Gerade gestern noch habe ich mit Freunden über die Frage diskutiert, ob Arbeitslose glücklich sein dürfen. Einhellig sind wir dabei zu der Ansicht gelangt, dass die Aussage “arbeitslos und glücklich” eine Provokation ist. Das politische Wirken der Bundesregierung ist darauf ausgerichtet, Arbeitslose unglücklich zu machen, um so die Motivation zur Arbeitsaufnahme zu erhöhen. Damit Hunger und Obdachlosigkeit abgewendet werden, wird verlangt, unglücklich zu sein. Dazu trägt die gesellschaftliche Ächtung bei, die herablassende Behandlung und das Verschanzen der Verantwortlichen hinter Bergen von Bürokratie.
Von Betroffenen höre ich, dass nicht Fördern und Fordern die Politik der Regierung ist, sondern Fördern und in die Eier treten. Qualifikationsmaßnahmen werden angesetzt, bei denen allen Beteiligten klar ist, dass sie neben der Versorgung der Maßnahmenanbieter mit Teilnehmern nicht zur Qualifikation dienen, sondern lediglich dazu dienen, mögliche Versagensgründe zu schaffen. Anträge werden monatelang gar nicht bearbeitet, und dann ungelesen und willkürlich abschlägig beschieden, einfach nur um den Druck ein bißchen zu erhöhen und Antragsteller in noch länger dauernde Widerspruchsverfahren oder Sozialgerichtsprozesse zu ziehen.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will dafür sorgen, dass mehr Arbeitslose als Erntehelfer eingesetzt werden. Dafür will er die zu genehmigenden ausländischen Saisonkräfte für die Ernte pauschal um 10% kürzen. Der Druck auf Arbeitslose soll dadurch steigen. Der Genosse Franz meint wohl auch, dass Arbeitslose heute viel zu glücklich seien.
Hier habe ich mal eine typische Stellenanzeige des letzten Jahres gefunden, so wie die Jobs sind: 5,10 Euro pro Stunde im Gurkenflieger bei 30 Stunden pro Woche, das macht 153 Euro pro Woche oder 612 Euro brutto pro Monat. Nach Abzug von 20% Arbeitnehmer-Sozialbeiträgen verbleiben 509 Euro netto für einen Monat mit 30 Stunden wöchentlich Schwerstarbeit. Zumindest für den Fall, dass die Arbeit mit dem Fahrrad erreichbar ist, sonst gehen da auch noch Fahrtkosten von ab. Leben kann man davon ohnehin nicht, ergänzendes ALG II ist also ohnehin noch zu beantragen.
Als Belohnung dafür, dass der Arbeitslose den Job angenommen hat, bekommt er nicht nur einen anrechnungsfreien Hinzuverdienst von 100 Euro und 20%, also 182 Euro für 120 Stunden auf dem Gurkenflieger, sondern der Sachbearbeiter kann auch prüfen, ob er neue Versagensgründe findet. Hat der Arbeitslose vielleicht die Arbeitsaufnahme zu spät angezeigt? Dann könnte der Sachbearbeiter die Leistungen kürzen.Vielleicht hat wurde ja auch die Arbeitsaufnahme rechtzeitig angezeigt, aber die Anzeige ist im Jobcenter selbst verloren gegangen? Egal, erst mal kürzen. Arbeitslosen geht es ja ohnehin viel zu gut. Außerdem, wer weiß, vielleicht hat der Arbeitslose ja gar keinen Anspruch mehr auf ALG II? Soll er doch erstmal Wohngeld beantragen und eine Verdienstbescheinigung vorlegen. 30 Stunden die Woche ist doch sowieso bestimmt geschummelt. Vielleicht stellt sich ja später raus, dass er mehr gearbeitet hat. Und wenn er dann hinschmeißt, weil sein Rücken die Arbeit auf dem Gurkenflieger nicht verträgt, dann kann die Leistung gleich ganz gekürzt werden.
Der Betroffene kann dann Widerspruch einlegen und schließlich vor dem Sozialgericht klagen. Wenn der Franz etwas ändern will, damit Arbeitslose eher motiviert sind, eine Arbeit anzunehmen, dann sollte er erst mal was daran ändern, dass Betroffene wegen Aufnahme von Arbeit nicht auf dem Amt auch noch schickaniert werden.
