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3. September 2005

Der Spiegel (Claus Christian Malzahn) hetzt Amerikaner gegen Jürgen Trittin auf

von @ 21:04. abgelegt unter Presseschau

SpiegelbildSpiegel-Online Politik-Chef Claus Christian Malzahn hetzt mit bewußt die Wahrheit verzerrenden Artikeln unter Ausnutzung der Flutkatastrophe in New Orleans die amerikanische Öffentlichkeit gegen die Bundesregierung und dort namentlich gegen Umweltminister Jürgen Trittin auf.

Dieser Vorwurf ist so ungeheuerlich, dass man ihn bald nicht glauben mag. War es nicht der Spiegel, der Franz-Josef Strauß Anfang der 60er Jahre als Verteidigungsminister zu Fall brachte? War es nicht der Spiegel, der in den 16 Jahren, die Helmut Kohl Kanzler gewesen ist, diesen ein ums andere mal mit kritischen Artikeln in Bedrängnis gebracht hat, die sich im Nachhinein als wahr herausgestellt haben. Auch hat der Spiegel vor kritischer Berichterstattung über Politiker anderer Parteien wie dem Sozialdemokraten Björn Engholm nicht halt gemacht und sich dadurch in den letzten Jahren einen beinahe einzigartigen Ruf von kritischem und objektivem Journalismus in der Öffentlichkeit erworben. Genau deshalb glauben die Leser auch vieles von dem, was im Spiegel ohne Angabe von Quellen oder mit Hinweis auf anonyme Quellen geschrieben wird, auch wenn der Leser oft das Gefühl hat, der Spiegel hätte heimlich unter dem Tisch dabeigesessen und deshalb manchmal der Eindruck entsteht, dass der Spiegel das Hausblatt des deutschen Verfassungsschutzes sei. All das haben die Leser dem Spiegel stets verziehen, weil sie oft genug mitbekommen haben, dass der Spiegel unparteiisch und objektiv berichtet hat. Nach dem Tod von Rudolf Augstein scheint es mit dem Ziel unparteiischer und objektiver Bereichterstattung jedoch vorbei zu sein.

Die Vorwürfe, dass Spiegel-Online Chef Claus Christian Malzahn die amerikanische Öffentlichkeit bewußt mit Zerrbildern gegen Umweltminister Trittin aufhetzt und sich dafür auch noch der Flutkatastrophe in New Orleans bedient, sind von jedermann nachprüfbar.

Die Chronik der Ereignisse ist schnell erzählt:

- am Freitag letzter Woche verwüstet Hurrikan Katrina Florida, Tote gab es dabei vermutlich nicht

- am Montag erläutert Jürgen Trittin für die Frankfurter Rundschau vom Dienstag mögliche Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen und immer heftiger werdenden Stürmen

- am Montag trifft Hurrikan Katrina die Golf-Küste der USA, dass es dabei Tote geben würde, war am Montag noch nicht bekannt

- am Dienstag titelt Spiegel Online: Einen Wodka auf Katrina und meldet, dass der Sturm an der Glof-Küste und in New Orleans nicht so schlimm wie befürchtet war

- am Mittwoch wird erkennbar, dass New Orleans voll Wasser läuft, weil die Deiche gebrochen sind und dass der Sturm Katrina viel mehr Menschenleben gekostet hat, als zunächst angenommen

- am Mittwoch schreibt Spiegel Online auf Englisch, dass Jürgen Trittin die USA kritisiert habe und in einem zweiten Artikel “Kicking Hurricane Victims While They’re Down” schreibt Claus Christian Malzahn, dass Jürgen Trittin in seinem FR Artikel mitleidslos gewesen sei, kein Wort des Bedauerns an die Opfer gerichtet hat und die Sturmopfer treten würde, während sie am Boden liegen. Dass Jürgen Trittin den Artikel bereits Montag geschrieben hat, als das schlimmste bereits überstanden schien, verschweigt Spiegel Online bzw. Politik-Chef Claus Christian Malzahn

