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31. Mai 2005

Theme gewechselt

von @ 22:55. abgelegt unter Über dieses Blog

Soeben habe ich neues Theme aktiviert - das journalized blue. Dieses Theme verwendet 3 Spalten; das macht das Layout flexibler. Das Stylesheet habe ich angepaßt - es verwendet jetzt rote anstelle von blauen Farben. Allerdings habe ich mir mit dem neuen Theme auch einige Textbausteine in englisch eingefangen, die werde ich nun sukzessive übersetzen.

Dieses Blog ist zwar meine ganz subjektive Meinungsäußerung, aber ich bin als neues Parteimitglied natürlich parteiisch, deshalb halte ich es auch für nur natürlich und ehrlich, dass ich es auch gleich mit dem Layout kenntlich mache, dass ich parteiisch bin.

Falls jemand von meinen Genossen das rote “journalized blue” Theme gefällt, kann er natürlich gern mein Stylesheet verwenden.

Mein Bezirksvorsitzender

von @ 18:52. abgelegt unter Tagebuch

Auf der Webseite meines SPD Bezirks habe ich erfahren, dass mein Bezirksvorsitzender Dr. Fritz Felgentreu heißt.

Google findet seinen Lebenslauf als Philologen auf einer Webseite der FU und sein Profil in der SPD. Als Philologe bemüht er den lateinischen Satz “Ducunt volentem fata, nolentem trahunt” als sein Lebensmotto, ich spreche leider nicht fließend lateinisch, aber nun gut, das kann man ja ergooglen. Gefunden habe ich es in einer Seite “The Lucasta Poems“, es bedeutet also auf englisch “Fates lead the willing, but unwilling draw”. Und endlich fand ich dann auch eine deutsche Übersetzung, die es wohl trifft: Den Willigen leitet das Schicksal, den Widerwilligen reißt es mit sich.. Hätte der Fritz das nicht gleich auf Deutsch schreiben können? Oder spricht das Wahlvolk inzwischen Latein?

Sympatischer Mann denke ich mir, der hat zwei Kinder, mal schauen, wo der wohnt und wo seine Kinder wohl zur Schule und in den Kindergarten gehen. Da er der gleichen Abteilung wie ich zugeordnet ist, kann das ja nicht weit sein, dann müßte er die Probleme des Bezirks ja bestens kennen. Auf der Seite seines Lebenslaufes bei der FU vom 11. Februar 2005 findet sich sogar eine Adresse: Scheiblerstr.5, 12437 Berlin. Die Adresse kommt mir gar nicht bekannt vor, also mal schnell auf den Stadtplan geschaut. Merkwürdig, die Adresse ist ja gar nicht meinem Ortsverein zugeordnet, ja, sie ist nicht mal im Bezirk Neukölln, dessen Vorsitzender Dr. Felgentreu ist. Ob der die Schulen hier so schlecht fand, dass er, wie die meisten anderen auch, weggezogen ist, als sein erstes Kind in die Schule kam? Mein Sohn kommt auch nächstes Jahr in die Schule. Soll ich vielleicht auch wegziehen?

Das würde ich meinen Ortsvereinsvorsitzenden, der gleichzeitig Vorsitzender des Bezirks und Mitglied des Abgeordnetenhauses für Neukölln ist, ohne selbst im Bezirk Neukölln zu wohnen, wirklich gern mal Fragen. Mal sehen, ich bin ja jetzt auch bei der SPD, da bekomme ich sicher noch Gelegenheit zu.

Nun gut, jetzt schaue ich mir erstmal meinen Abgeordneten im Bundestag näher an.

Besuch auf der lokalen SPD Webseite

von @ 18:01. abgelegt unter Tagebuch

Ich lebe in Berlin-Neukölln, einem traditionellen Berliner Arbeiterbezirk, in dem die SPD tief verwurzelt ist. Viele berühmte Führer in der Geschichte der Arbeiterbewegung kamen aud Neukölln. Im Internet ist die SPD in meinem Bezirk präsent durch die Webseite www.spd-neukoelln.de.

