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28. Juni 2005

Offener Brief an Jochen Hoff: Ulrich Maurer - ein anti-neoliberaler Quatschkopf

von @ 13:24. abgelegt unter Standpunkte

Mein lieber G’nosse Jochen,

erst ma schöne Grüße nach Wilmersdorf - Du bist das doch, oder? Ich möchte Dir auf Dein Posting im Thread “Ulrich Uli Maurer, Karl Nagel und andere Quatschköpfe“, was meinem heutigen Posting Ulrich Uli Maurer macht rüber zur WASG / PDS / Linkspartei nachfolgte, gern hier gleich auf der Startseite mit einem offenen Brief antworten. Du beginnst Deinen Kommentar wie folgt:

Mein lieber Marcel, ich wurde in der SPD immer zum sogenannten Betonblock gezählt und muss mir nun von jemandem wie dir, der gerade mal eben sein Herz für die SPD gefunden zu haben meint, erklaeren lassen dass die Diskussion um den Neoliberalismus nur von Quatschköpfen geführt wird.

Hier meine Antwort:

Was ist denn der Betonblock? Kommt der Name daher, dass der Betonblock Gegner an den Füßen einbetoniert um sie dann zu versenken?

Selbstverstänlich erkläre ich auch Dir gerne, warum die Verwendung des Begriffes Neoliberalismus Quatsch ist, dass diejenigen, die einen Neoliberalismus anprangern, rückwärts gewandt oder populistisch sind.

Diejenigen, die wie Du am lautesten gegen einen sogenannten Neoliberalismus wettern, verstehen meistens nicht einmal, was Neoliberalismus ist, sie haben keine vorwärts gewandten Konzepte anzubieten und sind sich nicht im klaren darüber, dass die wenigen Konzepte, die sie haben, letztlich zur Einführung einer weichen Binnenwährung wie der der DDR führen würden.

Ob Gregor Gysi, Oskar Lafonataine, Jürgen Trittin und Ulrich Maurer das so in aller Konsequenz bewußt ist, und sie die Opposition gegen den Begriff Neoliberalismus nur aus populistischen Gründen zur Schau stellen oder weil sie davon ausgehen, dass sie sich politisch nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus nur durch die Opposition gegen den Neoliberalismus definieren, vermag ich hingegen nicht zu beurteilen. Da ist Karl Nagel’s APPD mit ihrem Wahlprogramm “Arbeit ist Scheiße” für mich jedoch glaubwürdiger.

Wenn wir das ausdiskutiert haben, ob die gegenwärtige Politik des Sparens alternativlos ist und der Vorwurf des Neoliberalismus nichts anderes darstellt, als eine Bestätigung der Ergebnisse des PISA Tests, dann können wir auch darüber streiten, ob die SPD sich mit der gegenwärtigen Politik, die du als Neoliberalismus zu brandmarken versuchst, zur 5% Partei entwickeln wird. Ich hoffe auf eine lebhafte und demokratische Diskussion hier.

Dein neuer G’nosse

Marcel

27 Kommentare zum Beitrag “Offener Brief an Jochen Hoff: Ulrich Maurer - ein anti-neoliberaler Quatschkopf”

  1. Jochen Hoff sprach

    Hi Marcel,
    lach. Der Betonblock, das waren mal die Leute die eben nicht das Füllhorn sozialen Wohllebens mit der Gießkanne ausschütten wollten, sondern schon vor 25 Jahren über Selbstverantwortung und Weiterbildungspflicht sprachen. Aber es ist lange her. Der Betonblock waren die Leute die erst das Dach und die Grundmauern sanierten bevor sie über die Breite der Badewanne diskutierten.

    Diejenigen die wie Du von vorwärts gerichteten Gedanken dampfplaudern haben uns übrigens damals Betonblock genannt.

    Dein Neoliberalismus und der unseres völlig bescheuerten Kanzlers und Wirtschaftsministers ist nichts anderes, als das freie Spiel der Kräfte zu Ungunsten der abhängig Beschäftigten und KMUs zu verschieben. Dieser Weg ist genauso dumm, wie damals die Idiotie dem fetten Klunker und den Gewerkschaften alle Macht zu überlassen.

    Am Ende deines Weges haben wir 20 Millionen Arbeitslose und den Aufstand den ich so oft beschrieben habe. Ob du das Tier dann Neoliberlismus nennst ist dann egal.