- am Mittwoch schreibt Claus Christian Malzahn bei Spiegel Online auf Deutsch unter dem Titel Bashing statt Spenden, wie sehr das angebliche Bashing von Jürgen Trittin angeblich den transatlantischen Beziehungen schadet und wirft ihm vor, kein Wort des Bedauerns an die Opfer gerichtet zu haben

- am Mittwoch veröffentlicht Spiegel Online wütende Leserbriefe aus den USA, die auf den falschen Spiegel Online Artikel beim Spiegel eingegangen sind und sich über die soeben von Claus Christian Malzahn frei erfundene Kaltherzigkeit der Deutschen beschweren

- am Freitag veröffentlicht Spiegel Online eine Rücktrittsforderung des wegen Korruption vorbestraften FDP Politikers Otto Graf Lambsdorff an Bundesumweltminister Jürgen Trittin

- am Freitag fordert Bild Politik-Chef Georg Streiter in einem geifernden Kommentar in der Bild-Zeitung die Entlassung von Jürgen Trittin

- am Donnerstag zeigt der Blogger Jörg-Olaf Schäfers auf lautgeben.de (Kopie auf Medienrauschen), dass Jürgen Trittin zum Zeitpunkt, als er den Artikel für die FR vom Dienstag geschrieben hat, noch davon ausgehen mußte, dass der Sturm nur geringe Schäden angerichtet hat und dass dies Spiegel Online auch sehr wohl bekannt sein mußte

- am Donnerstag eröffnet ein anonymer Sysop im Spiegel Forum einen Thread und behauptet dabei, dass in Amerika bei vielen Menschen der Eindruck entsteht, Europa sei nicht hilfsbereit - kein Wort davon, dass dies eine freie Erfindung des Spiegels ist

- am Freitag legt ein anonymer Autor auf Spiegel Online noch einmal nach mit einer glatten Lüge “Auch sonst scheint Trittins Hinweis auf den Redaktionsschluss kaum überzeugend: Dass mit vielen Toten zu rechnen sein würde, war auch schon am Montag klar, wenn auch nicht in dem heute bekannten Ausmaß“, kein Wort äußert der anonyme Autor dazu, dass der verzerrende Artikel von Claus Christian Malzahn vom Mittwoch der einzige Grund für die transatlantische Verstimmung war, die der Spiegel anprangert

- am Freitag kommentiert der Blogger Don Alphonso von der Blogbar das Nachlegen von Spiegel Online zutreffend als Betrug am Leser, der nicht dadurch besser wird, dass noch ein weiterer Betrug oben drauf gepackt wurde

- am Freitag Abend unterdrückt die Zensur von Spiegel Online diesen kritischen Kommentar, den ich im Forum von Spiegel Online passend zum Thema Katrina gepostet habe

- am Freitag Abend erscheint in der Frankfurter Rundschau vom Samstag ein Interview mit Jürgen Trittin, in dem er die Halbwahrheiten des Spiegels benennt und klarstellt, außerdem erscheint in der selben Ausgabe der FR ein Kommentar, der sich ausgiebig mit dem Zynismus der deutschen Opposition und der amerikanischen Regierung auseinandersetzt

- am Samstag passieren viel kritischere Kommentare die Zensur des Spiegel Forums
, die jedoch nicht so direkt wie ich den Journalismus des Spiegel thematisieren, wie der mit Titel Der rotierende Rudolf

