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5. Juli 2005

Emnid Wahlprognose Bundestagswahl 2005: Schwarz-gelb nur noch 4 Prozent vorn

von @ 23:50. abgelegt unter Über dieses Blog, Wahlprognose

Wahlprognose 2005 vom 05.07.2005Bei Spiegel Online wurde heute ein Wahlprognose des Bielefelder Emnid Institutes mit Daten vom 27.6.-4.7.2005 veröffentlicht. Während beim direkten Vergleich in der Kanzlerfrage Gerhard Schröder bei Emnid ebenso wie zuvor schon in der Wahlprognose von Dimap 4% vorne liegt, verliert die mögliche Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP auch bei Emnid ein weiteres Stückchens ihres Vorsprunges und liegt der Wahlprognose zufolge nur noch 4% vor den Parteien, die Angela Merkel als Kanzlerin verhindern wollen, also SPD, Grüne und PDS bzw. Linkspartei. Damit schmilzt der Vorsprung der Union von Wahlprognose zu Wahlprognose wie Eis in der Sonne dahin, genau wie der Franz Müntefering das Prophezeit hat.

Heftig diskutiert werden nun bereits Rechenexempel, was passiert, wenn schwarz-gelb die Kanzlermehrheit verfehlt. Während im Spiegel nicht genannte Wahlforscher eine große Koalition voraussagen - man beachte den Stil a la Springer-Presse, das Wort Große Koalition taucht nur im Titel des Artikels auf -, und Guido Westerwelle und seine FDP damit leer ausginge, halte ich eher ein wie auch immer aussehendes rot-rot-grünes Bündnis für möglich. Bei der Diskussion eines solchen Bündnisses habe ich heute zumindest an der Basis in Zehlendorf keine völlig ablehnende Haltung herausgehört.

Falls es die Zahlenwerte zuließen, wäre vom Wahlprogramm her sicher auch eine Ampel denkbar. Nur dazu wird die FDP aufgrund ihrer Ankündigung der Zustimmung zu einer Mehrwertsteuererhöhung wohl zu schwach sein.

9 Kommentare zum Beitrag “Emnid Wahlprognose Bundestagswahl 2005: Schwarz-gelb nur noch 4 Prozent vorn”

  1. wirtschaftsweiser_ch sprach

    die spd kommt ausm tief aber auch net raus. also wird sich über die verluste der anderen gefreut. das kann sich schnell ändern, wenn sich die anfangseuphorie um oskar legt.

  2. AdenauerQC sprach

    Im Gegensatz zu Deinem Artikel halte ich ein rot-rot-grünes Bündnis aus verschiedensten Gründen für völlig ausgeschlossen:

    1.) Gerhard Schröder würde das niemals mitmachen…Mal angenommen, die SPD würde es schaffen an CDU/CSU heranzukommen, wäre es nicht zu erwarten, daß Schröder sich mit Herrn Lafontaine und seinem Linksbündnis einlassen würde. Das hat er heute erneut ausgeschlossen. Viele SPD-Mitglieder haben Lafontaine den würdelosen Abgang im März 1999 noch nicht verziehen, weil er der Partei dauerhaften Schaden zugefügt hat.

    2.) Programmatisch würde die SPD einen klaren Schiffbruch erleiden. Mit einem Linksbündnis würde die SPD zwar ihre Regierungszeit um 2-3 weitere Jahre verlängern, aber die Grünen würden beginnen sich nach anderen Alternativen (CDU!) umzusehen. Die ersten Pilotprojekte für eine schwarz-grüne Koalition könnte es nächstes Jahr in Baden-Württemberg geben…

    3.) Die SPD würde die Teilung der Mitte-Links Wähler auf Dauer konsolidieren, da sie die Linkspartei als Partner anerkennen würde.

    4.) Und letztlich, es wäre schlecht für das Land. Alle notwendigen Reformen würden dank PDS/WASG verschleppt werden. Werfe nur einen Blick auf Mecklenburg-Vorpommern, und Sachsen-Anhalt, um zu sehen, was die PDS zu verantworten hatte. Und in Berlin hat sich Herr Gysi auch nicht als zuverlässiger Partner erwiesen.

    Eine Ampelkoalition scheint völlig ausgeschlossen, dazu stehen SPD Grüne und FDP einander zu diametral gegenüber!

    Nein, entweder es gibt CDU/CSU/FDP oder eine große Koalition, geführt von Angela Merkel oder (man weiß nie!) Gerhard Schröder…

  3. Björn Gießler sprach

    So ist es. Nicht nur Schröder wird niemals wieder mit Lafontaine zusammenarbeiten - die gesamte SPD wird das nicht. Das wäre ja auch in der Tat sehr unklug von ihr.

  4. Matthias Wild sprach

    SPD ist neoliberal geworden, dank dem Kabinett Schröder!