  2. Mein Parteibuch sprach

    Na, da kommen wir uns doch schnell viel näher, und das, obwohl ich den Ulrich Maurer längst nicht so häßlich betitelt habe wie Du den Kanzler der SPD. Wenn es darum geht, zuerst die Grundmauern zu sanieren, wie Du das bildlich beschreibst, dann bin ich da auf deiner Seite. Und wenn Du dann noch damit einverstanden bist, die von mir und dem Kanzler betriebene Politik sonstwie, aber eben nicht als Neoliberalismus zu bezeichnen, dann haben wir auch an diesem Punkt nichts zu diskutieren. Friedrich von Hayek und Konsorten dienen der Politik auch wirklich nicht als Leitbild. Überhaupt ist die Stigmatisierung einer Politik mit einem Sonst-Was-Ismus aus meiner Sicht wenig zieführend. Wenn Schröder irgendeinen Ismus als politische Leitlinie hat, dann wohl den Schröderismus. Wenn man den Ismus wegläßt, dann kann man über die konkrete Politik reden, die dahinter steht.

    Da sagst Du nun aber wenig zu, außer das ein freies Spiel der Kräfte zu Ungunsten von abhängig Beschäftigten und MKUs verschoben wurde. Erstmal möchte ich dazu sagen, dass ich an ein freies Spiel der Kräfte nicht unbedingt überall glaube, und schon gar nicht von der Allheilwirkung derer überzeugt bin, sondern Markt auch fast immer als eine Veranstaltung eines Garanten ansehe.

    Dass es da eine Verschiebung durch Schröder und Clement zu Ungunsten von Arbeitnehmern und KMU gegeben haben soll, kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil, mit Gesetzen wie dem Kleinunternehmerfördergesetz haben Schröder und Clement einiges für KMU getan.

    Und dass es Gesetze wie das Kündigungsschutzgesetz trotz allen Wandels überhaupt noch gibt, und die Entsenderichtlinie den Übergang abfedern kann, ist sicher auch mit ein Verdienst von der SPD und Gerhard Schröder.

    Also, welche Verschiebungen soll es da gegeben haben zu Lasten von KMU und Arbeitnehmern? Wieso sollte es 20 Millionen Arbeitslose am Ende des Weges geben? Ist mit Weg die Agenda 2010 gemeint? Welche Alternativen willst Du vorschlagen?

  3. Carsten Dobschat sprach

    “Diejenigen, die wie Du am lautesten gegen einen sogenannten Neoliberalismus wettern, verstehen meistens nicht einmal, was Neoliberalismus ist” - na dann klär uns doch mal auf. Wenn das was die Regierung da derzeit treibt kein Neoliberalismus ist, was ist dann Neoliberalismus? Bin echt gespannt auf Deine Erklärung…

  4. wirtschaftsweiser_ch sprach

    die bisher beste definition: http://tiss.zdv...meA2a-dt.html\">Link

  5. Mein Parteibuch sprach

    @Carsten: Neoliberalismus ist heute im wesentlichen ein Schimpfwort für unverstandene Wirtschaftspolitik von denjenigen, denen mit dem Zusammenbruch des Kommunismus und Sozialismus die vereinigende Wirkung des Begriffes Kapitalismus als etwas, gegen das es sich zu sein lohnt, abgehanden gekommen ist. Neoliberalismus wird von diesen Personen heutzutage nahezu Synonym mit Kapitalismus eingesetzt.

    Neoliberalismus ist im wesentlichen eine politische Idee aus der Zeit Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts. Eine gewisse gedankliche Nähe zur geldpolitischen Sichtweise von Milton Friedman, dessen Ideen wohl einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Politik der Republikaner in den USA hatte, gestehe ich dem zu. Aber damit war es dass auch.

    @Shifttaste_klemmt:
    Das Papier beginnt damit, zu erklären, dass es für Europa nicht relevant ist.

    “Die Definition des Begriffs Neoliberalismus wirft verschiedene große Probleme auf. Zunächst ist es wichtig, zu klären, daß hier nur erörtert werden soll, was Neoliberalismus in Lateinamerika bedeutet und welche Maßnahmen verwendet werden.”

    Wie wäre es mal damit, stattdessen mal in die Wikipedia zu schauen?