Dem Franz möchte ich den Vorschlag machen, sich mal ein paar Wochen für 5,10 Euro brutto auf einen Gurkenflieger zu legen und sich gleichzeitig um einen Antrag auf ALG II zu kümmern. Ich übernehme in der Zeit gerne seinen Job als ministerieller Dummschwätzer für 13.500 Euro im Monat. Eine ALG II beziehende Bekannte von mir hat für sich die Frage, ob sie glücklich sein kann, vor einigen Wochen endgültig verneinend entschieden. Sie hinterläßt zwei minderjährige Kinder.
Danke, Franz. Frohe Weihnachten.
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Natürlich dürfen Arbeitslose glücklich sein, ob sie es denn können ist die Frage.
hi, ich habe keine Arbeit und bin glücklich.
und nun?
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@ Marcel:
Auch wenn es hart und barbarisch klingt, aber genau das ist das Ziel der Agenda 2010 und vergleichbarer Maßnahmen: die Leute mürbe zu machen, ihnen jegliche Würde zu nehmen und sie zu schikanieren, so dass sie entweder an psychosomatischen Krankheiten oder eben durch die eigene Hand sterben. Dazu wurde ja schon vorab die Gesundheitsversorgung verschlechtert. Armut bzw. die Abhängigkeit vom Arbeitseinkommen wird derzeit “aus dem Volk rausgezüchtet”. Wir waren gut genug, alles zu automatisieren und die Produktivität in ungeahnte Höhen zu treiben. Nun haben wir alle ausgedient und sollen gehen oder zumindest nichts kosten. Wie war noch auf einem Plakat während der Montagsdemos zu lesen: “Hartz IV ist Euthanasie light!”
MfG
Daniel
@baseface
Arbeitslose dürfen glücklich sein, aber sie sollen nicht glücklich sein.
@Daniel
Euthanasie Light kann man so nicht sagen, das klingt ja gar nicht sozial und erst recht nicht sozialdemokratisch.
Wenn ich mir die Leistungen der Arbeitsagentur anschaue, möchte ich beinahe Dirk Niebel zustimmen, der aus vermutlich ganz anderen Gründen die Auflösung der Arbeitsagentur fordert. Das ganze teure Gedöns der ausgeklügelten Schikanen von Arbeitsagentur, Jobcenter und Arge sollten wir uns genauso sparen wie die Internetseite für 170 Mio Euro. Die Agentur würde dann noch die Leistungen berechnen und ansonsten schließen. Den Arbeitslosen würde es damit besser gehen und den Leuten, die die Zeche zahlen, auch.
@Marcel
Warum nicht? Mich würde es nicht stören diese Menschen glücklich zu sehen.
@Daniel:
Woher weißt Du so genau, daß Harzt4-Empfänger an “psychosomatischen Krankheiten” sterben?
Hast Du da Erkenntnisse aus eigenem Leiden?
@Bartels:
Milton Friedman hat in einem Beitrag vor einigen Monaten vorgerechnet, daß es für alle Beteiligten günstiger käme, würde man die Verteilungsorganisationen einfach grundsätzlich schließen und eine gesetzliche Mindestrente einführen.
Die Einsparungen, die auf diese Weise erzielt würden, würden bei weitem ausreichen, eine ausreichende Mindestrente für jeden Bürger zu garantieren.
@Manta-Manni:
Nennt man z.B. Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Dass diese Leuten von Deinem Schlag fehlt, erstaunt mich nicht im geringsten. Außerdem meine ich vor einiger Zeit einen Artikel über eine entsprechende Studie gelesen zu haben, wie oft bestimmte psychosomatische Erkrankungen in den einzelnen Schichten auftauchen und da sind die Arbeitslosen und Niedrigqualifizierten besonders stark vertreten gewesen. Stichwort Lebenszufriedenheit, Selbstwertgefühl etc. Stehen im Zweifelsfall auch im Duden, Manta-Manni…
MfG
Daniel
@Daniel-****befreit:
Du willst behaupten, Du seist “empathisch”?
In wen versetzt Du Dich denn so hinein?
Ist es nicht vielleicht eher so, daß Du in Deinem ganzen Leben bislang selbst nichts Produktives zuwege gebracht hast, aber hier die große Klappe schwingst?
Ich habe für meinen Teil die letzten Jahre erheblich Steuern bezahlt und muß mir kaum von einem vernachlässigten Kleinkind wie Dir dummerhafte Vorhaltungen machen lassen.
