Obwohl nach gegenwärtigem Stand der Wahlforschung zur Bundestagswahl 2005 alle Institute eine regierungsfähige Mehrheit für schwarz-gelb prognostizien, ist diese vorausgesagte Mehrheit längst nicht so komfortablel, wie noch vor einigen Wochen. Die Mehrheit der Deutschen geht nach Informationen des ZDF Politbarometers davon aus, dass die Wahl noch nicht entschieden ist. Der Vorsprung der Jobkiller von CDU/CSU und FDP beträgt inzwischen maximal 9%, nämlich bei Forsa und minimal 4%, nämlich bei der letzten Wahlprognose zur Bundestagswahl 2005 von Infratest dimap. Das die Zahlen mit allergrößter Vorsicht zu genießen sind, zeigt ein Beitrag im Blog vertarn von Olaf Engel, der vom Politbarometer als repräsentativ befragt worden ist. Auf eine gelegentlich im Netz zitierte Mierscheid Prognose zu vertrauen, kann ich deshalb trotzdem nicht empfehlen.
Die heute im Auftrag von stern und RTL veröffentlichte forsa Prognose zur Bundestagswahl 2005 sieht die Koalition von CDU/CSU mit der FDP 9% vor den Kräften, die Angela Merkel nicht als Kanzlerin wollen, also SPD, Bündnis90/Grüne und PDS/WASG und Linkspartei. Die PDS von Lothar Bisky liegt auch bei forsa konstant zweistellig und könnte damit die drittstärkste Partei bei der Bundestagswahl 2005 werden. Die Umfragewerte beruhen auf einer Erhebung von 2503 Personen, die dazu letzte Woche befragt wurden. In die heutige Wahlprognose von forsa ist deshalb weder die Blamage der CDU/CSU mit dem Wahprogramm von vorgestern “Sozial ist, was Arbeit schafft”, über den SPD Mann Ludwig Stiegler sich ungeschickt mokiert hat, eingegangen noch ein möglicher Stimmungsverlust wegen der Zustimmung zur Mehrwertsteuererhöhung für die FDP, die damit ihr Kernziel Steuersenkungen konterkariert und sich bei potentiellen Wählern unglaubwürdig macht, eingerechnet.
Hier in meinem Parteibuch läßt sich bisher sehr schön verfolgen, wie der Vorsprung von Angela Merkel bei den Wahlprognosen zur Bundestagswahl 2005 von einer anfänglich mal prognostizierten absoluten Mehrheit Stückchen für Stückchen schmilzt. Interessanter finde ich da die Diskussion einer Ampel, die auch ich mir vorstellen könnte, obwohl die einige meiner liberalen Gäste hier sicher ganz schnell ausschließen würden. Aber denk an 18 - 0 100 : 18% Mehrwertsteuer - 0% Rückgrat - 100% FDP. Bei der FDP ist alles drin, wenn die nur irgendwie in die Regierung kommen kann.
![]() |
| Gerichtsprostituierte. |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
[20 queries. 2.729 seconds. 10 level2 caches. Top ]
[…] Forsa Wahlprognose zur Bundestagswahl 2005: SPD holt einen Punkt auf, PDS / WASG / Linkspartei konstant von Marcel Bartels @ 20:48. abgelegt unter Wahlprognose […]
Selbsthypnose? Realitätsflucht?
Du solltest dich endlich damit abfinden das die SPD sich am 18.09 um 18:00 in der Opposition wiederfindet oder als Juniorpartner UNTER Merkel. Alles andere sind Wunschträume ohne Realitätsbezug.
Ein weiterer FDP-Wähler
Tuotrams, was nur, wenn es für schwarz-gelb nicht reicht und die SPD nicht Juniorpartner unter Angela Merkel sein will?