  6. Carsten Dobschat sprach

    Marcel, jetzt mal ganz ehrlich: hast Du den Wikipedia-beitrag selber gelesen? Wirklich, ganz echt? Und auch komplett? Und dann willst Du immer noch erzählen, die Politik der aktuellen Bundesregierung hätte nix mit der dort beschriebenen Definition des Neoliberalismus zu tun? Ganz wirklich? Das willst Du behaupten?
    Okay, dann scheint es doch zu stimmen, dass man inzwischen beim erhalt des SPD-Parteibuchs auch sein Gehirn als Pfand hinterlegen muss… zu meiner SPD-Zeit war das zum Glück noch nicht so - damals verstand sich die SPD aber auch noch als Volks- und nicht als Boss-Partei…

  7. Mein Parteibuch sprach

    Ja, selbstverständlich habe ich den Beitrag gelesen. Und ja, nur weil eine Regierung stabiles Geld, einen möglichst ausgeglichenen Haushalt, eine Senkung der Staatsquote und geringere Steuern für richtig hält, ist sie noch lange nicht neoliberal.

    Bei einer neoliberalen Regierung gäbe es zum Beispiel kein Arbeitslosengeld, kein Arbeitslosengeld II, keine Ich-AGs, keine Grundsicherung, keine solidarische Krankenversciherung und die Rentenkasse müßte auch selbst klarkommen, damit den privaten Rentenkassen keine unfaire staatliche Konkurrenz gemacht wird.

    Was jetzt noch fehlt, wären mal konstruktive Vorschläge derjenigen, die sich als Gegener des Neoliberalismus betrachten, wie sie sich die Finazpolitik vorstellen. Wie sie also die Grundmauern sanieren möchten, um im Bild von Jochen Hoff’s ursprünglichem Vergleich zu bleiben. Deficit Spending nach Keynes? Da bin ich dabei, wenn in Zeiten der Not Überschüsse ausgekehrt werden, die vorher erwirtschaftet wurden. Wenn es auch in guten Zeiten keine Überschüsse gibt, dann fühle ich mich allerdings eher in der Theorie bestätigt, dass Politiker aller Parteien jederzeit dazu neigen, mehr Geld auszugeben als sie haben.

    Ich behaupte, es gibt zu vernünftiger Finanz- und Steuerpolitik so wie sie die SPD und Schröder weitgehend machen keine Alternative und das hat hier in Berlin sogar die PDS bereits eingesehen.

  8. Carsten Dobschat sprach

    Ja und die Privatisierung hast Du vergessen… und was die Rentenversicherung angeht, wie war das mit “zusätzlich privat vorsorgen”? Der Weg ist doch deutlich sichtbar…
    Und was die derzeitige Regierung da veranstaltet ist weit davon entfernt vernünftig zu sein: es ist ja nicht mal wirkungsvoll! Die Unternehmen werden steuerlich immer weiter entlastet, dafür spart man bei denen, die auf Unterstützung angewiesen sind - und wie viele Arbeitsplätze wurden dafür von den Unternehmen geschaffen? Wäre ja schön, wenn wenigstens einige Arbeitsplätze dafür mal nicht abgebaut worden wären, aber selbst das ist nicht passiert…
    Vernünftig wäre es mal das ganze Steuersystem aufzuräumen und zu vereinfachen, vernünftig wäre es dort Bürokratie abzubauen, wo sie erschreckende Ausmaße annimmt? Aber nein, Hartz IV hat mehr Bürokratie geschaffen statt sie abzubauen - eine riesige ABM-Maßnahme für Mitarbeiter der BA… Und jetzt plötzlich kommen so tolle Wahlforderungen wie “Reichensteuer” oder Angleichung ALGII Ost an das West-Niveau - das alles hätte die ach so vernünftige SPD doch längst machen können… Nein, die SPD ist schon lange keine Volkspartei mehr und die ganze Neuwahl-Enthaltungs-Geschichte setzt dem ganzen noch die Krone auf… ekelhafter geht es nicht. Statt einfach der Tatsache ins Auge zu blicken, dass Schröder nach seinen eigenen Kriterien (Abbau der Arbeitslosigkeit, daran wollte er sich messen lassen) gewaltig versagt hat und daraus die Konsequenz zu ziehen - Rücktritt - kommt nun diese Schmierenkomödie, mit der noch ein letzter Versuch unternommen wird, doch noch an der Macht zu bleiben - nur nicht konsequent sein, das Versagen eingestehen und zurück treten…

  9. wirtschaftsweiser_ch sprach

    und ich erklärte, dass es die bisher beste definition des begriffs ist. liegt wohl daran, dass ich das so sehe, als wirtschaftsweiser. wiki ist mir in der hinsicht einfach zu oberflächlich und interessengetrieben. es beruht zu sehr auf persönlichen wahrnehmungen und weniger auf fakten.

    in europa ist neoliberalismus nicht machbar, da die menschen durch die träumerein der sozialen tiefflieger erst gegen die wand geflogen werden müssen an den punkt der erkenntnis zu kommen. eigenverantwortung ist hier out.

