Heute war es also soweit, das erste Mal bin ich auf einer richtigen Wahlkampfveranstaltung mit bundesweit bekannten Politikern gewesen. Offizieller Titel der Veranstaltung war SPD Wahlmanifest im Dialog - Vertrauen in Deutschland. Es regnet hier in Berlin schon seit Stunden, so bin ich dann ziemlich naß im Rathaus Zehlendorf aufgetaucht.
Gleich am Eingang zum Foyer des Bürgersaals war ein Tisch aufgebaut, ein großes Schild mit der Aufschrift Presse stand da drauf. Akkreditierung für Journalisten. Hm, bin ich jetzt eher Presse oder eher Parteimitglied? Gleich mal nachgefragt. Nee, zur Akkreditierung brauche ich einen Journalistenausweis. Ha, selten so gut gelacht, so einen von Michael Konken sein Rabattclub DJV vielleicht? Huhu, Michael Konken, lesen Sie hier wieder mit? Nee, habe ich nicht. Na gut, aber ein paar Fotos darf ich natürlich trotzdem machen. Ich habe ja auch meine absolute Profi-Ausrüstung dabei, die Kamera hat fast so eine gute Auflösung wie ein modernes Handy.
| Gleich zu Anfang ein prächtiger Schnappschuß, der Parteivorsitzende der SPD, Franz Müntefering, und der Generalsekretär der SPD, Klaus Uwe Benneter, laufen mir direkt ins Bild. Danach spricht der Klaus Uwe Benneter, er erklärt sinngemäß, dass das nun der Startschuss für seinen Wahlkampf als Direktkandidat in Zehlendorf ist. Beinahe schon entschuldigt er sich, dass er uns SPD Mitgliedern jetzt einen Wahlkampf zumutet. Macht doch nichts, Klaus Uwe, machen wir gern. Und das Foto ist auch recht hübsch geworden. |
Dann darf der Franz Müntefering ran, und der kommt zur Sache. Das Schweigen von Kohl zu seinen Spendern und Pfahls Bestechlichkeit thematisiert der Franz Münterfering, die Globalisierung, von der wir uns nicht aussuchen können, ob wir sie wollen - bravo, Franz, genau in dem Sinne habe ich die Globalisierung mit der Schwerkraft vergleichen - und die Verschiebung der Altersstruktur der Bevölkerung werden angesprochen. Der gut gefüllte Saal applaudiert, und ich mache mich still und heimlich vom Acker, um die Bilder schnell ins Netz zu bringen. Ich war heute wohl doch eher als Journalist da.
Allerdings konnte ich dann auch nicht gehen ohne schnell noch www.mein-parteibuch.de in die nun verlassene Liste der akkreditierten Journalisten zu schreiben.
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| Zuschauer |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Du kannst ruhig näher rangehen… Ich habe auch schon viele Fotos von Parteiprominenz gemacht. Allerdings kennen die mich auch und wissen, dass ich die “nicht abschießen”, sondern fotografieren will…
Ne, wenn ich so nahe ran gehe, dann blende ich die nachher noch. So habe ich mich einfach da hingestellt, wo die anderen Fotografen auch waren.
Meine billige und alte Kamera brauchte gemeinerweise auch noch einen Blitz beim fotografieren. Wie ich gesehen habe, haben die Profis von Spiegel und so fort es auch ohne Blitz geschafft, Fotos zu machen.
“das erste Mal bin ich auf einer richtigen Wahlkampfveranstaltung mit bundesweit bekannten Politikern gewesen.”
Ich hoffe doch, Du meinst als Parteimitglied
ähm, sonst nicht so meine art, du schreibst “SPD Wahmanifest” - sieht ein bisserl so aus wie Wahnmanifest, fehlt halt das “l”…
Nee, war wirklich meine erste Wahlkampfveranstaltung. Bin schließlich kein Masochist. Den Fehler habe ich ganz still und leise, korrigiert, danke für die Meldung.
