Mit Ditmar Staffelt hat die SPD Neukölln ein politisches Schwergewicht an entscheidender Position. Der Ditmar ist politischer Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, also einer der drei Männer die im Bereich Wirtschaft und Arbeit in Deutschland nach Bundeskanzler Schröder und Minister Clement am meisten zu sagen haben.
Dass das bei den derzeitigen Machtverhältnissen im Bundesrat und dadurch, dass die Arbeitsagentur eine sich selbst verwaltende Körperschaft öffentlichen Rechts ist, nicht immer so viel ist, wie das manchmal wünschenswert wäre, sagt der Ditmar Staffelt im Gespräch mit Arbeitslosen und Ein-Euro-Jobbern selbst.
Aber der Ditmar Staffelt setzt sich für Neukölln ein, so wie das als Staatssekretär nur möglich ist. Der Ditmar ist hier in Neukölln aufgewachsen, der kennt sich hier wirklich gut aus. Und nicht zuletzt ist Neukölln auch ein schwer zu lösender exemplarischer Fall für Deutschland: wenn die politischen Maßnahmen so beschaffen sind, dass sie geeignet sind, die sozialen und gesellschaftlichen Probleme in Neukölln zu mindern oder lösen, dann bestehen gute Chancen, dass die Maßnahmen in ganz Deutschland greifen. Neukölln kennt der Ditmar wie seine Westentasche, hier ist er aufgewachsen, dabei ist er sogar auf die gleiche Schule gegangen wie ich. Das erste, was dazu wichtig ist, ist, bei den Menschen vor Ort zu sein, zuzuhören, die Probleme mit eigenen Augen gesehen zu haben, um sie begreifen zu können. Der Norden von Neukölln gehört zu den gesellschaftlich besonders problematischen Gebieten in Deutschland. Die Arbeitslosigkeit ist astronomisch, viel zu viele Mitmenschen sprechen zu wenig deutsch, viele Läden stehen leer und die meisten mit eigenem Einkommen sind spätestens weg, wenn das erste Kind in die Schule kommt. Drei Einrichtungen habe ich mit Ditmar Staffelt heute in Neukölln besucht.
Die erste Einrichtung, die wir besucht haben, war das Quartiersmanagement. Das Quartiersmanagement im Reuterkiez ist recht erfolgreich darum bemüht, die Abwärtsspirale für die Gegend um den Reuterplatz aufzuhalten und für eine Verbesserung des wohnlichen Umfeldes zu sorgen. Dabei kosten die meisten Dinge, die dazu nötig sind, gar nicht viel Geld. Im Gegenteil, gerade Sachen, die gar kein Geld kosten oder nur soviel, um ein paar Flyer für die Verbreitung einer Idee zur Selbsthilfe zu drucken, können sehr effektiv sein. So hat das Quartiersmanagement Reuterkiez viel dazu beigetragen, eine Kunstszene zu organisieren, in deren Umfeld nun in der vor einigen Jahren noch sehr problematischen Gegend in Nord-Neukölln wieder qualitative Gewerbeansiedlungen erfolgen. Und natürlich ist es auch wichtig, Nachbarn dabei zu ermutigen, gegen kriminelle jugendliche Intensivtäter vorzugehen, Anzeige zu erstatten oder bei Einschüchterungsversuchen durch die Straftäter da zu sein. Wichtig ist dazu auch so etwas, wie eine nachbarschaftliche soziale Gemeinschaft aufzubauen, Straßenfeste oder nachbarschaftliche Treffen zu organisieren, Schulen und Kitas besser einzubinden und insgesamt die Kommunikation in der Nachbarschaft zu verbessern. Das Quartiersmanagement hilft da zum Beispiel bei der Suche nach Fördertöpfen für konkrete sinnvolle Projekte.
Gegenüber bei mittenmang gibt es dagegen direkte Lebenshilfe für jeden, der zur Tür rein kommt. Um nur mal einige exemplarische Fragen nennen, die es in Neukölln so geben kann: Was tun bei Mietschulden? Wo kann ich einen Wohnberechtigungsschein beantragen? Wie geht das? Was, wenn das Jobcenter meinen ALG II Antrag einfach nicht bearbeitet? Wer hilft mir, wenn ich heute Nacht nicht weiß, wo ich schlafen soll? Wer hilft bei häuslicher Gewalt in türkischer Sprache? Wo bekommt man gebrauchte Schuhe, wenn die alten kaputtgegangen sind und kein Geld im Portemonnaie ist? Dazu gibt es in den rauchfreien Räumen auch einige Internetterminals, mit deren Hilfe die Besucher sich viele Fragen sicher auch selbst beantworten könnten. Dafür wird dann die Benutzung von ehrenamtlichen Helfern oder Ein-Euro-Jobbern auch gern erklärt. Klasse finde ich, dass es dort auch eine Mädchengruppe gibt, wo Mädchen die Produktion von Videos am Computer erlernen können. Als jemand, der gerade erst mit Videos auf der Webseite begonnen hat, weiß ich nur zu gut, wie kompliziert das ist. Bei denen könnt ich als Videoneuling mir bestimmt auch helfen lassen. Mittenmang gibt auch die Lokalpost heraus, eine Mini-Zeitung für den Reuter-Kiez und trägt sie quasi direkt zu den Bewohnern im Kiez, die gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die aktuelle Ausgabe hat das hier in Neukölln wohl derzeit am stärksten aufwühlende Thema als Schlagzeile gewählt: Wer entscheidet, wen Du heiratest? Zum Thema Zwangsheirat und Ehrenmorde hatte ich auch schon mal was geschrieben. Mit einer kostenlosen Kiez-Zeitung und türkischsprechenden Redakteuren vor Ort besteht auch eine Chance an ansonsten schwer erreichbare Zielgrupopen wie die sonst gut abgeschirmten Frauen mit Kopftüchern heranzukommen, die in Neukölln Nord zum Straßenbild gehören.