  10. Tuotrams sprach

    Oh Gott, “der Obertürke” Hakki Keskin ist auch noch aus der SPD ausgetreten.

    Noch ein Multiplikator mehr für PDS/WASG - ich glaub die schreiben grade Geschichte.

  11. Mein Parteibuch sprach

    Hakki Keskin hat sich jedoch bisher nicht entschieden, ob er der PDS beitreten möchte.

  12. wirtschaftsweiser_ch sprach

    ich bleibe bei meiner theorie, dass die cdu in 4 jahren durch ein linksbündnis abgelöst wird und deutschland dann der rest gegeben wird um diese spinnereien zu finanzieren. :o)

    interessant bei den jetzigen austritten ist, dass diese erst jetzt erfolgen, nachdem die umfragewerte der kommunisten erheblich gestiegen sind. zeigt aber auch, auf welch dünnem fundament das ganze steht.

  13. Jochen Hoff sprach

    Hi Marcel, wo erkennst Du Vernunft bei dieser Steuerpolitik. Wer mich und die anderen Besserverdienenden auf Kosten der Normalbürger und Armen entlastet ist nicht vernünftig sondern bescheuert. Ich konsumiere nicht mehr wegen der Entlastung, weil ich längst alle meine Wünsche befriedigen kann. Also fließt diese Entlastung komplett in die Geldanlage.

    Aus der Geldanlage kommt es aber nicht zu innovativen Unternehmen und Gründern, weil die Basel II nicht erfüllen und unsere Banken ja kein Risiko eingehen wollen. Das Geld geht direkt in Finanzmärkte die sich mit Optionen und Derivaten beschäftigen. Hier befindet sich mein Steuernachlass in einem harten Wettbererb mit anderen um die Erträge aus den Unternehmen. Verlieren tun letztendlich die Arbeiter und Aktionäre, da der Kuchen nur einmal verteilt werden kann.

    Dein Wirtschaftsminister und Dein Kanzler haben beide nicht verstanden das unser Bruttoinlandsprodukt mehrheitlich aus der Binnenkonjunktur kommt. Diese wurde systematisch ausgetrocknet und deshalb gibt es keine neuen Arbeitsplätze.

    Nachdem die beiden … die Karre in den Dreck gefahren haben, wollen beide jetzt nur schnell raus aus der Verantwortung und ihre Bestechungsbelohnungssummen oder wie auch immer man das bezeichnen soll, was ihnen die Industrie jetzt zahlen will. Dafür hätten die beiden und auch Bruder Müntefering Schläge und Fußtritte verdient. Aber die SPD ist ja längst zu einer Politbürodiktatur verkommen. Deshalb ist sie am Ende und wird die Wahl zu Recht verlieren.

    Oskar ist im Grunde genommen kein Stückchen anders als Schröder. Anstatt zu kämpfen gab er die beleidigte Leberwurst, genau wie Gregor der auch mal schnell rücktrat als es eng wurde. Beide sind Murks. Aber besser als die jetzige SPD sind sie immer noch. Das liegt nicht an den beiden sondern daran das die SPD zu schwach ist ihre Führung auszuwechseln.

  14. wirtschaftsweiser_ch sprach

    bei der vielzahl der secondary offerings fliesst wahrlich genug geld in die deutschen unternehmen. dafür braucht man einfach nur mal den bundesanzeiger lesen oder die bekanntmachungen der börsen. der cashflow in diesem bereich ist enorm.

    problematischer ist, dass der mittelstand keinen zugang zu diesem geld hat und der mezzanine bereich nur schleppend vorankommt. die kreditvergabe der banken kann vernachlässigt werden, denn das geschäft reissen sich zunehmend kleine spezial-dienstleister unter den nagel.

  15. Jochen Hoff sprach

    Das praktische Abschotten des Mittelstandes vom Geld ist genau das Problem. Wirkliches Wachstum und damit Arbeit lässt sich nur in diesem Bereich generieren. Die Siemens und Daimler Chrysler sind nicht mehr innovationsfähig.

