
habe ihre seite durch zufall entdeckt und kann nur sagen unter aller kanone.
waren sie überhaupt schon mal in bad reichenhall ich jedenfalls in berlin.
bei uns ist zumindest teilweise noch alles in ordnung. berlin ist sowohl stadtlich als auch staatlich ja wohl ne voll katastrophe.
kann jedenfalls nur sagen herzuziehen und von nichts ne ahnung typisch spd und ich bin nicht von der von ihnen angefeindeten cdu bzw. csu
also erst schauen dann denken dan schreiben
mfg
ihre reichenhaller nichtfangemeinde