Gestern habe ich mich das erste Mal mit der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gesponsorten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (kurz INSM) beschäftigt, auf die ich durch lobbycontrol aufmerksam geworden bin. Vordergründig sah das für mich so aus, als hätte die INSM, die der CDU und insbesondere Paul Kirchhof den geistigen Überbau für ihre asozialen Konzepte nach der Devise Sozial ist, was Arbeit schafft liefert, das patriotische Ziel, die deutsche Wirtschaft mit frischen Ideen in Schwung zu bringen und damit dem Wohlergehen Deutschlands zu dienen.
Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch, dass es anders ist. An direktem Geld von Gesamtmetall stehen dafür ca 10 Mio Euro jährlich zur Verfügung, zusammen mit indirekt einsetzbaren Resourcen der Mitgliedsunternehmen kann die INSM aber sicher auch locker 100 Mio Euro zusätzlich kurzfristig losmachen. Die INSM könnte damit finanziell besser ausgestattet sein, als alle politischen Parteien Deutschlands zusammen. Nun sieht das für mich so aus, als gehe es einzig und allein darum, es in Deutschland mehrheitsfähig zu machen, Sozialleistungen und Arbeitnehmerrechte in großem Stil abzubauen: Sozial ist, was Beschäftigung schafft erinnert stark an den von Angela Merkel im Fernsehduell wieder vorgetragenen CDU-Wahlkampfslogan Sozial ist, was Arbeit schafft. Bei der INSM scheinen die Thesen als gesicherte Erkenntnis zu gelten, dass der Kahlschlag von Sozialleistungen und Arbeitnehmerrechten dafür sorgt, dass die Unternehmen größere Gewinne machen und dadurch mehr Arbeitsplätze entstehen. Dazu instumentalisiert die INSM Prominente und Medien, die aufgrund der großzügigen finanziellen Ausstattung der INSM leicht in finanzielle Abhängigkeiten geraten können. Zur Bestätigung des Weltbildes, was die INSM vermitteln will, ist ihr anscheinend keine falsche Studie zu blöd und keine Lüge zu platt.
Die sogenannte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft füttert die Presse systematisch mit Pressemeldungen zu Ergebnissen von selbst in Auftrag gegebenen Studien, die stets die Ansichten der sogenannten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bestätigen. Gleichzeitig scheint aufgrund großformatiger Anzeigen eine finanzielle Abhängigkeit der Presse von der INSM zu bestehen, die dazu führt, dass die Presemitteilungen der INSM den Weg leichter in die Öffentlichkeit finden. Eine Recherche zur Überprüfung der angeblich wissenschaftlich belegten und ach so unabhängigen und überparteilichen Propaganda-Mitteilungen der INSM findet in Redaktionsstuben auch vom Spiegel anscheinend nur selten statt.
Ich meine, die INSM mißbraucht den Begriff Soziale Marktwirtschaft für die Propaganda ihrer asozialen Rezepte. Als Vereinszweck des Fördervereins wird die Bildung angegeben, und auf der Grundlage die Gemeinnützigkeit erreicht. Dass dieser Verein anscheinend als gemeinnützig anerkannt ist und damit Steuerprivilegien genießt, empfinde ich als einen Skandal. Ich halte die sogenannte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft für gemeinschädlich. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass das eigentliche von Gesamtmetall vorgegebene Ziel im Sturz der Regierung Schröder und der anschließenden faktischen Abschaffung funktionierender Gewerkschaften besteht.
Ich will keine Arbeitsbedingungen, so wie sie im Film Workingmans Death gezeigt werden. Nachdem ich bis gestern eigentlich den Gewerkschaften gegenüber als Interessenvertretung in erster Linie von Arbeitnehmern und nicht von Arbeitslosen immer recht skeptisch eingestellt war, habe ich mir aufgrund der Erkenntnisse über die INSM vorgenommen, alsbald einer Gewerkschaft beizutreten. Ich werde darüber berichten.
