Meine Stromrechnung hat mich eigentlich nie viel interessiert, aber nun wollte ich sie hier kurz erwähnen. Und wo ich sie erwähnen wollte, ist mir eingefallen, dass Strom immer noch ein Politikum ersten Ranges ist und Transparency die Energiewirtschaft als die Branche mit der größten wahrgenommenen Korruption ausweist. Und weil ich mich mit Strom auch noch etwas auskenne, ist da nun ein zeimlich langer Artikel draus geworden.
Meine Stromrechnung kommt von der BEWAG, a Vattenfall Company, die schon 1997 privatisiert wurde und deren US Invester Southern Energy in 4 Jahren immerhin Vor-Steuer-Rendite von fast 50%, bzw 730 Mio Mark, rausgeholt hat. Verständlich, das irgendwer die Renditen bezahlen muß. Dem Ex-Chef der BEWAG, der auch mein Prof im Fach Energie und Rohstoffwesen war, Dietmar Winje, ist das wohl mißlungen, eine Strombörse aufzubauen, so wie er sich das zu meiner Studienzeit noch vorgestellt hat. Nun, meine Rechner fressen recht viel Strom, ich verwende die nicht gerade besonders energiesparenden Duron und Sempron Chips in meinen gewerblichen Rechnern, das letzte Jahr kam ich demnach auf 4637 kwh für 872 Euro, also 18,8 Cent/kwh im Schnitt. Ich sollte mal den Tarif oder die Abrechnungsfirma wechseln. An der Einspeisung von Ökostrom aus Windkraft und von Kleinkraftwerken kann es nicht liegen, dass ich soviel für den Strom bezahle. Schließlich bringt eingespeister Strom nicht mal 8 Cent. Dazu, dass der Strom so teuer ist, weil die Stromfirmen die ach so schlechte Einspeisung verhindern wollen, habe ich auch noch eine interessante Geschichte:: als Studenten haben wir eine Exkursion zum Blockheizkraftwerk Adlershof gemacht, die wollten an das benachbarte Forschungszentrum in Adlershof Strom liefern. Weil aber die BEWAG das Forschungszentrum nicht als Kunden verlieren wollte, hat die BEWAG mit politischer Einflußnahme dafür gesorggt, dass die zwischen dem Erzeuger und dem Abnehmer liegende Privatstraße in öffentlichen Besitz überführt wurde. Danach konnte dem Kraftwerk in Adlershof der Transport von Strom über öffentliches Straßenland verwehrt werden mit der Folge, dass das KWK-Kraftwerk den Strom für viel weniger Geld an die BEWAG abgeben mußte, als es vom Verbraucher direkt erhalten hätte.
Was in der Energiewirtschaft immer noch fehlt, ist die Entbundelung von Netz und Stromerzeugung. Solange die Ex-Monopolisten immer noch alleinige Wegerechte und exklusive Transportkapazitäten auf öffentlichem Straßenland haben, wird es keinen richtigen Wettbewerb auf dem Strommarkt geben. Deshalb ist der Strom so teuer - und nicht wegen der Windmühlen.
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da gebe ich dir sogar mal recht. ;o)
es gibt mittlerweile unternehmen, die sogar den bau eigener kohlekraftwerke planen um strom zu annehmbaren konditionen erhalten. soweit sind wir mittlerweile.
[…] Ausweislich meiner letzten Stromrechnung zahle ich bei der BEWAG Vattenfall zahle ich hingegen satte 188 Euro pro Megawattstunde. Zeit für das Bundeskartellamt mal den Finger rauszuziehen, meine ich. [Trackback URI] [Permalink] […]
[…] Über die viel zu hohe Stromrechnung der BEWAG vor einigen Tagen habe ich mich anscheinend so geärgert, dass ich vergessen habe, sie zu bezahlen. Deshalb habe ich heute nun eine Mahnung bekommen, die ich auch sofort bezahlt habe. Außerdem habe ich bei verivox power Strompreise verglichen und versucht, zu verstehen, was ich tun kann, um mich bei der BEWAG für dás Glückwunschschreiben zu meinem 16-jährigen Jubiläum als BEWAG-Kunde zu bedanken. Der Strompreis besteht ähnlich wie beim Telefon aus einer Grundgebühr, dem Grundpreis, und einem Arbeitspreis, also dem, was der Verbrauch dann kostet. Tendenziell ist das so, dass, je höher der Grundpreis ist, desto niedriger der Arbeitspreis sein sollte. […]