@Bartels:
Ich erwarte, daß Sie - wenn Sie schon das Kindergartenkind Daniel hier ungestört Beleidigungen absondern lassen (”Manta-Manni”), uns anderen Nutzern - zumindestens Daniel gegenüber - das gleiche Recht zugestehen.
[Editor: Eine großzügigere Auslegung der Benimmregeln gestehe ich Ihnen gern zu, solange Sie hier mit vollem Namen und ladungsfähiger Anschrift posten]
@Daniel-****befreit:
Habe mir gerade mal Deine “Website” angesehen.
Da steht u.a.:
“Ach ja, ich verwende mitunter gnadenlos Satire und bitterbösen Zynismus als Stilmittel und wer sich davon angepisst fühlt, soll sich doch einfach verpissen und bei Mami weinen gehen - alles klar?”
Du glaubst wirklich, daß der Sch***, den Du schreibst, unter das “Stilmittel bitterböser Zynismus” fällt?
Du erinnerst mich eher an einen zeternden Schulversager.
[Editor: Sobald das Gehirn ins Spiel kommt, sind wir ganz sicher im Bereich der Beleidigung]
Tut mir leid, Manta-Manni, war seinerzeit mit meinem Abi im oberen Drittel meines Jahrgangs. Erzähl uns doch mal, wie das bei Dir auf der Sonderschule damals war…
MfG
Daniel
Da ich auch Abitur habe wie der “Herr” Daniel, weiß ich, was Zynismus heißt. Eine prägnante und zitierfähige Definition findet man zum Beispiel in der wikipedia:
“Heute bezeichnet man zum einen die sich durch boshaft verletzende Äußerungen zeigende Haltung eines Menschen (des Zynikers) als Zynismus, andererseits auch eine Haltung, die moralische und menschliche Werte grundsätzlich in Frage stellt und sich darüber lustig macht.”
Das heißt, daß Daniel (ein Abitur hat er ja eigenen Aussagen zufolge, daher weiß er ja auch, was er da auf seiner Website über sich selbst schreibt) gnz bewußt “moralische und menschliche Werte in Frage stellt und sich darüber lustig macht”.
Man kann über ihn sagen, was man will, aber hier ist er aufrichtig!
@Daniel-****befreit:
Tja, oberes Drittel, was heißt das schon.
Aber da Du Deine Abiturnote hier abführst, heißt das wohl, daß Du außer Deinem Abiturzeugnis bislang nichts zustande gebracht hast.
Oh, aber falls Du Dich auf diesem Niveau vergleichen willst: Ich hatte ein Einserabitur, Du *****schüler.
[Editor: Manni, das sind ganz klare Beleidigungen, die Sie sich hier sicher nur trauen, auszusprechen, weil Sie hier anonym posten.]
@Bartels:
Würden Sie mir bitte erklären, weshalb Daniel mich als “Manta-Manni” verunglimpfen darf?
Das sind gleichfalls glasklare Beleidiungen.
@Max:
Das einzige, was Daniel in Frage stellt, ist der Wert des deutschen Abiturs.
@Baseface
Dich würde es nicht stören, aber die Politik will das verhindern, weil sie glaubt, dass es dadurch weniger Arbeitslose gibt und die Senkung der Arbeitslosenzahlen das wichtigste selbstgesteckte Ziel der Politik ist.
Ich glaube, viele arbeitende Menschen stört es aus Neid, wenn Arbeitslose glücklicher sind, als sie es selbst sind. Sie empfinden es als ungerecht und wollen, da sie selbst unter ihrer Arbeit, ihrem Chef oder ihren Kollegen leiden, diese Arbeit aber zur Rechtfertigung ihrer Existenz brauchen, dass Arbeitslose mindestens ebenso leiden.
@all
Die Leute, die nicht arbeiten, sondern davon leben, andere Menschen abzuzocken oder sonstwie millionenschwere Gewinne ohne Gegenleistung einzustreichen, lachen sich über den kleingeistigen Neid von Steuerzahlern auf Arbeitslose schlapp.
Ausweißlich des Threads hier ist ein Einser-Abitur nichts, was jemandem bescheinigen könnte, sich benehmen oder gar denken gelernt zu haben. Gute Schulnoten zeigen nur, dass jemand fähig ist, vorgekautes auswendig gelernt wiederzugeben.
@Bartels:
Eine ladungsfähige Adresse - ja, wo hat denn der Daniel seinen vollen Namen und seine ladungsfähige Adresse angegeben? Auf seiner Website hat er jedenfalls kein Impressum, oder bin ich zu blind, um es zu finden?