Materialien über die INSM:
Dr. Rudolf Speth (Hans Böckler Stiftung, 08/2004): Die politischen Strategien der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Anonym (Stern, 2003): Revolution von oben
Wiki: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Anmerkungen zu einer 100-Millionen-Kampagne der Wirtschaftsverbände von Albrecht Müller
Nicole Otte (Freitag, 08/2005): Die Strippenzieher
dradio (Deutschlandradio, 08/2005 - MP3, 10MB) einung für Millionen
Dietrich Kraus (Plusminus, 08/2005): Wie Wirtschaftsverbände die öffentliche Meinung beeinflussen
Götz Hamann (Die Zeit, 2005) Lautsprecher des Kapitals
Bekannte politische Sympathieträger der INSM oder des Fördervereins zum Blenden der Öffentlichkeit:
Oswald Metzger (Grüne, Kurator) - Listenplatzloser Blogger wider die Bundesregierung bei Focus MSN
Prof. Dr. Paul Kirchhof (parteilos, Botschafter) - Der Professor mit dem asozialen Steuerkonzept im Wahlkampfteam von der ehemaligen Agitprop-Sekretärin der FDJ und Dosenpfandministerin a.D. Angela Merkel
Dr. Silvana Koch-Mehrin (FDP, Botschafterin) - Abgeordnete im Europaparlament und Bloggerin bei Focus MSN
Florian Gerster (SPD, Unterstützer) - Ex-Minister in Rheinland-Pfalz, wegen Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe gefeuerter Ex-Arbeitsamts-Boss und jetzt Unterstützer des spekulativen Immobilienfonds Fortress
Friedrich Merz (CDU, Fördervereins-Gründungsmitglied) - CDU-Politiker und Berater des Hedgefonds TCI
Carl-Ludwig Thiele (FDP, Botschafter) - Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion
Dr. Ursula von der Leyen (CDU, willige Interview-Partnerin) - Sozialministerin von Niedersachsen - ja, die, die das Blindengeld gestrichen hat -, Tochter des Ex-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU), Plagiat-Bloggerin bei Focus MSN und Mitglied im Kompetenzteam von Angela Merkel
Medienpartnerschaften:
Wirtschaftswoche, NTV, MTV (Quelle)
Wirtschaftswoche, Wirtschaftsmagazin impulse, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Welt, Handelsblatt (Quelle)
Bündnisse:
Aktionsgemeinschaft Deutschland mit Berlinpolis, Aufbruch jetzt! Stiftung liberales Netzwerk, Projekt Neue Wege, Reforminitiative “Für ein attraktives Deutschland” und die Initiative Klarheit in der Politik (nah am BDI) (Quelle)
Großen Einfluß hat die INSM angeblich auch bei den Nachrichtenmagazinen Spiegel, Stern und Focus (Chefredakteur Helmut Markwort: Quelle). Im Managermagazin finden sich dagegen anscheinend durchaus auch kritische Berichte zur INSM. Meine Recherchen zur Durchdringung der Medien durch die INSM laufen jedoch noch.
Obwohl anfänglich sich auch Mitglieder der heutigen Regierung von den vorgeblich wohltätigen Zielen der INSM haben leiten lassen, gehört heute kein Bundestagsabgeordneter der Regierungsparteien mehr der INSM an. Wer wie nicht will, dass die INSM mit ihren asozialen Zielen Erfolg hat, sollte mit seiner Stimme am 18. September bei der Bundestagswahl 2005 dafür sorgen, dass Gerhard Schröder Kanzler bleibt.
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Hallo Marcel,
schau Dir die Biographie von Oswald Metzger einmal an, Quellen gibt es genug. 1976 bis 1982 Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen, ohne Abschluß. In dieser Zeit hat er ein Schreibbüro gegründet und das war so ziemlich die einzige Zeit in der dieser Kerl mal in der freien Wirtschaft gearbeitet hat. Diese absolute Null will uns nun etwas über die Wirtschaft erzählen. Für mich nichts weiter als ein wiederwärtiger Schmarozzer der von der Allgemeinheit durchgefüttert wird.