Im Hinterkopf habe ich dabei auch den überraschenden Abgang des Ressortleiters deutsche Politik Hans-Joachim Noack beim Spiegel rechtzeitig vor der Wahl, weil er die rot-grüne Regierung nicht publizistisch bekämpfen wollte. Der einseitigen Berichterstattung wegen hat Rainer Bartel bereits in der Vergangeheit mit der etwas genauere Beleuchtung der Person des Autors des aufstachelnden Artikels und Ressortleiters Politik bei Spiegel-Online Claus Christian Malzahn beschäftigt. Rainer hat Claus Christian Malzahn schon vor mehr als einem halben Jahr vorgeworfen, zum 25-jährigen Geburtstag der Grünen einen Artikel geschrieben zu haben, der Kotzreiz auslöst. Da steht übrigens auch einiges zum Lebenslauf und zur Taz-Vergangenheit von Claus Christian Malzahn bei. Ein Schelm, wer denkt, Claus Christian Malzahn hätte mit Spiegel Online die Amerikanische Öffentlichkeit gegen Deutschland aufgehetzt, um Jürgen Trittin und die ungeliebten Grünen vor den Wahlen in Deutschland runterzumachen.

Menschen aus Deutschland und Übersee sind auf den Schwachsinn des Spiegels hereingefallen, Hoffnung macht jedoch, dass Blogger den Schwindel des Spiegels zu Lasten der transatlantischen Partnerschaft bemerkt haben. Natürlich gibt es auch solche wie mich, Marcel Bartels, und Mein Parteibuch, die George Bush das Desaster genau jetzt, wo es zum Himmel stinkt, und ganz persönlich als Scherbenhaufen seiner Politik vorwerfen und die Frage aufwerfen, warum Gott ausgerechnet das Land von Gottes eigenem Volk, wie Präsident George Bush die US-Amerikaner nennt, so straft. Aber das habe ich gesagt, und nicht der Jürgen Trittin.

In meinem Ansehen hat der Spiegel in der letzten Woche in etwa das Niveau der Bildzeitung erreicht. Hoffentlich bekommen die Wähler noch rechtzeitig vor der Wahl mit, welches Spiel der Spiegel spielt. Nichts als zynisch ist die Kampagne der CDU, dass die SPD mit der FR und dem Vorwärts als ihren Flagschiffen eine gewaltige mediale Überlegenheit gegenüber der Springer-Presse, zu der nun auch SAT1Pro7 gehört, besitze.

25 Kommentare zum Beitrag “Der Spiegel (Claus Christian Malzahn) hetzt Amerikaner gegen Jürgen Trittin auf”

  1. Stefan sprach

    > am Freitag letzter Woche verwüstet Hurrikan Katrina Florida, Tote gab es dabei vermutlich nicht

    falsch, es gab mehr als 10 tote. war auch schon vor new orleans bekannt.

  2. Stefan sprach

    übrigens ist SpOn nicht gleich Spiegel.
    warten sie ab, was im gedruckten spiegel erscheint.
    SpOn hatte schon oft fehler, wie jeder onlinedienst.

  3. Mein Parteibuch sprach

    @Stefan
    Dann ist das ja nun korrigiert, dass es auch in Florida Tote gab - ich habe davon jedoch nichts mitbekommen. Vielleicht sind die in den Medien einfach zu kurz gekommen.

    Spiegel Online gehört zum Spiegel. Den Unfug, den Claus Christian Malzahn verbreitet, muß sich der Spiegel zurechnen lassen. Was im gedruckten Spiegel steht, werde ich vermutlich nicht lesen, weil ich den Spiegel sicherlich in nächster Zeit nicht mehr kaufen werde. Vielleicht sehe ich ihn zufällig in einem Café, dann würde ich vielleicht mal reinschauen.

    Was die Fehler angeht, stimme ich Ihnen zu, einer der Fehler bei Spiegel Online hat sogar einen Namen: Claus Christian Malzahn

  4. insect38 sprach

    ich finde es ungeheuerlich spiegel-online, einer der beliebtesten, wenn nicht der beliebtesten online-plattform pauschal zu unterstellen:

    “Nach dem Tod von Rudolf Augstein scheint es mit dem Ziel unparteiischer und objektiver Bereichterstattung jedoch vorbei zu sein.”

    Wer in seinem vorwort schon derart polemische denunziationen von sich gibt kann meines erachtens nicht für voll genommen werden!!!