    Ihr armen Trottel, die ihr jetzt noch für ihn Plakate klebt, habt ihr den Glauben an die sozialdemokratischen Werte verloren?
    Oder gehts euch um die eigenen Posten??

  5. Mein Parteibuch sprach

    @Shifttaste klemmt: Immerhin hat die SPD in drei Tagen ein Prozent zugelegt

    @AdenauerQC: Ich habe die Ampel deshalb ins Spiel gebract, weil sie in einigen zentralen Zielen wie Informationsfreiheitsgesetz und Haushaltskonsolidierung gar nicht so weit von der Regierung entfernt ist. Und bei der Mehrwertsteuererhöhung hat die FDP mit der CDU - gelinde gesagt - ein Problem.

    @Björn: Wenn die führenden Köpfe einer Lösung im Wege stehen, könnten sie ausgetauscht werden.

    @Matthias: Zum Anti-Neoliberalismus oder Neoliberalismus-Vorwurf habe ich hier schon einige Male Stellung genommen, gern können wir das noch etwas vertiefen. Zum Einstieg mögen der Thread Offener Brief an Jochen Hoff: Ulrich Maurer - ein anti-neoliberaler Quatschkopf und meine Buchempfehlung Währungspolitik von Hans-Hermann Lechner dienen. Wenn Du möchtest, können wir darüber gerne einen neuen Thread passend zum Weltwirtschaftsgipfel starten. Meine Kernaussage zum Neoliberalismus ist, dass die Menschen, die mit ihm heutzutage argumentieren, damit zeigen, dass sie von gestern sind, den Begriff Neoliberalismus als postkommunistisches Synonym für denBegriff Kapitalismus verwenden und einer Politik das Wort reden, die auf die Wiedereinführung der DDR-Mark hinausläuft.

  6. Tuotrams sprach

    >Nein, entweder es gibt CDU/CSU/FDP oder eine große Koalition, geführt von Angela Merkel oder (man weiß nie!) Gerhard Schröder…

    LOL - das ist völlig ausgeschlossen - zu 100%. Die SPD kann niemals stärkste Partei werden.

  7. AdenauerQC sprach

    @tuotrams: “Völlig ausgeschlossen - zu 100%”
    Hmm, hatten wir diese Situation nicht schon einmal, vor vier Jahren? Wie lautete das Ergebnis? Ach ja, die SPD wurde stärkste Kraft…Man darf vieles, aber eines gewiß nicht: Gerhard Schröder unterschätzen…

  8. Mein Parteibuch » Blog Archive » Infratest Dimap Deutschlandtrend Wahlprognose vom 8.7.05 zur Bundestagswahl 2005: CDU / CSU + FDP nur 4% vor SPD, Grüne und PDS / WASG / Linkspartei sprach

    […] Nach Emnid sieht nun auch Infratest Dimap Deutschlandtrend eine schwarz-gelbe Koalition der Jobkiller aus CDU/CSU und FDP nur noch 4% vor den Gegnern von Angela Merkel von SPD, Grünen und PDS /WASG / Linkspartei. Damit ist der Vorsprung der CDU / CSU und FDP für die Bundestagswahl 2005 innerhalb von 5 Wochen von 13% auf 4% geschrumpft. Anhand der hier im Parteibuch veröffentlichten Prognosen läßt sich das Schrumpfen des Vorsprunges gut nachvollziehen. Die Wahl ist also längst noch nicht entschieden, da ist also noch einiges an Spannung zu erwarten. Besonders deutlich ist auch, dass Gerhard Schröder mit 47 zu 37 Prozent auch nach Dimap wieder klar vor Angela Merkel liegt. Dabei sind die parteiübergreifenden Kampagnen wie wie Angela? Nein Danke, Not My Kanzler und stoppt Merkel zur Verhinderung vom Buschzäpfchen Angela Merkel als Kanzlerin gerade erst angelaufen. [Trackback URI]    [Permalink] […]

  9. Mein Parteibuch » Blog Archive » Forsa Wahlprognose zur Bundestagswahl 2005: SPD holt einen Punkt auf, PDS / WASG / Linkspartei konstant sprach

    […] Hier in meinem Parteibuch läßt sich bisher sehr schön verfolgen, wie der Vorsprung von Angela Merkel bei den Wahlprognosen zur Bundestagswahl 2005 von einer anfänglich mal prognostizierten absoluten Mehrheit Stückchen für Stückchen schmilzt. Interessanter finde ich da die Diskussion einer Ampel, die auch ich mir vorstellen könnte, obwohl die einige meiner liberalen Gäste hier sicher ganz schnell ausschließen würden. Aber denk an 18 - 0 100 : 18% Mehrwertsteuer - 0% Rückgrat - 100% FDP. Bei der FDP ist alles drin, wenn die nur irgendwie in die Regierung kommen kann. [Trackback URI]    [Permalink] […]

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