Ich habe gerade den Beitrag von Plusminus von vor einer Woche dazu verlinkt. Da heißt es zu Oswald Metzger:
Und weiter:
http://blog.foc...ger/archives/54
Antwort von Metzger auf die Vorwürfe
“Wer wie nicht will, dass die INSM mit ihren asozialen Zielen Erfolg hat, sollte mit seiner Stimme am 18. September bei der Bundestagswahl 2005 dafür sorgen, dass Gerhard Schröder Kanzler bleibt.”
wer will dass morgen guter wetter ist soll wahrscheinlich auch SPD wählen.
ihre meinung ist deutlich mehr fremdbestimmt als die von INSM mitgliedern.
@Tommy
Das ist allerdings sehr erhellend. So kommt dann Stück für Stück immer mehr ans Licht. Der Oswald bekommt gar keine 10.000 Euro monatlich von der INSM? Nein, die vermittelt ihm nur die Aufträge, mit denen er 20.000 monatlich verdient… Na Klasse. Das nenne ich effektives Marketing. EWin bißchen im Kuratorium rumsitzen, Gesamtmetall nach dem Mund reden und dafür fette Aufträge einfahren. Kein Wunder, dass der Oswald Metzger da nicht aussteigt, wo sie ihm die Seilschaft der INSM doch zu 100 Vorträgen jährlich verhilft, die jeder für sich mit dem Monatslohn eines Arbeitnehmers bezahlt werden. Ach, die INSM arbeitet nicht wie eine Seilschaft?
Schön zu sehen, dass von den vier Polit-Bloggern, mit denen der Focus gestart ist, drei der INSM nahestehen. Was Andrea Nahles bei denen zu suchen hat, kann ich mir bisher noch nicht erklären. Ob sie die genommen haben, weil sie die Andrea für nicht konkurrenzfähig gehalten haben? Oder steht die Andrea der INSM auch nahe? Ist nicht der Focus Chefredakteur Helmut Markwort auch bei der INSM engagiert? Neee, was ein Zufall…
Das ist genau die Art von Lobbyarbeit, die ich zum Kotzen finde.
@5: wieso können sie nicht mal sachlich bleiben?
wo steht dass INSM ihm zu 100 vorträgen jährlich verhilft?
wenn sie seiner aussage von “etwa in dutzend in den vergangenen jahren” widerlegen wollen dann doch bitte mit quelle.
kümmern sie sich lieber mal um ihre sozis die als gewerkschafter streiks organisieren gegen unternehmen, bei denen sie im aufsichtsrat sitzen.
@Stefan
Na, wie kommt der Oswald Metzger denn wohl sonst an seine Vorträge, wenn nicht über Seilschaften wie die INSM? Mich hat noch keiner zu einem Vortrag eingeladen, bei dem ich an einem Abend soviel verdient habe, wie ein Arbeitnehmer in enem ganzen Monat. Dass es pro Jahr ca. 100 Vorträge sind, schreibt der Oswald Metzger ja erhellenderweise gleich selbst:
“wird feststellen, dass ich pro Jahr rund einhundert Vortragsveranstaltungen bestreite.”
zu 7:
Ja, schrecklich. Erst kontrollieren die Gewerkschafter die Eigentümer im Aufsichtsrat und dann organisieren sie auch noch Streiks, wenn die Eigentümer den Arbeitnehmern nichts abgeben wollen, von dem was sie erwirtschaften.
Die Vereinigung in Gewerkschaften ist es, die dafür sorgen, dass Arbeitnehmer anständig bezahlt werden. Das wird durch so eine Initiative wie die sogenannten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erst richtig deutlich. Ich werde eintreten in eine Gewerkschaft und werde dafür werben, dass noch mehr Menschen in die Gewerkschaften eintreten werden.
Nur starke Gewerkschaften können uns vor lügenden und betrügenden Kraken wie der INSM beschützen.
Herr Metzger ist einfach auch ein guter Mann und das rechtfertigt den Preis. Bis dahin muss MvmPb noch ein bischen was dazulernen, sonst bleibts beim unbezahlten Wahlhelfer.