Würde ich dem Daniel übrigens dringend empfehlen, ein Impressum auf seiner Website unterzubringen, könnte sonst zu einer kostenpflichtigen Abmahnung führen.
@Manni
Daniel ist im Gegensatz zu Dir nicht so feige, nur anonym zu posten. Daniels Name und Wohnort wurde von den Parteigängern der Partei, mit der Du sympathisierst, nun wirklich oft genug gepostet. Wenn man die mal in eine Suchmaschine eingibt, kommt man schnell auf die Adresse.
Ich empfinde Manta-Manni obgleich unschön eher als humorvoll denn als Beleidigung. Wenn Sie sich auf dasselbe hohe Niveau begeben möchten, können Sie gern mit Golf-Daniel zurückschimpfen. Das hört sich in meinen Ohren trotzdem ganz anders an, als über das Gehirn anderer Menschen zu schreiben oder in die Toilette zu greifen,um Worte zu finden. Alex sagt übrigens mit Vorliebe “Quatschtüte”. Ist das nun auch eine Beleidigung?
[…] Doch uns erreicht frohe Kunde aus Berlin, rechtzeitig zum Fest der Liebe: Ein humanistischer Coup der Bundesregierung befreit diese Leute nun von ihrer Scham. Unerkannt – außerhalb der Städte und Dörfer - können sie jetzt ihre Schuld der Arbeitslosigkeit abtragen. Beim Frondienst auf deutschen Äckern. […]
Man darf doch wirklich mal fragen was die Bundesregierung mit ihren absurden gesetzen bezweckt? 100 euro steurfrei Hinzuverdienst, haha… meiner ansicht nach führt die art und weise wie das alles diskutiert wird erst recht zur ablehnenden Reaktion. Selbst wenn jemand bereit gewesen wäre für das Geld zu arbeiten, bin ich mir sicher das ihm spätestens nach clements “parasiten”-sprüchen jede lsut vergangen ist…
@16: Beweis mittels eines singulären Beispiels … hmmm, der Mathematiker glaubt so einen Beweis nicht.
Sagen wir so: Daniel ist der augenscheinliche Beweis, was beim deutschen Abitur halt mit
durchrutschen kann - sozusagen das Montagsauto des deutschen Schulindustrie.
“[…] entweder an psychosomatischen Krankheiten oder eben durch die eigene Hand sterben. Dazu wurde ja schon vorab die Gesundheitsversorgung verschlechtert.” Ich weis ja nicht in welchem Land sie leben aber inwiefern wurde denn die Gesundheitsversorgung so gravierend verschlechtert das die Zahl von Suiziden und psychosomatischen Erkrankungen gestiegen ist?
@Micha:
Lesen und verstehen will gelernt sein: wenn ein Hartzer keine Praxisgebühr aka Eintrittsgebühr bezahlen kann, wird er nicht behandelt - Punkt. Außerdem wurden viele Medikamente aus dem Katalog gestrichen, die zwar nicht direkt medizinisch notwendig waren, aber aber eben aufbauend oder entlastend wirkten bei verschiedenen Krankheitsbildern. Die Zahl von psychosomatischen Krankheiten und Suiziden stieg also nicht durch die verschlechterte Gesundheitsversorgung, sondern durch die Folgen von Hartz IV, aber die “Gesundheitsreform” - man könnte auch sagen: Die Versicherten bezahlten die Schulden der verschwenderischen KK-Verwaltungen - hat eben dazu beigetragen, dass solche Krankheitskomplexe seltener erkannt werden, weil die Betreffenden z.B. seltener zum Arzt gehen, somit keine frühzeitige Diagnose mehr erfolgt etc.pp.
Und ich bleibe dabei: die Maßnahmen der Agenda 2010 sind *tatsächlich* Euthanasie light. Ich habe mehrere Jahre als Dozent in SGBIII-Seminaren oft genug am Rande und manchmal auch darüber hinaus die Probleme und Leiden der Leute sowie deren Reaktionen darauf mitbekommen, um zu wissen, dass Hartz IV, Gesundheitsreform etc. genau diese Menschen trifft, teilweise (existenz-)vernichtend.
Über den Wust zwischen Seminaranbietern und den Arbeitsagenturen sowie den eigentlichen Sinn und Zweck vieler “Bildungsmaßnahmen” rede ich lieber erst gar nicht. Zusammenfassend läßt sich sagen, dass es dabei - so mein Eindruck - primär um Züchtigung, Aussieben sowie die Schaffung von Grundlagen für Sperren und Kürzungen geht.