Da kann sich die Anschie dann ja mal mal beim Lothar aus Hohen Neuendorf anklopfen, der bekommt ja sowieso viel Besuch in letzter Zeit. Und wer weiß, die Anschie Kanzlerin, der Gysi Innenminister, Lafontaine Finanzminister und Westerwelle Außenminister. Hahaha. Oder hat die CDU irgendwelche Alternativen? Lieber Trittin als Umweltminister von schwarz-gelb denn Gysi als Innenminister?
Ich könnte mir vorstellen, wenn das für schwarz-gelb nicht reicht, dann kommt die Anschie ganz brav beim Gerhard an, holt’s Stöckchen und gibt’s Pfötchen.
Die FDP würde in einer schwarzgelben Koalition nur mit dem Krötenschlucken beschäftigt sein: Ich sage nur Mehrwertsteuererhöhung. Eine Partei ohne Rückgrat. Die FDP ist eine Partei ohne jede Programmatik. Ich werde sie nicht vermissen, wenn sie im Herbst an der 5-Prozent-Hürde scheitert.
Exklusiv SPD lockt mit Wahlversprechen kaum Wähler
von Gerrit Wiesmann, Berlin
Trotz Versprechen wie der Reichensteuer kann die SPD nur wenige neue Wähler binden. Die SPD gewann vorige Woche auf Kosten der Wettbewerber etwas an Zuspruch.
http://www.ftd....w/de/14389.html
@druschba
Eine Mehrwertsteuererhöhung ist nicht das Problem für die FDP. Die FDP wird sicherstellen das durch diese Mehreinnahmen nicht der Druck vom Kessel genommen wird.
Das interessante an Merkels Vorschlag ist das man das Geld mehrfach verwenden kann. Mittelfristig kann man die Ausgaben der Arbeitsargentur um 20-30 Mrd. Euro absenken (und hier wird die FDP pushen). Das Geld kann man dann später für den Solidarausgleich in der Krankenversicherung verwenden.
Hat alles Hand und Fuss.
@Marcel
die Union sitzt doch in jedem Fall am längeren Hebel.
Im Zweifel wird halt nochmal gewählt
hallo marcel, für deine grafiken habe ich einen konstruktiven vorschlag:
bau doch die nichtwähler und unentschiedenen mit in die grafik ein, dann wird das bild klarer, auch bzgl. möglicher verschiebungen.
@tuotrams
Recht hast Du, im Zweifel wird halt nochmal gewählt. Und wenn die Leute dann Stück für Stück begreifen, wie hahnebüchen die Vorstellung ist, dass eine CDU Regierung in Deutschland “Arbeit schafft”, dann bleibt da nichts mehr übrig. Die hohen Werte der CDU beruhen allein darauf, dass die Leute schlecht informiert sind. Meinst Du vielleicht, Gerhard Schröder und die SPD hätten Angst davor, dass gewählt wird?
@Bembelkandidat
Nein, weil Nichtwähler und Unentschiedene nicht bei jeder Prognose gesondert ausgewiesen werden. Offenbacher werden ja auch nicht separat ausgewiesen
OT -
Udo Walz egreift Partei
Friseur von Angela Merkel und Gerhard Schröder ist in die CDU eingetreten
Berlin - Der deutsche Promi-Friseur Udo Walz (60), Coiffeur unter anderem von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dessen Herausforderin Angela Merkel, ist in die CDU eingetreten. Walz bestätigte am Mittwoch seinen Partei-Eintritt in Berlin.
“Ich bin in die CDU eingetreten, weil ich glaube, dass dort eine bessere Politik für den Mittelstand gemacht wird”, sagte Walz gegenüber der “Bild”-Zeitung. “Dass Frau Merkel meine Kundin ist, hat keine Rolle gespielt.” Wie oft sich Merkel und Schröder bei ihm verschönern lassen, wollte Walz nicht verraten. (APA)
:-))
Schröder hat sich wie alle anderen in der Parteiführung mit der Niederlage abgefunden.