Auf dieser Webseite erfahre ich, dass mein Bezirk in 8 Ortsvereine unterteilt ist, den sogenannten Abteilungen, die Nummern zwischen 1 und 13 tragen und so zwischen 100 und 300 Mitglieder haben sollen. Meine Abteilung wird durch den Wohnort bestimmt, das ist die Abteilung 5, Hermannstraße, aus der auch der derzeitige Bezirksvorsitzende namens Dr. Fritz Felgentreu kommt. Den Mann kenne ich nicht, da habe ich wieder was zum kennenlernen und kann neugierig sein.

Mein Ortsverein, also die Abteilung 5 hat sogar eine eigene Webseite, die Seite SPD Hermannstraße. Bestimmt ein Verdienst des Vorsitzenden, dass unser Ortsverein so fortschrittlich ist. Der Bezirksvorsitzende Dr. Felgentreu steht auch im Impressum der Seite meines Ortsvereins. Nicht jeder Ortsverein hat schließlich eine eigene Webseite.

Außerdem gibt es in meinem Bezirk noch die Webseite des Bundestagsabgeordneten meines Bezirkes Ditmar Staffelt. Der ist sogar parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, da sorgt er bestimmt dafür, dass sich hier in Neukölln endlich was an der Arbeitslosigkeit ändert, die liegt schon seit Jahren bei über 20%. Obwohl, so richtig erfolgreich war die Senkung der Arbeitslosigkeit in Neukölln bisher nicht und das trotz Hartz IV und unseren Staatssekretär im Arbeitsministerium.

Also, da bin ich neugierig meinen Ortsverein und meinen Abgeordneten im Bundestag besser kennenzulernen.

SPD Online - Eindruck vom Mitgliederbereich

von @ 14:03. abgelegt unter Tagebuch

Während sich jederman selbst ein Bild von der öffentlichen Webseite der SPD machen kann, darf ich als jemand, der eine Mitgliedsnummer hat, nun auch den Mitgliederbereich der Webseite, SPD Online, besuchen.

Was mir da auffällt, ist erst mal die starke Präsenz von Klaus Uwe Benneter, einen Mann den ich in der Öffentlichkeit bisher überhaupt nicht wahrgenommen habe und mit dem ich eigentlich auch nichts anzufangen weiß. Bisher war ich immer der Meinung, der Generalsekretär sollte vor allem die andere politische Kraft möglichst öffentlichkeitswirksam attackieren. Nun, vielleicht hat der ja damit erst mal genug zu tun, sich um die eigenen Mitglieder zu kümmern. Seiner Rede zur Lage auf der ersten Seite des Mitgliederbereiches kann ich zwar zustimmen, aber so richtig mitreißend finde ich die auch nicht gerade. Ich hoffe, der Klaus Uwe ist nicht sauer, falls er das hier mal zu lesen bekommt. :-)

Auffällig auch eine 24-seitige Broschüre auf der ersten Seite, wie die Kandidatenaufstellung zur Bundestagswahl nun vor sich gehen soll. Unglaublich, wie viele Vorschriften und Gesetze allein dabei zu beachten sind, Kandidaten zu nominieren. Der Sinn von den ganzen Vorschriften erschließt sich mir nicht. Ich frage mich, ob die überhaupt einen vernünftigen Sinn haben oder ob die nur dazu da sind, kleinen und neuen Parteien Stolpersteine in den Weg zu legen.

Der Chat funktioniert bei mir leider nicht, nach 2 Minuten Java-Ausführung meldet sich zwar ein Fenster, nach Eingabe eines Benutzernamens gibt es dann aber Verbindungsfehler. Überhaupt ist die Seite manchmal ziemlich langsam, ob das wohl an den Java Servelts liegt? Interessant fand ich auch den Internetbaukasten, jede Menge Logos, Muster und so fort zum Corporate Design der SPD. Ob ich das hier im Blog auch umsetzen soll? Allerdings wundert mich besonders bei den Bildern, das da Breiten wie 389 Pixel, 189 Pixel oder 113 Pixel gewählt wurden, solche Größen sind mir bisher beim Webdesign noch nicht untergekommen, die passen sicher nicht gerade gut in bestehende Templates rein. Und eine Vereinigung von SPD-Webdesignern gibt es auch.

