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26. Juni 2005

FAZ: Brasilien ahmt Kaletra von Abbott nach

von @ 9:30. abgelegt unter Presseschau

Whitewashing hat darauf aufmerksam gemacht, dass in der FAZ gestern ein Artikel darüber erschienen ist, dass Brasilien das Aids-Medikament “Kaletra” des US Konzerns Abbott unter bewußter Verletzung des Patentschutzes nachahmen läßt.

Ich meine, richtig so. Das Leben von Aidspatienten geht vor gegenüber der Ansprüche von Patentinhabern.

28 Kommentare zum Beitrag “FAZ: Brasilien ahmt Kaletra von Abbott nach”

  1. wirtschaftsweiser_ch sprach

    bist du dieser meinung auch dann noch, wenn nächstesmal ein deutsches produkt geklaut wird und hier ein paar tausend menschen ihren job verlieren, weil andere das geschäft machen?

    brasilien gehört zur dreierachse: china (produktion), indien (forschung / entwicklung), brasilien (rohstoffe, vorallem nahrung)

    diese drei länder, allen voran china, kopieren und klauen schon genug technologie und wissen, als das man dies jetzt auch noch beführworten muss.

  2. Mein Parteibuch sprach

    Wenn Menschen aufgrund des Patentrechtes an unbehandelten Krankheiten sterben müssen, ist das nicht akzeptabel. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Unter keinen Umständen.

  3. Tuotrams sprach

    Das Problem ist viel schlimmer, wenn man kein Geld mehr verdienen kann wird nicht mehr geforscht, so einfach ist das.

  4. Alrik sprach

    Die Menschen sterben nicht wegen dem Patentrecht, sonder am Geiz & Protektionismus ihrer Regierungen.
    Generell wollen die Pharmaunternehmen Geld verdienen, und wenn ein Produkt durch senken des Marktpreises besser auf einem Markt verkauft werden kann, dann werden diese Unternehmen auch den Preis senken wenn sie mehr verkaufen können.

    Aber Staaten wie Brasilien geht es eher darum die eigene Pharmaindustrie zu stärken.
    Dadurch fließt das Geld für AIDS Medikamente nicht in die Taschen der Leute welche die Forschung finanziert haben, sondern in die eigene Pharmaindustrie.

  5. Mein Parteibuch sprach

    @Alrik:
    Das ist einfach falsch. Die Pharmafirmen senken in der 3. Welt eben gerade nicht die Preise, so wie sie das könnten, um die Preise auf den westlichen Heimatmärkten zum Beispiel durch Reimporte nicht zu gefährden.

    Es gibt Länder, die verwenden einen Großteil des staatlichen Budgets dafür, dass westliche Pharmafirmen etwas schneller beim patentieren eines medizinischen Prinzips waren als esihre eigene Forschung sein könnte. Ein Patent bedeutet nicht unbedingt, dass die Pharmafirma eine außergewöhnliche Leistung vollbracht hat, sondern manchmal nur, dass sie etwas schneller war, als jede andere.

    @tuotrams
    Es ist ja nicht so, dass nur durch das Patentrecht mit Forschung Geld verdient werden kann. Und zum zweiten könnte es Wirtschaftseinheiten geben, die andere Ziele als Profitmaximierung verfolgen. Es gibt ziemlich viele Wohltätigkeitsorganisationen, die auch über beträchtliche Mittel verfügen. Und zum zweiten können Patente auch Forschung behindern und verhindern, nämlich genau in Fällen wie dem in Brasilien. Die brasilianischen Forscher sollen eben gerade nicht forschen dürfen, um das Monopol des Patentinhabers und der Verwertungsgesellschaft aus den USA nicht beschädigen zu können.

    Und wenn dafür dann Millionen Menschen sterben müssen, ist das absolut unakzeptabel. Da kann nach der schnellen Hilfe gerne um Preise, Sanktionen und Konsequenzen prozessiert werden, aber zuerst muß den Menschen geholfen werden. In Anbetracht dessen, dass das Patentrecht sich nicht nur für gute Forschungsleistungen, sondern auch für Millionen Tote verantwortlich zeigt, hätte ich großes Verständnis dafür, wenn sich Länder wie China, Brasilien und Indien einfach ganz offiziell vom Patentrecht westlicher Art komplett verabschieden.

  6. wirtschaftsweiser_ch sprach

    # Marcel Bartels sprach am 26. Juni 2005 um 12:57h
    Wenn Menschen aufgrund des Patentrechtes an unbehandelten Krankheiten sterben müssen, ist das nicht akzeptabel. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Unter keinen Umständen.

