Eine auf Golem veröffentlichte Umfrage unter Führungskräften von PR-Agenturen und Pressestellen bestätigt nun, was ich Katzenbild-Blogger schon immer wußte. Nach gründlichem Studium der Springer-Presse erklärten die Führungskräfte der Marketingindustrie, dass Weblogs eine Modeerscheinung oder irrelevant sind. Jeder fünfte hat sich ohnehin mit dem dem Thema nicht einmal auseinandergesetzt, wie das Ergebnis im Detail zeigt.
Das bin ich mal gespannt, ob die Damen und Herren sich damit auseinandersetzen, wenn auch deutsche Blogs Zugriffszahlen im Millionenbereich wie DailyKos erreichen oder wenn ein Mitarbeiter des eigenen Hauses anfängt zu bloggen und das aus Angst vor Verfolgung womöglich auch noch incognito. In der Beziehung sind Springer-Presse und US-Militär schon weiter als die Trendsetter der PR-Industrie. Dort kennt man die Gefahren des Whistle-Blowing, deshalb darf sich da keiner beim Bloggen erwischen lassen.
Einen bissigen Beitrag dazu gibt es auch bei Marc Redmann.
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| Unwort |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Ha-ha-ha. Als ob diese Abwertung überraschen würde - sehen die “Führungskräfte der PR-Agenturen” doch (bislang) wenig Gewinnpotenzial in dem, ihnen suspekten, Medium “Blog”. Mir geht dieses uniformierte Gelaber mittlerweile reichlich auf die Hinterhüfchen: Die einen quatschen herabwürdigend von etwas, von denen ihnen die Sachkenntnis fehlt - die anderen hypen etwas hoch, von dem ihnen die Sachkenntnis fehlt.
Und in wenigen Monaten, wenn (wie ich vermute, wobei ich mich aber natürlich irren kann), Blogs auch hierzulande als eigenes Medium mit ganz eigenen Gesetzen allseitig anerkannt sind, dann werden sie alle wieder da sein, die Marketing-Fuzzis, die “es ja schon immer gewusst haben” und so tun, als seien sie quasi in einem Blog geboren worden oder haätten das Medium doch wenigstens(!) erfunden.
Namentliche Interviews wären mir auch lieber, da hätte ich dann wenigstens später wieder ein paar Katzenbilder zu verteilen.
wie wäre es denn, wenn du mich schon trackbackst, mich auch in deinem Artikel zu verlinken ???
Wer einen Link will, kann ja kommentieren oder selbst trackbacken.
Diese “Modeerscheinung” hält weltweit schon zu lange an und ist ja auch erst vor kurzer Zeit so richtig nach Deutschland geschwappt, während in den USA schon seit vielen Jahren viele bloggen und schon einige dadurch ihre Jobs wegen “irrelevanter” Einträge verloren haben. Das Blogs nicht irrelevant sind, zeigt ja der Trend von Unternehmen, Blogs einzurichten und Mitarbeiter bloggen zu lassen.
Richtig irrelevant müssen auch Blogs sein, wenn Blogger Briefe von Anwälten erhalten, weil sie angeblich unlauteren Wettbewerb betreiben.
@mr_spuck
Tschuldigung, den Link zu Dir hatte ich einfach vergessen, war etwas in Eile. Es entspricht eigentlich meiner Link Policy, auch Forward Links zu setzen, wenn ich trackbacke. Ist aber nun nachgeholt.
@jurastudentin
Dafür habe ich aber erneut einen lästigen Brief von einem Online-Branchenbuch bekommen.
Habe jetzt schon zwei Wochen ohne Abmahnung geschafft.
vielen Dank, “Herr Kollege” für den nachträglichen Link …
Die Blogs sind ein sehr wichtiger Bestandteil der Internetkultur geworden BASTA ;-).
Auch wenn es manchmal so aussieht,als ob gegen Windmühlen gekämpft wird
Die Zielsetzung der Frage war ja wohl eigentlich: Sieht die PR-Branche eine Chance, Blogs für ihre Zwecke zu nutzen? Und dafür sind Blogs offenbar uninteressant - und das ist auch gut so, meine ich. Willkommen im PR-freien Raum, wo noch echte Meinungen nahezu frei von kommerziellen HIntergedanken geschrieben werden.
Allerdings - die Frage habe ich ja hier ebenfalls schon einmal gestellt - bleibt offen, welchen Einfluß Blogs wie dieses aktuell im Wahlkampf wirklich haben.
Ich habe inzwischen ehrlich gesagt den Eindruck, daß der tatsächliche Einfluß auf Wahlenstscheidungen von Bürgern doch eher gering ist, weil es sich doch bei den “aktiven” um einen recht kleinen, schon fast esoterischen (bitte erst im Wörterbuch nachsehen, was das Wort wirklich bedeutet und es nicht nur mit Räucherstäbchen und Heilsteinen in Verbindung bringen) Kreis handelt. Und wenn man die Kommentare liest, hat man doch den Eindruck, daß die aktiven Schreiber eine ausgeprägte politische Meinung haben, die durch Blogs nicht mehr wesentlich verändert werden dürfte.