  16. wirtschaftsweiser_ch sprach

    bitte genauer lesen was ich schreibe, denn ich habe genau gegeteilige aussage getroffen.

    der mittelstand wird über die kfw mittelstandsbank, mezzanine-kapital und spezialdienstleistenr versorgt.

    der markt entwickelt sich langsam aber sicher, denn es ist damit geld zu verdienen.

    ansonsten steht es jeder AG frei, ein listing im freiverkehr oder einen börsengang light zu vollziehen. das ist kostengünstig eröffnet die instrumente des finanzmarkts.

  17. Jochen Hoff sprach

    Tolle Idee, ein Unternehmen mit 30 bis 300 Leuten geht an die Börse. Das ist Wirtschaftsnaseweis. Am besten mit 40 Beratern. Die Einnahmen des Börsengangs reichen dann gerade für die Bezahlung der Berater.

    Der Mittelstand bekommt Geld nur zu unfairen und überzogenen Bedingungen und kann deshalb nicht wachsen. Egal welches Bankenrotwelsh man auch benutzt. Das ist die Tatsache.

    Um das zu ändern müssen die Abschreibungen auf Finanzanlagen dahingehend geändert werden, das nur noch reale Anlagen abgeschrieben werden können und Verluste aus fiktiven oder virtuellen Luftgeschäften nicht mehr abschreibungsfähig sind.

    Das wäre weise im Sinne von Weisheit, unsere Wirtschaftswaisen leiten sich eher von den elternlosen Waisenkindern ab. Im übrigen zählt Volkswirtschaft eben nicht zu den Wissenschaften sondern zur Kaffeesatzleserei. Auch die schönen Wortschöpfungen ändern daran nichts, Worte ohne Inhalt haben wir schon genug.

  18. wirtschaftsweiser_ch sprach

    du scheinst den unterschied zwischen einem börsenlisting und dem freiverkehr nicht zu kennen, hast aber eine meinung.

    ein listing im freiverkehr kostet keine 50.000 euro.

    ein börsengang light, sprich listing im freverkehr mit anschliessender kapitalerhöhung per xetra-auktion, gibt es ab 100.000 euro für das normalsterbliche unternehmen.

    diese formen der schaffung eines kapitalmarktzugangs sind momentan im kommen und erfordern weder einen grossen zeitaufwand noch enorme finanzielle mittel. wer weiss, wie man sowas macht, kommt gar auf wesentlich niedrigere kosten.

    soviel zum thema weisheit.

  19. Alrik sprach

    wobei viele Mittelständler ihr Wachstum vorzugsweise aus eigenen Mitteln finanzieren.
    Langsam, aber sicher.
    Siehe Würth, der Großkonzern unter den Mittelständlern Deutschlands ;)

    Ach ja, die wirklich ultimative Definition von “Neoliberal” findet man in Attacs Lexicon der Globalisierung.
    http://www.atta...e/ldg/index.php
    http://www.atta...iberalismus.php

    Kernaussage:
    “Der neue Liberalismus entstand als Reaktion auf das Versagen der liberalen Wirtschaftspolitik in der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932. Gegen den internationalen Trend zu einer aktiven und regulierenden Wirtschaftspolitik im Rahmen des umverteilenden Wohlfahrtsstaats (Keynesianismus) suchten die Neoliberalen nach einer neuen Legitimationsgrundlage für den entfesselten Kapitalismus.”

    Wer also gegen den umverteilenden Wohlfahrtsstaat ist, ist für den entfesselten Kapitalismus, und damit böse.

    Was bedeutet das in der Praxis ?
    Wer wie Marcel die Hartz IV Gesetze nicht ablehnt ist gegen den Erhalt des Wohlfahrtsstaates und damit für einen entfesselten Kapitalismus und damit ein böser Neoliberaler. ;)

  20. wirtschaftsweiser_ch sprach

    tja, würth is ne nummer für sich… und n linker. letztere erkenntnis und die aussage, dass schröder sich auf dem richtigen weg befindet mit seiner politik, hat ihn für mich wesentlich unsympathischer gemacht.

    ein guter unternehmer ja, aber an den bundeshaushalt würd ich den auch nicht lassen wollen.

    in harten zeiten sollte man icht umbedingt auf bequemlichkeitsstandpunkten beharren. sätze wie “ich besteh auf eigenfinanzierung”, gehören dazu. hab ich bisher aber auch nur von leuten gehört, die es nach nicht allzulanger zeit zum insolvenzverwalter trieb.