    ————————————————–
    wenn unternehmen die eigenen produkte geklaut werden und diese dadurch keinen gewinn mehr machen, dann wird es künftig keine medikamente mehr geben, die andere abkupfern könnten. dadurch sterben erst recht menschen und spätestens dann sind auch wir hiervon betroffen.

    die pharmafirmen könnte sicher die preise senken, aber in angesicht des zunehmenden wissensklaus müssen die margen eben anders erkauft werden als durch verkauf per exorbitanter preisnachlässe. mal abgesehen davon, dass aids mittlerweile ein politikum ist.

    und das brasilianer nicht forschen dürfen ist absoluter quatsch. blos sollen se nicht erforschen wie die medikamente anderer nachgebaut werden können, sondern wie man neue medikamente entwickelt.

  7. Mein Parteibuch sprach

    @Shifttaste klemmt:
    Die Brasilianer können aber eben legal nicht in die gleiche Richtung forschen, bzw die Forschungsergebnisse dann auch verwerten. So etwas nennt sich Sperrpatent und kann entsprechend der geltenden Rechtslage auch eingesetzt werden, um technischen Fortschritt zu verhindern.

    Mal eine Gegenfrage: Wenn eine Pharmafirma ein Patent hat, dass grundlegend für weitere Forschungen in die gleiche Richtung ist, sich aber weigert, aus diesem Patent Medikamente zu machen, die Menschen helfen, und auch nicht will, dass das jemand anders macht, was dann?

    Sollen wir dann auch sagen, dass es das gute Recht der Pharmafirma ist, aus strategischen Gründen auf die Entwicklung eines Medikamentes zu verzichten? Und wenn diese Pharmafirma für die Entwicklung durch Dritte von Produkten, die das Patent berühren, beispielweise jeweils den gesamten Staatshaushalt als Lizenzgebühr fordert? Das läuft so in etwas auf das gleiche raus wie die vorherige Frage. Wo sind ethische Grenzen? Wenn Millionenn Menschen sterben, weil der Patentinhaber Angebotsboykott zur Disziplinierung von Lizenznehmern betreibt, wäre das völlig in Ordnung?

    Das alles entspricht der gegenwärtigen menschenverachtenden Rechtslage.

  8. Abzocke sprach

    Es ist Abzocke, wenn die Pharmaindustrie für die Medikamente so viel Geld verlangt, dass Menschen sterben müssen, weil sie sich nicht leisten können. Gerade Brasilien ist doch ein Riesenmarkt. Da kann man mit den Preisen kräftig runtergehen - und immer noch reich werden als Pharmaunternehmen. Die Preise für Medikamente sind übertrieben auch. Auch in Deutschland. Es wird Zeit, dass sie runtergehen. Zur Not muss man das gesetzlich regeln. Niemand darf sterben, weil er arm ist.

  9. wirtschaftsweiser_ch sprach

    @rotsöckchen: die brasilianer wollen ja auch nur kopieren und nicht forschen.

    deine fragestellung wird der situation nicht gerecht und ist irrelevant. das forschung nicht behindert wird, kann man regeln. das für die nutzung eines patents, gerade bei der produktion mit anschliessendem verkauf, gebühren gezahlt werden müssen ist selbstredend. aber nicht, dass es einfach kopiert und geklaut wird.

    und den gesamten staatshaushalt als lizenzgebühr? in was für einer verdrehten welt lebst du denn? kannst du solch abstruse vermutungen und befürchtungen auch nur ansatzweise mit fakten unterlegen?

    @abzocke: es sterben auch in deutschland jährlich n paar tausend menschen weil sie arm sind. da hilft auch die weihnachtsspende an die SOS-kinderdörfer nix.

    besser noch, in indien nähen dir kinder deine schuhe von adidas zusammen und in china fertigen dir kinder die puppen von zapf in nachtarbeit an.
    wir vernichten jährlich millionen tonnen von weizen, damit die weltmarktpreise stabil bleiben etc.

    erspar mir also deine pseudogewissen… an unser aller händen klebt blut und das nicht zu knapp.

    das die pharmaunternehmen selbst uns hier abzocken ist mir durchaus klar. aber es gibt eine natürliche grenze und wenn diese überschritten wird, dann wirst du kein pharmaunternehmen mehr haben das dich oder sonstjemanden am leben erhält.

    und ich hör jetzt schon euer gejammer, wie böse die welt ist, wenn die nächsten arbeitsplätze draufgehen weil wieder irgendeiner was unter dem deckmantel der selbstlosigkeit kopiert.

    und wenn du noch etwas wahrheit haben willst: es ist da unten einfach nicht erwünscht, da die ökologischen und ökonomischen folgen für die gesamte menschheit verheerend wärend.

