Heute ist denn auch der angekündigte Bericht der Frankfurter Rundschau zur Neumitglieder-Veranstalung der Berliner SPD Abgeordneten im Reichstag erschienen. Christoph Seils heißt der Journalist, der ihn geschrieben hat - falls Du das hier liest, Christoph, Hallo auch.
Schreib doch mal was dazu, warum Du den Artikel über das Treffen im Reichstag in der FR so geschrieben hast, wie Du ihn geschrieben hast.
Wortreich und den Regeln des Pressekodex folgend schreibt Christoph Seils über das Neumitgliedertreffen der SPD und nimmt sich selbst als Person dabei zurück. Das “ich” und eine persönliche Meinung haben in einem Bericht für die FR eben nichts zu suchen. Wertung und Meinung werden fein säuberlich so in die Auswahl der Zitate gepackt, dass es nicht mehr von der Objektivität zu unterscheiden ist. Aber die Zwischenüberschrift “Williger Plakatkleber” ist dann doch wohl nichts als Diffamierung.
Hätte ich nicht praktisch während der gesamten Veranstaltung neben ihm gesessen, so würde ich meinen, er schriebe von einem anderen Ereignis als ich das getan habe. Warum schreibst Du denn so negativ über das Treffen? Gehört das zum Pressekodex der SPD nahen Medien auch wirklich gute Veranstaltungen mies zu machen? Wieso endet Dein Bericht mit der Frage: “wie soll ich das den Leuten am Infostand erklären?” Mußt Du das so schreiben, weil Du sonst Ärger mit Deinem Chef bekommst?
Das Treffen, zu dem Detlef Dzembritzki und Michael Müller eingeladen hatten, war doch hochinteressant. Gerade bei uns in der Gruppe, bei der Du ja nun auch die ganze Zeit warst, sind doch zum Beispiel mit dem Detlef sehr anregende und kontroverse Diskussionen zur Außenpolitik aufgekommen. Die Frage, wie wir die Politik der SPD an den Infoständen erklären können, die ist doch praktisch fast nicht angesprochen worden - das war den meisten dort - anwesende Journalisten, die dem Pressekodex unterliegen, mal ausgenommen - nämlich schon ziemlich klar.
Und übrigens, heute hatte ich meinen ersten Infostand und auch da waren meine Erfahrungen sehr positiv - davon berichte ich dann gleich auch noch.
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Tja Marcel, genau das bist Du aber leider - ein total unkritischer und “Williger Plakatkleber”/Fusssoldat der nichmal merkt das die Generäle längst ne ganz andere Agenda verfolgen.
Ich finde das Blog hier recht interessant, weil es mir nochmal klargemacht hat warum ich niemals Parteibuchinhaber werden sollte.
Man gibt offenbar seine Persönlichkeit und eigene Meinung auf und praktiziert eine Art Führerkult.
Marcel, so ist sie eben die Journaille: Die muss alles in den Dreck ziehen. Klar, die haben von oben den Auftrag gekriegt: Schreibt die SPD runter; tut alles, damit die CDU gewinnt.
Da musst du drüber stehen. Wir haben 2002 gezeigt, dass wir auch gegen die gleichgeschalteten Medien Wahlen gewinnen können.
(Ich meine, ist dir schon mal aufgefallen, wie zurückhaltend sich die Medien gegenüber der Politik der CDU äußern? Die Mehrwertsteuererhöhung haben die locker geschluckt. Hätten wir so was ins Programm geschrieben, dann wären alle über uns hergefallen. So sindse.)
Nun, von Gleichschaltung möchte ich nicht reden, es scheint hinter den verschiedenen Medien unterschiedliche Interessengruppen zu geben, aber dieser Bericht von Christoph Seils ist gefärbt. Schließlich war ich auf derselben Veranstaltung. Schade, dass sich die anderen Teilnehmer dazu hier bisher nicht geäußert haben. Ich kann nicht so prima Steno wie der Christoph, vielleicht sollte ich mir wirklich eine Kamera zulegen und hier V-Bloggen. Dann werden meine Beiträge hier vielleicht noch authentischer. Und dann auch noch Reklame mit mir rumtragen, wo die Adresse der Webseite draufsteht, so dass Teilnehmer sich besser an den Namen der Seite erinnern.