  21. Alrik sprach

    oh, so schlecht war Schröders Politik nicht, von den Arbeitsmarkt Reformen bis zur Unterstützung der USA während des Irakkrieges durch die Bundeswehr.
    Andererseits hätte jede andere etablierte Partei eine ähnliche Politik verfolgt.

    Wirklich nervig ist nur sein billiger Populismus während des Irakkrieges, mit dem er die deutsch-amerikanischen Beziehungen unnötig belastet und der UNO schweren Schaden zugefügt hat.

    Aber wie sagte eine ehmalige Justizministerin so schön:
    Er hat mit aussenpolitischen Tönen von inneren Problemen abgelenkt, Hitler hat das auch gemacht… ;)

  22. Mein Parteibuch » Blog Archive » Buchtip: Hans H Lechner - Währungspolitik sprach

    […] more-230″> Wer als Laie in Begriffen wie Fiskalismus, Keynesianismus, Neoklassik oder Neoliberalismus denkt oder […]

  23. Mein Parteibuch sprach

    Erst mal, Entschuldigung, dass ich den Thread hier so lange vernachlässigt habe. Ich habe in der Zwischenzeit noch ein paar neue Berichte gebracht, denn das Karussel muß sich ja drehen.

    @Jochen Hoff:
    Erstmal, wenn Du zuviel Geld hast, darfst Du mir gerne etwas Spenden. Die Welt steht Kopf, der Großverdiener fordert höhere Steuern und ich als Mini-Sonstwas-ler fordere niedrigere Steuern und vor allem einfachere Regeln.

    Wenn Du sparst, was passiert denn dann mit den Geldern? Wo werden die angelegt? Nach welchen Kriterien richtet sich das, wo sie angelegt werden? Kaufst Du damit russische Bonds oder Anteile an Fonds, die in Deutschland und Europa investieren? Wir haben es doch gerade nötig, dass investiert wird. Wenn wir mehr Geld verfressen, dann passiert da wenig positives durch.

    Der Mittelstand bekommt deshalb auch Kredite von KfW genau wie Eigenkapital von VC Companies in Deutschland geradezu nachgeworfen, allein, es hilft wenig, wenn die Aussicht nicht gegeben ist, mit dem eingesetzten Geld Gewinne zu erwirtschaften.

    @Alrik: Schröder mit Hitler zu vergleichen, weil Schröder keinen Krieg wollte, hat schon etwas abenteuerliches. Mit außenpolitischen Themen von innenpolitischen Themen ablenken, ist allerdings eine Spezialität der CDU, man denke nur daran, wie die CDU Volker Rühe dafür geißelt, dass er sich für Deutschland einsetzt, obwohl die SPD an der Regierung ist.

  24. Mein Parteibuch » Blog Archive » Im Kern wirbt Gerhard Schröder um Vertrauen für die Agenda 2010 sprach

    […] Kern wirbt Gerhard Schröder um Vertrauen bei den Wählern zur Agenda 2010. Und ich meine, darüber kann gar nicht genug […]

  25. tr sprach

    sonst nix zu tun wah son müll zu schreiben
    gott sowas kapiert doch keine sau
    muhahahaha
    OPFER

    tr

  26. Andreas Skowronek sprach

    Ein Kommentar von Jochen Hoff in meinem Blog hat mich mal googeln lassen und nun bin ich auf Deinen doch schon etwas älteren Beitrag gestoßen. Wäre an der Zeit, die Agenda 2010, deren Wirkung in der Bevölkerung im Angesicht der vielen Werksschließungen und drohender Landzeitarbeitslosigkeit sowie die neuesten Umfragewert der SPD (25-Prozent-Wählerzustimmung) einer neuerlichen Betrachtung zu unterziehen.
    Schönen Gruß aus dem 37.6-Blog

  27. Jochen Hoff sprach

    Das halte ich für eine hervorragende Idee.

    Zwar haben die Wahrsager http://www.wahl...ragen/index.htm zur Zeit im Schnitt die Spd wieder bei 29 Prozent, aber die von mir gefühlten Werte liegen deutlich darunter.

    Auch der Rückgang der Arbeitslosenzahlen, bei steigender Langzeitarbeitslosigkeit müsste einmal genauer untersucht werden. Kann es sein das der Aufschwung, nichts anderes als die ständig verschobene Ersatzbeschaffung ist und das die Neueinstellungen einfach nur der Nachholbedarf für die aus politischen Gründen nicht erfolgten Einstellungen sind?

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