@Ingo
Ja, vor allem muß ich lernen, Gesamtmetall und anderen Reichen und Mächtigen nach dem Mund zu reden. Die bedingungslose Bereitschaft zur Korruption würde meine Karriere sicher auch beflügeln.
@8: in der tat schrecklick, wenn die lage derartige interessenkonflikte ermöglicht, dass ich mich selbst bestreike.
@10: nichtmal dann.
Quatsch, sie werden lieber ein zweitklassiger Kläffer für Münteferting und die anderen Kämpfer für das Soziale, wie z.B. den Vorsitzenden der IG-Metall Jürgen Peters, zur Erinnerung anbei ein Link zum lustigen Annekdötchen mit der Villa in Hannover http://www.berl...1/politik/0038/. Nein, da ist sicher keine Korruption im Spiel. Beim Vorgänger Zwickel war auch alles i.O. genauso wie bei den Betriebsräten und Gewerkschaftern von VW. –> Sie tun mir ehrlich ein bischen leid MvmPb. Die lachen sich doch über Typen wie sie kaput. Genau wie der Gerd. Der geht nach jeder Wahlveranstaltung nach hause und lacht sich über die leichtgläubige Dummheit der Menschen schlapp. Deswegen ist er im Wahlkampf auch so gut drauf.
Jo, man erinnere sich an Zwickel im Mannesmann Prozess.
Marcel, ich respektiere deine politische meinung, aber dass die Spitzen der Gewerkschaften auch längst Bonzen sind und zum “System” gehören, musst du doch auch schon gemerkt haben.
@Stefan:
Nein, Arbeiter bestreiken sich nicht selbst, sondern streiken dafür, dass sie von dem Kuchen, der aufgrund ihrer guten Leistungen verteilt werden kann, auch angemessen viel abbekommen. Welcher Arbeitgeber zahlt seinen Arbeitnehmern schon freiwillig gutes Geld? Selbst die, die ohne Gewerkschaft gut zahlen, zahlen oft nur deshalb gut, weil sie sonst Angst haben müssen, dass die Arbeitnehmer sich besser organisieren und dann womöglich auch noch Mitbestimmung wollen.
Manche Arbeitgeber sind so geizig, dass sie Ihren Mitarbeitern gerade genug zahlen würden, dass sie nicht verhungern, und manchmal auch darunter, wenn sie nur könnten.
@Stefan und Tommy:
So dicke Gelder sind das nun wirklich nicht, um die es da bei der Immobiliengeschichte ging. Bei der Telekom sind über den Umweg von Voicestream nach Kohls Privatisierung 25 Mrd Dollar verschwunden und hier werden den Gewerkschaftern als Beweis dessen, wie sie abzocken, ein möglicher Vorteil von wieviel Euro vorgeworfen? Bei Zwickel war das wieviel?
100.000 Euro? Die Mitglieder scheinen da aber eher dem Jürgen Peters zu glauben als denjenigen, die ihn gern los wären. Aber natürlich gibt es Korruption auch in den Gewerkschaften und sie ist auch konsequent zu bekämpfen. Am besten kann sie dadurch bekämpft werden, dass die Mitglieder da den Finger drauf halten und solche Funktionäre nicht wählen. Da sind sie den Parteien ähnlich. Ein Grund mehr, einzutreten.
Wer blockiert eigentlich wirksamere Anti-Korruptionsgesetze in Deutschland? Da ist das heutige Statement von Transparency International in Deutschland ja eindeutig: die CDU/CSU. Und wer steht hinter der CDU/CSU? Die so genannte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft von Gesamtmetall. Lustig, dass dann von der Seite von Gesamtmetall ausgerechnet Korruption bei Gewerkschaftsfunktionären kritisiert wird, obwohl Gesamtmetall wirklich alles versucht, um die Funktionäre zu korrumpieren.
Die INSM ist in det Tat eine der gefährlichsten Bedrohungen für die Demokratie. Zumindest wenn wir von einer pluralistischen Demokratie ausgehen, mit einem gesunden und fairen Wettstreit ums beste Argument.