Da hat der Udo Walz sicher lange überlegt, und letztlich hat sich der Gedanke durchgesetzt, dass er an Angela, dem Buschzäpfchen, mehr verdienen kann. Wenn die ganz schleimig noch vom kriechen ist, dann hat Friseur Walz nachher viel Arbeit.
Ich würde eher sagen, selbst ein Udo Walz hat die Zeichen der Zeit früher erkannt als Du.
Dein Führer ist “tot” und verdrückt sich bald in die Toskana
Muahahaha
Danke für dieses herrliche Blog! Habe mich köstlich amüsiert, “Genosse”!
*sing* “Die Internationaaaale….” lol
Im Ernst: Du scheinst ein intelligenter Kerl zu sein. Ich finde es immer wieder schade daß diese Seuche der Ideologien so viele Menschen mit riesigem Potential intellektuell einfach ausschaltet. Tipp: Schau Dir die Welt an, versuche die Realität (!) zu erfassen und beginne selbst zu denken und eigene Schlüsse zu ziehen! Und du wirst erkennen daß alle Ideologien alle Couleur bis zur aktuellen “political correctness” reine Volksverdummung sind! Wach auf Mann!
@mc300:
Du scheinst einer dieser sagenunwobenen Blog-Esel zu sein, der außer Schlagworte durcheinanderwerfen nun wirklich gar nichts kann. Ein typisches Kennzeichen dieser Blog-Esel soll sein, dass sie weder Namen, noch Webseite und schon gar keine eigenen Standpunkte haben. Trau Dich, uns Deinen Namen und Deine Webseite zu nennen und zu sagen, wofür Du eintrittst. Nun mal nicht so feige.
Was will denn der Walz bei der CDU? Doch nicht etwa Rechenschaftsberichte “frisieren”…?
@mc300: der glaubt den schmarrn wirklich… ayn rand würde sich im grabe umdrehen.
@rotkäppchen: dein einwurf is am thema vorbei. soll ja auch leute geben, die blogs einfach nur lesen ohne selbst in dem bereich was zu machen. jaaahaaaa man höre und staune, sowas gibt es!
aber interessant, wie gereizt du darauf reagierst, wenn du dir eigene gedanken machen sollst. *lach* jaja, nehms nicht so bierernst. ;o)
ProgrammUnterschiede bei CDU und SPD sind marginal. Daher wird es laufend Schwankungen bei den “Umfragen” geben. SPD reißt uns in den Abgrund, und die CDU ist nur ‘mehr’ vom ‘Gleichen’.
Ich wünsche, daß die CDU absolut gewinnt. - Nach zwei Jahren wissen alle Leute daß es Lüge war (wie es bei der SPD auch passieren würde).
- - - News Alert: höre ich gerade Nachrichten, da schrumpft der Vorsprung von CDU bei InfratestDimat weiter zurück. Mehrheit der Befragten hält die GROSSE KOALTION für die Beste Lösung.- SAG ICH DOCH. - Befragt wurden wieder nur 1000.- Leute. — alert ende.
- Ich denk unsere Demokrtatie/Parteienlandschaft ist im völligen Umbruch. Das politisierte Volk ist ein ganz eigener MachtFaktor - soviel diskutiert wurde noch nie.
Wehende Fahnen in der Steppe
Die neue Linkspartei überholt im Osten in Umfragen alle anderen Mitbewerber zitiert Alexander, vor Verwunderung über die Verdrehungen der ostdeutschen Seelenlage einen Gordischen Knoten im Hirn, den Spiegel und träumt davon wie schön es wäre, wen…
Wer wirklich glaubt unter einer neuen Regierung Merkel/Stoiber würde sich was zum Positiven ändern, sollte sich bewusst machen das Politik alleine keine Arbeitsplätze schafft. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist als Instrument zur Erhöhung der Kaufkraft nicht akzeptabel und wird zu einer 70%igen Wahrscheinlichkeit genau das Gegenteil bewirken. Wer die CDU / CSU / FDP wirklich als Alternative zu momentanen Regierung sieht, sollte sich auf eine nicht mehr umkehrbare DREIKLASSENGESELLSCHAFT einstellen mit einer sinkenden Kaufkraft, Jobverlusten bei der deutschen Automobilindustrie und Ihren Zulieferern sowie in allen Investitionsgüterbreichen einstellen. Die momentane opposition stellt in Ihrer geplanten handlungsweise ein hohes Risiko da, vielleicht sollten Frau Merkel und Co erst einmal Ihre Hausaufgaben machen und schauen was unser Land wirklich braucht, eine Kanzlerin Merkel mit Ihren Zielen braucht DEUTSCHLAND jedenfalls nicht.
