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11. Juni 2005

Ein Brief vom SPD Parteivorstand

von @ 15:29. abgelegt unter Tagebuch

Heute ist ein großer Tag für mich. Im Briefkasten liegt ein Kouvert mit dem SPD Logo links oben drauf. Darin sind gleich zwei Briefe. Beide sind auf dem Briefpapier mit dem unverwechselbaren roten Quadrat ohne Inschrift gedruckt, im Kopf beider Briefe steht in dicken schwarzen Lettern “Sozialdemokratische Partei Deutschlands” und beide Briefe beginnen mit den Worten “Lieber Genosse Marcel Bartels”.

Zuerst ein Brief, der oben im Briefkopf “Vorsitzender” stehen hat, und klein über meiner Adresse, so dass es als Absender im Fenster des Umschlages sichtbar ist, SPD Parteivorstand, aus der Wilhelmstraße in Kreuzberg. Direkt aus dem Willy-Brand-Haus, unter Insidern auch als WBH bekannt. Ich hätte nie gedacht, dass der Vorsitzende mich willkommen heißen würde. Er spricht von “Sich bekennen, sich einmischen. Du wirst erleben, es lohnt sich.” Unter Genossen duzt man sich offensichtlich. Das gibt gleich so eine warme Atmosphäre. Der Genosse Vorsitzende spricht davon, dass die Agenda 2010 die Richtung für die Lösungen zeigt. Und er bezieht sich auf den ADAV, der vor fast 150 Jahren die sozialdemokratische Idee hatte. Wenn ich nicht ganz so gut in der Schule aufgepaßt hätte, hätte ich ADAV sicher für einen Druckfehler gehalten, gedacht, der Genosse Vorsitzende meint ADAC. Unterschrieben ist der Brief mit Franz Müntefering, in klaren Buchstaben und als Computerdruck der Unterschrift.

Nun zum zweiten Brief, der trägt im Briefkopf die Absenderbezeichnung “Generalsekretär”, hat eine Plastikkarte im Scheckkartenformat, die SPD-Card, angeheftet und erklärt im in blumigen Worten, dass ich mich bei SPD-Online.de anmelden könnte, obwohl ich da schon seit zwei Wochen Mitglied bin. Auch dieser Brief ist mit einer eingescannten Unterschrift unterzeichnet,lebar ist sie allerdings nicht. Der Klarname des SPD Generalsekretärs “Klaus Uwe Benneter” wird erst sichtbar, wenn ich die Karte etwas abhebe. Zu den umfangreichen Möglichkeiten, die mir die SPD Card bietet, werde ich wohl noch einen eigenen Beitrag schreiben.

Jetzt fehlt mir nur noch mein Parteibuch, um mich wie ein vollwertiges Mitglied der SPD zu fühlen. Aber vielleicht bekomme ich das vom Genossen Bezirksvorsitzender von Neukölln Dr. Fritz Felgentreu bei der nächsten Sitzung meiner Abteilung Hermannstraße ja auch schon.

2 Kommentare zum Beitrag “Ein Brief vom SPD Parteivorstand”

  1. Mein Parteibuch » Blog Archive » Meine SPD Card sprach

    […] 3:08. abgelegt unter Tagebuch Wie ich bereits geschrieben habe, habe ich ja nun heute meine SPD Card bekommen, also wird es nun Zeit, mich auch einmal […]

  2. Mein Parteibuch » Blog Archive » Im Kern wirbt Gerhard Schröder um Vertrauen für die Agenda 2010 sprach

    […] se vor, dass die SPD in den Landtagswahlen für die schmerzhaften und mutigen Reformen der Agenda 2010 bestraft wird, für die die CDU 16 Jahre lang zu feige war […]

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