Über die Ursachen der Färbung von dem Beitrag kann ich kaum mutmaßen. Sieht der Christoph Seils die Welt durch so eine gefärbte Brille? Das schien mir gar nciht so, schließlich habe ich mit ihm auch ein paar Worte gewechselt. Würde die FR seinen Artikel nicht drucken, wenn er das so schreibt, wie er das sieht? Keine Ahnung, ich bin kein Journalist und kenne die Redaktionsleiter der FR nichjt.
@druschba
Schon vergessen, Schröder hat seine Vertrauensabstimmung verloren und ist nun auch offiziell Regierungsunfähig.
Dabei waren die Medien dem Kanzler bei seiner Agend 2010 doch sehr wohlgesonnen.
Die SPD hat einfach alles verbockt und selbst die linken Medien können sich auf Dauer keine SPD Regierung leisten die kein Wachstum schafft.
den artikel habe ich gelesen. dass die wirklichkeit verzerrt wiedergegeben wurde, kann ich so nicht feststellen. ich war in berlin nicht dabei. die allgemeinen fakten sind mir allerdings bekannt, und die sind eben, dass die spd in den letzten jahren so 400.000 mitglieder, entsprechend so 40% ihres bestands an mitgliedern verloren hat. auch denke ich, ohne in berlin dabei gewesen zu sein, dass die spd vor ort im augenblick eher hilflos ist, nachdem in nrw die felle davongeschwommen sind, und dasselbe in rot auch im bund bzw. berlin ansteht. da hängen auch eine menge posten dran; einem, der ausser parteisoldat nichts gelernt hat, kann da schon der arsch auf grundeis gehen.
das eigentliche problem ist doch, dass es bei der spd schon seit längerem nur noch darum gegangen ist und noch geht, dass schröder kanzler bleiben muss. und schröder hat jetzt eben fertig, da bleibt auch von der spd nicht mehr viel, und kommt auch nicht mehr ausser einem halbherzigen weiter so.
ganz eigentlich ist das problem, dass die sozialdemokratische grundannahme, sozialer aufstieg für die benachteiligten lohnarbeiter so nicht mehr zutrifft. einerseits war die sozialdemokratie erfolgreich, lohnarbeiter sind nicht mehr so benachteiligt wie etwa 1950. andererseits ist jetzt die party vorbei, gesellschaftlicher abstieg ist inzwischen auch für die mittelschichten realität geworden, wer etwa im bereich abteilungsleiter mit 50 arbeitslos wird, weiss, dass er bis zum renteneintritt per hartzIV verarmt ist. und seine kinder? denen nutzt ihr studium auf dem arbeitsmarkt auch nichts. war früher alles mal anders. und jetzt der schröder, der packt es auch nicht. also, entweder anschi wegen zucht und ordnung oder gleich gisy wählen, sieht ja keiner.
und auch ein blatt, das zu 100% der spd gehört, kann da nichts anderes konstatieren.
wenn sie, herr bartels, jubelhymmnen über ihren verein, ihre abgeordnete und vor allem die seit einem monat eingetretenen mitglieder hören wollen, dann haben sie falsche vorstellungen über die aufgabe der presse. das war in der ddr anders, da galt, dass die presse die beschlüsse der partei zu verkünden zu unterstützen und zu fördern hatte. das ist inzwischen anders. übrigens ist die pressepolitik der spd auch so ein thema, die genossen haben da seinerzeit durch eigene unfähigkeit einiges versaubeutelt.
oder aber sie, herr bartels, nehmen die realität nicht in dem erforderlichen mass wahr. das ist nichts böses, und ist auch nicht weiter schädlich, sicherlich kann man auch eine menge spass dabei haben. ich nehme an, in berlin haben zu der zeit, als sie sich für die spd in den künsten der agitation und propaganda übten - ja, ich weiss, man kann da auch was lernen, andere agitatoren und propagandisten ebenfalls ihre zettel und pamphlete dem publikum hingehalten, in der meinung, dass sie allein die offenbarung anzubieten haben.