ein Ex- CDU Wähler
…..vielleicht sollten sich die Deutschen einmal darüber bewusst werden das es keine eierlegende Wollmilchkühe gibt und notwendige Reformen akzeptieren, die Richtung der SPD stimmt!
Ja, regular, was soll ich dazu sagen? Vielleicht nur noch ergänzen, dass ich die Bekämpfung von Korruption und Amtsmißbrauch auch als eines der zentralen Themen sehe, die bei Schwarz-Gelb nur noch parteilich geschehen wird.
Kohl, Koch, Schäuble … und die dürfen auch noch weiter machen.
>>Bei der FDP ist alles drin, wenn die nur irgendwie in die Regierung kommen kann.
also wenn Du der Ansicht bist dass, das Wahlprogramm der FDP mehr sinnvollen Inhalt hat dann mußt Du mir auch genau belegen was genau bei der FDP gut findest. Ich werde versuchen Dir die Lücken und falschen Einschätzungen von Herrn Westerwelle und seinen Jüngern zu widerlegen..also dann fang mal an..
@regular
Mein Kommantar bezog sich auf die Darstellung, dass die FDP mit jedem koalieren würde, sie aber in der Tat nur mit den Schwarzen koalieren wird/würde, während die SPD sich viele Optionen öffenhält.
Aber danke, dass Du inhaltlich mit mir diskutieren willst. Vielleicht ein kleiner Gedankenaustausch zum freien Markt? Ich halte diesen nämlich für viel sozialer und effektiver als einen protektiven Sozialstaat, der Leistungen verteuert und das Entstehen von Industrie und Gewerbe behindert. Ohne Wirtschaftswachstum gibt es keine neuen Jobs außer vielleicht 1-Euro-Jobs. Mit Wirtschaftswachstum im idealsten Fall mehr Jobs als Arbeiter. Dieser Idealfall brächte den Menschen mehr an Guten als alle Gewerkschaften und Neid-Diskussionen. Diesen Punkt haben meiner Ansicht viele von der “Linken” gar nicht verstanden und es wird immer viel gegen “NeoLiberalismus” polemisiert. Vielleicht schaffst Du es mir mein “Vorurteil” über den freien Markt vernünftig zu entkräften?
@Geistes Welt:
Ich habe nichts gegen einen freien Markt, so er denn frei, sozial und gerecht ist. Und sicher brauchen wir Wachstum, denn letztlich schafft nur Wachstum neue Arbeitsplätze. Andererseits heißt Freiheit aber natürlich auch, dass die Freiheit für alle gilt, dass jeder die Chance haben soll, daran zu partizipieren und - eine Geste der Selbstverständlichkeit - Armen, Kranken und ALten wird gehlfen. Ohne Solidarität kann es keine Freiheit geben. Und letztlich ist Freiheit auch zu einem guten Teil eine staatliche Veranstaltung.