Ansonsten ist die Seite riesig groß, informativ fand ich zum Beispiel die Wahlanalyse NRW und die Informationen über die Gliederungen der Partei. Die Seite der Bundes SPD kann ich sicher noch lange erforschen ohne alles zu finden. Aber die SPD hat ja auch noch auf meiner Landes-, Bezirks- und Ortsverbandsebene Webseiten, die ich noch nicht gesehen habe. Da habe ich also noch viel zu tun. Ich werde weiter berichten.

Noch kein Parteibuch - aber eine Email

von @ 12:11. abgelegt unter Tagebuch

Inzwischen ist das schon bald eine Woche her - und ich habe immer noch keine Post von meiner Partei. Wo bleibt mein Parteibuch? Vielleicht müssen die das erst aus Saarbrücken anfordern, da hat doch der Lafontaine gerade seins abgegeben. Könnte man ja weiterbenutzen.

Dafür ist mir gerade eine Email aufgefallen, die mein Mail-ClientMozilla als vom 1.1.1970 anzeigt. Jawohl, die SPD hat mir gemailt, ist auch schon ein paar Tage her, habe es wegen des falschen Datums bloß nicht gleich gemerkt. Im Header der Mail fehlt leider in der Date Zeile der 3. Buchstabe des Wochentages entsprechend RFC 822. Nun ja, vielleicht senden die gerade nicht so viele Mails mit der Eintrittsbestätigung, als dass es einem dort schon mal aufgefallen wäre. Ich werde es den Jungs in der IT-Administration dort mal melden.

Nun, denn, mit der Mail habe ich eine Mitgliedsnummer und sollte nun auch Zugriff auf den Mitgliederbereich der Webseite der SPD haben.

Zeit für mich, die Webseite der SPD mal genauer anzuschauen.Ich werde weiter berichten.

Blogserver

von @ 9:59. abgelegt unter Über dieses Blog

Diese Seite ist gehostet auf einem Root-Server (Details), den ich selbst verwalte. Auf dem Server läuft ein SuSE Linux mit 2.4er Kernel, ein Apache der Einser Reihe, dazu php 4.3.10 und ein MySQL der 3er Reihe. Der Server nutzt also nicht die neuesten Versionen der jeweiligen Software, bietet aber den Vorteil, dass er sehr zuverlässig undstabil ist. Im letzten Jahr betrug hatte der Server 1 Downtime von weniger 1ls 15 Minuten, in diesem Jahr gab es noch gar keine Downtime. Der Server bietet mit einer 2 GHz Xeon CPU genügend Power und mit einer 100 MBit Anbindung reichlich Bandbreite. Ein besonderer Vorteil liegt auch darin, dass ich den Server und Servervariablen wie in httpd.conf wunschgemäß konfigurieren kann - ein Service, den übrigens auch alle meine Kunden genießen, die auf dem Server gehostet sind. So, genug der Werbung. :-)

Ich beantrage die Mitgliedschaft in der SPD

von @ 1:19. abgelegt unter Tagebuch

Nun habe ich beschrieben, warum ich nicht in einer anderen Partei Mitglied werden möchte. Die SPD war auch nicht immer meine Wunschpartei, im Gegenteil, ich hatte viele Gründe dagegen.

Mit der altbackenen Altherrenriege um Wehner, Schmidt und Vogel bin ich nie warm geworden. Die fand ich zwar nicht ganz so schrecklich wie den bis ins Mark korrupten Strauß, aber deshalb noch lange nicht sympatisch. Irgendwie stank deren Politik nach Hinterzimmermief und Mutlosigkeit. Und der oberlehrerhafte und verordnungsliebende Scharping war mir zu feige, da fehlte der Mut der Jugend trotz Generationswechsel.

