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15. Dezember 2005

Neues auf der Blogroll: Medienmodul Blog

von @ 1:00. abgelegt unter Über dieses Blog, Tagebuch

Nachdem ich gerade mit Bedauern zur Kenntnis nehmen mußte, dass es beim durch Untreuevorwürfe belasteten Bund der Steuerzahler Berlin offensichtlich keinen Neuanfang geben wird, habe ich jedoch zumindest ein interessantes Weblog gefunden: medienmodul deutschland.

Beim Medienmodul Blog habe ich gerade einen Beitrag Was ist Korruption mit einem Link zu einem 49 Doppelseiten starken online verfügbaren Flyer Korruption: Schatten der demokratischen Gesellschaft des [Netzwerk Recherche] mit Beiträgen zu Korruption von teilweise hochkarätigen Autoren wie Britta Bannenberg oder Werner Rügemer gefunden, die ich zu einem guten Teil bereits durch die Seite vom Business Crime Control e.V. kenne.

Viel Glück wünsche ich Franziska mit ihrem bisher erst in Ansätzen erkennbaren Medienmodul Redaktionsforum für Bürgerpolitik. Ähnliche Gedankengänge haben mich vor kurzem dazu gebracht, den Artikel Verdichtung eines Nebels zu einem festen Ankerpunkt mit der Forderung nach einer neuen ethischen Bewegung im Informationszeitalter ins Parteibuch Wiki zu stellen. Der Medienmodul Blog landet denn auch gleich erstmal in meiner Blogroll.

7 Kommentare zum Beitrag “Neues auf der Blogroll: Medienmodul Blog”

  1. Alex sprach

    Fällt Ihnen nichts zu Schröder ein? Schließlich ist das der mann, der vor wenigen tagen noch heuchlerisch davon sprach, endlich ein kleiner Anwalt zu sein und der bestritt, dass er bei Gazprom mehr als 200000 Euro bekäme. Nun sind es wohl 1,5 Millionen. Nun ja, so war der Mann schon immer. Komisch nur, dass nach der Vorstellung 98 - 02 immer noch Menschen diesen Typen gewählt haben.

  2. Mein Parteibuch sprach

    @Alex
    Wenn ich zu allem Stellung nehmen würde, was mich stört, käme ich aus dem Schreiben gar nicht mehr raus. Zu Gerhard Schröders Job bei der Gasprom-E.on-Wintershall Tochter habe ich schon deutlich Stellung genommen. Zur Schröder’schen Politik empfehle ich Hans-Joachim Selenz “Wildwest in der Vorstandsetage”. Ich denke, das ist mehr als deutlich.

    Wo kann ich denn die Information finden, was Gerhard Schröder bei der Gasprom-Tochter verdient?

  3. Franziska Sylla sprach

    medienmodul sagt
    herzlichen Dank!

    Hier http://tinyurl.com/7h43e können Sie ja mal einen Blick auf das Projekt Redaktionsforum für Bürgerpolitik werfen.

    Loggin: medienmodul, dudoni

    ich hoffe, wir gehen dieses Jahr dann auf www.medienmodul.de

    online.

    Danke für Ihre Aufmerksamkeit, das gibt Lust, die Herausforderungen zu meistern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Franziska Sylla

    medienmodul_deutschland.blog.de

  4. Manni sprach

    Herr Bartels,
    das sind ja Neuigkeiten, soviel gäbe es zu Schröder zu sagen?
    Ja Herrgott, warum sagen Sie es dann nicht?
    Das einzige, was ich hierzu von Ihnen bislang gehört habe: Sie hätten sich “durchaus kritisch” (Zitat Bartels) geäußert.
    Machen Sie mal, schreiben Sie doch mal etwas mehr zu Ihrem Ex(?)-Idol Schröder, Sie schreiben doch sonst auch so viel…

  5. Mein Parteibuch sprach

    @Manni
    Gerhard Schröder hat kurz nach seinem Ausscheiden aus der Politik einen Aufsichtsratsposten bei der North European Gas Pipeline zugesagt, einer Firma, die auf einem Geschäft basiert, dass Gerhard Schröder selbst in den letzten Tagen seiner Amtszeit vereinbart hat. Das sieht häßlich aus. Vertrauen bildet er damit nicht.