Die letzte Einrichtung, die wir besucht haben, mitHilfe, ist dann die letzte Hoffnung für viele, denen außer der Kleidung, die sie anhaben, oft nicht viel geblieben ist. Einige sind obdachlos, anderen droht die Obdachlosigkeit und viele haben einfach nur Hunger. Sicher sind das Menschen, die häufig irgendwie auch selbst Schuld an ihrer Lage sind, nur, heißt es eben auch solchen Menschen die Hand zu reichen, damit sie wieder auf die Beine kommen oder noch besser erst gar nicht verwahrlosen, selbst für sich sorgen lernen und schließlich auch ihren Beitrag zur Gemeinschaft leisten können.
Weil es schon nach Medien roch, steckte dann übrigens noch der Immobilienfonds-Berater Eberhard Diepgen seinen Kopf für eine Sekunde zur Tür rein, wie das Foto beweist. Na, wenn das kein Grund ist, dem Eberhard Diepgen und dem Ehrenwort-Kanzler Helmut Kohl heute Abend so gegen 19:00Uhr in den Gropius-Passagen auch mal guten Tag zu sagen, dann weiß ich auch nicht. Ditmar Staffelt hat sich übrigens mit dem Klaus Wowereit für so gegen siebzehn Uhr zum U-Bahn fahren nach Rudow am Hermannplatz verabredet, Mitfahrer mit gültigem Fahrausweis sind natürlich willkommen.
Vom Video vom Ditmar Staffelt in Neukölln (115 MB WMV) habe ich übrigens alternativ auch mal ein Apple Quicktime gemacht, das ist aber 150 MB groß und dazu noch kleiner in der Auflösung. Über das vielleicht spannendste Duell im Berliner Bundestagswahlkampf, dass hier in Neukölln stattfindet, gibt es übrigens einen hoch interessanten Artikel von Ulrich Schulte von der taz, der auch beim Ditmar auf der Webseite lesbar ist.
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wie kann man bloß staffelt so hochschreiben ist ja unfassbar. der war seit jahren nicht im kiez, abgesehen mal davon das das runterschreiben des kiezes auch nicht hilft und dann noch wieder mal den ausländern ehrenmorde anhängen. lächerliche sch**sse. wer hat uns verraten: sozialdemokraten. das son dumpfbackenpack hier lebt ist echt absurd
[Editor * zur Abdeckung der Fäkalsprache eingefügt]
@na toll
Von hochschreiben kann in Bezug auf meinen Beitrag keine Rede sein. Im Gegenteil, ich stelle den Ditmar so dar, wie ich ihn erlebe. Von runterschreiben nach dem Motto “Irgendwas wird schon hängen bleiben” konnte aber in Bezug auf Ditmar Staffelt schon öfter die Rede sein, und da paßt Ihr Kommentar nahtlos rein.
Wer anonym und mit klemmender Shifttaste dem Ditmar vorwirft, seit Jahren nicht im Kiez gewesen zu sein, ist sicher ein richtiger Neuköllner. Aber mein Gespür hat mich nicht getäuscht, so primitiv drücken sich Neuköllner nicht aus:
dnsstuff meint, derjenige, der von Dumpfbackenpack spricht, hätte das aus Albstadt in Baden-Württemberg hier hinein geschmiert. Über anonyme Internetaktivisten der CDU Baden-Württemberg habe ich ja schonmal was geschrieben, und über die Internetaktivitäten der CDU Baden-Württemberg, wo auch Generalsekretär Volker Kauder herkommt, gibt es zum Beispiel im Beitrag über Geheimagent Blogger 008 Bernd Schmidtbauer was.
Das bestätigt genau meinen Eindruck, den ich habe: da schmeißt jemand aus einem ganz anderen Teil Deutschlands und aus ganz anderen Motiven ganz viel Dreck auf den Ditmar. Und da ist in anderen Fällen, wo die Presse mit Dreck wirft, genauso wenig dran, wie hier im Fall des anonymen Kommentar-Bashers aus Baden-Württemberg. Bevor ich ihn kennengelernt habe, war ich aufgrund der schlechten Presse von rechts und von links auch skeptisch. Mein Vertrauen mußte er sich erst verdienen und das hat er sich verdient. Ich persönlich habe den Ditmar kennengelernt und ich vertraue ihm.
[…] Wie wir sehen, läßt unser Ditmar aus Neukölln wirklich keine Gelegenheit zum Wahlkampf aus, der ist mit ganzem Herzen dabei. Dieses Interview vom Ditmar Staffelt könnte glatt mein Lieblingsauftritt vom Ditmar Staffelt werden. […]
[…] Hier bei uns im Norden sind für die SPD zwei Dinge wichtig: dass möglichst viele Menschen auch wirklich wählen gehen und dass die Erststimme von allen, die den Immobilienspekulanten Eberhard Diepgen und die ehemalige FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda Angela Merkel nicht wollen, an Ditmar Staffelt geht. […]