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17. Oktober 2006

Der Fall Osmani zieht weitere Kreise

von @ 18:26. abgelegt unter Pressefreiheit, Recht und Unrecht, Kriminalität, Deutschland, Politik, Wirtschaftskriminalität, Persönlichkeitsrechtsverletzung, Meinungsfreiheit, Hamburg, Buskeismus, Polizei

Auf die Familie Osmani, die vor der Pressekammer des LG Hamburg äußerst erfolgreich vom mir auch durch eine durch eine (äußerst moderate) Honorarnote bekannten Genossen Kanzleranwalt und Hamburgischen Verfassungsrichter Michael Nesselhauf vertreten wurde, scheint weiterer Ärger zuzukommen. Das Hamburger Abendblatt berichtete gestern unter dem Titel So ging es zu bei Osmanis Hausbank von dem Verdacht, dass die Volksbank Lauenburg offenbar über Jahre systematisch ausgeplündert wurde und unter dem Titel Der Fall Osmani erreicht jetzt auch die Bundesliga, dass die Spuren mittlerweile auch in die Millionengeschäfte der Fußball-Bundesligen führen.

Den Berichten zufolge musste die Volksbank Lauenburg bereits mit 70 Mio Euro gestützt werden. Angeblich ermittelt die Kriminalpolizei inzwischen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Der angesehene Geesthachter Rechtsanwalt und Lokalpolitiker Hauke Hillmer (SPD) wird verdächtigt, als Verbindungsmann zwischen Carsten Heitmann, dem Chef der Bank, und den Brüdern Osmani mit von der Partie gewesen zu sein. Bei Rolf Schälike erfahren wir anlässlich eines Äußerungsprozesses vor dem Landgericht Hamburg, den Hauke Hillmer gegen den Springer-Verlag gewonnen hat, dass Hauke Hillmer zumindest irgendwann in den 90er Jahren mit Bashkim Osmani befreundet gewesen war. Der Kreis schliesst sich damit, dass im Abendblatt berichtet wird, dass Hauke Hillmer gerne den Kontakt zu politischen Größen seiner Partei suchte und jahrelang für die SPD in der Ratsversammlung der Stadt Geesthacht saß.

Ich denke, es ist lange überfällig, dass ein Teil der organisierten Kriminalität in Hamburg strafrechtlich aufgearbeitet wird. Allerdings wirft diese Aufarbeitung nahezu zwangsläufig neue Fragen auf. Zuallererst drängt sich die Frage geradezu auf, warum diese umfangreiche strafrechtliche Aufarbeitung erst jetzt geschieht.

Angeblich hatte der Bundesnachrichtendienst bereits im Jahre 2003 Erkenntnisse, die er in einem Bericht zusammenfasste, aus dem hervorgeht, dass die Familie Osmani aus nichts 300 Mio Euro gemacht hat. Konnte niemand der Kriminalpolizei einen Hinweis geben, wo sie zu suchen hatte? Wie kommt es, dass die Hamburger Polizei den Brüdern Osmani nie etwas ernsthaftes handfest nachweisen konnte? Und wie kommt es, dass Burim Osmani, kaum dass er Hamburg für seine Geschäfte verlassen hatte, auch gleich verurteilt wurde und Bayern für eine Untersuchungshaft bemüht werden musste? War die Hamburger Polizei über Jahrzehnte zu blöd, diesen Teil der Kriminalität aufzuarbeiten? Oder wurden Ermittlungen in Hamburg durch höhere politische Beamte vielleicht sabotiert?

Warum hat sich niemand getraut, den Mund aufzumachen? Wie konnte es sein, dass die Presse zum Fall Osmani und seiner politischen Verwicklungen vom Landgericht Hamburg beinahe einen Maulkorb verpaßt bekommen hat, der dazu geführt hat, dass diese Dinge erst jetzt der Öffentlichkeit bekannt werden, wo ein riesiger, nicht mehr zu übersehender Schaden eingetreten ist und die Familie sich anscheinend ins Ausland abgesetzt hat? Was ist los in Deutschland, wenn ein wahrlich nicht eben für Zimperlichkeit bekannter Fussball-Manager wie Rainer Calmund sich glaubwürdig darauf beruft, er habe Todesangst, wenn er Namen nenne? Wie kann es sein, dass die Hamburgische Bürgerschaft sich aus Gründen des Schutzes von Persönlichkeitsrechten und Staatsinteressen im Kern beinahe außerstande sah, auf eine simple Anfrage eines Abgeordneten zur organisierten Kriminalität zu antworten? Ich habe keine Ahnung, wie die obigen Fragen zu beantworten sind. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass der Name Osmani uns demnächst noch öfter in der Presse begegnen wird.