Ich habe auch nur ne Knipse mit Blitz. Woher soll ich mir denn die 3.000 EUR für ne Proficam klauen…? Vielleicht von Laurenz Meyer, der hat ja Schotter ohne Ende…
[…] Heftig diskutiert werden nun bereits Rechenexempel, was passiert, wenn schwarz-gelb die Kanzlermehrheit verfehlt. Während im Spiegel nicht genannte Wahlforscher eine große Koalition voraussagen - man beachte den Stil a la Springer-Presse, das Wort Große Koalition taucht nur im Titel des Artikels auf -, und Guido Westerwelle und seine FDP damit leer ausginge, halte ich eher ein wie auch immer aussehendes rot-rot-grünes Bündnis für möglich. Bei der Diskussion eines solchen Bündnisses habe ich heute zumindest an der Basis in Zehlendorf keine völlig ablehnende Haltung herausgehört. […]
[…] Heute war es also soweit, ungeachtet dessen, dass ich erkältet bin und trotz der Terroranschläge in London, war heute unser grosser Tag: wir Neumitglieder waren von den Berliner SPD Abgeordneten eingeladen im Bundestag. Dazu wurden wir in den Saal der SPD-Fraktion im Reichstag geführt. Erschienen waren alle Berliner Abgeordnete bis auf Klaus Uwe Benneter und mein Neuköllner Abgeordneter Ditmar Staffelt. Nun gut, vom Klaus Uwe Benneter habe ich mir in Zehlendorf bereits ein Bild gemacht und den Ditmar werde ich sicher bald im Neuköllner Wahlkampf persönlich kennenlernen. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung in die Geschichte der SPD Fraktion ging es gleich über in kleine Gruppen, sortiert nach farbigen Punkten, die anscheinend ziemlich zufällig auf die Badges geklebt waren. Der Gedanke war, dass jeder der Abgeordneten mit jeder Farbgruppe ein paar Minuten diskutierte. Durch die Aufteilung in Kleingruppen konnte denn auch tatsächlich jedes Neumitglied jedem Abgeordneten die Fragen stellen, die er stellen wollte. Geschickte Organisation nenne ich das, gut gemacht. Ich war in der gelben Gruppe. Das besondere an der gelben Grupe war, dass bei uns ein Journalist der Frankfurter Rundschau saß, dessen Bericht von der Neumitgliedereinladung der SPD in den Bundestag am Samstag in der FR erscheinen soll. […]
[…] Als ich zum Klaus Uwe Benneter rübergegangen bin, habe ich überlegt, ob der mich wohl noch aus Zehlendorf kennt. Ich jedenfalls kann mich an den Klaus Uwe Benneter und die Veranstaltung zum Wahlkampfauftakt in Zehlendorf noch gut erinnern. Wenn ich jetzt ketzerisch wär, hätte ich sicher gefragt, ob der Klaus Uwe Benneter weiß, was er Neumitgliedern wie mir, die die SPD Card bekommen, schreibt. […]
[…] Ergebnisse für die Landesliste der SPD Berlin gibt es auch schon: 1. Wolfgang Thierse 2. Petra Merkel 3. Klaus Uwe Benneter 4. Mechthild Rawert 5. Swen Schulz 6. Ditmar Staffelt 7. Eva Högl 8. Ahmet Iyidirli 9. Christina Lindenberg 10. Andreas Köhler 11. Ellen Haußdörfer 12. Alexander Götz […]
[…] Einige hundert Gäste waren da, darunter fast alle Bundestagsabgeordneten und Kandidaten. Gesehen habe ich auf der Bühne zum Beispiel Wolfgang Thierse, Petra Merkel, Klaus Uwe Benneter, Mechthild Rawert, Swen Schulz, Ditmar Staffelt, Ahmet Iyidirli, Jörg-Otto Spiller, Detlef Dzembritzki, Eckhard Barthel, Andreas Köhler und Klaus Mätz. […]