Nachdem ich vor einigen Tagen hier in Mein Parteibuch aufgedeckt habe, wie die IFPI im Namen der Musikindustrie unsere Gerichte missbraucht, um den Downloaddienst allofmp3.com zu pushen und ihm damit einen unverhältnismäßigen Vorteil gegenüber den von der GEMA favorisierten Filesharing-Portalen Eselfilme, Goldesel, Saugstube, Audio-Esel und Power-Portal zu verschaffen, nimmt die Geschichte nun eine neue Wendung.
Für die ifpi ist es nicht hinnehmbar, dass Seitens der GEMA versucht wird, sich mit diesen abscheulichen Praktiken einen Vorteil in der Aufmerksamkeit fur die Medien zu verschaffen.
Dazu mußte die Kanzlei Waldorf sich weiterbilden und lernen, eine Suchanfrage in einer Suchmaschine zu formulieren. Nun werte, Leser, da habt Ihr es bei Mein Parteibuch einfacher, Ihr braucht nicht nächtelang in Kellern sitzen und üben, eine Suchmaschine zu bedienen. Ihr bekommt dazu von mir einfach einen Link mit der Suchanfrage. Die Kanzlei Waldorf war nun so frei, hat für die ersten 10 Domains der Suchanfrage jeweils eine ganz schwierige Whois Abfrage bei der Denic gemacht, die Ergebnisse dann in einen Serienbrief gedruckt, den Studenten für diese Leistung eine Kostennote in Höhe von jeweils 3980 Euro beigefügt und war sich natürlich darüber im Klaren, dass da in den Medien drüber berichtet werden würde.
Nachdem darüber Ruckzuck ein Artikel bei Heise Online erschienen war, zog Mein Parteibuch gemeinsam mit vielen anderen Bloggern nach, bevor dann, nach eingehender Lektüre des kurzen Artikels bei Mein Parteibuch, sich Holger Dambeck vom Spiegel entschloss, darüber wortgewaltig und ausschweifend auf Spiegel Online zu berichten. Lesenswert ist auf jeden Fall auch der Bericht bei IT&W, der zeigt, wie auch die ifpi einen Link auf allofmp3 bringt.
Wie “Mein Parteibuch” aus vertraulichen Quellen erfahren hat, geht es der IFPI eigentlich gar nicht um die Promotion des Dienstes allofmp3.com. Dr. Thorsten Braun von der ifpi erklärt den Schachzug so: “Dies führt zu unnötiger Verwirrung von Verbrauchern, die aufgefordert werden, für illegale Musikangebote zu zahlen.” Der Plan ist nun auch voll aufgegangen.
Der Werbefeldzug für allofmp3.com diente lediglich dem Ziel der IFPI, endlich eine neue Debatte über das Urheberrecht und dort insbesondere den §95a in Gang zu bringen. Es ist nicht hinnehmbar, dass man wegen des §95a Urheberrechtsgesetz einen Namen wie allofmp3.com nicht mal mehr öffentlich aussprechen, aber jeder Bin Laden schreiben kann, wie und wo er will.
So, damit wären wir jetzt beim ernsten Teil dieses Beitrages: Die ifpi führt uns gerade vor Augen, dass die von SPD und Grünen geschaffene und von und CDU/CSU und FDP mitgetragene Regelung des §95a Urheberrechtsgesetz missbraucht wird, um Blogger, womöglich Studenten und Arbeitslose mit Kostennoten in Höhe eines Jahreseinkommens für wenige Minuten anwaltliche Tätigkeit zu überziehen. Ich meine deshalb, die SPD sollte durch eine neue gesetzliche Regelung sicherstellen, dass solchen Rechtsverdrehern wie IFPI und GEMA das Handwerk gelegt wird. Urheber sollen fair bezahlt werden, die Verunsicherung der Verbraucher ist kontraproduktiv für die Entwicklung der Einnahmen. Und wieder einmal zeigt es sich, dass es Unfug ist, Links zu verbieten. Damit macht man den Betrieb einer Webseite bloß mehr und mehr zu einer juristischen Tretmine, aber bringen tut das außer der überflüssigen Beschäftigung der Gerichte, gar nichts.
Und ich meine auch, da sollte die SPD nicht auf eine einheitliche europäische Regelung warten, sondern, da die Kostennoten bereits zirkulieren, schnell handeln. Und meine ganz persönliche Botschaft an die Musikindustrie, an GEMA und IFPI gleichermaßen, ist, dass ich auch weiterhin keine Silberscheiben oder Dateien, die unter einer für mich befremdlichen Lizenz stehen, kaufen werde.
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| Befangenheit |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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www.abmahn-petition.de. Petitionstext ausdrucken, unterschreiben, einschicken. Oder Sie suchen Ihren örtlichen für das Thema zuständigen SPD-Bundestagsabgeordneten auf und legen ihm das Thema mal ans Herz. Sie kennen die doch jetzt alle persönlich
Wer, bitte schön, ist Thomas Riedrich? Also nicht s, dass ich etwas gegen den Mann hätte, aber vorher wissen, wer das denn ist, der die Petition organisiert, tät ich schon gern.
Und was den Inhalt angeht, so bin ich damit auch nicht ganz einverstanden: “Durch eine pauschalierte Abgeltung der häufig weitgehend automatisierten Abmahnung lässt sich dieses Risiko lösen. Mit einer festgesetzen Erstberatungsgebühr in Höhe von 130 € wurde hier für einen ähnlichen Tatbestand im RVG bereits eine Lösung gefunden.”