MfG
Daniel
Oh ja entschuldigen Sie vielmals wie konnt ich den Zusammenhang nur nicht erkennen. Zudem Punkt das bei Nicht-Bezahlung keine Behandlung erfolgt kenne ich persönlich Gegenbeispiele, hier gibt es wohl von Fall zu Fall Variationen.
Was für Medikamente bei welchen Krankheitsbildern?? Wird eine Depression ihrer These schlußfolgernd in Dtl. nicht mehr per Arznei therapiert.
Wie definieren Sie denn für sich den Begriff “Euthanasie”?
MfG
@Micha:
Es ist sicherlich sehr sinnvoll, Depressionen, deren Ursachen in den Lebensumständen begründet liegen, mit Arzneimitteln zu therapieren, die oftmals noch starke Nebenwirkungen haben und das Individuum weiter gesundheitlich belasten. Was würden Sie davon halten, wenn Sie beim Handwerken auf ein Brett mit zwei langen Nägeln fielen und man würde Ihnen Schmerzmittel verabreichen anstatt die Nägel zu entfernen und ggf. lebensgefährliche Blutungen zu stoppen? Ach…
Wie definieren Sie denn für sich den Begriff “Euthanasie”?
Ausgrenzung und Zerstörung unerwünschter Elemente aus der Gesellschaft.
MfG
Daniel
Ich würde schlicht den Arzt verklagen. Aber ihr Vergleich hinkt. Wenn ich mich beim Handwerkern verletze so ist es dem Arzt möglich die Nägel zu entfernen und eine chirurgische Wundversorgung durchzuführen, bei einer Person mit Depressionen hat der Arzt nicht unbedingt die Möglichkeit die Ursache zu beseitigen sondern eher die Wirkung zu vermindern.
Letzlich haben Sie recht das emotionale Belastungen - und dazu gehört Arbeitslosigkeit zweifelsohne - depressive Zustände hervorrufen, die je nach Charaktertyp in Ausübung suizidaler Tätigkeiten enden können. Was zu beweisen wäre ist, dass es explizit durch Hartz IV zu mehr Suiziden gekommen ist.
@ Micha:
Na, das ist doch schon einmal eine Basis, auf der man sinnvoll diskutieren kann. Ich denke jedoch nicht, dass es notwendig ist, eine Steigerung an Suiziden zu belegen, denn gerade bei älteren Menschen werden Suizide öfter mal als “entschlafen” oder “Kreislaufkollaps” auf dem Totenschein notiert.
Das Problem des Nachweises psychosomatischer Krankheiten ist teilweise auch das Henne-Ei-Problem: Waren zuerst Probleme da und dann kam eine Krankheit oder resultieren die Probleme aus der Krankheit?
Wie dem auch sei, Fakt ist, dass Hartz IV und die Gesundheitsreform dazu beitragen, dass Gesundheit und Lebensqualität mehr denn je in Deutschland wieder eine Frage des Geldbeutels werden als jemals zuvor seit Ende des II. WK
MfG
Daniel
Gerade habe ich gesehen, dass 5,10 Euro die Stunde sogar noch gut ist. Hier habe ich einen Artikel beim ZDF gefunden, der 3,40 Euro Stundenlohn auf dem Gurkenflieger belegt. Bei 176 Stunden macht das 598,40 Euro brutto bzw bei 20% Sozialabgaben 478,72 Euro netto für einen Knochenjob in Vollzeit. Ohne ergänzendes ALG II kann man da keiner von leben, der irgendwie für das Wohnen zahlen muß.
[…] Diese Menschen sind dann zwar wirklich nicht mehr arbeitslos, aber die Lebensqualität steigt dadurch nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Ob Arbeitslose glücklich sein dürfen, wurde hier im Parteibuch bereits vor zwei Wochen thematisiert. [Trackback URI] [Permalink] […]
arbeitslose können glücklich sein, denn sie haben
normierten wohnraum
zugang zur suppeküche
abstand zur kultur aus finanz. gründen
usw.
was aber das wichtigste ist, sie tragen im innersten ihrer seele ein haßpotential was am tage der kollektiven freisetzung diese gesellschaft radikal verändern wird.
ich bin mit dabei!!!!!!
was??