  5. baltasar sprach

    @insect: Das mag ja ihre Meinung sein, jedoch sollten sie nicht die Fakten ausser acht lassen. Die sind ja zum Glück zu genüge von der Bloggerwelt dokumentiert worden. Sich einfach der Wahrheit zu verschliessen, weil ihnen eine persönliche Meinung nicht gefällt halte ich für ein wenig naiv.

  6. Stefan sprach

    Herr Bartels, ich glaube langsam sie haben recht:
    http://www.spie...,372901,00.html

    nur, mich freut das im gegensatz zu ihnen ;)

    ein zitat:
    PIEGEL: Mit Verlaub - Ihre eigene außenpolitische Bilanz ist auch kein Grund, Rot-Grün zu wählen. Die europäische Verfassung ist so gut wie gescheitert, die Finanzplanung der EU liegt auf Eis, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sind abgebrochen, und die Chance, dass Deutschland einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat bekommt, ist in etwa so groß wie Ihre, Außenminister zu bleiben.

  7. Mein Parteibuch sprach

    @Stefan
    Ihr populärer Namensvetter vom Spiegel persönlich hat das Interview mit Joschka Fischer geführt. Die Frage im Interview so zu formulieren, ist für mich aber schon in Ordnung, da kann dann ja auch gleich Stellung zu genommen werden.

    Was Fischer dann ja auch getan hat. Joschka Fischer ist vermutlich auch noch Schuld am Ausgang der Präsidentenwahl im Iran … Im Gegenteil, Deutschland wird vom Großteil der Welt als eine der letzten Bastionen des Friedens und der freien Welt angesehen.

    Der Spiegel kann Wahlen entscheiden, aber diese Wahl 2005 wird der Spiegel nicht gegen die SPD und gegen die Wahrheit gewinnen können. Schließlich hat die SPD gute Argumente ohne Ende.

  8. Ludger sprach

    Diese “Chronik der Ereignisse” ist lueckenhaft und zeugt von selektiver Wahrnehmung. Katrina hatte bereits in Florida 7 Todesopfer gefordert, wie (nicht nur) in Spiegel Online am 27.8. berichtet wurde. Am gleichen Tag erwartet Experten, dass sich Katrina zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickeln wuerde. Am 28.8. hat sich Katrina zu einem Monstersturm der Kategorie 5 aufgepumpt und bewegt sich direkt auf die Golfkueste zu. Der Buergermeister von New Orleans ordnet die Zwangsevakuierung an. Spiegel Online zitiert Praesident Bush: “Wir können die Gefahr, die dieser Hurrikan für die Gemeinden an der Golfküste bedeutet, nicht genug betonen”. Weitere Artikel sind ueberschrieben: “Katrina stuerzt Suedstaaten ins Chaos”, “Eine Million Menschen fliehen vor Katrina”, “New Orleans droht meterhohe Ueberflutung”, “Warnung des Wetterdienstes: Kaum vorstellbares menschliches Leid, “New Orleans könnte zum Giftbecken werden”, “Der teuerste US-Hurrikan aller Zeiten”. Der Direktor des Hurrikan-Zentrums in Miami Max Mayfield wird mit der folgenden Aussage zitiert: “New Orleans wird vielleicht nie wieder dasselbe sein”. Am gleichen Tag erscheint Trittins Oberlehrer-Artikel in der Frankfurter Rundschau. So sehr ich Malzahns journalistische Arbeit kritisiere (siehe http://clfrndrm...s-tyrannen.html) - in diesem Fall muss man ihm einfach recht geben. Trittins Auslassungen waren zu diesem Zeitpunkt unangebracht und peinlich.

  9. Mein Parteibuch sprach

    @Ludger
    Ich habe mir mal die Mühe gemacht und einer Sache, die Sie hier erwähnen, hinterhergeschaut, der Fotostrecke: “Katrina” stürzt Südstaaten ins Chaos vom Montag, dem 29.08., also dem Tag als Jürgen Trittin seinen Beitrag für die FR verfasst hat.