einen protektiven Sozialstatt ist meiner Ansicht nach auch nicht das gelbe vom Ei, es kann aber auch nicht sein das die Entwicklung von Industrie und Gewerbe zu 100% auf die kosten der Arbeitnehmer abgewälzt werden soll. Es gibt viele Beispiele skandinavischer Länder in denen sich soziale Verträglichkeit und Stärkung der Konjunktur miteinander (nicht gegeneinander entwickelt haben). Ein freier Markt bedeutet für mich das der Entwicklungsdrang freier Unternehmer nicht in den Grundzügen bereits durch Bürokratie und Gesetze erstickt wird sondern von Beginn an gefördert wird. Eine Förderung sollte aber ausschließlich dem Mittelstand und Kleinunternehmen gelten und nicht Großkonzernen. Dessweiteren bin ich sogar bereit auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer einzugehen allerdings nicht so, mein Vorschlag Erhöhung der Mehwertsteuer auf 20 - 25%, gleichzeitige Reduzierung der Lohnnebenkosten auf max. 20%, für Arbeitnehmer mit einem Einkommen unterhalb von 40.000€ eine Ausgleichsförderung die, den Mehrkostenaufwand durch die Mehrwertsteuer refinanziert. Wie die Beispiele der skandinavischen Länder zeigen, hat bei der Erhöhung der Mehrwertsteuer durch die Unterstützung der Minderverdiener kein Kaufkraftverlust statt gefunden. Dessweiteren zur Regulierung des Gesundheitswesens, Abschaffung der privaten Krankenversicherung hin zur gestzlichen Pflichtversicherung für ALLE.
Eine solche Lösung würde für mich eine sozialverträgliche Variante darstellen und einen offenen liberalen Markt ermöglichen.
P.S. durch die Reduzierung der Lohnnebenkosten auf max. 20% würden wir eine der Toppositionen der führenden Industrienationen einnehmen und eine weitere Abwanderung der Industrie unterbinden.
Marcel: “Und letztlich ist Freiheit auch zu einem guten Teil eine staatliche Veranstaltung.”
@Marcel: Wie definierst Du Freiheit? Meine Definition ist “Abwesenheit von Zwang”. Der Staat ist aber eine Institution, die nach Mehrheitsmeinung in einer Demokratie Zwang ausüben soll.
@regular
Nach meiner Vorstellung geht jeder Arbeiter einen Kontrakt mit einem Arbeitgaeber ein. In einem funktionieren Wettbewerb um Arbeiter bekommen Arbeiter automatisch bessere Konditionen. Der Arbeitgeber ist aber nicht interessenlos. Er muß bestrebt sein den Aufwand für Arbeit gering zu halten und das Einkommen an der Ware oder Dienstleistung zu maximieren. So gesehen wird er jeden politischen Steuermechanismus auf a) die Arbeiter abwälzen, b) auch den Kunden durch Preissteigerungen zur Kasse bitten. Deshalb finde ich Besteuerung von Unternehmern als einen Scheinsieg der sozialen Idee. Die Idee den freien Markt fördern zu müssen, finde ich nicht gut, weil man kann einen freien Markt nur zulassen oder ihn regulieren und dadurch einen gesteuerten Markt haben.
Zur MWST-Erhöhung, finde ich es eigentlich ganz vernünftig, was Du sagst. Aber es besteht die Gefahr, dass da gar nichts gegenfinanziert wird! Ein jeder Regierungswechsel ist erst mal eine gute Gelegenheit eine Steuer anzuheben, wie auch Rot/Grün mit der Ökosteuer. Jetzt ist aber die Verschuldung des deutschen Staates so ernorm, dass durch diese Erhöhungen nur die laufenden Kosten gedeckt werden können. Wahrscheinlich wird eine neue Regierung so eine Reduzierung des Rentenniveau weiter verschieben wollen. Ich finde Deine Überzeugung, die Lohnnebenkosten senken zu wollen lobenswert, aber sie geht mir nicht weit genug: Es sind nicht nur Lohnnebenkosten, die neue Arbeitsplätze behindern, es ist auch die Tatsache überflüssig gewordene Arbeitsplätze wieder auf den Arbeitsmarkt freizusetzen. Hört sich hart an, aber in jeder Wirtschaft ist es normal, dass Arbeiter mal gebraucht und wieder nicht gebraucht werden. Was hier als “Hire and fire” verschrien ist, ist in den Staaten nicht so schlimm, weil jeder Arbeitssuchende wieder eine reele Chance auf einen Job hat. In Deutschland wird es tabuisiert. Von der Deutschen Post ist mir aber bekannt, dass sie alte Arbeiter, die aufgrund rechtlicher Bestimmungen unkündbar sind ohne richtiges Aufgabenfeld weiterbeschäftigen muß, während sie junge Arbeiter für die Packetcentren von Zeitarbeitsfirmen ausleiht zu wesentlich schlechteren Bedingungen. Sie bekommen einen Hungerlohn, während alte Hasen, die Glück hatten und den richten Vertrag haben unproduktiv sind und genügend Geld haben. So gesehen nehmen Arbeiter die festes Auskommen und unkünbar sind, den anderen Arbeitern Geld weg. Sozial?