andererseits lässt ihre darstellung der angelegenheit schon die frage im raum, ob da nicht die parteigranden der spd mehr wissen, als die eben erst für die partei gewonnenen mitglieder. oder sehen sie es mal so: ist nicht schlecht, in der toscana, nicht, dass ich ich-will-hier-rein-gerd seinen sicherlich angenehmen ruhestand nicht gönnen würde. und das ist, ganz nebenbei, auch eine chance für sie, herr bartels, politkarriere zu machen, angefangen ganz unten, stand aufbauen, flugi verteilen, stand abbauen. dann im ortsverein in den vorstand, kassierer kommt gut, oder schriftführer, das ist arbeit, die man gern delegiert. und wer sich dann noch als wadelbeisser profiliert, und jeden, der nicht gleich in besinnungslosen jubel verfällt, wenn er nur von fern “SPD” sieht, als parteischädlichen gesinnungslumpen diffamiert, oder abgeordnete der spd, die nicht mit den händen an der hosennaht die befehle von müntefering entgegennehmen, zur abwahl freigibt, nun, so einem muss doch der weg nach weiter oben offenstehen. viel spass dabei weiterhin.
im übrigen schliesse ich mich tuotrams an:
“Ich finde das Blog hier recht interessant, weil es mir nochmal klargemacht hat warum ich niemals Parteibuchinhaber werden sollte.” Eben.
Eigentlich sollte man von eine Zeitung die der Partei gehört schon eine positive Berichterstattung erwarten.
@e.goldstein (Shifttaste klemmt auch):
>auch denke ich, ohne in berlin dabei gewesen zu sein,
>dass die spd vor ort im augenblick eher hilflos ist
Eben genau darum geht es. Das war nicht so, sondern ganz im Gegenteil, die Stimmung war gut bis kämpferisch.
Der Artikel von Christoph Seils bedient diese Vorurteile und liest sich so, also ob der Tenor des Artikels bereis vorher geplant gewesen war und die Veranstaltung nur als Beleg für die Vorurteile besucht worden ist. Das war eben nicht so wie der Artikel das darstellt.
Die Journallie kann sich anscheinend nicht vorstellen, warum die Menschen in die SPD eintreten und für die SPD kämpfen und anstelle, dass sie darüber berichtet, dass die SPD neue Mitglieder gewinnt, die für die Sache kämpfen, bedient die Presse lieber das Vorurteil, die SPD hätte willige und dumme Plaktkleber gefunden.
Dass da von Ihnen und tuotrams nichts anderes, verstehe ich gut, nur die FR hätte das eben nicht unbedingt nötig, dass sie so einen Unfug druckt.
@Marcel: Ich gebe Dir völlig recht. Mir macht es als Sozi gar nichts aus, wenn meine Partei für bestimmte Entscheidungen einen auf den Deckel bekommt. Was mir jedoch nicht passt ist, wenn sich Journalisten als politische Akteure hinter dem Mikrofon empfinden, anstatt objektiv über politische Tatbestände zu diskutieren. Leider gibt es bisher keine Kontrolle der 4. Macht im Staate, also der Presse. Wir werden noch viele “Bildblogs” brauchen.
Was die Kontrolle der 4.Macht angeht, so könnte man den Vorschlag der taz für den VW Aufssichtsrat ja auch auf die Medien übertragen.
Sprich, eine Besetzung der Aufsichtsgremien mit NGO und Parteivertretern.
Huch, da muss man sich schon wundern!
Der eine war da, der andere nicht, trotzdem wissen alle, was los war!?
Ich bin Neumitglied und war auch auf der Veranstaltung. Und ich muss sagen, so ganz spiegelt der Artikel den Ablauf wirklich nicht wieder. Es war alles sehr angenehm und sicherlich nicht “des Führers letztes Plakat-klebe-Aufgebot”….
sobald es nicht positiv ist, ist es missbrauch der journalistischen stellung. wie immer, die anderen sind schuld.