  10. Alrik sprach

    natürlich kann Brasilien nicht in die gleiche Richtung weiterforschen.
    Aber es gibt eine Unmenge an Wirkstoffen für die jeder Patentschutz schon abgelaufen ist, und deren Synthese chemisches Allgemeingut ist.
    Diese müssten auf ihre Wirkung gegen AIDS getestet werden, und die Wirksamen davon könnten ohne Lizenz produziert werden.

    Natürlich ist es einfacher ein Medikament nachzubauen, für das ein anderer schon die Wirksamkeit getestet hat.

  11. Mein Parteibuch sprach

    Man schaue sich zum Beispiel mal Botswana an, da beträgt die Staatsquote 40% und der größte Teil des Budgets wird für HIV Bekämpfung ausgegeben. Aber es hat eben nicht jedes Land Diamantenminen, mit denen das zu finanzieren ist.

    @Shifttaste klemmt:
    Wenn Du sagst, an euer aller Hände klebt Blut, dann spricht das für sich. Nach der Ideologie dieses perversen Zynismus dürfte ich jede Menge Liberale umbringen, weil es ja immer noch welche gibt, die noch schlimmer sind. Wenn das liberal sein soll, dann weiß zumindest jeder, was er davon halten kann. Darwinismus pur. Da gab’s schon mal welche, die das als Maxime propagiert haben.

    @Alrik:
    Wenn die Medizin nur blind Substanzen erforschen würde, ständen wir heute noch im Mittelalter. Es ist gerade das Verständnis der Wirkmechanismen, die die Entwicklung wirksamer Medikamente ermöglicht. Und wenn die Wirkmechanismen patentiert sind, dann ist der Weg verbaut, wenn der Patentinhaber nicht mitspielt.

    Man stelle sich vor, jemand hat ein Verfahrenspatent darauf, einen Bypass am Herzen zu legen, weiler der erste war, der das Verfahren beschrieben und patentiert hat. Nun hast Du einen Infarkt, und möchtest Dir einen Bypass legen lassen und der Patentinhaber sagt Dir: ich gebe Dir nur eine Lizenz, wenn Du mir dafür dein gesamtes Vermögen gibst. Denk Dir doch ansonsten bitte einfach was neues aus. So in etwa stellt sich die Situation auch bei Medikamenten zur HIV Behandlung dar.

  12. wirtschaftsweiser_ch sprach

    Wenn Du sagst, an euer aller Hände klebt Blut, dann spricht das für sich. Nach der Ideologie dieses perversen Zynismus dürfte ich jede Menge Liberale umbringen, weil es ja immer noch welche gibt, die noch schlimmer sind. Wenn das liberal sein soll, dann weiß zumindest jeder, was er davon halten kann. Darwinismus pur. Da gab’s schon mal welche, die das als Maxime propagiert haben.
    ————————————————-

    wer sagt das ich liberal bin?

    egal was ich bin, den tatsachen kann man sich nicht verwehren sondern sollte sie zumindest mal zur kenntnis nehmen. das ist die alte geschichte mit dem wasser predigen und wein trinken.

    ansonsten würde ich doch bitten unplausible beispiele a la “ich gebe Dir nur eine Lizenz, wenn Du mir dafür dein gesamtes Vermögen gibst.” zu unterlassen.

    sowas gabs noch nie und sowas wirds auch nie geben. allerdings kann man mit solchen totschlagargumenten jede diskussion gewinnen. ändert aber nix daran, dass so ne beispiele unglaubwürdig sind.

  13. Mein Parteibuch sprach

    @Shifttaste klemmt:
    Wenn nicht liberal, dann haben die Liberalen was gut bei mir. Dann bist Du eben einfach nur darwinistisch und menschenverachtend, ohne politische Ausrichtung oder mit geheim gehaltener Zugehörigkeit. Oder was sonst?

    Das Beispiel ist nicht unplausibel, das ist möglich aufgrund der von Dir verteidigten Rechtslage. Und es wird auch so gemacht. Stichwort: Preis- und Gewinnsteigerung durch künstliche Verknappung.