Zu den Krankenkassen teile ich Deine Meinung, aber tendiere zu der genau entgegengesetzen Möglichkeit: Umwandlung der öffentlichen Kassen in private und Regulierung des Marktes durch ein Verbot der Gesundheitsprüfung bei Eintritt in eine Krankenversicherung. Der Nachteil bei den öffentlichen Kassen ist ein Risikostrukturausgleich. Bei schlechten Wirtschaften und finanziellen Engpässen bekommt eine Kasse automatisch Hilfe von anderen. Das unterminiert die Bereitschaft zum wirtschaftlichen Handeln. Vielmehr wären dann die vielen öffentlichen Kassen quasi eine große staatliche. Auf Seiten der Ärzte, die Investitionen nicht durch das übliche KV-Pauschalsystem amortisiert bekommen, wäre der Zwang zu weiteren Igel-Leistungen gegeben, zu denen dann bei weiterer Verknappung der Geldmittel auch immer mehr medizinisch sinnvolle Leistungen fallen würden. So gesehen könnte eine große gesetzliche Krankenkasse nur eine Grundversorgung sichern bei steigenden Preisen. Neue medizinische Möglichkeiten, könnten sich dann nur wieder Reiche leisten, die privat zuzahlen.
[…] Forsa hat vor einer Woche in der Wahlprognose 2005 noch einen Vorsprung von 9% für schwarz/gelb gegenüber denen gesehen, die die Dosenpfandministerin Angela Merkel von der CDU nicht als Bundeskanzlerin wollen. Jetzt meint Forsa, dass die CDU/CSU in der letzten Woche 2 Prozentpunkte verloren hätte, und Grüne und PDS/Linkspartei mit jeweils einem Prozent Zugewinn. […]
Bitte schaut Euch draußen um. So schlecht wie jetzt ist es Deutschland seit Jahrzehnten nicht gegangen. Es soll da draußen wirklich Menschen geben, die diesen Wahnsinn wieder wählen sollen.
@Christoph
Gehören Sie auch zu den Miesmachern aus beruflichen Gründen? So schlecht geht es Deutschland gar nicht, allerdings ist es wohl wahr, dass es Deutschland besser gehen würde, wenn die Union ihre Blockade im Bundesrat aufgeben würde. Gerade gestern hat die Union “aus taktischen Gründen” wieder 11 Gesetze blockiert, die jedes für sich dafür gesorgt hätten, dass es den Menschen besser geht.
Wenn Angela Merkel allerdings die Mehrwertsteuererhöhung durchsetzen könnte, dann würde es Deutschland schlechter gehen und würden noch mehr Menschen arbeitslos werden. Wir dürfen nicht die zarte Pflanze der Konjunktur durch Steuererhöhungen ruinieren.
Dass die SPD in den letzten 3 Jahren wenig zur Verbesserung der Lage getan hätte, kann ihr wahrlich nicht vorgeworfen werden. Es dauert allerdings eine Zeit, bis die Maßnahmen alle wirken. Das Land darf nicht wieder in die Hände der korrupten Clique fallen, die Deutschland vor kurzem erst 16 Jahre Stillstand beschert hat.