    Ich sehe da auf den Bildern Menschen, die teilweise nasse Füße bekommen haben. Von Verzweiflung und großem menschlichem Leid kann ich auf den Bildern nichts erkennen. Der Vorwurf, das Leid sei erkennbar gewesen, stimmt also so nicht.

  10. Ludger sprach

    Du siehst ein paar Menschen mit nassen Fuessen, wo ich Massen von Menschen auf der Flucht vor dem noch anrollenden Monstersturm sehe. Ich lese in der Bildunterschrift fuer Bild #3: “In Florida hat der Sturm bereits sieben Menschen getötet, für heute wird eine noch weit höhere Opferzahl befürchtet”, wo Du liest… Ja, was liest Du eigentlich?

  11. Karsten Dürotin sprach

    Herr Bartels, Sie schreiben:
    “am Freitag letzter Woche verwüstet Hurrikan Katrina Florida, Tote gab es dabei vermutlich nicht”

    Doch, gab es. Und 1,3 Millionen Menschen ohne Strom. Und zerstörte Häuser.

    “Am Donnerstag war “Katrina” als Sturm mit der Kategorie 1 über Florida hinweggefegt. Nach jüngsten Angaben kamen mindestens sieben Menschen ums Leben.”

    Das habe ich von der Tagesschau. Wenn man etwas recherchiert, findet man auch manchmal Fakten. Versauen einem vielleicht einen netten Kommentar, ist aber schon besser, mal nachzusehen. Könnte ja jemand anders googlen.

    Naja, ich wähle wohl trotzdem die SPD.

  12. Mein Parteibuch sprach

    @Ludger
    Eben, auf Seite 3 steht, dass der Sturm in Florida etwa so viele Menschenleben gefordert hat, wie es bei einem Verkehrsunfall hin und wieder auch in Brandenburg vorkommt. Keine schöne Sache, da muß sich was ändern dran, sicherlich. Und nur so ist auch die Berichterstattung des Spiegel unter dem Titel “Einen Wodka auf Katrina” zu erklären.

    @Karsten
    Ich bestreite ja gar nicht, dass es Todesopfer gegeben hat. Nur standen die sieben Todesopfer in Florida in keinem Pressebericht im Vordergrund. Wer mit Google gezielt nach dem Wort Todesopfer sucht, wird dann nun welche finden, wo es sie gibt. Und das der Strom teilweise ausfällt und ein paar Häuser kaputt sind, dass gehört in einem Land wie den USA doch zum Alltag, oder nicht? Da macht doch keine Presse mehr besonderes Aufhebens drum. Das ist nicht schön, aber auch nicht so dramatisch.

    Man stelle sich mal vor, nach den sieben Todesopfern in Florida hätte die Bundesregierung dem amerikanischen Volk ihr bedauern ausgesprochen und aufgrund der nationalen Tragodie dem Volk eine umfangreiche Hilfslieferung mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen und dem Einsatz von Räumgerät angeboten. Da möchte ich nicht wissen, wie ungehalten George Bush da gewesen wäre, dass Deutschland die Leistungsfähigkeit der USA so in Zweifel ziehen kann und es wagt, die USA wie ein Entwicklungsland zu behandeln.

    Der Präsident hat ja auch Tage nach der Katastrophe noch wie Putin einst beim Untergang der Krusk jegliche ausländische Hilfe abgelehnt und seine eigene leidende Bevölkerung mit zynischen Gebeten abgespeist.

  13. Ludger sprach

    Du suchst Dir aber auch wirklich immer die Rosinen raus. Immer das lesen, was am besten in den Kram passt und den Rest fein ausblenden. Auf Seite 3 steht eben danach auch, dass nun als Folge des verstaerkten Sturms “eine noch weit höhere Opferzahl befürchtet” wird.