Der gewaltige PR-Maschinerie der Kräfte des Kapitals steht jedoch nichts vergleichbares entgegen. Vor allem da viele Medien, wie etwa die des Springer Konzerns, von vorne herein eine ausgewogene Berichterstattung ablehnen.
Hier versuchen einige die Vorstellungen von uns Bürgern über die gesellschaftliche Realität durch die Hintertür umzupolen. Dahinter steht die Einsicht, dass sich die Interessen von Einzelnen in einer Demokratie nicht gegen die Interessen von Millionen durchsetzen lassen. Außer man bringt die Millionen dazu die Interessen der Einzelnen als die ihren anzusehen.
Das ganze ist vor allem deshalb gefährlich, weil es zeigt wie leicht es ist mit Hilfe einiger PR noch die abstrusesten Ideen an jeglicher kritischen Auseinandersetzung vorbei zu gesellschaftlicher Geltung zu verhelfen. Nicht das man über deren Vorschläge nicht diskutieren könnte, es mag auch das ein oder andere Sinnvolle dabei sein. Nur werden selbst diese durch Vorgehensweise der INSM bei der Verbreitung ihrer Ideologie diskreditiert.
Noch eine kleine Anmerkung die INSM bekommt in der Tat “nur” 10 Millionen pro Jahr. Allerdings ist das ein Rechentrick, um die INSM als nicht zu gefährlich aussehen zu lassen. In den letzten fünf Jahren waren es insgesamt nämlich 150 Millionen. Davon 100 Millionen im Oktober 2000 als Startkapital vom Arbeitgeberverband Metall. Im Februar 2004 dann nochmal 50 Millionen für die nächsten fünf Jahre, deshalb schreiben jetzt die durchsetzten Medien mit ruhigem Gewissen von 10 Millionen pro Jahr. Quelle SZ vom 26.11.2004 Artikel nicht mehr online verfügbar.
@14:
ich habe nicht bestritten dass arbeitnehmer ihren AG bestreiken, das ist auch vollkommen in ordnung. nicht in ordnung ist, dass ein gewerkschaftsvorsitzender einen streik beschliesst, gegen ein unternehmen, in dessen aufsichtsrat er sitzt.
und dann auch noch für die SPD im bundestag sitzt.
nach dem motto, “wie viele interessenkonflikte kann ich in einer person vereinigen”
@15: der INSM steht nichts entgegen? ich kenne da die ein oder andere gewerkschaft…
deren budget erreicht wahrscheinlich ähnliche grössenordnungen.
@Stefan:
Mal abgesehen von den Fällen, in denen er möglicherweise als Vertreter der Politik einen Sitz im Aufsichtsrat hat, wenn das Unternehmen zu einem Teil der öffentlichen Hand gehört, ist der Gewerkschafter doch in der Regel gerade der Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Es ist übrigens nicht zwingend, dass der Vertrter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat Gewerkschaftsmitglied ist. Aber jeder, der mal in einem Betriebsrat mitgearbeitet hat, weiß, wie hilfreich die Gewerkschaft sein kann.
Und das ist auch gut so - wenn der Gewerkschafter im Aufsichtsrat mitbekommt, dass die Arbeitsgeber irgendein Ding drehen zum Nachteil der Arbeitnehmer, dann ist es seine Aufgabe, die Arbeitnehmer dazu zu informieren. Und natürlich kann er dann auch einen Streik vorschlagen. Beschlossen wird der Streik dann per Urabstimmung von den Arbeitnehmern.
Die Kapitalgeberseite sitzt im Aufsichtsrat, ist im Arbeitgeberverband organisiert und die Arbeitnehmerseite sitzt im Aufsichtsrat und ist in einer Gewerkschaft organisiert. Dass Mitglieder von Gewerkschaften auch Mitglied der SPD sind, halte ich für sehr vernünftig. Das ist nun wirklich kein Interessenkonflikt. Die SPD, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, wie sie sich die SPD bei Gründung noch nannte, hat mit den Gewerkschaften wahrlich viele gemeinsame Ziele.