Mutlosigkeit kann ich Oskar Lafontaine nicht vorwerfen, dafür gab’s bei dem aber immer so häßliche Gerüchte aus dem Rotlichtmillieu über Korruption und Damen des horizontalen Gewerbes, deren zumindest teilweise Wahrheit ich nicht ganz ausschließen möchte. Und dann erst die Vorstellungen zur Finanzpolitik, und das bei einem Finanzminister, unglaublich, dem würde ich nicht mal die Finanzen eines Kegelvereins anvertrauen. Hätte der noch etwas weiter gemacht, bin ich davon überzeugt, dass er mit seinen Forderungen an die Bundesbank bzw EZB, die Geldpresse anzuwerfen, für hohe Zinsen, Rezession und Inflation gesorgt hätte.

Und dann gibt es auch noch den Gabriel. Darf ich den eigentlich jetzt noch kritisieren, wo ich doch selbst Mitglied der Partei werden will? Immerhin ist der im Parteivorstand. Ich denke, als Mensch mit meiner ureigenen persönlichen Meinung darf ich. Also, zuerst hat der in Niedersachsen einen Landtagswahlkampf gegen die von seiner Partei gestellte Bundesregierung gemacht - und hat ihn dann auch noch verloren. Und nun macht er den Koalitionspartner im Bund schlecht. Schrecklich. Was denkt der sich dabei? Will der sich für ein Ministeramt in einer möglichen großen Koalition empfehlen? Ich finde, damit, dass man Wahlen verliert und Koalitionspartner schlecht macht, empfiehlt man sich für die Tribüne, nicht mal einen Platz auf der Reservebank sollte so einer bekommen.

Der Müntefering hat sich mit seinem Heuschreckenvergleich nicht gerade als Wirtschaftsfachmann geoutet, und auch den Stil finde ich schlecht, Menschen mit Tieren zu vergleichen, aber irgendwie nehme ich dem Müntefering das ab, das der das wenigstens ernst und ehrlich glaubt. Und letztlich trägt er Clemens Arbeitsmarktpolitik ja auch mit.

Jetzt mögen Sie sich als Leser fragen, warum ich trotzdem in diese Partei eintreten möchte. Und dann auch noch jetzt, wo die Regierungszeit womöglich dem Ende zugeht.

Auf Bezirksebene stellt die SPD den Bürgermeister, Buschokowsky heißt er, ein Mann, der es geschafft hat, die dringenden Probleme hier in Neukölln sogar im Ausland bekannt zu machen. Ich habe den zum Beispiel mal bei Christiansen gesehen - diese Ehre wird nicht jedem Lokalpolitiker zuteil. Der fordert, dass die Schulen ein Grund sein müßten, dass besser gebildete mit Kindern hierbleiben - und nicht alle mit Beruf und Bildung wegziehen, spätestens sobald das erste Kind in die Schule muß. Der Bezirk wird gerade zum Slum - Arbeitslosigkeit, fehlende Deutschkenntnisse, Islamismus, Kriminalität, Drogen, Alkohol und Armut sind hier die Probleme des Alltags. Ändern kann er auf Bezirksebene wenig, weil Lösungen Geld kosten, und hier keines da ist. Aber der Mann geht in die Presse und macht auf die Situation hier bundesweit aufmerksam - gut gemacht, mehr ist wohl derzeit nicht drin. Dagegen verblaßt sogar, dass er die bekloppte Straßensperre zur Verkehrsberuhigung auf dem Weg zu einem guten Freund mitgetragen hat.

Landespolitisch gibt die SPD ein zumindest zwieschneidiges Bild ab - auf der sympatischen Seite der schwule Wowi, der sich dazu vor der ersten Wahl als Bürgermeister bekannt hat und der knorrige Sarrazin, dem bei der BVG 8% Lohnsenkung nicht reichen.