Darüber, was wohl Staatsinteressen im Kern sein könnten, habe mir übrigens schon vor zwei Monaten mal Gedanken gemacht.

10 Kommentare zum Beitrag “Der Fall Osmani zieht weitere Kreise”

  1. Rolf Schälike sprach

    Mir fällt auf, dass zu Osmani fast ausschließlich die Springer-Presse berichtet (Mopo, Hamburger Abendblatt, die Welt).
    Das macht mich skeptisch.
    Es gab zwar auch einen NDR-Bericht, aber … .

    Was steckt wirklich dahinter?

    Wird hier etwas aufgebauscht,um Anderes zu verdecken?

    Geht es nur um Zeitungs-Auflagen, gar um Stimmung gegen Ausländer, speziell den Balkan und die Albaner?

    Furchtbar undurchsichtig.

    Die Pressekammer lieferte kein Licht.

  2. Mein Parteibuch sprach

    Rolf,

    möglicherweise hast Du den grund dafür, warum sich da insbesondere die Springer-Presse hervortut, in Deinem Bericht zum Fall Osmani bereits beiläufig erwähnt:

    Die Kanzlei Buse mit dem Schröderfreund-Anwalt Nesselhauf war Prozessvertreterin von Osmani. Das hätte mich stutzig machen können, denn kleine Fische vertritt diese - soweit mir bis heute bekannt - nicht.

    Michael Neselhauf ist genau wie ich und Gerhard Schröder Mitglied der SPD. Die Springer-Presse gilt - vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade als Hochburg von Sympatisanten der SPD. Das könnte ein Schlüssel zur Lösung des Rätsels sein.

  3. A. John sprach

    Ich denke, es ist lange überfällig, dass ein Teil der organisierten Kriminalität in Hamburg strafrechtlich aufgearbeitet wird.

    Wirtschaftskriminalität ist in Deutschland ein lohnendes und sicheres Geschäft, falls man ein Umsatzvolumen erreicht, welches groß genug ist, die politischen Entscheidungsträger zumindest auf Landesebene angemessen zu beteiligen. Das ist nicht nur in Hamburg so.
    Dort sorgt allerdings, wie man weiß, zusätzlich eine willfährige Gerichtsbarkeit dafür, daß solche Machenschaften aus den Medien herausgehalten werden.
    Einigermaßen komplexe Wirtschaftsstrafverfahren sind in Deutschland praktisch undurchführbar. Sie enden entweder nach kurzer Zeit mit einem Deal im Richterzimmer, (Geständnis mit “Strafe” in der relativen Größe eines Taschengeldes), oder verlaufen nach 15 Jahren im Sande.
    Wenn ein Millionenbetrüger tatsächlich mal einfährt, hat er entweder die falschen Leute geschmiert oder die falschen Anwälte beauftragt.
    Zur Vertiefung: http://www.filzgeschichten.de/

  4. Hamburga sprach

    Es gibt da ja weitreichende (Politische)implikationen in Hamburg insbesondere mit “ich wechsle mein Parteibuch öfter als Unterhosen” ex Bausenator und ex Schill Spezi Mettbach
    hierzu(is schon vom August):
    dpa-Interview zur CDU-Mettbach-Osmani-Affäre
    http://www.neum...mettbachos.html

  5. Mein Parteibuch sprach

    @A. John
    Dass die organisierte Kriminalität omnipräsent ist, ist nichts wirklich neues. An diesem Fall finde ich aber besonders spannend, wie erfolgreich darüber bis vor kurzem nahezu jegliche Berichterstattung unterdrückt wurde. Wie konnte das gelingen?