    “Ein Wodka auf Katrina” bezog sich eindeutig auf das French Quarter, das ja tatsaechlich gut weggekommen ist. Sich ausgerechnet diesen Artikel als Kronzeugen dafuer herauszufischen, dass doch wohl alles garnicht so schlimm aussah, ist grotesk. Kurz zuvor erschien naemlich ebenfalls im Spiegel Online schon “Dutzende sterben im Hurrikan” und da lagen unter anderem Biloxi und Gulfport bereits in Schutt und Truemmern.

  14. two-zero sprach

    Freu mich über Ihre Initiative für die SPD. Wir werden trotzdem beide die SPD wählen. Ich bin auch nicht immer zufrieden mit SpiegelOnline, speziell wenn’s um Russland geht oder Broder mal wieder einen seiner meist schwachsinnigen Kommentare abgibt.
    Anyways, hier noch ne Antwort von Wulf aus Lousiana zum Thema Trittin:

    “es geht nicht um worte des bedauerns, wenn der trittin nix dafuer kann, dann haette die fr nicht am dienstag drucken sollen, entweder total kalt oder berechnend - Wulf”

    Der Ausrutscher ist sicher nicht so schlimm wie das Anti-Ossi Geschwafel von Stoiber, aber gerade im Wahlkampf sollte man vielleicht ein wenig vorsichtiger sein. Ich denke übrigens Stoibers Anti-Ost Gerede ist eine sehr kluge Strategie der Schwarzen. Merkel vereint den Osten hinter sich, während Stoiber den Westen mit diesen Parolen einstreicht. Klassisches Good Cop/Bad Cop Spiel.

  15. Mein Parteibuch sprach

    @ludger
    Eben, auf Seite drei der Fotostrecke stand es mitten im Fließtext, dass da sieben Menschen umgekommen sind. Und ein Wort des Bedauerns suche ich da auch vergeblich. Das, was der Spiegel da macht, ist eine heuchlerische Kampagne, sonst nichts. Ganz besonders deutlich wurde mir das Ziel des Spiegel-Berichtes durch die Zensur meines kritischen Kommentars im Forum. Damit wurde deutlich, dass es dem Spiegel nicht um Wahrheit und Objektivität geht, sondern darum, eine Kampagne zu fahren. Über die Motive kann ich leider auch nur spekulieren, aber dem Presse-Kodex entspricht keines davon.

    @two-zero
    Die FR wird schon am Montag gedruckt. Claus Christian Malzahn versucht mit dieser Kampagne zweierlei: erstens davon abzulenken, wie richtig der ach so oft gescholtene Jürgen Trittin mit seiner Politik des KLimaschutzes und der alternativen Energien liegt und zweitens, was noch viel schlimmer wiegt, versucht er, die Amerikaner gegen die Deutschen aufzuhetzen. Es ist doch nur Claus Christian Malzahn, der Trittins Analyse des Klimawandels auf den Sturm an den Pranger stellt, das dies ein Amerikaner das erstens überhaupt erst wahrnimmt und zweitens sich darüber empört. Wo sind eigentlich die Stimmen der US-Amerikaner, die dem Jürgen Trittin recht geben und US-Prsident Bush das Versäumnis ankreiden, keine Klimaschutzpolitik zu betrieben? Die hat der Spiegel komplett runter fallen lassen, weil sie nicht in die Kampagne von Claus Christian Malzahn passen.

    Wenn die Spiegel-Kampagne nicht ausgerechnet Claus Christian Malzahn abgezeichnet hätte, der sich schon vor einem halben Jahr als Grünen-Hasser geoutet hat, abgezeichnet hätte, dann wäre der Kampagnen-Effekt vielleicht auch nicht so in den Vordergrund getreten. So, wie diese Kampagne gelaufen ist, verspielt der Spiegel einfach nur jegliche Glaubwürdigkeit.

  16. DemonDeLuxe sprach

    Nicht ganz unwesentlich dürfte übrigens sein, dass sich Herr Trittin das Thema nicht spaßes- bzw. berechnungshalber aus den Fingern gesogen hat, sondern ganz konkret von der FR um eine Stellungnahme zu eben diesem Thema gebeten wurde - laut Eigenaussage, die ein paar Tage scpäter in der FR abgedruckt wurde.