@Stefan 17
Die Gewerkschaften haben Streikkassen, geben aber ganz sicher keinen achtstelligen Betrag zur Stimmungsmache, dem selektiven Promoten von Prominenten und der Landsschaftpflege der Medien aus. Die Hans Böckler Stiftung der Gewerkschaften nimmt sich dagegen sehr bescheiden aus. Vor allem aber machen die Gewerkschaften keine Propaganda mit Gefälligkeitsstudien.
Richtig Herr Bartels, den Bock zum Gärtner machen, hat den deutschen Betrieben gerade in der letzten Zeit sehr geholfen. Um den schön zementierten Arbeitsmarkt, aufgeteilt auf ein korruptes Kartel aus Gewerkschaften und Großunternehmen beneidet uns fast jedes andere Land.
Auch hier zeigt das Beispiel VW, wie gut ein starker Einfluss der Gewerkschaften auf das Management ist. Statt an den Kunden zu denken und Ihm hochwertige und fehlerfreie Produkte liefern, ist es besser den Leistungsdruck herauszunehmen. Das ist auch höflich den Wettbewerbern gegenüber, denen man gerne den Vortritt läßt. Böse Zungen behaupten zwar, das führe zu geringerer Auslastung, hoheren Kosten und insgesamt zu Trägheit in den Entscheidungen. Aber, dass jetzt gerade deswegen 10.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, ist vermutlich nur ein Gerücht, das die böse ISNM streut.
Nicht vergessen: Der letzte macht bitte das Licht aus. Gute Nacht.
P.S. Soweit ich weis, haben die Gewerkschaften z.B. die Böckler-Stiftung, um Ihre Weltsicht unter wissenschaftlichem Deckmalntel an das tumbe Volk zu bringen. Herr Bartels bekommt vermutlich aber keine Förderung.
zu Beitrag 8 von Herrn Bartels:
Ich wundere mich nicht, daß man Sie “noch nicht” für einen Vortrag eingeladen hat.
Ich habe auch ernsthafte Zweifel daran, daß Sie jemals irgendwann zu irgendeinem Vortrag als Redner eingeladen werden.
Den Unsinn, den Sie verzapfen, kann doch kein geistig gesunder Mensch länger als 5 Minuten ertragen.
Außerdem sieht Oswald Metzger sehr viel besser aus als Sie - und das will schon was heißen…
@Ingo:
Der Personalchef und der Personalvorstand sind auch bei VW nicht Teile des Aufsichtsrates. Dass nun gleich mal 10.000 Stellen bei VW abgebaut werden, liegt sicherlich daran, dass Herr Wolff seinen Einfluß als Anteilseigner und Ministerpräsident optimal ausgenutzt hat.
In Niedersachsen gibt es sowieso viel zu wenig Arbeitslose, das müssen schon noch ein paar mehr werden, damit der Druck steigt.
Die Hans Böckler Stiftung ist von der finanziellen Ausstattung her keineswegs mit der INSM vergleichbar
@Manni
Och, das hohe Lied auf die Freiheit der Märkte kann ich auch singen. Dazu ist gar nicht viel nötig. Viel dümmer als das, was der Metzger von sich gibt, geht es schließlich nimmer.
Erzählen Sie doch mal ein bißchen was über sich, Manni, was machen Sie denn so und was haben Sie für Ansichten?
Nein, die Stellen werden aufgrund der hohen Kostenbelastung durch den hohen Haustarif gestrichen, den Gewerkschaften, Betriebsräte und Anteilseigner NS über die jahre erpresst haben. Nur leider will das keiner zahlen. Oder würden Sie gerne mehr für Ihr Auto zahlen?
– Den Gewerkschaftsbonus? Sie bekämen dafür auch einen schönen roten Aufkleber.
@4:
> wer will dass morgen guter wetter ist soll wahrscheinlich auch SPD wählen.
Aber nein, das wird nicht klappen, denn bekanntlich:
Wenn überm Land die Sonne lacht, dann hats die CDU gemacht.