Auf der anderen Seite gibt es da jedoch die berüchtigte Truppe, die für den geförderten Wohnungsbau zuständig war, da Milliardensummen an Steuergeldern verpulvert hat ud danach auf hochbezahlte Chefposten in eben dieser Wohnungswirtschaft gewechselt ist. Das stinkt nach Korruption und vielen Jahren Gefängnis, wenn denn alles ans Licht kommen würde. Dass die CDU ebenso tief mit drinhängt, macht die Sache auch nicht besser.

Und die Landesbank ist nur mit einer Subvention von 2 Mrd Euro zuzüglich einer Bürgschaft über 25 Mrd Euro überhaupt zu halten gewesen. Seitdem ist Berlin pleite und verscherbelt Wasser, Gas und Stromversorger. Nachdem die nun auch weg sind, kann Berlin die Hand heben und ganz offiziell die Insolvenz erklären. Bis das soweit ist, bleiben die Kinder in den Schulen eben doof - oder es darf auch schonmal ins Klassenzimmer reinregnen.

Aber in der Bundespolitik, da bin ich der Meinung, macht die SPD einen ziemlich guten Job in der zweiten Legislaturperiode Schröder’s. Endlich sind die Sozialreformen angegangen worden, die schon seit 20 Jahren fällig gewesen wären. Sie sind auch sozial angegangen worden und trotz massivem Gegenwind in der eigenen Partei und im Volk durchgesetzt worden. Dazu steht der Gerhard Schröder auch noch erkennbar hinter den Reformen, erzählt, dass es keine Alternative gäbe - genau wie der Peer Steinbrück, der sogar vor der Landtagswahl in NRW erklärt hat, dass die Reformen notwendig sind. Endlich mal einer, der nicht um die Wahrheit herum druckst.

Nun wollte die Parteilinke dem Kanzler Schröder zusetzen, die Opposition jegliches regieren im Bundesrat blockieren - und was macht Schröder? Der sitzt das nicht aus - sondern er bereitet Neuwahlen vor. Er verteidigt die Einschnitte, die kaum weh tun, aber weh tun müssen, damit sie wirken, als notwendig. Und er stellt seinen Stuhl zur Disposition, obwohl die SPD in den Umfragen 10% hinten liegt. Super, so habe ich mir Politiker immer gewünscht. Sozial, wirtschaftliche Notwendigkeiten beachtend, ehrlich und mutig - ich will, dass die Linie von Schröder und Steinbrück sich in der SPD durchsetzt, dass die SPD die Wahl gewinnt und Schröder’s Politk der Sozialreformen fortsetzen kann.

Sozial, wirtschaftliche Notwendigkeiten beachtend, ehrlich und mutig - so wünsche ich mir die Politik weiterhin. Ich möchte, dass diese Politik auch belohnt wird, und nicht nur von Wählern, die das Ausmaß der Probleme in Deutschland nicht verstehen, abgestraft werden. Dafür bin ich bereit, etwas Geld als Mitgliedsbeitrag und einen Teil meiner Zeit einzubringen - deshalb möchte ich Mitglied der SPD werden.

30. Mai 2005

Mitgliedschaft bei den Grünen?

von @ 18:03. abgelegt unter Tagebuch

Grüne Ansichten habe ich sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, eine Sympatie zu den Grünen wäre also nur folgerichtig. Für eine gesunde Umwelt, gegen das Risiko nuklearer Verstrahlungen jeglicher Art, gegen Korruption, für jugendliche Frische, für eine direktere Demokratie, für mehr Verbraucherschutzrechte, mehr Transparenz in allen öffentlichen Bereichen, einen besseren Datenschutz und für mehr Bildung sind nur einige der politischen Ansichten, die mich mit den Grünen fast schon von kleinauf verbinden.