  14. Alexander Schmidt sprach

    Lieber Marcel,

    so lass uns noch danach fragen, wieso dieses nette Lateinamerika im Moment den Bach runter geht und wie hoch die Investitionen in die Armee ist, wie hoch die Kosten pseudo-sozialer Experimente sind etc.!
    Aha, so darf man feststellen, daß die Ausrede, man könne sich westliche Medikamente nciht leisten, einfach bescheuert ist.
    Warte noch ein paar Jahre, dann wirst Du erleben, wie bei uns das Gesundheitswesen krachen geht. Will sehen, ob Du dann die Schuld für nicht mehr zu leistende Versorgung auch im Ausland suchst.

    Alex

    Ps. Den neuen SPIEGEL schon gelesen? Ich hoffe doch, da stehen so schöne Sachen über den wahren Schuldenstand drin, die Du mir vor Wochen noch nicht glauben wolltest.

  15. wirtschaftsweiser_ch sprach

    wer sagt denn, dass ich mit den mir gegebenen mitteln nicht dagegen halte?

    das hat doch nix damit zu tun, dass ich hier sage wie die realität ausschaut. es ist schon bemerkenswert, wie du dann darauf rumhackst und mir sachen unterstellst, gar über mehrere kommentare ziehst und verlinkst.

    ebenso kindisch wie das mit der shifttaste. dadurch outest du dich höchstens als n00b, da den meisten inet-usern bekannt ist, dass sich diese schreibweise zu anbeginn des net eingebürgert hat.

    also bitte etwas mehr sachlichkeit und weniger polemik. sonst wirst du mit diesem blog lediglich beweisen warum politik nicht funktioniert und wie du dazu beiträgst.

  16. Mein Parteibuch sprach

    @Alexander
    Es geht nicht um Lateinamerika, es geht um Brasilien.

    Der Text in FAZ ist doch eindeutig:
    “(Lopinavir/Ritonavir) nun … 0,68 USD. …Abbott in Brasilien gefordert … 1,17 USD. … im ersten Jahr … Ersparnis … von 130 Mio USD. Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln.”

    Fürchterlich, dieses pseudo-soziale Getue in Brasilien, äh? Da sollen Kinder lesen lernen, Jugendliche einen vernünftigen Beruf lernen und Todkranke kostenlos mit Medikamenten versorgt werden. Das ist ja fast wie in Deutschland. Mit Militärausgaben ist da nicht viel, warum sollte Da Silva auch in Militär investieren? Der nun nicht mehr konservativ regierte Staat Brasilien betreibt einfach eine knausrige Politik mit den wenigen Einnahmen, die er hat, was für eine Gemeinheit. Abbott wollte 250 Mio Euro pro Jahr haben, Brasilien nur 150 Mio geben, und jetzt geht Abbott eben mal ganz leer aus.

  17. Mein Parteibuch sprach

    @Shifttaste klemmt:

    Ohne Shifttaste zu schreiben ist einfach nur unhöflich gegenüber den Lesern, da der Text dann schlechter lesbar ist. Und warum sollte ich nicht auf menschenverachtende Ansichten von Dir aufmerksam machen? Schließlich zeigen die deutlich, wessen Geistes Kind Du bist.

  18. wirtschaftsweiser_ch sprach

    abbot wollte demnach pro HIV-positiven in brasilien ganze 210 euro jährlich haben.

  19. Mein Parteibuch sprach

    Woher kommt denn diese Zahl?

    Aber selbst wenn sie stimmt, ist das eben für Länder wie Brasilien offensichtlich zuviel.

  20. Alrik sprach

    wie hoch sind die Angebote der Konkurrenz gewesen ?
    Und zahlt Brasilien jetzt wenigstens die 150 Mio €uro ?

  21. Mein Parteibuch sprach

    Wie das bei patentierten Arzneimitteln so ist, gab es keine Konkurrenzangebote. Die 150 Mio Euro gehen jetzt an eine brasialianlische Firma, die ein ähnliches Medikament unter Verletzung des Patentrechtes mit Billigung und Förderung der brasilianischen Regierung herstellen wird. Abbott geht jetzt selbstverständlich ganz leer aus, da sie keine Medikamente liefern werden.

  22. Alrik sprach

    Es gibt aber mehr als einen Hersteller von Medikamenten zur AIDS Theraphie, oder ?
    Wenn mir Windows zu teuer ist, nehm ich halt Linux, und mach nicht Raubkopien des M$ Produktes.