Das will ich nicht fordern. Nichts soll es im Erstfall für eine Abmahnung geben. 0,00 Euro. Niente. Unter www.abmahnung.de was von www.abmahnwelle.de empfohlen wird, wird auch eine entsprechende Position formuliert.
Den Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises Dr. Ditmar Staffelt habe ich leider immer noch nicht persönlich kennengelernt, aber das hole ich sicherlich bald nach.
Nur habe ich im Gespräch mit Wolfgang Thierse gelernt, dass die Aufgabenteilung im Bundestag eben nicht in erster Linie nach örtlicher Zugehörigkeit, sondern nach fachlicher Zuständigkeit funktioniert. Also müßte man als erstes mal rausbekommen, welcher Ausschuß und welche Ausschüsse dafür zuständig sind, und dann an die entsprechenden Leute, die da drin sitzen, ran gehen. Vielleicht kann ja hier jemand weiterhelfen.
Und das wäre sicherlich eine Frage, die es Sinn machen könnte, den Ditmar Staffelt zu fragen: welcher Ausschuß ist für den Abmahnwahn zuständig? Wen kann man da mal ansprechen?
Und wenn denn erst mal der richtige gefunden ist, dann weiter: Wie ist der Stand der politischen Diskussion dazu? Welche Fronten verlaufen durch die Parteien?
Man muss endlich die Gebührenordnung abschaffen und Abmahngebühren in der nach Arbeitsaufwand berechnen lassen.
Schade das auch hier die SPD untätig geblieben ist.
[…] Ein paar Fragen hätte ich eigentlich auch, also wie so manches in unserem Rechtssystem gedacht ist, fällt mir sehr schwer zu verstehen, weil es in der Praxis nicht funktioniert. Wie kann es sein, dass so Formularversender so trickreiche Formulare gleich millionenfach rausschicken und offensichtlich keine Angst haben, dass sie ihr dann Hunderttausende von Euro schweres Porto-Investment verlieren oder ihnen gar strafrechtlich etwas geschieht? Was Du, Brigitte, wohl von der Webseite von Michael Plümpe hälst, tät mich auch interessieren, besonders der Teil Law Hunting. Und die spannende Frage, ob man im Internet Links setzen darf wie man will und ob man Firmennamen wie allofmp3.com in sein Weblog schreiben darf, so was tät mich auch interessieren. Und nicht zuletzt tät mich interessieren, ob Du nicht auch meinst, dass man beim Bloggen ganz schön schnell mal aus Versehen, Unachtsamkeit oder Aufmüpfigkeit gegen irgendeine Rechtsnorm verstößt und ob Du das richtig findest, das so eine einfache Sache wie bloggen juristisch so kompliziert ist. […]
[…] Das erinnert mich fatal an den Mißbrauch deutscher Gerichte durch die IFPI zur Promotion von allofmp3.com und ähnliche Aktionen der GEMA zugunsten einiger ausgewählter Esel und Edonkey Filesharing-Websites. Ich, Marcel Bartels, von Mein Parteibuch höre mir einfach keine Musik an, die unter ähnlich restriktiven Lizenzen vertrieben wird. Wenn das womöglich viele Menschen ähnlich wie ich machen, wird sich vielleicht bald die eine oder andere Band mehr finden, die wie Kokoro Mayikibo ihre Musik gleich frei zum Download anbieten oder wenigstens unter einer weniger restriktive Lizenz stellen. Damit hätte sich dann die im deutschen Urheberrechtsgesetz skizzierte Pauschal-Vermutung, dass Musik unter einer restriktiven Lizenz steht, erledigt. [Trackback URI] [Permalink] […]
[…] Ich denke da an Michael Plümpe, an die FFII, an die beiden unsinnigen Abmahnungen (hier die von Martina Kausch aus Lübeck, hier die von Wilhelm Entenmann aus Mannheim), die ich bereits erhalten habe, an die Drohungen, die ich erhalten habe, bevor ich die Strafanzeige gegen die Branchenklick GmbH gestellt habe und an jede Menge Blogger, die jetzt Angst haben müssen, für einen unbedachten Link auf allofmp3.com oder ähnliches nicht nur auf Zahlung von gut 3980 Euro in Anspruch genommen zu werden, sondern auch ihr Blog gepfändet zu bekommen, wenn sie nicht zahlen können. Gräßliche Vorstellung. […]
[…] Obwohl mir die Ohren ebenso wie die Augen weh tun, und ich die Initiative von Insanity für bessere Musik angesichts dessen erst recht nachvollziehen kann, finde ich es übrigens begrüßenswert, dass nicht mehr die Plattenindustrie die Hypes vorgibt. Das ist ein weiterer Schritt zu legal kopierbarer Musik wie bei opsound.org, so dass man auf Musik unter befremdlichen Lizenzen, die mit noch befremdlicheren Mitteln durchgesetzt werden sollen, dann hoffentlich bald verzichten kann. [Trackback URI] [Permalink] […]
[…] So blöd sind die drei Jungs gar nicht, die sicher inzwischen ordentlich Geld mit Musik - oder anderen Geräuschen - unter einer vernünftigen Lizenz verdienen. Ist das jetzt unfair, wenn ich der Musikindustrie vorhalte, dass sie seit Jahren mit zunehmend größeren Schwierigkeiten versucht, Bananenschalen zu verkaufen? [Trackback URI] [Permalink] […]