@ Wirtschaftsschweizer:
Lern erst mal, wie man großschreibt, bevor du hier rummotzt!
Nachtrag: Obwohl diesen Artikel hier am Montag, den 11. Juli morgens ganz viele Leser aus Frankfurt mit Referer vom Beitrag im Forum der Frankfurter Rundschau gelesen haben, hat auch eine Woche danach weder hier noch im Forum der FR jemand auf die Frage geantwortet, warum die FR die SPD so schlecht schreiben muß.
[…] Ob es Katzenbilder gibt, weil Katzen auf Einschüchterungsversuche mit einem Fauchen anstelle eines eingezogenen Schwanzes reagieren oder weil dieses Weblog damit einfach den Ansprüchen des Rabattclubs DJV von Michael Konken ( Huhu Michael ), dessen Apparatschiks angeblich noch diskutieren, ob Bloggen etwas mit Journalismus zu tun hat, und anderen "richtigen" Journalisten, die dem Pressekodex folgen, gerecht werden möchte, ist noch nicht geklärt, obwohl Mein Parteibuch schon seit dem 8. Juli richtige Katzenbilder zur besonderen Würdigung von Inhalten verwendet. […]
[…] Meinen Freunden, die sich schon gefragt haben, wo ich bleibe, kann ich versichern, dass ich noch da bin. Tagsüber war ich im Zoo, da habe ich einige Bilder gemacht, werden hier bestimmt noch ins Internettagebuch einfließen. Ein “Dreckschwein” habe ich im Zoo allerdings vergeblich gesucht, gefunden habe ich dort lediglich einen Schmutzgeier. Und was macht ein richtiger Sozi Samstag Nacht sechs Wochen vor der Wahl? Richtig: Wahlplakate für meinen Bundestagsabgeordneten Dr. Ditmar Staffelt aufhängen. Oder genauer gesagt zumindest mal habe ich dabei mitgeholfen und stundenlang eine große Leiter durch Neukölln Nord getragen. Das Aufhängen selber haben dann jüngere Genossen gemacht. Das Foto zeigt mich an der Kreuzung zur Fughafenstraße, beste Grüße auch an den Schockwellenreiter. Und, Christoph Seils, hier bestätige ich einfach mal Dein Vorurteil oder Deine Diffamierung, je nachdem von welcher Seite aus man Deinen Artikel sieht, dass Du im Reichstag beim Neumitgliedertreffen willige Plakatkleber für die SPD getroffen hast. Plakatkleber ist natürlich das falsche Wort: geklebt wird da nichts, eingetütet und aufgehängt werden die Plakate. […]
[…] Naja, was soll ich mich da mit meinem Internettagebuch mit Katzenbildern drüber aufregen. Der Marcus Bösch ist schließlich ein richtiger Journalist und weiß, wie man die Wahrheit zu sehen hat. Gerne reiche ich dem Marcus Bösch auch noch ein paar Kekse. [Trackback URI] [Permalink] […]
[…] Lediglich die Frankfurter Rundschau, die ich wegen eines Artikels von Christoph Seils vor einigen Wochen noch heftig kritisiert hatte, scheint zu ahnen, warum wir Genossen Sonnatg in so ausgelassener Feierlaune waren. Dort schreibt Markus Brauck einen Artikel mit dem Titel Schröders Welt, der auf die Differenz in der Wahrnehmung aufmerksam macht, aber letztlich offen läßt, wer denn wie neben der Realität liegt. Auch trägt die Frankfurter Rundschau in einem Kommentar von Stephan Hebel mit dem Titel Medienfalle zum Einstieg in eine Diskussion über Medienmacht und Medienmanipulation bei. […]
[…] Nun bloggen auch die Journalisten der Frankfurter Rundschau im FR blog. Nun wäre das leine Erwähnung wert, wenn da nicht sogar Journalisten mal was vernünftiges in die Tastatur hämmern würden. Nachdem ich die FR noch im Juli gefragt habe, warum die FR die SPD so schlecht schreibt, hat sich in den Köpfen der FR Journalisten inzwischen offensichtlich etwas bewegt. […]