Gibt es aber Wind, Eis Schnee, dann wars die böse SPD.
@Ingo
Wenn es nach Christian Wulff ginge, dann würden in Wolfsburg Löhne bezahlt, die geringer sind als slowakische Löhne. Bernd Pischetsrieder will die 5000×5000 Job Struktur dazu nutzen, um reguläre Arbeitsplätze dahin zu schieben, damit die Löhne gesenkt werden und die Gewinne vergrößert werden. Kaum hat die Gewerkschaft den Bossen mit der 5000×5000 Initiative den kleinen FInger gegeben, will der Vorstand das Ausnutzen. Asozial ist das Verhalten, sonst nichts.
VW macht aber gute Gewinne, und das bei den derzeitigen Kosten. Ich denke, da ist Streik angesagt, wenn Bernd Pischetsrieder das nicht zuurücknimmt.
Trotzdem ist es natürlich richtig, die Produktivität zu erhöhen und die Kosten so weiter zu senken. Mit den freiwerdenden Leuten könnten dann neue Produkte produziert werden, anstatt sie zu entlasse.
Darauf hinzuwirken wäre die Aufgabe von Christian Wulff als Vertreter der Anteilseigner und da hat Christian Wulff bisher zumindest kläglich versagt.
@Theo
Sie haben wohl bei Gerhard Schröder zugehört? Witz von Gerhard Schröder
Nein, bei Marcel Bartels nachgelesen. *grins*
Aber der Spruch stammt m.W. bereits aus der Adenauerzeit.
–>> VW macht aber gute Gewinne, und das bei den derzeitigen Kosten.
Lt. Geschäftsbericht:
Umsatzrendite vor Steuern: 2004: 1,2%
Nach Steuern: 0,8%
Da bekommt man ja auf dem Girokonto mehr Zinsen.
@Ingo:
Ein Girokonto, dass mir 1,2% Umsatzrendite zahlt, hätte ich auch gern. Da wär ich nur noch am Geld überweisen …
Lengen Sie nicht ab: Volkswagen macht keine satten Gewinne, wie Sie schreiben.
Haha, lustiger MvmPB:
Wie unglaublich gewitzt Sie doch sind. Dann überweisen Sie sich doch mal ein Auto.
Kapitaldendite liegt übrigens ebenfalls bei 1,2%
[…] Heinrich von Pierer fällt dazu nichts besseres ein, als darauf aufmerksam zu machen, dass das Steuerkonzept der CDU doof ist und der Fachmann für Finanzen im Kompetenzteam von Angela Merkel, der INSM-Experte des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Paul Kirchhof, zu viel Werbung für sein eigenes asoziales Steuerkonzept als für das asoziale Wahlprogramm der CDU gemacht hat. […]
[…] Die CDU hat ein Riesenproblem, weil der Kandidat der CDU und der INSM für den Finanzministerposten, Paul Kirchhof, von 418 Ausnahmen gesprochen hat, aber die Liste mit den 418 Ausnahmen partout nicht zeigen will und damit das verlogene Spiel der Union im Wahlkampf aufgeflogen ist. […]
Ich lach mich immer wieder kaputt. Bei jedem Besuch dieser Page lache ich mich kaputt. Sowohl über das lustige Foto oben links auf der Page als auch über die Geisteswelt des Betreibers.
“Nachdem ich bis gestern eigentlich den Gewerkschaften gegenüber als Interessenvertretung in erster Linie von Arbeitnehmern und nicht von Arbeitslosen immer recht skeptisch eingestellt war, habe ich mir aufgrund der Erkenntnisse über die INSM vorgenommen, alsbald einer Gewerkschaft beizutreten. Ich werde darüber berichten.”
