Der ehemlige Präsident der Europäischen Zentralbank Wim Duisenberg hat Tagesschau.de ein bemerkenswertes Interview gegeben. Bemerkenswert deshlab, weil ein aktiver Notenbanker so frei mit seiner Sicht auf die Dinge niemals umgehen könnte und Duisenberg wirklich nicht hinter dem Berg hält.
Duisenberg lobt darin die britische Entscheidung, das Referendum über die EU-Verfassung abzusagen. Er rät zu Geduld und Beharrlichkeit bei der weiteren Einführung der EU Verfassung. Den Finanzministern empfiehlt er Zähne zu zeigen bei den Beratungen über Verstöße gegen den Stabilitätspakt. Erwägungen in Italien, die Lira wieder einzuführen, um damit wieder kreative Buchführung betreiben zu können, nannte Duisenberg ökonomischen Selbstmord.
Auf die Frage hin, ob er den US-Dollar für fair bewertet halte, sagte Duisenberg:
“Ich weiß nicht, ob er fair ist. Aber ich weiß, dass das amerikanische Haushaltsdefizit zu groß ist, als dass dies ohne Einfluss auf den Wechselkurs bleiben könnte. Da muss etwas passieren. Entweder beim Dollarpreis oder der Menge der neu gedruckten Dollar.”
Wenn ich das richtig verstehe, ist das Notenbanker-Speak dafür, dass Wim Duisenberg meint, der Euro werde gegenüber dem Dollar weiter steigen, Amerika eine kräftige Zinserhöhung ins Haus stehen oder gar beides gleichzeitig.
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| Ein Sauzüchter sieht rot |
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[…] Wie der Spiegel berichtet, wurde Wim Duisenberg, der erste Präsident der EZB in seiner Villa in Frankreich tot aufgefunden. Wie der Spiegel meldet, berichtete der französische Rundfunk unter Berufung auf Rettungskräfte, ein Sturz oder ein Schwächeanfall könnten die Todesursache sein. Der Tod dieses großartigen Mannes und Vorbildes, zu dem ich stets aufgeschaut habe, erfüllt mich mit Trauer. [Trackback URI] [Permalink] […]