  17. Mein Parteibuch » Blog Archive » TNS Emnid Wahlprognose 2005: Schwarz-gelb (CDU/CSU + FDP) ohne Mehrheit, Ampel (SPD + FDP + Grüne) möglicherweise möglich sprach

    […] Anzumerken ist außerdem, dass in keiner der Wahlprognosen berücksichtigt ist, dass es auch 2005 wieder zu Überhangmandaten kommen könnte und dadurch die prozentuale Verteilung der Stimmen nicht mit der prozentualen Verteilung der Sitze zusammenfallen muß. Ja nachdem, wie geschickt sich die Wähler beim Stimmensplitting anstellen, kann die Mehrheit anders ausfallen. So könnte sogar rot-grün noch möglich werden. Einige grundlegende Überlegungen zum Stimmensplitting in Berlin habe ich hier mal beispielhaft aufgeführt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat am gestrigen Sonntag Abend bei SAT1 übrigens geäußert, dass er davon überzeugt ist, das es eine große Koalition geben wird, wenn es weder für rot-grün noch für schwarz-gelb reichen sollte. Mein ganz persönlicher Tip lautet derzeit jedoch, dass es so oder so schon sehr bald wieder neue Wahlen gibt - aus der dann rot-grün als klarer Sieger hervorgehen wird. […]

  18. Mein Parteibuch » Blog Archive » Frank Patalong (Spiegel Online) bezeichnet Mein Parteibuch als “das erste ausgewiesene politische Blog” sprach

    […] Eines macht mir Frank Patalong jedoch sympatisch; er in seinem Artikel hebt mit lautgeben und blogbar zwei Blogs hervor, die sich in der jüngeren Vergangenheit sehr kritisch zu Politik-Chef Claus Christian Malzahn bei Spiegel Online geäußert haben. Ein Katzenbild habe ich trotzdem übrig. […]

  19. Mein Parteibuch » Blog Archive » Gerhard Schröder startet mit Kritik an ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender eine Mediendebatte sprach

    […] Richtig Klasse finde ich von Gerhard Schröder, dass er nicht unbedeutende Moderatoren attackiert, die Probleme mit ihrem Arbeitgeber bekommen würden, wenn sie ihm recht gäben, sondern gleich den Chef höchstpersönlich und vor laufender Kamera angeht. Ich bin mal gespannt, ob die Diskussion über die Medien auch wegen der Kritik von Gerhard Schröder an Nikolaus Brender in der Blogosphäre Fahrt aufnimmt. Nikolaus Brender ist übrigens aus meiner Sicht im Vergleich zu anderen Journalisten wie Politik-Chef Claus Christian Malzahn von Spiegel Online oder die Journallie der Springer Presse beinahe noch ausgewogen zu nennen. [Trackback URI]    [Permalink] […]

  20. Mein Parteibuch » Blog Archive » Die Journalisten der Frankfurter Rundschau bloggen nun auch sprach

    […] Nicht nur, dass die FR Jürgen Trittin dabei unterstützt hat, sich gegen die Kampagne von Bild Chefredakteur Kai Diekmann und Claus Christian Malzahn von Spiegel Online wegen des angeblich zu wenig ausgeprägten Mitgefühls gegenüber den Opfern von Katrina zur Wehr zu setzen. Nein, nun gehört die Frankfurter Rundschau auch noch zur Avantgarde der Medien, die als erstes erkennen, dass die SPD die Wahl gewonnen hat und sich mit den grandiosen Fehleinschätzungen von Meinungsmachern beschäftigen. Genau diese Freiheit des Denkens, dass ich solange in praktisch allen Medien vermißt habe, nimmt sich nun Stephan Hebel im FR Blog, der da den mit Debakel betitelten FAZ-Kommentar von FAZ-Herausgeber Berthold Kohler als Denk-Debakel auseinandernimmt. Und auch Lutz Büge beginnt mit dem Artikel Die Steuern sind nicht das Problem im FR Blog ein Denken, dass weder der sozialen Kälte noch der wirtschaftsfeindlichen Ahnungslosigkeit der Weichwährungstheoretiker folgt. […]