Auf der Bundesebene finde ich den vereinbarten langsamen Ausstieg aus der Atomernergie richtig, das Risiko, das es doch einmal zu einem verheerenden Unfall mit riesigen Strahlenschäden kommt, möchte ich nicht eingehen. Ich halte die Sicherheit in deutschen Atomkraftwerken zwar für besser als sie es bei den Ukrainern in Tschernobyl war, aber trotzdem würde ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass in Deutschland nichts ähnlich schlimmes passiert. Insbesondere Korruption und andere menschliche Verfehlungen halte ich für unkalkulierbare Risiken.

Auch das Inkraftsetzen des von der CDU Spitzenkanditin Angela Merkel unterschreibenen Dosenpfandgesetzes finde ich richtig, wenn man den Umstand berücksichtig, dass eine vernünftige Änderung des Gesetzes am Widerstand von Angela Merkel’s Union im Bundesrat scheiterte.

Auch finde ich es richtig, dass die kilometerlangen Schlangen vor der deutschen Botschaft in Kiew beseitigt wurden, da gibt es jetzt Termine, das ist wirklich ein Fortschritt. Die sogenannte Visa Affäre finde ich schwachsinnig, Schengen Visa, die mit falschen Angaben erschlichen wurden, konnte man vor dem umstrittenen Vollmer Erlaß schon zu Kohl’s Zeiten kaufen und nachher auch. Auch der Preis von gut 500 Dollar für das Organisieren eines Visums hat sich nicht geändert. Da ist mein Urteil eindeutig: es ist nichts dran an dem, was Vollmer und Fischer vorgeworfen wird. Eher schon am Korruptionsvorwurf, den der Botschafter bloß meiner Meinung nach fälschlicherweise an die ukrainischen Mitarbeiter in der Deutschen Botschaft in Kiew richtete, meine Freunde in der Ukraine hatten eher den Eindruck, die Deutschen dort seien korrupt. Vielleicht war die ganze Visa Affäre letztlich nur ein Manöver des Botschafters, um von der eigenen Korruption oder der, der eigenen engeren Mitarbeiter abzulenken? Zugegeben, reine Spekulation. Ich bekomme übrigens immer noch fast täglich Spam Mails, in denen mir Schengen Visa für 100 Dollar angeboten werden. Ich meine aber, die Grünen hätten die Abschaffung kilometerlanger Warteschlangen in den Botschaften offensiver verteidigen müssen.

Unsympatisch ist mir der feministische Flügel der Grünen, ich finde, Frauen werden bereits heute im Familienrecht, besonders im Sorgerecht, drastisch bevorzugt, haben bei Karrieren häufig einen Vorteil durch gute Feministinnen-Netzwerke, Quotenregelungen, die weniger guten Frauen einen Vorteil gegenüber Männern verschafft. Für Gleichberechtigung bin ich schon, aber für weibliche Bevorzugung nicht.

Also, eigentlich sind die Grünen eine Partei, die mir in den politischen Zielen durchaus nahesteht. Nun gibt es noch die Landes- und die kommunale Ebene, da finde ich die Grünen nicht besonders sympatisch. Zum einen ist da mein ehemaliger Sportlehrer Cramer, der für mich das Gesicht der Grünen vor Ort ist, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen in Berlin war und der mir schon damals unsympatisch war. Und hier in Neukölln werden lauter Engstellen auf den Straßen geschaffen, die den Autoverkehr behindern. Manchmal drängt mir der Verdacht auf, es ist immer noch Strategie der Grünen, den Straßenverkehr zu sabotieren, damit die Leute auf den ÖPNV umsteigen. Ich habe gerade mal nachgeschaut, der Cramer sitzt jetzt nicht mehr im Abgeordnetenhaus, aber dafür im Europaparlament. Der Mann weiß eben, wie man auch bei den Grünen gut abkassiert.

Das gibt letztlich den Ausschlag, bei den Grünen nicht Mitglied werden zu wollen.