[…] Kurz hinweisen möchte ich noch auf meinen Beitrag aus der letztjährigen Vorweihnachtszeit mit Titel Dürfen Arbeitslose glücklich sein? [Trackback URI] [Permalink] […]
…und was ist mit den leuten die als fertig studierter praktikant in einer werbeagentur arbeiten und für 60 stunden die woche für wenig geld und die mit anfang 30 noch geld von ihren eltern schnorren müssen, um sich diesen job überhaupt leisten zu können?
das ist doch auch arbeitslos, nur eben ohne freizeit.
@jutta
Die Generation P (P wie Praktikum) ist in den Allerwertesten gekniffen, obwohl sie alles richtig gemacht hat. Die Generation P ist eben nicht blöde und ungebildet, sondern hat sich in der Uni das Hirn zermartert, weil sie geglaubt hat, dass Bildung frei macht.
Nun schuften diese Akademiker für Hungerlöhne in der Hoffnung, durch 120-prozentiges anschleimen doch mal irgendwann einen einigermassen anständig bezahlten Job zu finden, weil es zu bitter ist, sich einzugestehen, dass Bildung für ein ordentliches berufliches Auskommen eben nicht reicht.
Dabei wäre ein Leben in Arbeitslosigkeit für viele sicher würdevoller. Was ich von meiner Parteiführung fordere, ist nichts weniger als die Kleinigkeit des öffentlichen Zugeständnisses, dass Arbeitslose glücklich sein dürfen und es nichts unanständiges ist, sich nicht für einen Hungerlohn an den nächstbesten Gangster zu verkaufen. Im Gegenteil, widerspenstige Arbeitslose, die nicht für Hungerlöhne bei irgendwelchen Gangstern arbeiten wollen, tragen entscheidend dazu bei, dass die Löhne nicht weiter fallen.
Ich fordere vor allem auch die arbeitenden Kollegen dazu auf, Arbeitslosen mit Respekt zu begegnen und die herabschauende Perspektive auf Arbeitslose aufzugeben.
»Eine ALG II beziehende Bekannte von mir hat für sich die Frage, ob sie glücklich sein kann, vor einigen Wochen endgültig verneinend entschieden.« - Wenn die Seele tot ist, gibt es nichts mehr zu gewinnen.
[…] nicht selten elementare Menschenrechte abgesprochen werden. Wenn nach Auffassung der Politik Arbeitslose nicht glücklich sein dürfen, dann ist das eine Verletzung der Menschenwürde. Mein Parteibuch wird auf die verlogene […]
[…] Mein Parteibuch wurde vor etwas mehr als einem Jahr gefragt, ob Arbeitslose glücklich sein dürfen. Vor etwas mehr als einer Woche hat sich, wie die Berliner Zeitung unter dem Titel […]
[…] seiner Verantwortung für die Hartz-IV Toten in Deutschland, Deutschland Debatte hat da Recht, ist es eine Frage des […]
[…] Massenmedien und Industrie-Lobbyisten gegen höhere Löhne für Lokführer und den Rest des deutschen Prekariats nun zu Wort gemeldet und “an beide Tarifpartner gewandt” gesagt, “der Eiertanz […]
[…] den mühseligen Rezepten der Vergangenheit zu arbeiten. Damit die deutsche Propaganda ordentliche Erfolge im Krieg gegen die Arbeitslosen sondervermelden kann, wird die Arbeitslosenzahl vor der […]
[…] Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass die Betreuung der höhnisch als Kunden bezeichneten Hartz-IV-Empfänger allzu in der Verfolgung derselben liegt, mit dem Ziel, sie mit allen Mitteln aus Arbeitslosenstatistik und Leistungsbezug rauszudrücken. Für diese gezielten Schikanen, die häufig mit vorsätzlichen Lügen der Ämter einhergehen, wobei darauf spekuliert wird, dass nur ein Teil der Menschen sich vor den Sozialgerichten mit einer Klage wehren, gibt es einen einschlägig bekannten Begriff: Verfolgungsbetreuung. Das Ersetzen von Hilfe durch schikanöse Verfolgungsbetreuung führt zu bekannten Ergebnissen wie dass die Verzweiflung bei vielen Hilfebedürftigen groß ist, bei einigen so groß, dass sie aus dem Fenster springen oder beinahe oder vollständig verhungern. Diese Politik hat zum Ziel, Arbeitslosen das fundamentale Menschenrecht zu verwehren, glücklich sein zu dürfen. […]