Ich denke, daß dies wirklich ein Thema ist, das einmal wissenschaftlich (Diplom- oder Staatsexamensarbeit) angegangen werden sollte. Würde mich sehr interessieren.
max (der kein eigenes Blog betreibt aber einige regelmäßig verfolgt, nicht nur in Wahlkampfzeiten)
@max: Sicherlich ist es so, dass Wahlkampf-Blogs noch in einem experimentellen Stadium in Deutschland sind. Sicherlich wird ein einzelner Blog auch nicht die Massen von Personen überzeugen. Was ich mir allerdings schon vorstellen kann, dass Blogs der politischen Mobilisierung dienen und zwar bei denjenigen, die sich schon für eine politische Meinung im Prinzip entschieden haben.
Vielleicht haben Blogs ein wenig die Rolle von Bierzelten übbernommen (ich mein das jetzt nicht negativ): Man weiß, was einen erwartet, es wird auch mal über die Strenge geschlagen, man kann seine Meinung kund tun und wenn es ein paar Störer gibt, dann mobilisiert und solidarisiert das eher die eigenen Leute.
Ähnliches Beispiel sind Wahlplakate. Mit den Dingern gewinnt man keine Stimme. Sie dienen lediglich der Mobilisierung der eigenen Leute, aber dies ist ein wichtiger Aspekt.
@max Die sich ggw. in Blogs herum- und diese be-treiben sind, zumindest in Deutschland, überwiegend die “early adopters”, jedenfalls die geistige Variante davon. Dass da wahlkampftechnisch nicht alltzviel zu reißen ist, sollte so ziemlich jedem klar sein. Aber die Blogosphäre ist heute etwa da, wo das WWW ca. 93/94 war. Im Web ist heute zwar noch nicht jeder, aber grundsätzlich jede Gruppe vertreten. Das wird bei den Blogs in kurzer Zeit auch so sein; die jetzigen Bemühungen sind m.E. eher als “Training für den Ernstfall” zu sehen, man bloggt sich schon ‘mal warm.
Zudem sollte man eines nicht übersehen: Schon jetzt gibt es einige Blogs, die durchaus meinungsprägend sind, allerdings weniger für Wahlthemen, sondern eher dort, wo man ihren Autoren die Kompetenz zutraut, namentlich beim Thema “Blogs” an sich. Das wird sich in Zukunft insofern ändern, als mehr Kompetenzkerne zur Meinungskristallisation einladen werden. Zur wissenschaftlichen Evaluation ist es aber - mindestens hierzulande - noch zu früh. Der ggw. Impact, da gehe ich vollkommen d’accord, dürfte nahe der Nulllinie anzusiedeln sein, speziell - ohne damit Herrn Bartels persönlich an den Karren fahren zu wollen - der eines Blogs, in dem einseitige Parteibejubelung das Konzept und differenzierte Problemerörterung nicht gewünscht ist. “Mein Parteibuch” ist ja eher ein interaktives Schröder-Wahlplakat denn ein Blog.
Danke für die Blumen - mein Blog als interaktives Wahlplakat zu sehen, gefällt mir gut. Obwohl das für die Katzenbilder nicht gilt.
Das war eher neutral gemeint, Herr Bartels - ich bin nicht so der Fan von Plakatwerbung, die ja in aller Regel nur einseitig Parolen und Grinsegesichter transportiert. Ich bin da eher ein Freund differenzierterer Sichtweisen und daraus resultierender Entscheidungen.
Zudem gibt es bekanntermaßen Wahlplakate, die eher der Belustigung dienen ;O)
Sagen Sie ‘mal, dieser Anzug, diese Krawatte… ist das so eine Art Privatuniform? Und warum haben Sie ein Bildchen von sich oben auf der Seite, das schätzungsweise 15 Jahre alt ist? Meine Partnerin hatte neulich das Vergnügen, Ihnen über den Weg zu laufen, und hat Sie rest im Nachhinein erkannt, als Sie las, wo genau Sie leben.
Was haben Sie gegen meine Kleidung einzuwenden? Mir gefällt sie. In Parteien gibt es schließlich keinen Dresscode, wo drinsteht, wer wie rumlaufen darf.
Für mein knapp 5 Jahre altes Bild habe ich schon reichlich Fanpost bekommen, die mich darin bestärkt, dass es die richtige Wahl ist.
Schade, dass ich ihre Partnerin nicht erkennen konnte. Dann vielleicht nächstes mal.
Nun ja, sie hat nicht gerade einen “Private prop of DDL”-Stempel auf der Stirn, und sie hat auch keine rote Schuppenhaut, insofern wäre die Erkennung in diese Richtung wohl eher schwierig gewesen. Und, wie - nur 5 Jahre??? Das Bild sieht aus wie unmittelbar nach einer Einzelhandelskaufmannslehre aufgenommen… jedenfalls hat die Differenz gereicht, um Sie trotz Kenntnis des Fotos unerkenntlich zu machen. Oder ist das die Absicht, um sich der Groupie-Scharen erwehren zu können…? Oder etwa Scientologen?
Ach wo, das Foto ist einfach nur schick. Wie ich derzeit aussehe, läßt sich ja auf den zahlreichen Fotos sehen, wo ich mit Politikern wie zuletzt mit Martin Schulz drauf bin.