28. Mai 2005

Mitgliedschaft in der PDS?

von @ 20:49. abgelegt unter Tagebuch

Die PDS ist in unserer Bezirksverordnetenversammlung zu dritt vertreten und nur mit ihren Stimmen war die Wahl des SPD Bezirks-Bürgermeisters möglich. Und auch in der Landespolitik in Berlin stellt die PDS einen Teil der Regierung. Bei der kommenden Bundestagswahl wird die PDS jedoch möglicherweise wieder an der 5% Hürde scheitern. Auch der Einzug in den Bundestag mit oder über Direktmandate scheint fraglich zu sein.

Die PDS zeichnet sich in meiner Wahrnehmung durch eine große Vielstimmigkeit in der öffentlichen Darstellung, durch fehlende Kompetenz für Haushalts- und Finanzpolitik und durch einen politischen Ansatz, der in der direkten Unterstützung der Menschen vor Ort aus. So finden beispielsweise regelmäßige Beratungen zu Fragen des Sozialleistungsbezuges bei Arbeitslosigkeit im Büro einer Bundestagsabgeordneten der PDS statt.

Von den Personen sind mir die Namen Gregor Gysi und Petra Pau geläufig, beide sind bei mir nicht mit negativen Erinnerungen verknüpft. Und trotzdem denke ich auch an viele Parteimitglieder, die noch aus DDR Kadern kommen und wie Sahra Wagenknecht - noch ein Name - immer noch den überholten Ideen des real existierenden Sozialismus anhängen.

Insgesamt, trotz der positiven Diskussionsfreudigkeit und der Bürgernähe, möchte ich dort wegen einer von meinen Vorstellungen völlig abweichenden Position zur Finanzpolitik und ewig gestrigen wie Sahra Wagenknecht kein Mitglied sein.

Also bin ich nicht in die PDS eingetreten.

Mitgliedern wie Sahra Wagenknecht

Mitgliedschaft bei der CDU?

von @ 17:13. abgelegt unter Tagebuch

Die CDU bietet ausländerrechtlich eine so fremdenfeindliche Vorstellung, dass die Partei nicht in Frage kommt. Mein Sohn ist zur Hälfte Ausländer, Freunde von mir sind Ausländer, das, was sich die Union bei der Reformierung des Ausländergesetzes geleistet hat, kann ich nicht mittragen. Offene Ausländerfeindlichkeit wie in der CDU ist mir zuwider.

Und die Personen in der CDU sind auch nicht besser:
Ich denke da an den Parteichef Roland Koch in Hessen, der von den Millionenschweren schwarzen Kassen seines Landesverbandes nichts gewußt haben will. Aber der ausländerfeindliche Wahlkampf, mit dem er ins Amt gekommen ist, wurde damit finanziert. Und dann ist der Mann immer noch im Amt. Einfach nur gruselig.

Und der Parteichefin Merkel, der nehme ich auch nicht ab, dass sie ahnungslos war, was die Schmiergeldpraxis im System Kohl anging. Im Gegenteil, ich befürchte, dass das Schmiergeldsystem im Stile Ludwig-Holger Pfahls’ oder Manfred Kanther’s wieder fortgeführt wird, wenn Angela Merkel die Wahl zur Bundeskanzlerin gewinnt. Und das, obwohl ich es eigentlich gerecht finden würde, wenn mal ein Ostdeutscher und eine Frau Bundeskanzler werden würde.

Bliebe noch die Möglichkeit, trotz gegenteiliger Überzeugungen in die CDU einzutreten und sie dann von innen reformieren zu wollen. Wie soll das denn gehen, wenn ich zum Beispiel Plakate kleben gehe? Mich graut es da Parteifreunde in übergeordneten Funktionen kennenzulernen, die antisemitisch hetzen wie Martin Hohmann. Nein, das traue ich mir wahrlich nicht zu.

Die CDU ist eine Partei von politischen Gegnern. Da brauche ich andere Fragen gar nicht mehr beleuchten, die CDU kommt nicht in Frage.

In die CDU werde ich also nicht eintreten.

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