Ohje, bitte nicht!! Klingt ja wie eine Drohung. Dann kann das Großkapital in der BRD natürlich einpacken. Wenn der große moralisch edle Enthüller und Aufdecker Marcel Bartels in eine Gewerkschaft eintritt. Hilfe, Gnade! Die bösen Unternehmer werden winseln “wir ergeben usn und geben alles zu. Dem Marcel Bartels sind wir nicht gewachsen”
LoooooooooooooooooooooooooooooooooooL
@22
Z. Info die H-B-Stiftung hat ein jährliches Budget von 25 Mio Euro.
[…] Eine besonders mächtige Gruppe, die quasi das Herz der Lobbyisten bildet, ist bei asll den Reformen außen vor geblieben: die Medien. Und über die Macht der Medien und den Umgang der Medien mit der Macht wird jetzt diskutiert werden. Auch kann gleich mal über den Realitätsverlust der Medien diskutiert werden, die überhaupt nicht verstehen wollen, dass die SPD Angela Merkel nicht zur Kanzlerin wählen wird, sondern Gerhard Schröder noch lange weiterregieren wird. Die Neuordnung der deutschen Medienlandschaft wird bestimmt ein wichtiges Thema der nächsten Legislaturperiode. Schließlich kann es nicht sein, dass die Kampagnen des Springer Verlages und von Lobbygruppen wie die Arbeitgebervereinigung Gesamtmetall über die Tochter Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Deutschland anstelle der gewählten Volksvertreter regieren. […]
Als SPD-Mitglied erst einmal genossenschaftliche Grüße und “bitte weiter so!”.
Nur sollte man Wolfgang Clement als Vertreter der INSM nicht vergessen. Man darf und muss als Sozialdemokrat auch zuweilen den eigenen Parteikollegen auf die Finger schauen.
@Klaus:
Ne, vergesse ich nicht. Vorausgesetzt, ich weiß es. Von Wolfgang Clement habe ich nur oder immerhin was historisches gefunden. Von unseren derzeitigen Bundestagsabgeordneten gehört meines Wissens keiner (mehr) zur INSM. Wenn Du mehr weißt, freue ich mich über Links.
[…] Die INSM meint, faule und überbezahlte Arbeitnehmer wie Wach- und Sicherheitsleute seien Schuld an wirtschaftlichen Problemen in Deutschland. Ich hingegen meine, die mangelnde Verfolgung und Prävention von Wirtschaftsverbrechen ist das drängendste wirtschaftlichspolitische Problem der Gegenwart. Fälle wie Heros sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel in der deutschen Wirtschaft. Die Ausnahme ist lediglich, dass es auffliegt. Und wenn schon, jede Wette, im Fall Heros gibt es, wenn überhaupt, allenfalls lächerliche Strafen. […]
[…] Letzten Mittwoch hat Rudolf Stumberger in Telepolis die Manipulation des Eintrages in der Wikipedia zur Hunderte Millionen schweren Tarnorganisation vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” publik gemacht. […]
[…] Auch juristisch ist ein Blogger nicht so leicht einschüchtern wie eine Zeitung - wer eine juristische Kampagne gegen einen Blogger fahren will, um das geschriebene zu ändern, der muß sich erstens darauf einstellen, dass die juristische Kampagne neue Aufmerksamkeit erzeugt, zweitens darauf einstellen, dass selbst wenn eine Klage gewonnen werden würde, die zu unterdrückenden Informationen woanders wieder auftauschen würden und drittens, dass der Blogger als natürliche Person womöglich auch finanziell nicht einzuschüchtern ist, wenn er ohnehin nichts hat, was pfändbar wäre. Auch Journalistenverbände wie der DJV oder Lobbyorganisationen wie die INSM bekommen die Unterdrückung von Meinungen in Blogs nicht hin. […]
[…] Mein Parteibuch - Ein paar Worte zur INSM […]
Das die INSM nicht merh von hohen Politikern besetzt ist stimmt heute sicherlich nciht …Das hätte schon lange zurück genommen werden müssen denn das Gegenteil ist der Fall. Heute sind mehr denn je Politiker bei INSM tätig!
[…] Die Tagesschau berichtet nun passgenau über die jüngsten Furze vom Beiratsmitglied in der INSM-Propagandafabrik Berlinpolis Marianne Birthler und vom Schwiegersohn des größten Innenministers aller […]