  21. Mein Parteibuch » Blog Archive » Halloween 2005 bei der SPD: Raubtierdompteur gesucht sprach

    […] An den 31. Oktober 2005 wird man sich bei der SPD wohl noch lange erinnern. Die News-Ticker überschlagen sich am Halloween 2005 mit gruselig klingenden Nachrichten. Der rechtspopulistische Inlandspolitik-Chef Claus Christian Malzahn von Spiegel Online schreibt unter dem Titel “Einstürzende Neubauten” über die SPD, sein SPON Kollege Carsten Volkery sogar “Die SPD meuchelt aus Versehen ihren Chef.” Und Tagesschau.de betitelt den heutigen Aufmacher gar makaber mit “Ein Partei verliert den Kopf” und erweckt damit grauenhafte Assoziationen an die im Irak stattfindenden Enthauptungen. Selbst Edmund Stoiber kommt laut Tagesschau.de zum nachdenken: “Stoiber überdenkt Wechsel nach Berlin“. […]

  22. Wolfgang sprach

    Als langjähriger Spiegel-Leser (25 Jahre), mußte ich feststellen, daß der von mir früher des öfteren gelobte Spiegel (Es stimmt, er hat gut recherchierte Stories, die Licht ins Dunkel gebracht haben), doch erheblich in journalistischer Achtsamkeit nachgelassen hat. Nur am Rande erwähnt: Ich fand die teilweise erschreckend populistischen Auswüchse des Provokateurs Broder nicht immer angemessen, doch als Demokrat und Verteidiger der freien Ansichten und Meinungen aller Menschen gestehe ich sie ihm zu. Vor kurzem schrieb ich ein paar “Meinungen”, abgeleitet aus offensichtlichen Tatsachen, ins Spiegel-Online-Forum. Es ging dabei um den Iran und wie der Westen sich betreffs Kern-Energie/Atomwaffen verhalten sollte. Nachdem ich schon einige, auch leicht gepfefferte Texte von Forumsteilnehmern gelesen hatte, gestattete ich mir z.B. Israel als Besatzermacht zu bezeichnen und das Streben des Iran als nachvollziehbar darzustellen. Überrascht war ich, daß kein einziger meiner Beiträge veröffentlicht wurde und ich auch nicht erfuhr weshalb nicht. Erst später realisierte ich in vollem Umfang die tatsächliche Zensur. WOW, dachte ich mir. Bei AOL wurden manchmal auch Beiträge in Foren abgelehnt aber man bekam zumindest ein Feedback. SPON? Nichts! Ok, wahrscheinlich fühlen sie sich dort erhaben in der “Macht” die Meinung zu beherrschen. Es gibt offenbar einen Mainstream im derzeitigen Spiegel und er gefällt mir nicht!

  23. Olis Welt sprach

    Heuschrecken und Verblödung

    Schöner Rant beim Spiegel. Unbedingt lesen, bevor er ins Reich der Micorpayments geht:
    SPD und Union überhäufen sich in der Armutsdiskussion mit Schuldzuweisungen. Dabei tragen beide Parteien Verantwortung für die Misere: Die Sozialdemokratie ging…

  24. INTERNET BILD sprach

    […] Der Spiegel (Claus Christian Malzahn) hetzt Amerikaner gegen Jürgen Trittin auf […]

  25. mein-parteibuch.com » Wolfgang Schäube redet über Blogger und Qualitätsjournalismus sprach

    […] Das ist ja viel schlimmer als wenn Claus Christian Malzahn im Wahlkampf beim Spiegel die Amis mit Katrina gegen Jürgen Trittin aufzuhetzen versucht. Übrigens: zu Katrina gibt es bei den deutschen Experten für […]

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