    Andererseits könnte Gerhard Schröder die sich aus dem Posten ergebende Macht auch im Sinne des Gemeinwohles nutzen. Das möchte in Anbetracht des Anscheins jedoch erst sehen, bevor ich es glaube.

    Seinen Rücktritt als Politiker kann ich deswegen schlecht fordern - schließlich ist da nichts mehr, wovon er zurücktreten könnte. Strafrechtlich scheint die Zusage zum Posten für sich genommen nicht relevant zu sein. Was also kann ich fordern? Gibt es irgendwelche neuen Informationen dazu?

    Bundestagspräsident Norbert Lammert ist während seiner aktiven Zeit als Politiker Aufsichtsratsvorsitzender der RAG. Das finde ich ähnlich häßlich. Da kann ich fordern, er möge sich für das eine oder andere entscheiden.

  6. Franziska Sylla sprach

    gestern im Bundestag ist darüber gesprochen worden , verfolgen Sie doch mal (Herr Bartels) die Protokolle (oder Web TVs).

    Die Abgeordneten der Bundesfraktionen forderten einen Ehrenkodex für Amtsträger derartig hoher Würden wie die eines Kanzlers. Dessen “Amtswürde bliebe tatsächlich über die Kanzlerperioden bis zum Ende der Geschichtsbücher bestehen.

    mmb

  7. Mein Parteibuch sprach

    @Franziska
    Mir ist bisher nur bekannt, dass die FDP einen Ehrenkodex für Mitglieder der Bundesregierung vorgeschlagen hat.

    Die Richtung halte ich für gut, meine jedoch, das sollte viel weiter gehen. Zum einen sollte der Kreis der Personen zumindest mal alle Abgeordneten und leitende Angestellte von Unternehmen der öffentlichen Hand erfassen. Und zum anderen sollte meiner Meinung nach der Ehrenkodex viel weiter gefaßt werden, und gerade weil er unverbindlich ist, neben konkreten Handlungen auch eher weitgefaßte Sachverhalte mit einschließen, die bei Abgeordneten zum Beispiel auf eine eingeschränkte Unabhängigkeit schließen lassen könnten.

    Das geht in die richtige Richtung, sollte aber auch bei der Bevölkerung entsprechend deutlich kommuniziert werden. Ich meine, damit es wirkt, muß das Thema “Ethik von Entscheidungsträgern” in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gebracht werden. So könnten die Abgreifer und die sie deckenden Politiker auch gehörigen Respekt vor letztlich durch Wahlentscheidungen herbeigeführten Konsequenzen bekommen.

    Ich bin mir dessen bewußt, dass das Problem des unmoralischen Handelns von Entscheidungsträgern so alt ist wie die Menschheitsgeschichte, und keine auch noch so enge formale Definition da ran kommt. Den Verfall der politischen und wirtschaftlichen Sitten, so es sie denn in Deutschland je gegeben hat, kann letztlich nur eine erhöhte Wachsamkeit und Bereitschaft zur kritischen Beteiligung der einfachen Wähler, Parteimitglieder, Vereinsmitglieder oder Aktionäre stoppen.

    Dieses ungezügelte Abzocken, gierig nach mehr und so viel wie es nur irgend geht und so skrupellos als ob morgen die Welt unterginge, halte ich für etwas neues in Deutschland, zu dem bisher eine Gegenbewegung fehlt. Ich meine, es fehlt etwas, dass in das ethische Vakuum durch den Rückzug der Religion tritt, die im Informationszeitalter mehr und mehr Probleme hat, die Jungfrauengeburt zu erklären.

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