    @Hamburga
    Der Hinweis, dass die SPD, in der ich ja auch Mitglied bin, bei der Aufarbeitung der Geschäfte der Familie Osmani nun ganz vorn mit dabei ist, fehlt tatsächlich in meinem Artikel. Es ist aber anscheinend so, dass es auch zwischen SPD und der Familie Osmani Verbindungen gab.

    Wenn ich zum Anwalt gehe, dann ist eigentlich das erste, was ich mache, dass ich erzähle, auf wessen Empfehlung ich komme. Was wird wohl Herr Osmani dem Genossen Kanzleranwalt Michael Nesselhauf gesagt haben, auf wessen Empfehlung er kommt? “Ich komme auf Empfehlung von Schill-Spezi Mettbach” wird er doch wohl kaum gesagt haben …

  6. Hamburga sprach

    So wollte ich mich nicht verstanden wissen ich find nur den Mettbach ausgesprochen unterhaltsam….
    Um so erfolgreich zu sein wie Osmani reichen 2 Legislaturperioden (oder besser 1,5) nicht aus - da haben sie völlig recht.

  7. Rolf Schälike sprach

    Nesselhauf - Osmani
    Nesselhauf - Schröder
    Schröder - Putin

    Neuste Meldung heute aus dem russischen Internet über die Begegnung Putin-Olmert in Moskau.

    Владимир Путин после этого, очевидно, решил, что микрофоны выключены (пресса уже покидала зал) и произнес следующее:

    – Привет передайте своему президенту! Оказался очень мощный мужик! Десять женщин изнасиловал! Я никогда не ожидал от него! Он нас всех удивил! Мы все ему завидуем!

    Übersetzung

    Wladimir Putin hat anschließend, offensichtlich in der Annahme, dass die Mikrofone ausgeschaltet sind (die Presse begann den Saal zu verlassen)folgendes geäußert:

    – Übermitteln Sie Grüße an Ihren Präsidenten! Wie sich herausstellte, ist er ein gewaltig starker Kerl! Hat zehn Frauen vergewaltigt! Habe das niemals von ihm erwartet! Er hat uns alle überrascht! Wir beneiden ihn alle!

    Ob das stinmmt, kann bezweifelt werden, denn auf das russsiche Internet ist noch weniger Verlass als auf die Bildzeitung.

  8. Hartmut Pilch sprach

    Danke Rolf für das russische Original dieser Anekdote über derben Männerhumor, die durch alle Zeitungen gegangen ist. Aber eine Verbindung Putin-Osmani soll damit doch nicht suggeriert werden, oder ist die Familie Osmani auch im Geschäft mit fossilen Energieträgern tätig?

  9. Pressefoto und Verlagfoto sprach

    Wenn Sie eine Aufarbeitung im Rotlichtsumpf wünschen,gehen Sie auf Googelbase Berichte und Nachrichten Pressefoto und Verlagfoto Christian Horn.Und denken Sie auch dran Der Sender Wanze in Gotteskind,war von dem Rotlichtsyndikat VW-Viel Spass am 1.02.08 Hamburg

  10. Pressefoto und Verlagfoto sprach

    Sehen Sie sich mal den Prozess um den Professor Holthaus an und Dr. Frank Grätz als Beispiel diese Herren handelten mit falschen Dr. Titeln. Prozess wurde verschoben Grund neue Schöffen. Es wird nicht nur gemeint das die Justiz am Hacken aller Mafia Struckturen hängt, Sie ist leider auch eine. Und nur Osmani alles zu zu Schreiben ist heiss. In Stralsund und Schwerin kamm es wieder zu Häuserbetrug Notar aus Osnabrück. In einigen Fällen spielt auch das VW-Rotlichtsyndikat mit. Und das der Kiez Hamburg keine Engelhochburg ist,ist bekannt. Jedenfalls ist es toll das mein Parteibuch auch an ein sauberes demokratisches Deutschland arbeitet. Medienberichten zu folge wurden in Rom jetzt von der Polizei 300 Millionen Euro beschlagtnahmmt.

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