  23. wirtschaftsweiser_ch sprach

    ganz einfach… ich habe die anzahl der hiv-postiven in relation zu forderung gesetzt. quelle sind öffentliche brasilianische angaben.

    bin ja nicht umsonst wirtschaftsweiser. ;o)

    das haushaltsbudget von brasilien betägt übrigens knapp 1500 milliarden dollar, was rund 1250 milliarden euro entspricht. 0,250 milliarden euro, waren den braslianern dann aber zuviel.

    und natürlich gibt es mehr hersteller von aids-medikamenten.

  24. wirtschaftsweiser_ch sprach

    korrektur: ich meinte das BIP, nicht das haushaltsbudget

  25. Mein Parteibuch sprach

    @Shifttaste klemmt:

    Im Artikel werden 200.000 HIV Positive genannt, bei gut 250 Mio Dollar Forderungssumme kommen da dann aber nicht 210 Euro jährlich, sondern über 1000 Dollar. BIP und Haushalt sind zwei verschiedene Sachen. Von den Steuereinnahmen bezahlt Brasilien zu allererst einmal die Schulden, die das konservative Regime vor Da Silva hinterlassen hat. Da bleibt dann nicht mehr allzu viel übrig. Wie wäre es mal mit einem Grundkurs Grundschul-Mathematik für den “Wirtschaftsweisen”?

    Und ebenso steht in dem Artikel, dass das Budget für die STD Bekämpfung in Brasilien 400 Millionen Dollar jährlich beträgt und der meiste Teil davon an Merck und Gilead geht.

    Was die Möglichkeit der Verwendung alternativer Behandlungsmehtoden angeht, komme ich nochmal auf mein Bypassbeispiel zurück: Anstelle eines Bypasses, für den von mir keine Lizenz bekommst, darfst Du dann ein Blutverdünnungsmittel einsetzen, wofür Du aber selbstverständlich auch Lizenzgebühren zahlen mußt.

    @Alrik:
    Microsoft und Linux ist ein Prima Beispiel, denn auf Software gibt es gerade keine Patente wie auf Arzneimittel. Gäbe es auf Software auch Patente wie auf medizinische Behandlungsmethoden, wäre die Entwicklung von Linux nicht möglich gewesen. Genau darum geht es bei dem Streit um Softwarepatente, darum den Wettbewerb auszuhebeln und die Konkurrenz platt zu machen.

    Und jede Wette, wenn Dein Leben am funktionieren des Microsoft-Offices hinge, würdest Du vielleicht auch eine Microsoft-Raubkopie gegenüber einer WinE Lösung unter Linux bevorzugen.

  26. wirtschaftsweiser_ch sprach

    basilien hat jährliche einnahmen von 140 mrd. 11 mrd. werden fürs militär ausgegeben. da werden ja wohl noch 100 mio. zusätzlich pro jahr für die aidskranken übrig sein, für die man eh 150 mio. ausgeben will.

    die aidsrate beläuft sich auf 0,7%. die letzte volkszählung im august 2000 ergab eine einwohnerzahl von 169.799.170.

  27. Mein Parteibuch sprach

    Und um was für Ausgaben handelt es sich bei den Militärausgaben? Und wie haben sich die Ausgaben entwickelt, seit Da Silva Präsident ist? Es geht da um die Bewältigung von Altlasten, Pensionen des vorherigen Regimes. Brasilien fährt die Militärausgaben runter, so schnell es nur geht, nur, wenn Da Silva da zu schnell vorgeht und nicht vorsichtig ist, dann gibt es einen Militärputsch und die Demokratie ist dann gleich mit weg.

  28. wirtschaftsweiser_ch sprach

    100 mio. von 11 mrd. werden sicher nicht zu einer erheblichen beschleunigung führen. o_O

    Personalstärke des Militärs in Argentinien,
    Brasilien und Chile zwischen 1985 und 2000

    1985 2000 Zuwachs/Abnahme in %

    Argentinien
    108.000 73.000 -33%

    Brasilien
    276.000 313.250 +13%

    Chile
    101.000 94.500 -7%

    Militärausgaben Brasiliens von 1988 bis 2002 in Milliarden US$

    1988
    9,7

    1989
    9,6

    1990
    6,6

    1991
    3,9

    1992
    4,0

    1993
    5,3

    1994
    5,3

    1995
    7,8

    1996
    6,8

    1997
    8,3

    1998
    7,8

    1999
    7,2

    2000
    7,6

    2001
    8,9

    2002
    10,0

    2003
    9,2

    2004
    11,0

    brasilien leistet sich übrigens auch die modernsten polizeikräfte im gesamten amazonasgebiet.

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