Nun kommt die CDU langsam damit hervor, was sie im Falle eines Regierungswechels für eine Politik betreiben will. Die Tarifautonomie ist deutschen Großunternehmen schon lange ein Dorn im Auge, schließlich kann es nicht sein, dass deutschen Unternehmen durch Lohnforderungen der Gewerkschaften immer wieder die Renditen verhagelt werden. 10% Rendite sind nun einmal nicht genug, da müssen Arbeitnehmer den Gürtel schon noch etwas enger schnallen, damit da etwas mehr an Rendite rüberwächst.
Angela Merkel fordert nun die faktische Abschaffung des §77 (3) des Betriebsverfassungsgesetz, also eine Abschaffung der Tarifautnomie, damit Unternehmen wie die Deutsche Bank Lohnsenkungen zur Steigerung der Rendite möglichst einfach und ohne Widerstand von Gewerkschaften befürchten zu müssen, durchsetzen können.
Herzlichen Glückwunsch, Angela Merkel. Nun sehen wir langsam klarer.
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| Das Kreuzchen |
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Andererseits muss man bedenken, dass auch die SPD keinen Mindestlohn will. Sicherlich würde das gegen die Tarifautonomie der Gewerkschaften gehen. Also gibt es immer noch einen Niedriglohnsektor, in dem Putzkräfte auch mal für 3 Euro die Stunde arbeiten. Wollen wir mal nicht von Praktikanten mit und ohne Hochschulabschluss reden.
Jeder der arbeitet sollte ein Mindestmaß verdienen, welches über den Lebenshaltungkosten liegt, auch wenn er nicht Gewerkschaftsmitglied ist! Ich hab nichts dagegen, wenn überdurchschnittliche bezahlte Gewerkschaftsmitglieder etwas von ihrem Einkommen verlieren. Den volkswirtschaftlichen Schaden im Sinne der Binnenkonjunktur könnte man ja sicherlich dadurch aufheben, indem man im Hochlohnsektor Anreize für mehr Konsum-Ausgaben schafft >-)
Warum soll die Tarifautonomie den Großunternehmen ein Dorn im Auge sein ?
Für gewöhnlich zahlen die großen wie Daimle, BMW, Bosch, Siemens ect über Tarif, während die kleineren Unternehmen maximal Tariflohn zahlen können.
Durch diese Lohndifferenz können Großunternehmen leichter Facharbeiter abwerben.
Im Zuge der Diskussion über Mindstlöhne (also dem Mindestpreis für eine Arbeitsstunde) könnte man sich auch überlegen ob der Staat nicht auch Mindestpreise festlegen sollte.
Sonst kann es sein, das z.B. ein Spargelbauer der Mindestlohn zahlen muß auf seiner teureren Ware sitzen bleibt.
Die Mindestpreise gibt es ja schon, Ausnahme ist wirklich der Spargel. Die EU hat gute Absatzgarantien, die einen subventionierten Mindestpreis sicherstellen - Stichwort “Agrarsubvention”.
Da wären wir ja wieder beim Dilemma der Globalisierung. Wenn es in anderen Ländern große Armut gibt, warum dann nicht auch vor der eigenen Haustür? Wenn wir in der Welt schon nicht von Reich nach Arm umverteilen, warum sollten wir das dann in Deutschland tun? Keine Zölle, freie Warenströme und “cash crops”. Na, welche Partei möchte sich damit beschäftigen, Hände hoch.
Ach, übrigens, ich glaube Merkel hatte die wunderbare Idee, statt die Bauern zu subventionieren, sollten wir doch die Arbeiter subventionieren, so dass jeder auf einen Mindestlohn kommt und so der Niedriglohnsektor gestärkt wird. Lasst uns doch Birnen statt Äpfel essen
Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat rauswerfen, daran sind die Grossunternehmen wesentlich mehr interessiert als an der Tarifautonomie .
Grossunternehmen profitieren schliesslich seit Jahren vom Flächentarifvertrag.
Tuotrams, ja, wenn die Arbeitnehmervertreter aus den Aufsichtsräten rausfliegen würden, dann wären die Deals, um Teile der Unternehmenskasse oder gleich die ganze Kasse in die persönlichen Taschen der Vorstands- und Aufsichtsräte umzuleiten, viel einfacher zu bewerkstelligen.
Aber vielleicht schafft die Angie das BVerfG ja gleich ganz ab.
Das mit den paritätischen Aufsichtsrat ist ausländischen Investoren nicht zu vermitteln.
Hier manifestiert sich der Bundesdeutsche Sozialismus.
Zumindest im Fall der Mannesman-Übernahme haben sich die Arbeitnehmervertreter nicht gerade mit Ruhm überhäuft…
@Toutrams:
>Das mit den paritätischen >Aufsichtsrat ist ausländischen >Investoren nicht zu vermitteln.
> Hier manifestiert sich der >Bundesdeutsche Sozialismus.
Das ist Unsinn. Richtig ist zwar, dass viele ausländische Investoren ersteinmal verwundert über unser System sind, aber anerkennen, dass es sich durchaus bewährt, da das paritätische System eben nicht Kampfinstrument des Klassenkampfes ist, sondern in den meißten Fällen ein hervorragendes Instrument, um den sozialen Frieden in Unternehmen zu wahren.
Viel schlimmer halte ich die Verquickungen von Vorstand und Aufsichtsrat.
Ich kann mir kaum vorstellten, dass ein Heinrich v. Pierer, der ehemals Vorstandsvorsitzender von Siemens war, nun als Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens die Unternehmenspolitik der letzten 10 Jahren kritisch unter die Lupe nimmt.